Abmahnungen Gegen Facebook-Nutzer Wegen Teilen Eines Fotos

220 Euro soll ein Face­book-Nut­zer dafür zah­len, dass er den Tei­len-But­ton genutzt hat. Und zwar den Face­book Tei­len-But­ton, bei dem der User nicht dazu in die Lage ver­setzt wird, das Foto wegzuklicken.

Ihr kennt das aus ver­schie­de­nen sozia­len Netz­wer­ken. Mal kann man im Dia­log ver­hin­dern, dass ein Thumb­nail mit­ge­pos­tet wird, mal geht dies nicht. Die Diens­te sche­ren sich um die spe­zi­ell deut­sche recht­li­che Eigen­art kei­nen Deut. Damit mei­ne ich, die User wer­den ani­miert, auf Teu­fel komm raus zu sha­ren und am Ende kommt es dann – in Deutsch­land – zu Abmahnorgien.

So haben wir es gern. Theo­re­tisch könn­te das 470 Euro kos­ten. Der Foto­graf hat die For­de­rung von sich aus auf 220 Euro gesenkt. Angeb­lich des­halb, weil er die Beson­der­heit, dass der User durch den auf der Web­site vor­han­de­nen Sha­re-But­ton ani­miert wur­de, in die­sem Fall gewür­digt habe. Nun ja.

Im Video der Anwalts­kanz­lei WILDE BEUGER SOLMECKE erhält man genaue­ren Ein­blick in die Geschehnisse.

via

Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Es sind nur wenige Jahre vergangen. Trotzdem bin ich in diesem Geschäft ein alter Hase.

Ich schreibe über gesellschaftliche und politische Themen. Hin und wieder gibt es bei 2bier auch was zum Thema Bloggen und Wordpress zu lesen.

Dieser Beitrag hat 13 Kommentare
  1. Sehe ich jetzt mal grund­sätz­lich kein Pro­blem drin: die Zei­tung hat­te schon nicht die Rech­te, das Bild zu ver­öf­fent­li­chen (Min 1:10, Zitat: „ich habe der Zei­tung schon nicht die Rech­te ein­ge­räumt“) und dann geht die For­de­rung eben gleich wei­ter zur Zei­tung (Ver­let­zer­ket­te). Der Nut­zer kann da viel­leicht sogar noch etwas Plus machen (schließ­lich ist die­sem ja durch die gan­ze Ren­ne­rei auch Scha­den ent­stan­den). Fast ein Win-Win für Foto­graf und Nut­zer (wenn man Zeit und Ner­ven außer acht lässt, aber das betrifft ja bei­de) und dem Ver­lag mal gezeigt, daß es so nicht geht. 😉

    Zei­tun­gen (ins­be­son­de­re die Ver­la­ge, die das LSR befür­wor­tet haben) schei­nen eh Bil­der­dieb­stahl im gro­ßen Stil zu betrei­ben. Da plopp­te in der letz­ten Zeit eini­ges auf (schau z.B. mal auf der Face­book-Sei­te von Wohn­idee, da gab es um den 20 Mai 2014 rum eini­ge Beschwer­den). Sel­ber habe ich auch schon die ein oder ande­re Abmah­nung gegen einen LSR-Befür­wor­ter-Ver­lag lau­fen gehabt. 

    Mitt­ler­wei­le beschleicht mich ja der Ver­dacht, daß das LSR nur des­halb gefor­dert wur­de, damit die Ver­la­ge das Geld von Goog­le wie­der­be­kom­men, das sie zurecht (!) für ihre Schand­ta­ten gegen­über den Foto­gra­fen zah­len müs­sen. Dank immer bes­se­rer Goog­le-Bil­der­su­che fliegt da immer mehr auf… 🙁 Im Zusam­men­hang mit Wohn­idee gab es auch einen inter­es­san­ten Insi­der-Kom­men­tar (es ging aller­dings nicht her­vor, wel­cher Ver­lag): der Kom­men­ta­tor soll wohl den Auf­trag bekom­men haben, die Fotos für einen Zei­tungs­ar­ti­kel im Inter­net zu suchen weil „da eh alles umsonst sei“. Genau­so habe ich mir das vor­ge­stellt. Haupt­sa­che auf Teu­fel komm raus den eige­nen Pro­fit maxi­miert. Mir kann kei­ner erzäh­len, daß die einen Feh­ler gemacht haben. Die Brü­der wis­sen genau, was sie tun.

