Aktenzeichen XY: Schöne Geschichte Mit Sehr Zweifelhaftem Hintergrund

Ver­gan­ge­nen Mitt­woch fei­er­te „Akten­zei­chen XY unge­löst“ 50jähriges Jubi­lä­um. In die­sem Rah­men wur­den eini­ge Preis­trä­ger geehrt, die sich durch beson­de­re Zivil­cou­ra­ge aus­ge­zeich­net hat­ten.

Die Prei­se in Höhe von je 10.000 Euro hat­te Kas­pers­ky gespen­det.

Alle vier Preis­trä­ger haben mich beein­druckt. Vor allem Sas­kia Jür­gens (17). Hier die Begrün­dung der Jury für die Preis­ver­ga­be:

Sas­kia Jür­gens hat mit bemer­kens­wer­ter Cou­ra­ge und Uner­schro­cken­heit zwei jun­gen Men­schen das Leben geret­tet. Die 17- Jäh­ri­ge war nachts auf dem Weg zur Bahn, als sie auf die Grup­pe von zehn offen­sicht­lich aggres­si­ven Jugend­li­chen stieß. Die unter ande­rem mit Elek­tro­scho­ckern und Mes­sern bewaff­ne­ten jun­gen Män­ner fie­len kurz dar­auf über zwei etwa Gleich­alt­ri­ge am Bahn­steig her, schlu­gen mit einem Golf­schlä­ger auf sie ein, trak­tier­ten sie mit einem Mes­ser und ver­letz­ten sie lebens­ge­fähr­lich. Als Sas­kia Jür­gens dies sah, griff sie ohne zu zögern ein und schlug damit die Täter in die Flucht.

Obwohl sich zu die­sem Zeit­punkt meh­re­re Erwach­se­ne am Bahn­steig auf­hiel­ten, kam ihr nie­mand zu Hil­fe. Erst durch laut­star­kes Rufen gelang es ihr schließ­lich, einen Pas­san­ten dazu zu bewe­gen, Poli­zei und Ret­tungs­kräf­te zu infor­mie­ren. Obwohl die Jury die gro­ße Gefahr, in die sich Sas­kia Jür­gens mit ihrem Ein­grei­fen selbst gebracht hat­te, klar als nicht nach­ah­mens­wer­tes Han­deln ein­stuft, erkennt sie doch das frag­los lebens­ret­ten­de Ein­grei­fen von Sas­kia Jür­gens höher an. Des­halb wür­digt die Jury Sas­kia Jür­gens mit dem XY-Preis 2017.Quel­le: Die Gewin­ner des XY-Prei­ses 2017 – ZDFme­dia­thek |
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Hier ein kur­zes Video-Inter­view mit der Preis­trä­ge­rin, Sas­kia Jür­gens.

Das soll­te die Nach­richt sein. Nicht die Suche nach der Natio­na­li­tät der Täter. Aber so leicht geht das heu­te nicht mehr. Die Medi­en leis­ten mit ihrer Art von Bericht­erstat­tung all denen Vor­schub, die auf sol­che Din­ge einen gan­zen ande­ren Fokus set­zen:

***

Selt­sam fin­de ich, dass der von mir gefun­de­ne Poli­zei­be­richt nicht ganz deckungs­gleich ist mit den Schil­de­run­gen von Sas­kia Jür­gens. (Ich neh­me an, ich habe den rich­ti­gen und offen­bar auch ein­zi­gen Bericht gefun­den?!)

Der Bei­trag von Akten­zei­chen XY ist nicht ganz iden­tisch mit der Dar­stel­lung der Poli­zei.

Nach­dem Zeu­gen hin­zu­tra­ten, flüch­te­te die Grup­pe zunächst uner­kannt.Quel­le: POL-DO: 26.02.2017 Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung der Staats­an­walt­schaft Dort­mund und der Poli­zei Dort­mund – Fort­schrei­bung | Pres­se­mit­tei­lung Poli­zei Dort­mund |
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Aber das soll hier gar nicht das The­ma sein.

