Angebliche ZDF-Zensur: Die Anlasslose Unwahrheit

Ein Fall von Zen­sur durch das ZDF wur­de ges­tern offen­bart. (s. 1. Video unten).

Die­se hat aller­dings gar nicht statt­ge­fun­den. Das scheint irgend­wie aber nur weni­ge zu inter­es­sie­ren. Es liest sich ja auch pri­ma. Gera­de des­halb, weil das ZDF wegen Mani­pu­la­tio­nen unan­ge­nehm auf­ge­fal­len war.

So wur­de wur­de die Geschich­te von der angeb­li­chen Zen­sur, das ursprüng­lich im Blog Pro­pa­gan­da­schau auf­be­rei­tet wur­de, hoch­ge­ju­belt und wei­ter verbreitet.

Ich hat­te mir in einem Kom­men­tar bei „Pro­pan­da­schau“ erlaubt, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass der Sach­ver­halt kei­nes­falls neu war, son­dern längst vor­her schon the­ma­ti­siert wur­de. Der poin­tier­te Vor­trag in „Die Anstalt“ war gut gemacht. Dar­über wur­den die Zusam­men­hän­ge sicher erst einem grö­ße­ren Publi­kum bekannt.

Ein Kom­men­ta­tor bei „Pro­pa­gan­da­schau“ stell­te mir die Fra­ge, ob es denn viel bes­ser sei, dass nicht das ZDF, son­dern ein Gericht zen­siert habe. Née, bes­ser sicher nicht. Aber immer­hin hät­te die­se Aus­sa­ge gestimmt!

Man hät­te die Initia­to­ren der Gerichts­ent­schei­dung kri­ti­sie­ren kön­nen. Das wäre auch in der Sache ange­mes­sen gewe­sen. Aber das wäre ver­mut­lich auf wenig Reso­nanz im Inter­net gestoßen.

Hier geht es um Zen­sur durch einen der (war­um auch immer) ver­hass­ten öffent­lich-recht­li­chen Sen­der in Deutsch­land. Man­che schei­nen sich so sicher, dass man sie fra­gen soll­te, wie sie sich nach der ange­streb­ten Zer­schla­gung des ör Rund­funks mit Infor­ma­tio­nen ver­sor­gen woll­ten. Aber ich muss nicht fra­gen: Die Ant­wort ken­ne ich.

Rivva - Screenshot von heute Morgen

Riv­va – Screen­shot von heu­te Mor­gen – (immer noch ziem­lich weit oben!)

Max Uthoffs Erklä­run­gen haben die sich nicht ange­hört – selbst vie­le der Leu­te nicht, die bei You­tube direkt unter dem Bei­trag kom­men­tiert haben. Uthoff sagt im Interview:

Ich emp­fin­de ihn gut. Es han­delt sich tat­säch­lich nicht um eine Zen­sur­maß­nah­me des ZDF, son­dern es gab schließ­lich eine gericht­li­che Anord­nung .. Das ZDF hat uns unter­stützt, hat die einst­wei­li­ge Ver­fü­gung nicht unter­schrie­ben. So wur­de das Gan­ze vom Gericht geklärt und in der ers­ten Instanz haben wir sozu­sa­gen ver­lo­ren – in Anfüh­rungs­stri­chen – und muss­ten die inkri­mi­nier­ten Stel­len aus der Media­thek rausnehmen.

… Die juris­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung geht aber wei­ter und in der nächs­ten Instanz wer­den wir schau­en, ob das Bestand hat – das Urteil.

Für die­ses Nicht­zur­kennt­nis­neh­men der Stel­lung­nah­me eines der bei­den Augu­ren der Sen­dung wird es Grün­de geben. Und wenn es nur ein WUT-Reflex ist, den allein die Erwäh­nung ZDF im Moment bei man­chen ver­är­ger­ten Zuschau­ern auslöst.

Viel­leicht liegt es auch dar­an, dass man Uthoff des­sen Stel­lung­nah­me inhalt­lich nicht glau­ben möch­te. Schließ­lich möch­te er sei­ne Sen­dung im ZDF ja nicht ver­lie­ren. Für vie­le wird die­ser Gedan­ke natür­lich über­haupt nicht abwe­gig sein. Da könn­ten Wag­ner und Uthoff erzäh­len, was sie wollen.

Was aller­dings nicht passt, ist die Tat­sa­che, dass das ZDF die­se Sen­dung und ande­re kri­ti­sche Maga­zi­ne (z.B. Frontal21) noch immer nicht kom­plett abge­setzt hat. Aber die gucken die Kri­ti­ker wahr­schein­lich längst nicht mehr.

Hier der Ori­gi­nal­bei­trag, den es im Moment in der ZDF-Media­thek nicht mehr gibt.

 

Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Es sind nur wenige Jahre vergangen. Trotzdem bin ich in diesem Geschäft ein alter Hase.

Ich schreibe über gesellschaftliche und politische Themen. Hin und wieder gibt es bei 2bier auch was zum Thema Bloggen und Wordpress zu lesen.