    Und das zu Las­ten der Gesell­schaft: einem Berufs­fo­to­gra­fen, dem per­ma­nent durch die­ses wider­li­che Geschäfts­ge­bah­ren der Zei­tun­gen Auf­trä­ge durch die Lap­pen gehen, stockt dann irgend­wann auf. Wer DAS zah­len darf, weißt Du ja 😉
    Inso­fern: so teu­er wie nur irgend­wie geht für die Zei­tung. Fin­de ich eine gute Tak­tik und das scheint ja auch so zu lau­fen, wenn ich den Anwalt im Video rich­tig ver­ste­he (Regress­for­de­run­gen).

  2. Hal­lo Horst,
    mal die Inten­ti­on des Foto­gra­fen außer acht gelas­sen, den­ke ich, dass der Abmah­ner hier den Fal­schen anvi­siert. Er hät­te nach mei­nem Rechts­ver­ständ­nis gegen „eine-zeitung.net“ vor­ge­hen sol­len, wenn die­se tat­säch­lich kein Recht zur Ver­wen­dung des Fotos in ihrem Arti­kel gehabt haben.
    Nach mei­nem Ver­ständ­nis hat der Nut­zer ja auch gar nicht das Foto von Ali­ce geteilt, son­dern den betref­fen­den Arti­kel. Das Tei­len ein­zel­ner Fotos geht ja gar nicht so ohne wei­te­res. Dass nun beim „sha­ren“ eines Blog­ar­ti­kels ein Vor­schau­bild (meis­tens wohl des „fea­tured images“) mit­ge­lie­fert wird, ist nicht durch den „sha­rer“ zu beein­flus­sen. Zumin­des­tens wüss­te ich nicht wie.
    In dei­nem Blog ist das übri­gens auch nicht anders.
    Grüßle,
    FrankM

    1. @FrankM: Ja, das hät­te er. Viel­leicht hat er es aus dem Grun­de nicht so gehand­habt, weil er mit sei­ner Akti­on auf die Gefah­ren auf­merk­sam machen woll­te. Für alle, die sich leicht­fer­tig auf die­ses Vaban­que-Spiel ein­las­sen. Nur so eine Idee. Aber viel­leicht hat er, falls es sich um eine gewerb­li­che Sei­te han­delt, auf ande­re Wei­se Gehör ver­schafft. Da sind juris­tisch ver­mut­lich ganz ande­re Mög­lich­kei­ten gegeben. 

      Hier gibt es die Mög­lich­keit des Sha­res (natür­lich möch­te ich hin­zu­fü­gen) auch. Aller­dings bemü­he ich mich dar­um (weil ich näm­lich selbst schon abge­mahnt wur­de), mei­nen Lese­rIn­nen den Rücken frei zu hal­ten. Ich nut­ze über­wie­gend mei­ne Fotos und immer lizen­sier­te Bil­der. Aus­nah­me sind Screen­shots von Video-Bei­trä­gen. Das ist viel­leicht auch nicht von Pap­pe. Ich weiß, dass es auch dafür theo­re­tisch eine Abmah­nung geben könnte. 

      Man fragt sich in sol­chen Momen­ten immer, wozu es Plug­ins oder Ange­bo­te gibt, wenn die­se in Deutsch­land zu mas­sen­haf­ten Abmah­nun­gen füh­ren. Damit „die“ Anwäl­te wei­ter­hin gut zu tun haben. Denn die­se sind es, die von sol­chen Aktio­nen pro­fi­tie­ren und – ich sage das immer wie­der – es sit­zen von die­ser Berufs­grup­pe ein­fach zu vie­le in unse­ren Par­la­men­ten. Inso­fern wird sich an der miss­li­chen Lage für Blog­ger (und für nor­ma­le Nut­zer von sozia­len Netz­wer­ken) kaum etwas ändern. Das macht mich des­halb sau­er, weil es in ande­ren Län­dern dafür längst ande­re Regeln gibt. Die Schwei­zer lachen über unse­re restrik­ti­ves Urhe­ber­recht. Das heißt aber nicht, dass ich gegen das Urhe­ber­recht wäre. Im Gegen­teil. Ich bin aus­drück­lich gegen Bil­der­klau. Mei­ne Fotos lau­fen (via Flickr) alle unter CC. 🙂 Um das noch­mal zu sagen.

  3. Ja, ich habe den Bericht ganz ange­se­hen. Inwie­weit man nun die Web­site in Regress neh­men kann, weiß ich nicht. Juris­tisch schon aber wer weiß, wie der Inha­ber sich ver­hält, wenn viel­leicht gleich meh­re­re Leu­te abge­mahnt wur­den und die sich nun alle bei die­sem güt­lich tun wollten?