Mir fällt als gele­gent­li­cher Zuschau­er der Sen­dung „Akten­zei­chen XY“ auf, dass sehr vie­le der Ver­bre­chen, die dort gezeigt wer­den, von Aus­län­dern began­gen wer­den. Ob es Auf­nah­men von Tätern sind oder ob es sich um Beschrei­bun­gen der zustän­di­gen Kri­mi­nal­be­am­ten han­delt, das ist wirk­lich auf­fäl­lig. Ver­mut­lich ist genau das schon oft außer­halb der Sen­dung the­ma­ti­siert wor­den. Bestimmt wer­den sich rechts­las­ti­ge Blogs und Web­sites die­sem The­ma schon mehr­fach gewid­met haben. Aber hier geht es um die­sen kon­kre­ten Fall.

TIPP:  Warum gibt es keine Obergrenze für Wahrheiten?

Über die frag­li­che Sen­dun­gen haben wir auch bei uns zu Hau­se dis­ku­tiert. Mir war auf­ge­fal­len, dass in dem Ein­spie­ler über die­se üble Schlä­ge­rei, in die sich Sas­kia Jür­gens wirk­lich sehr mutig ein­ge­mischt hat­te, immer nur die Rede von Jugend­li­chen war. Der Film erweckt durch die Aus­wahl der Dar­stel­ler den Ein­druck, dass an der Schlä­ge­rei deut­sche Jugend­li­che und kei­ne Jugend­li­chen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund betei­ligt waren. Ver­mut­lich wer­den eini­ge jetzt sagen: Es ist doch egal, von wem sol­che Ver­bre­chen ver­übt wer­den… Nein! Ist es nicht. Über die­ses Sta­di­um sind wir in Deutsch­land längst hin­aus. Zur Bewäl­ti­gung der vor­han­de­nen Pro­ble­me ist zunächst not­wen­dig, das Pro­blem klar zu erken­nen und zu benen­nen. Die schwe­re Kör­per­ver­let­zung wur­de nicht von irgend­wel­chen Jugend­li­chen began­gen, son­dern von Jugend­li­chen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Das bemer­kens­wer­te ist nicht der Tat­be­stand an sich. Er über­rascht nicht ein­mal. Das bemer­kens­wer­te ist wie­der­um, dass unse­re Medi­en die Sach­ver­hal­te nach wie vor ver­schlei­ern. Ob sie das in guter Absicht tun möch­te ich bezwei­feln. Ange­sichts der Erfah­run­gen mit die­sen Aktio­nen wür­de ich eher von einer gran­dio­sen Dumm­heit der Poli­zei und der Medi­en reden.

Dass der erwähn­te Poli­zei­be­richt eben­falls kei­nen Auf­schluss über die Her­kunft der Täter gab, hat­te ich bereits erwähnt. Alles wie gehabt.

Wir waren uns in unse­rer Dis­kus­si­on über den Fall einig dar­über, dass der Her­gang dafür sprach, dass es sich mit größ­ter Wahr­schein­lich­keit nicht um deut­sche Jugend­li­che gehan­delt hat.

Viel­leicht mag der Satz bei eini­gen Lesern Kopf­schüt­teln her­vor­ru­fen. Es ist mir egal! Sol­che Din­ge soll­ten wir nicht mehr zulas­sen und dage­gen pro­tes­tie­ren. Die­se Sach­ver­hal­te sind Was­ser auf die Müh­len der Rech­ten. Und das – mit Ver­laub – kotzt mich ein­fach an.

Wer glaubt denn ernst­haft, dass deut­sche Jugend­li­che es inner­halb so kur­zer Zeit über­haupt fer­tig krie­gen, eine star­ke Trup­pe von ins­ge­samt 10 Leu­ten für die­se Art von Prü­ge­lei (das Wort ist zu harm­los für das Gesche­hen!) her­bei­zu­trom­meln? Da kamen Leu­te, die sogar töd­li­che Waf­fen zum „Ein­satz­ort“ mit­brach­ten. Da waren Schwer­ver­bre­cher am Werk, die sogar den Tod von Men­schen in Kauf genom­men haben.