Dieser Beitrag hat 30 Kommentare
  1. [Das ZDF] hat die einst­wei­li­ge Ver­fü­gung nicht unter­schrie­ben“ – gemeint ist wohl eine straf­be­wehr­te Unter­las­sungs­er­klä­rung (auch Abmah­nung genannt) und kei­ne einst­wei­li­ge Verfügung.
    Eine Abmah­nung bekommt man vom geg­ne­ri­schen Anwalt; wenn man die bei­ge­füg­te straf­be­wehr­te Unter­las­sungs­er­klä­rung unter­schreibt und sich dann auch dar­an hält (und die Gebüh­ren zahlt) ist erst mal Ruhe.
    Unter­schreibt man nicht, kann der Geg­ner vor Gericht eine einst­wei­li­ge Ver­fü­gung erwir­ken (falls er sei­nen Anspruch dar­auf eini­ger­ma­ßen glaub­wür­dig ver­tritt und ins­be­son­de­re die Eil­be­dürf­tig­keit begrün­det). An die Ver­fü­gung muss man sich dann hal­ten; da gibt es auch nichts, was man erst unter­schrei­ben müsste.

    1. @Bernhard Mün­zer: Ich bin lei­der auch schon mal abge­mahnt wor­den. Danach erhielt ich eine einstw. Ver­fü­gung, weil ich die Unter­las­sungs­er­klä­rung nicht unter­schrie­ben hat­te. Wahr­schein­lich haben Sie Recht. Aller­dings habe ich Uthoff so ver­stan­den, dass das ZDF die­se Erklä­rung (was auch immer) nicht unter­schrie­ben hat und dar­auf hin, ein Gerichts­ur­teil (ers­te Instanz) gefällt wur­de. Dann wäre aber doch das Ver­hal­ten des ZDF inso­weit nicht zu bean­stan­den. Oder?

  2. Ihr „war­um auch immer“ in
    einen der (war­um auch immer) ver­hass­ten öffent­lich-recht­li­chen Sender“ 
    zeigt deut­lich, wo sie ste­hen: Hin­ter der Poli­tik die­ses Senders.
    Denn so §$&& kann man doch nicht sein, nicht zu wis­sen, wieso…

  3. @Jeeves: Ich ste­he gewiss nicht hin­ter denen, die anlass­lo­se und stets über­zo­ge­ne Kri­tik äußern. Mir ist das ZDF schnurz­pie­pe. Aber ich dre­sche nicht grund­los auf Jour­na­lis­ten ein, nur weil mich der gel­ten­de Staats­ver­trag ein paar Euros kostet.

  4. Schön, dass Sie in Ihrem Blog-Bei­trag etwas rich­tig­stel­len. Aber Ihre plum­pe Pole­mik gegen­über ÖR-Kri­ti­kern hät­ten Sie sich spa­ren kön­nen. Ich und vie­le ande­re Men­schen ver­sor­gen sich sehr gut mit Infor­ma­ti­on ohne ÖR Sen­der zu nut­zen. Ich will auch nichts „zer­schla­gen“, nur eben nicht bis an mein Lebens­en­de „ein paar Euros“ zah­len für etwas, was ich nicht sel­ber bean­spru­che und jeder sel­ber bezah­len soll. 

    Also wenn Sie sich das nächs­te Mal in Ihrem Blog der Wahr­heit ver­pflich­tet füh­len und etwas auf­de­cken, bit­te nicht gleich­zei­tig Unter­stel­lun­gen und unbe­grün­de­te Mei­nun­gen kund­tun. Das ist näm­lich unred­lich und auch schlech­ter (Blog) Journalismus.

  5. Trau­rig das hier „ÖR Kri­ti­ker“ einen berech­tig­tes Pro­blem als Anlass neh­men auf das ZDF ein­zu­schla­gen und „der Dieb“ kommt unge­scho­ren davon. 

    Kei­ner Inter­es­siert sich für die Ver­stri­ckun­gen von Repor­tern und das das ZDF hier eine akti­ve Rol­le spielt in die­ser Auf­klä­rung. Statt­des­sen wird „plump“ und „Pole­misch“ von Zen­sur durch das ZDF gespro­chen, Dabei ist es der Jour­na­list Jochen Bitt­ner der mit Hil­fe von Gerich­ten ver­sucht Zen­sur zu betrei­ben. Könn­ten das die vie­len „Reb­log­ger“ viel­leicht klar stellen?

    1. Ja, das ZDF stel­le halt eine bes­se­re Ziel­schei­be dar als ein paar Alpha-Tier bei den deut­schen Print­me­di­en. Das ist zu kom­pli­ziert. Dan­ke für den Link zu Tho­mas Stad­lers Artikel.

  6. Der sprin­gen­de Punkt ist doch ein anderer:
    Vom juris­ti­schen Vor­ge­hen gegen die anstalt habe ich über­haupt nur durch die „pro­pa­gan­da­schau“ mit­be­kom­men. War­um ist der umstand, das füh­ren­de „Alpha“-Journalisten Kri­tik an ihrem Geschäfts­ge­ba­ren zen­sie­ren wol­len, kein The­ma für sagen wir, SPON, die doch sonst auch über jeden Pups berichten?
    Weil e Zen­sur ja nur beim Iwan, bzw. Wla­di­mir gibt?
    Weil es nmicht in das Welt­bild von „Wir = die Guten“ passt?

  7. Ach so, und wäre das nicht ein tol­les Medien-Thema?
    Leu­te, die so humor­los sind, das sie Anwäl­te auf Kaba­ret­tis­ten losjagen?
    Das macht selbst die CDU seit den Acht­zi­gern nicht mehr.