    Das Bil­der­klau­en ist schei­ße und da gibt es nix her­um­zu­deu­teln. Aber soweit waren wir ja in unse­ren vie­len Dis­kus­sio­nen dar­über auch schon gekommen 🙂

    Hast du dir die Web­site mal anse­hen? Viel­leicht ist das kein prof. Pro­jekt. Ich habe mir die URL nicht gemerkt und im Moment kei­ne Lust, den Bei­trag noch­mal durchzuhören. 

    Übri­gens kann man die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Fea­tures von Goog­le auch auch wun­der­bar für hin­ter­lis­ti­ge Zwe­cke nut­zen. Zum Bei­spiel um ille­ga­le Kopi­en eige­ner Bil­der irgend­wo auf­zu­stö­bern. Ich bin ehr­lich gesagt, nur ganz zufäl­lig auf die­se Mög­lich­kei­ten gestoßen.

    1. @Horst Schul­te:
      Den Arti­kel zu Ali­ce habe ich auf „eine-zeitung.net“ nicht mehr gefun­den, mög­li­cher­wei­se inzwi­schen gelöscht. Die Sei­te wird von einer GbR betrie­ben, die zum Urhe­ber­recht im Impres­sum den übli­chen Pas­sus hat:

      Alle Arti­kel der EZ kön­nen unter Ver­lin­kung und/oder Hin­weis auf die Ori­gi­nal­quel­le ver­wen­det wer­den. Soweit die Inhal­te auf die­ser Sei­te nicht vom Betrei­ber erstellt wur­den, wer­den die Urhe­ber­rech­te Drit­ter beach­tet. Ins­be­son­de­re wer­den Inhal­te Drit­ter als sol­che gekenn­zeich­net. Soll­ten Sie trotz­dem auf eine Urhe­ber­rechts­ver­let­zung auf­merk­sam wer­den, bit­ten wir um einen ent­spre­chen­den Hin­weis. Bei Bekannt­wer­den von Rechts­ver­let­zun­gen wer­den wir der­ar­ti­ge Inhal­te umge­hend entfernen.“

      Mit Ori­gi­nal­quel­le kann aber hier nur die­se eine-zei­tung gemeint sein.
      Mit „Bil­der­klau“ hat das Sha­ren aber m.E. sowie­so nichts zu tun, genau­so­we­nig wie das Strea­men und/oder Ein­bet­ten von Vide­os (Stich­wort: Redtube-Abmahnungen).

      Inter­es­sant fin­de ich übri­gens den expli­zi­ten Hin­weis des Anwal­tes am Ende des obi­gen Video, dass sein Video „geteilt“ wer­den dür­fe. Das erlaubt die zugrun­de­lie­gen­de Stan­dard-You­tube-Lizenz aber ohne­hin still­schwei­gend. Wenn der Herr Anwalt das nicht wün­schen wür­de, könn­te er die­se Mög­lich­keit leicht über You­tube aus­schlie­ßen! Etwa eine spe­zi­el­le Art von Ver­un­si­che­rung der Nutzer?

      Ich ken­ne eine Rei­he von Web­pro­jek­ten, die auf dem Ein­bet­ten von (frem­den) You­tube-Vide­os in Blogs beru­hen. Das ist nicht illegal.

      1. @FrankM: Die­se Welt wird mir ein Rät­sel blei­ben. Oft trifft es ganz nor­ma­le User oder auch Blog­ger (wie mich), die sich beim ers­ten Male ver­wun­dert die Augen rei­ben. Wenn man alles berück­sich­ti­gen wür­de, was einem im Inter­net droht, dürf­te man sei­nen Rou­ter wohl gleich vom Netz neh­men. Irgend­was ist ein­fach immer. Und ich habe das Gefühl, dass das vor allem in Deutsch­land so ist. Ande­re Län­der sind da schein­bar wei­ter als wir. Unse­re Gesetz­ge­bung hinkt den tech­ni­schen Ent­wick­lun­gen zu sehr hin­ter­her. Manch­mal den­ke ich, dass dies ganz bewusst so prak­ti­ziert wird.