TIPP:  Interview Richard Gutjahr mit Georg Mascolo, Ex-Chefredakteur des Spiegel

Erst mit eini­gem Such­auf­wand fand ich den Arti­kel der WAZ, die im Gegen­satz zu allen [sic?] ande­ren Medi­en die Her­kunft der Opfer und Täter genau­er beschrieb.

Nach ers­ten Anga­ben von Poli­zei und Staats­an­walt­schaft gab es zunächst Streit zwi­schen einem jun­gen Marok­ka­ner und zwei Deutsch-Rus­sen. Anschlie­ßend sei der jun­ge Mann mit wei­te­ren Unter­stüt­zern zum Bahn­hof zurück­ge­kehrt.Quel­le: Schlä­ge­rei an Dort­mun­der Bahn­hof – Mord­kom­mis­si­on ermit­telt | WAZ.de | Dort­mund |
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Ansons­ten wird die Natio­na­li­tät, soweit ich es fest­stel­len konn­te, kon­se­quent ver­schwie­gen. Da fra­ge ich mich erneut, ob die Damen und Her­ren in den Schreib­stu­ben und natür­lich beim ZDF damit etwas Gutes zu tun glau­ben? Abge­se­hen davon hat die WAZ die Her­kunft offen­bart, so dass die Rech­ten auf die Pau­ken schla­gen konn­ten. Das ist ein­fach nur dumm!

Der 17jährige marok­ka­ni­sche Mes­ser­ste­cher wur­de in poli­zei­li­ches Gewahr­sam genom­men und bereits kur­ze Zeit spä­ter wie­der frei­ge­las­sen. Er hat einen fes­ten Wohn­sitz und ist min­der­jäh­rig.

Alle Betei­lig­ten wur­den von der Poli­zei wie­der auf frei­en Fuß gesetzt. „Obwohl der 17-jäh­ri­ge Cas­trop-Rau­xe­ler eine schwe­re Straf­tat began­gen hat, haben wir ihn nicht in Unter­su­chungs­haft genom­men“, sagt Hen­ner Kru­se. „Er hat sich der Poli­zei gestellt, wohnt noch bei sei­ner Mut­ter und geht zur Schu­le. Daher haben wir kei­nen Haft­grund gese­hen.“Quel­le: Ruhr Nach­rich­ten |
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Ich wünsch­te, die Poli­zei wür­de die Her­kunft aller an die­sem Fall betei­lig­ten Leu­te dar­le­gen. Die Mel­dun­gen der Poli­zei sind in die­ser Hin­sicht nicht ergie­big. Viel­leicht waren ja doch auch Deut­sche dar­un­ter. Also so, wie es der Film von „Akten­zei­chen XY“ es nahe­ge­legt hat.

Dass sich Rech­te auf sol­che Geschich­ten stür­zen, ist ange­sichts der all­ge­mei­nen Erfah­run­gen (Kri­mi­na­li­täts­ent­wick­lung) kei­ne Über­ra­schung. Die wah­re Geschich­te wer­den wir ver­mut­lich nie erfah­ren.

Ich fra­ge mich, ob die bei­den Russ­land­deut­schen (die Jungs sind erfah­rungs­ge­mäß auch kei­ne Kin­der von Trau­rig­keit) wirk­lich so fried­fer­tig mit ihren Mädels über den Bahn­steig lie­fen und der/die  Marok­ka­ner wirk­lich so ein­sei­tig aggres­siv waren und was tat­säch­lich hin­ter die­sem bru­ta­len Über­griff steck­te.

Über sol­che Vide­os kann man von mir aus lachen. Mir ist nicht danach zumu­te, weil ich fin­de, dass unse­re Medi­en durch sol­che Aktio­nen jeden Bonus ver­spie­len. Sie geben den satt­sam bekann­ten Vor­be­hal­ten immer mehr Nah­rung.

Der Pres­se­lü­gen­club: Akten­zei­chen XY vom 06.09.2017: Aus­län­der­ge­walt in Dort­mund-Men­ge­de ver­tuscht | Quel­le

Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Ich schreibe über alle möglichen Themen. Politik, Medien und Gesellschaft dominieren dabei.

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