  8. Der Punkt stimmt. Auf­merk­sam wur­de auch ich natür­lich nur, weil Pro­pa­gan­da­schau das the­ma­ti­siert hat. Schon komisch, dass die Sache sonst kaum Beach­tung fand. Übri­gens gab es die­ses Inter­view https://www.youtube.com/watch?v=y1cJzaGdNnk ja schon am 13.7. Da wur­de es jeden­falls hochgeladen. 

    Die Kri­tik wäre rich­tig bei den Initia­to­ren der Kla­ge plat­ziert gewe­sen, weni­ger beim ZDF. Nur das war mein Punkt.

  9. Ich muss tat­säch­lich zu einer abso­lu­ten Min­der­heit gehö­ren: Ich habe die Anstalt gese­hen, ich wuss­te auch schon seit Wochen dass da was im Busch ist, auf der ande­ren Sei­te höre ich heu­te zum aller ers­ten Mal von etwas, dass sich Pro­pa­gan­da­schau nennt.
    Auf der ande­ren Sei­te gab es anschei­nend wirk­lich kei­ne Mög­lich­keit für Herrn Jof­fe und Herrn Bitt­ner, ihre Ver­stri­ckun­gen in sol­che Netz­wer­ke bes­ser publik zu machen als eine Kla­ge gegen das ZDF anzustrengen.

    1. Die Her­ren waren nicht gut bera­ten, gegen das ZDF bzw. „Die Anstalt“ zu kla­gen. Vor allem ist ja inter­es­sant, wel­che Grün­de sie teil­wei­se für ihre Kla­ge hat­ten. Tho­mas Stad­ler hat das schön beschrie­ben. http://goo.gl/6xqFn3

      Von den Ver­qui­ckun­gen – wenn man das so sehen will – der Her­ren aus den höhe­ren Eta­gen nam­haf­ter Medi­en muss man auch vor­her nichts gehört haben. Aber nach­zu­le­sen war das sowohl in ande­ren Medi­en als auch natür­lich (unver­meid­li­cher­wei­se) in der Wiki­pe­dia. Wenn du unter Jof­fe oder Bit­ter u.s.w. nach­schlägst, fin­dest du die­se Hin­wei­se in den jewei­li­gen Ein­trä­gen. Wie man deren Enga­ge­ment wer­tet ist dann aller­dings eine ganz ande­re Sache.

  10. jetzt mal ehr­lich: ich kann mir die sen­dung wirk­lich nicht mehr angu­cken, das sind leu­te, die zum lachen in den kel­ler gehen, das hat so einen erho­be­nen zei­ge­fin­ger style, den ich ein­fach nicht ertra­ge. des­halb – und gera­de nach die­ser sen­dung, die ich noch geguckt habe – zie­he ich mir das nicht mehr rein.

    in der sache: es ist klar, daß sofort die ban­de von ver­schwö­rungs­neu­ro­ti­kern, die das inter­net und sei­ne foren unter kon­trol­le gebracht zu haben scheint, sich sofort auf die sache stür­zen wür­de wie nach­bars lum­pi auf né läu­fi­ge hün­din. der BEWEIS – die müs­sen ja immer alles bewei­sen. und wissen,wie jee­ves da oben, immr sofort genau, wer wes­halb was macht und in wel­che kis­te er gehört …

    wen’s inter­es­siert: die arbeit über die netz­wer­ke der jour­na­lis­ten ist über ein jahr alt, es wur­de damals auf meh­ren sei­ten dar­über berich­tet (ich könnt’s nach­gu­cken, hei­se auf jeden fall und carta.de fal­len mir spon­tan ein), ich hat­te es damals auf mei­nem blog ver­linkt, der autor hat zu dem the­ma schon gute 10 jah­re frü­her gear­bei­tet (incl. usti­ger bil­der­ber­ger­ge­schich­ten) … aber jetzt kam halt das buch raus. als ich das im tv sah, dach­te ich: oh, werbeblock …

    aber okay, es war zeit, daß das mal so offen gelegt wur­de, aber …bit­te, kann man das nicht in einer doku machen? 45 minu­ten zum the­ma. statt des­sen die­se witz­bo­le, die mir jeden­falls den spaß ver­saut haben.

    die anstalt soll­te man bes­ser abschal­ten. nicht,w eil sie poli­ti­sche din­ge dagt, die ich nicht hören will, nein, ich will sie in einem seriö­sen umfeld hören. und wenn ich die anstalt gucke, wür­de ich ger­ne kaba­re­tis­ten sehen, die wit­zig sind und nicht die­se trau­ri­gen ober­leh­rer, die alle mor­gens zuerst mal die NDS studieren. 

    das ist ja soooo was von peinlich ..