  4. Hm, stimmt die wur­de erwähnt – bei Zei­tung ging das Kopf­ki­no los 😉 Das LSR trifft auf die jetzt wahr­schein­lich nicht zu – dafür ist die­ses Ding nicht all­zu ernst zu neh­men. Ich bin jetzt ehr­lich gesagt zu faul für eine kom­plet­te Recher­che… wohin und wem das Ding gehört…

    Groß genug sind sie jeden­falls, um sowas zu wis­sen (und wahr­schein­lich fließt auch der „ein oder ande­re“ Euro. Der Quell­text lässt es ver­mu­ten 😉 Ich habe jetzt kei­ne Lust, mir den Krem­pel ohne NoScript usw. anzugucken…)

    Btw: weil Du sag­test: „Dei­ne Leser schüt­zen“. Mach das doch über die OGP- Tags. Dann geht nur Dein Favicon auf FB beim Tei­len… alle ande­ren Fotos nicht. Ggf. noch fb und Co über die htac­cess im Bil­der­ord­ner ausspereen.

    1. @Bro­ken Spi­rits: Es scheint ein Semi­pro­fes­sio­nel­les Pro­jekt zu sein. Ich suche auch noch. FrankM hat net­ter­wei­se schon infor­miert, dass es sich um eine GbR han­delt. Könn­test du mir viel­leicht die Syn­tax für den Ein­trag in die htac­cess mai­len? Adres­se hat du oder du kannst das Kon­takt­for­mu­lar nut­zen. Das wäre nett. Danke.

  5. @Horst: die brau­che ich Dir nicht schi­cken: ich habe dazu ein ellen­lan­ges Tuto­ri­al gebas­telt, das schon seit gerau­mer Zeit bei mir auf dem Blog zu fin­den ist 😉

    Übri­gens auch eini­ge Hin­ter­grün­de, war­um das Tei­len und sha­ren nicht ger­ne von man­chen Leu­ten (mir inklu­si­ve) gese­hen wird 😉 Die AGB der jewei­li­gen sozia­len Netz­wer­ke sind näm­lich nicht ohne. Und erklä­ren konn­te mir bis­her auch noch kei­ner, wie­so ein klei­nes Vor­schau­bild bei einer Design­än­de­rung plötz­lich mit­ver­grö­ßert wird. Ohne die Arte­fak­te, die ent­ste­hen, wenn man ein Bild über den width oder height-Tag ver­grö­ßert. Lus­tig dar­an war: ich hat­te FB vor deren Design­än­de­rung aus­ge­sperrt. Das läßt nur einen Schluß zu: die Ori­gi­nal­grö­ße lan­det auch bei Face­book. Und da kom­men wie­der deren AGB ins Spiel, bei denen mir regel­mä­ßig schlecht wird in Bezug auf mei­ne Fotos… 🙁

    Hier der Link: Klick. Allen gän­gi­gen (a)sozialen Netz­wer­ke kannst Du die Fotos vor­ent­hal­ten: FB, G+, Twit­ter, Pin­te­rest (Pin­te­rest ist sehr übel. Noch klappt es eini­ger­ma­ßen). Den htac­cess-Code fin­dest Du dort auch.

    1. @Bro­ken Spi­rits: Dan­ke. Tol­les Tuto­ri­al. Mal sehen, was ich davon hier ein­set­zen kann bzw. was ich ver­ste­hen kann. Viel­leicht krieg ich ein Pro­blem, weil ich schon ein Bild in einem Plug­in defi­niert habe, das in dem Fall gesen­det wird, wenn kein Bei­trags­bild defi­niert wurde.

  6. Da soll­test Du unbe­dingt auf­pas­sen. Ich habe das glau­be ich auch in dem Tuto­ri­al erwähnt: Jet­pack oder All in One Seo-Pack schrei­ben einen eige­nen Code. Face­book sucht sich den Code aus, der bes­ser in das Geschäfts­mo­dell passt. Und das ist garan­tiert nicht der, den Du haben wolltest. 

    Ansons­ten bist Du damit auch bei erlaub­ter Bild­nut­zung auf Dei­ner Web­sei­te auf der „siche­ren“ Sei­te: Fotos, die Du auf Dei­nem Blog ver­wen­den darfst, aber nicht woan­ders, ist damit umsetzbar 😉

    Wenn Du was nicht ver­stehst: mei­ne Mail hast Du ja (oder in die Kom­men­ta­re, dann haben ande­re auch was davon 😉 ).

  7. Wenn Du wel­che fin­dest, die ich nicht erwähnt habe: als her damit 😉 Dann kann ich das ergän­zen. Meis­tens steht es im Quell­text als Kom­men­tar drü­ber wel­ches Plug­in die OGP-Tags und Co setzt.

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