  11. @hinterwald: zum Teil ver­ste­he ich dei­nen Zorn. Ich per­sön­lich bin aller­dings ein Fan von Kaba­rettsen­dun­gen. Mich ner­ven da schon eher die Reak­tio­nen, ins­be­son­de­re im Inter­net. Es wird immer anstren­gen­der die gan­zen Ver­schwö­rungs­theo­ri­en zu ver­ar­bei­ten und rich­tig ein­zu­ord­nen. Mit­un­ter bin ich schon selbst geneigt, an die eine oder ande­re Sache zu glau­ben. Ich habe kürz­lich etwas über den Ver­trau­ens­ver­lust geb­loggt, der sich immer wei­ter ver­stärkt und der ganz sicher nicht gut ist für unser Land.http://goo.gl/9Af3nI oder http://goo.gl/GmSn23

  12. @horst schul­te

    [..] ver­schwö­rungs­theo­ri­en

    oh, ich hät­te da auf mei­nem blog (sor­ry für die eigen­wer­bung) ein bei­spiel für eine gelun­ge­ne und dann doch für die urhe­ber mißlungene:

    http://hinterwaldwelt.blogspot.de/search/label/thule

    man will ja gar nicht wis­sen, was da heu­te so in wel­chem salon abge­spro­chen wird, aber im grun­de gilt ja die ein­sicht von ra wil­son aus „illu­mi­na­tus!“ – es gibt so vie­le, daß sie sich gegen­sei­tig nor­ma­ler­wei­se neu­tra­li­sie­ren und ist nicht jede abspra­che in einem büro oder beim guten essen über prei­se nicht auch schon eine. es gäbe also eine men­ge auf­zu­ar­bei­ten, aber … naja, man kann sei­ne zeit auch mit sinn­vol­le­rem füllen 😉

    [..] ver­trau­ens­ver­lust

    ich ten­die­re ja dazu, einen teil des­sen, was pas­siert ist (ach­tung: ver­schwö­rungs­theo­rie!) für künst­lich gemacht zu hal­ten und wer­fe mal die namen CHQ und nashi­bots in die run­de – wir müs­sen uns schon fra­gen, wie­viel von unse­rem öffent­lich geführ­ten dia­log nicht „in wirk­lich­keit“ das ergeb­nis von mani­pu­la­tio­nen ist, 

    wie weit so etwas wie euro­Neu­ro­ti­sches oder isla­mo­pho­bes gequat­sche künst­lich und vor allem bewusst von aus­sen, aus wel­cher rich­tung auch immer, das ziel hat, unse­re gesell­schaft bewusst zu desta­bi­li­sie­ren und uns die din­ge, die für uns kon­sti­tu­tiv sind, „madig“ zu machen. 

    das ist ein brei­tes feld, über das ich bei mir zuhau­se (nicht noch ein link, aber „scha­fe auf der wei­de“ ist viel­leicht nicht die schlech­tes­te aller emp­feh­lun­gen, ich habe das the­ma schon breit­ge­tre­ten, als es noch kei­nes war) schon seit län­ge­rem, wie auch über das kli­ma in foren, das sozu­sa­gen mein leib- und magen­the­ma ist, und – vor allem – wie es endet – der qui­xi­ot ist ja eine fol­ge des­sen, was brei­vik ange­rich­tet hat. 

    deut­sche brei­viks wer­den gera­de in die­sen foren gezüch­tet, aber … verschwörungstheorie 😉

    wobei mein stil, war­nung, aus­ufernd und „dig­res­sio­nis­tisch“ ist, wahr­hei­ten sind bei mir nicht zu erwar­ten, ich schwei­fe grund­sätz­lich ab und aus, ein spiel mit den syn­ap­sen des lesers 😉

    doch noch ein link, damit ich nicht nur als der aus­ufern­de qui­xi­ot hier ‚rüber­kom­me: mein „eigent­li­cher“ blog befin­det sich hiier

    http://www.tv3.de/medienverlag/news-aus-radio-und-presse.html

    ich _liebe_ jour­na­lis­ten. aller­dings die im radio, und eigent­lich höre ich lie­ber zu 😉

    1. Nun ja, ich las­se mei­ne Syn­ap­sen gern ein biss­chen tan­zen. Tut ja nicht weh. Ich höre gern WDR5. Da lernt man viel. Aber es han­delt sich um einen ör Sen­der. Im Inter­net kann man mit der Aus­sa­ge heu­te kei­nen Blu­men­topf mehr gewin­nen. Ich hät­te nie gedacht, dass ich mich mal in gewis­ser Hin­sicht als jemand ent­wi­ckeln könn­te, der gegen den Strom schwimmt. Na, das sehen ande­re ja auch ganz anders. Für die bin ich ein lang­wei­li­ger Kon­for­mist – u.a. des­halb, weil ich die ör Sen­der ver­tei­di­ge. Das ist manch­mal alles ganz schön anstrengend. 🙂

      1. [..] Ich hät­te nie gedacht, dass ich mich mal in gewisser
        [..] Hin­sicht als jemand ent­wi­ckeln könn­te, der gegen
        [..] den Strom schwimmt

        zunächst ein­mal den­ke ich, daß wir nicht die­sen rinn­sal mit einem strom ver­wech­seln soll­ten. mir hat bei allen „gefech­ten“ in foren immer der gedan­ke gehol­fen, daß die im grun­de gar nicht wis­sen, wor­über sie reden – weil sie es ein­fach nicht ken­nen – und ande­rer­seits men­schen die­ses schla­ges frü­her gesell­schaft­lich stig­ma­ti­siert als „unge­bil­de­tes pack“ gal­ten. im zuge von „white trash“ ist aller­dings eine gene­ra­ti­on von durch nach­mit­täg­li­che talk shows sozia­li­sier­ten kid­dies ent­stan­den, die ihre eige­ne dumm­heit mitt­ler­wei­le hym­nisch fei­ert. aber, naja, sie sind eben immer noch die dumm­brat­zen. kei­ner in mei­ner regi­on (eifel) käme auf die idee, den euro abzu­schaf­fen, zb. 

        da sagt der gesun­de men­schen­ver­stand schon, daß das eine schnapp­s­idee ist.

        [..] lang­wei­li­ger konformist

        uh, ich bin einer­seits „old fashio­ned“ und hän­ge da einer tech­no­lo­gie an, die die meis­ten schon auf­ge­ge­ben haben, dem zuhö­ren näm­lich, aber, trep­pen­witz der geschich­te, auf der ande­ren sei­te habe ich wohl durch das pos­ten von hör­spie­len und lesun­gen unter naps­ter & co einer gan­zen indus­trie auf die bei­ne geholfen.

        man weiss also nie so genau, ob man am ende nicht doch avant-gar­de ist, wenn man in ver­ges­sen­heit gera­te­nen tugen­den wie dem zuhö­ren den vor­rang vor der „gedan­ken­au­to­bahn“ (nein kein link, aber das ist einer mei­ner main-top­poi) gibt.

        und, daß ich nicht son­der­lich kon­for­mis­tisch bin, soll­te sich nach weni­gen momen­ten beim qui­xio­ten von selbst erge­ben: es sind näm­lich „in wirk­lich­keit“ die „irren“, die mit den ver­rück­ten ide­en und gewohn­hei­ten, die die zukunft machen. 

        sagt ein pro­gram­mie­rer, der 1986 her­um sei­nen fern­se­her als moni­tor an einen ti 99/4a mit kas­set­ten­re­cor­der stöp­sel­te, so aufs radio aus­wei­chen muss­te, das radio­fea­ture als bil­ligs­te aller bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen und eige­ne kunst­form ent­deck­te … und den sei­ne freun­de bei der erwäh­nung, daß er gera­de eine adress­ver­wal­tung pro­gram­mie­re, immer mit einen taschen­ka­len­der kon­fron­tier­ten „guck mal, funk­tio­niert ganz ohne strohohohom!“

        heu­te haben die alle ein han­dy mit so einer adresssoftware …

        nur ich, ich hab‘ keins 😉

        ich fand schon immer, daß wir nur die hälf­te von dem machen sollten,w as wir immer sofort tun „Müs­sen“ und die so gewon­ne­ne zeit mit so etwas alt­mo­di­schem wie nach­den­ken dar­über, was und war­um wir es tun, ver­brin­gen soll­te. das hät­te uns eine men­ge ärger erspart …

        1. @hinterwald: Schon rich­tig, dass der Strom, von dem ich sprach, das Inter­net ist. Und ich nei­ge tat­säch­lich dazu, die Mei­nun­gen, die dort ver­tre­ten wer­den, über­zu­be­wer­ten. In man­chen Fäl­len kann ich nur zustim­men. Eine Dis­kus­si­on ist vorn vorn­her­ein nicht ziel­füh­rend. Es wäre ein­fach ver­ge­be­ne Liebesmüh. 

          Es sind inter­es­san­te Gedan­ken, die du dir hin­sicht­lich der Unter­schie­de zwi­schen jün­ge­ren und älte­ren Leu­te gemacht hast. Ich den­ke auch oft dar­über nach. Ich hat­te gera­de in die­sen Wochen Gele­gen­heit dar­über nach­zu­den­ken, wie sich der Umgang der Gene­ra­tio­nen mit­ein­an­der ver­än­dert hat. Ob es die Ren­te mit 63 ist oder der Umgang mit alten, kran­ken Men­schen. Es ist sehr vie­les nicht in Ordnung.

          1. [..] Und ich nei­ge tat­säch­lich dazu, die Meinungen,
            [..] die dort ver­tre­ten wer­den, überzubewerten

            ein­fa­ches gegen­mit­tel: frag dich, was dein nach­bar, dei­ne fami­ie und dei­ne freund zu den the­men sagen würden 😉

            [..] ver­ge­be­ne Liebesmüh

            was aber nichts dar­an änder, daß wir „gesicht zei­gen“ müs­sen, wir dür­fen das gelän­de nicht ein­fach auf­ge­ben und so den ein­druck, den du da oben hat­test, für ande­re zur gewiss­heit machen …

            [..] jün­ge­ren und älte­ren Leute

            ich bin 58 und habe mei­nen ers­ten schlag­an­fall hin­ter mir. da neigt man per se dazu, den unter­gang des abend­lan­des als ein „pro­blem-ande­rer-leu­te-feld“ zu betrachten …

            [..] Es ist sehr vie­les nicht in Ordnung

            naja, halb vol­les / halb lee­res glas. ich plä­die­re für mehr ver­trau­en dar­in, daß wir die din­ge manch­mal ein­fach nur nicht in ihrer gän­ze ver­ste­hen. das ist unzeit­ge­mäß, ich weiss, aber eine hal­tung, die hilft, sich nicht per­ma­nent die haa­re zu raufen.

  13. Die Kri­tik an dem Arti­kel auf Pro­pa­gan­da­schau ist ein wenig über­zo­gen. Es kann natür­lich der Ein­druck ent­ste­hen, dass das ZDF den Bei­trag zen­siert hat. Leser, die gene­rell etwas gegen die Öffent­lich-Recht­li­chen haben, blen­den ver­mut­lich Tei­le des Arti­kels ein­fach aus. In dem Arti­kel ist ein­deu­tig ersicht­lich, dass eine rich­ter­li­che Anord­nung vor­liegt und nicht das ZDF dafür ver­ant­wort­lich ist. Auch einer der Initia­to­ren ist nament­lich genannt. 

    Sie stel­len die Fra­ge, wer in Zukunft die Öffent­lich­keit mit Infor­ma­tio­nen ver­sor­gen soll. Wie wäre es mit unab­hän­gi­gen Medi­en und Jour­na­lis­ten, die objek­tiv und sach­lich arbei­ten, und nicht in Pro­jek­ten von intrans­pa­ren­ten Orga­ni­sa­tio­nen mit­wir­ken. Wie wäre es mit Blog­gern, wie Sie, die kri­ti­sche Fra­gen stel­len, durch ihre Bei­trä­ge dem täg­li­chen Ein­heits­brei der Main­stream-Medi­en entgegenwirken. 

    Frontal21 – eine gute Sen­dung. Lei­der ist es so, dass die Inhal­te der Sen­dung weit­ge­hend igno­riert wer­den von der Gesell­schaft. Die Bei­trä­ge der Sen­dung soll­ten eigent­lich für einen Auf­schrei in der Gesell­schaft sor­gen. Dass dem nicht so ist, kann an der gleich­ge­schal­te­ten Medi­en­land­schaft in Deutsch­land fest­ge­macht wer­den. Vie­le The­men wer­den von den Leit­me­di­en ent­we­der über­haupt nicht oder nur am Ran­de aufgegriffen. 

    Die Leit­me­di­en sind weit­ge­hend von mei­nen Rech­nern gebannt, bzw. sie sind blo­ckiert. Die täg­li­che Dosis Gleich­schal­tung war ein­fach nicht mehr zu ertra­gen. Mit ein Grund dafür, ist auch die Arbeit von unab­hän­gi­gen Medi­en und Jour­na­lis­ten, von Blog­gern, die scho­nungs­los die media­le Gleich­schal­tung aufdeckten.

    Für die arg gebeu­tel­ten Jour­na­lis­ten der Leit­me­di­en, kann ich kein Mit­leid auf­brin­gen. Im Gegen­teil, teil­wei­se fin­de ich die Angrif­fe auf die­se Per­so­nen für rich­tig. Wer mas­si­ve Het­ze betreibt, Per­so­nen, ja gan­ze Völ­ker ver­un­glimpft und belei­digt, muss mit hef­ti­gen Reak­tio­nen rechnen. 

    Die Jour­na­lis­ten der Leit­me­di­en sit­zen zurecht ganz hin­ten im Bus, gleich neben den Poli­ti­kern, wenn es um Beliebt­heit und Glaub­wür­dig­keit geht. 

    Ihren Blog fin­de ich übri­gens sehr informativ.

    1. @Unperson: So schlimm fand ich die Kri­tik aber. Ich glau­be, ande­re hät­ten da ein ech­tes Fass auf­ge­macht. Aber dafür hät­te es natür­lich um etwas ande­res gehen müs­sen. Sagen wir umge­kehr­te Vor­zei­chen, also Kri­tik an den ör Sen­dern, wäre eine gute Gele­gen­heit gewesen 🙂

      Ich wün­sche mir natür­lich eben­falls unab­hän­gig Jour­na­lis­ten. Ich will es mir aber nicht so ein­fach machen, in dem ich pau­schal gan­zen Grup­pen vor­hal­te, sie wären sub­jek­tiv und wür­den nicht unab­hän­gig bzw. unvor­ein­ge­nom­men berich­ten. Es gibt so vie­le exzel­len­te Arti­kel. Und ich bil­de mir ehr­lich gesagt nicht ein, alle Details so ein­ord­nen zu kön­nen, dass ich am Ende genau weiß, ob man nicht ver­sucht hat, mich zu mani­pu­lie­ren – bewusst oder unbewusst. 

      Das ist ein ganz schwie­ri­ges Feld. Ich habe hier schon öfter über den Ver­trau­ens­ver­lust berich­tet, den ich zu erken­nen glau­be. Wenn ich damit nicht falsch lie­ge, könn­te die­se Tat­sa­che zu sehr pro­ble­ma­ti­schen Ent­wick­lun­gen füh­ren. Das wird sich, wie ich fürch­te, schon bald herausstellen. 

      Ich lese vie­le Blogs und bin oft geschockt dar­über, wel­che ver­rück­ten Theo­ri­en da ent­wi­ckelt wer­den. Dass es so vie­le Leu­te gibt, die so etwas Zei­tungs­be­rich­ten per se vor­zie­hen, irri­tiert mich sehr. 

      Frontal21 war ja nur ein Bei­spiel für vie­le glän­zen­de For­ma­te, die davon Zeug­nis able­gen, dass der ör Rund­funk eben nicht so grot­tig ist, wie er im Inter­net dar­ge­stellt wird. Ich bin kein unkri­ti­scher Zeit­ge­nos­se und nei­ge bei machen Kom­men­ta­ren eben­falls zu star­ker Kritik. 

      Wir erle­ben gera­de, dass die Bericht­erstat­tung über die Ukrai­ne oder Gaza zwei­fel­los viel Anlass zur Kri­tik bie­tet. Und natür­lich wird es immer kon­tro­ver­se The­men geben, bei denen die Men­schen sehr unter­schied­li­cher Mei­nung sind. Aber unter­schied­li­cher Mei­nung zu sein, muss nicht zwangs­läu­fig bedeu­ten, dass man die Quel­len des ande­ren oder des­sen Absich­ten dis­kre­di­tiert. Das pas­siert aber lei­der immer häufiger.

      Es freut mich, dass Sie mei­nen Blog infor­ma­tiv fin­den. Ich bin lei­der auch ein biss­chen einseitig. 🙂

      1. Nix da ein­sei­tig. GENAU RICHTIG !!! Steh dazu, ich find Wider­stand gegen 90% der Ver­schwö­rungs­drecks­sei­ten wich­tig (2–3 gefal­len mir aber auch, die reb­log­gen nicht jeden Mist und dif­fe­ren­zie­ren. Die meis­ten ande­ren sind ja geis­tig ein­ge­fah­ren und nur auf Anti aus)
        Die­se gan­zen Ver­schwö­rungs­ty­pen gehen mir und eigent­lich allen die ich kenn sowie­so sowas von am Popo vor­bei. Die gan­zen Blogs, die sich aller sel­ber per­ma­nent reb­log­gen. Einer schnappt was auf, egal wie absurd, der nächs­te erfin­det was dazu, alle ande­ren tex­ten drumherum…und betrei­ben dann genüss­lich ein­ge­fah­re­nen Kreis­ver­kehr (Soci­al Media über­grei­fend, es bleibt das glei­che Grüppchen).
        Gott sei Dank geht die­ser an 90% der Bevöl­ke­rung hier im Land vor­bei. Na gut das stimmt even­tu­ell nicht, rich­ti­ger wär wohl 99,9%…
        Ansons­ten hat die Pro­pa­gan­der­schau auch sei­nen Reiz, also als eine Art Netz-Come­dy. Oder musst Du nicht lachen, wenn Du anfängst dort nach­zu­le­sen ? Vor allem was kom­men­tiert wird…;) ?
        Das Pech, kei­ner kennt sie, der Twit­ter­ac­count hat weni­ger Fol­lo­wer als diver­se flau­schi­ge Stofftiere…Und das ist gut so, denn die Wirk­lich­keit bzw das RL spielt sich ja nicht wahr­heits­ge­mäs­ser im auf­ge­reg­ten Netz ab.
        Ich hab nüscht mit Medi­en zu tun aber mag die Rund­funk­ab­ga­be und die Idee, die dahin­ter steht. Dazu die öffent­lich recht­li­chen Sen­der, die mir eine sen­sa­tio­nel­le Viel­falt bie­ten. Eine, die ich sonst im Aus­land kaum gebo­ten bekam, dazu Sen­dun­gen wie Frontal21, Report, Zapp, Extra-.3, quer, Die Anstalt usw.
        Grüs­se. Und so kri­tisch weitermachen.

        1. Prin­zi­pi­ell wäre alles ok, wenn die Leu­te sol­che „Pro­pa­gan­da“ rich­tig ein­ord­nen wür­den. Oder noch bes­ser, wenn sie sie als Sati­re betrach­ten könn­ten. Aber, wie du rich­tig schreibst, vie­le Kom­men­ta­re ver­stär­ken die (in mei­nen Augen nega­ti­ve) Wir­kung und geben ihren Senf noch dazu. Das poten­ziert den „Inhalt“ noch einmal. 

          Ich sym­pa­thi­sie­re mit dei­ner Hal­tung zum ör Rund­funk. Dort ist sicher längst nicht alles in Ord­nung. Und einen gewis­sen Grad an Skep­sis soll­te jeder Zuschau­er oder Zuhö­rer besit­zen. Ich bil­de mir ein, mir kein Urteil bil­den zu kön­nen, wenn ich alle Infor­ma­tio­nen aus dem www zusam­men­klau­ben müss­te. Ich brau­che die Unter­stüt­zung von guten Jour­na­lis­ten dazu. Und die gibt es halt auch heu­te immer noch – obwohl das lei­der bestrit­ten wird. Ich muss mir ange­wöh­nen, die­se Stim­men nicht überzubewerten. 

          Dan­ke für dei­nen Kom­men­tar. Die Zustim­mung hat mich gefreut. 🙂

      2. Die Jour­na­lis­ten der Leit­me­di­en sind zu guter Arbeit fähig, da stim­me ich Ihnen zu. Es gibt
        sehr gute Arti­kel, in denen die Jour­na­lis­ten ihr inves­ti­ga­ti­ves, und vor allem, objek­ti­ves und
        sach­li­ches Kön­nen unter Beweis stel­len. Des­halb ist es für mich nur schwer
        nach­zu­voll­zie­hen, was sie aktu­ell dazu bewegt ihr Anse­hen nach­hal­tig zu beschädigen. 

        Ordent­li­cher Jour­na­lis­mus, objek­tiv und sach­lich, beleuch­tet bei­de Sei­ten eines Konflikts,
        über­lässt es den Lesern sich ein Bild zu machen. Den Leit­me­di­en sind die­se Grundsätze
        abhan­den gekom­men und das nicht erst seit dem Ukrai­ne-Kon­flikt. Was zu beob­ach­ten ist,
        was mich dazu führ­te mit den Leit­me­di­en zu bre­chen, ist die Tat­sa­che, dass die Jour­na­lis­ten nichts unver­sucht las­sen, um gefähr­li­che Mei­nun­gen in den Köp­fen der Leser zu plat­zie­ren. Über die mög­li­chen Fol­gen ihrer Arti­kel, so scheint es, machen sich die Jour­na­lis­ten kei­ne Gedan­ken. Jan Fleisch­hau­er vom Spie­gel ist so ein Kandidat.

        Die Leit­me­di­en müs­sen sich wie­der auf ihre Kern­auf­ga­be kon­zen­trie­ren. Die Leser und Zuschau­er bei der Mei­nungs­bil­dung zu unter­stüt­zen, anstatt ihnen eine Mei­nung auf­zu­zwin­gen, bringt viel­leicht die ver­lo­re­ne Glaub­wür­dig­keit zurück.

        Zum The­ma ver­rück­te Theo­ri­en. Joe Mans­field, hat es gut beschrie­ben zu was Reb­log­ging füh­ren kann. Zum Teil sehr gute Bei­trä­ge von Blog­gern, die inves­ti­ga­ti­ven Jour­na­lis­mus in nichts nach­ste­hen, wer­den von ande­ren Blog­gern ver­zerrt wie­der­ge­ge­ben oder mit Ver­schwö­rungs­theo­ri­en ergänzt. Dadurch ent­steht der Ein­druck, dass alle poli­tisch enga­gier­ten Blog­ger zur Gat­tung Alu-Hut-Trä­ger gehö­ren und kei­nes­falls glaub­wür­dig sind. Eigent­lich scha­de, denn vie­le Bei­trä­ge die­ser Blog­ger ani­mie­ren dazu genau­er hin­zu­se­hen, eige­ne Recher­chen anzustrengen. 

        Ver­trau­ens­ver­lust und sei­ne Fol­gen. Das Inter­net als Ursa­che aus­zu­ma­chen hal­te ich für tref­fend. Ich gebe offen zu, dass mein Ver­trau­en in gewis­se Jour­na­lis­ten nicht mehr vor­han­den ist. Älte­re Arti­kel der Leit­me­di­en, die ich zum dama­li­gen Zeit­punkt in Ord­nung gefun­den habe, erschei­nen plötz­lich in einem eher nega­ti­ven Licht. Der Hin­ter­grund von Jour­na­lis­ten hat mich in der Ver­gan­gen­heit weni­ger inter­es­siert, wenn der Arti­kel schlüs­sig und objek­tiv gestal­tet war. Jetzt ist es so, dass ich vor der Bewer­tung eines Arti­kels den Hin­ter­grund des Jour­na­lis­ten recher­chie­re, danach den Arti­kel gegen­prü­fe mit ande­ren Quel­len, um den tat­säch­li­chen Wahr­heits­ge­halt zu ermitteln. 

        Da alle Berei­che der Gesell­schaft davon betrof­fen sind, wird es in der Tat zu pro­ble­ma­ti­schen Ent­wick­lun­gen führen. 

        Ich fin­de nicht, dass Sie ein­sei­tig sind. Wenn es so wäre, wür­de ich nicht täg­lich Ihre Sei­te besu­chen, nach neu­en Arti­keln Aus­schau halten 🙂

        1. Ich höre den Vor­wurf häu­fig, dass Jour­na­lis­ten zu viel Mei­nung und zu wenig Infor­ma­ti­on zur Mei­nungs­bil­dung des Publi­kums pro­du­zie­ren. Ich glau­be, dass kann kei­ner bestrei­ten. Es hat sich viel geän­dert und die Grün­de dafür könn­ten vor allem im exis­ten­zi­el­len Druck lie­gen, dem vie­le Jour­na­lis­ten heut­zu­ta­ge aus­ge­setzt sind. Das soll kei­ne Ent­schul­di­gung dafür sein, dass Mei­nung und nicht Infor­ma­ti­on über­wiegt. Aber es könn­te die­se Fehl­ent­wick­lung (wenn man sie ange­sichts der Lage so nen­nen will) sehr wohl begründen. 

          Die Mecha­nis­men, wie Nach­rich­ten (und Fehl­in­for­ma­tio­nen) – jeden­falls im Inter­net – ent­ste­hen, haben Sie gut beschrie­ben. Im Inter­net wird sich stän­dig dar­über beklagt, dass die deut­schen Leit­me­di­en zu viel Pro­pa­gan­da machen wür­den. Ein­sei­ti­ge Infor­ma­tio­nen gibt es. Und das fin­de ich natür­lich auch nicht gut. Aber wie immer im Leben kommt es dabei auf den eige­nen Stand­punkt an. Und der wie­der­um stellt im Mit­tel­punkt der Refle­xio­nen, die im Inter­net Ver­brei­tung finden. 

          Neh­men wir ein Bei­spiel: Kle­ber wird dafür hart kri­ti­siert, dass er nach den ers­ten israe­li­schen Luft­an­grif­fen auf Gaza anti­se­mi­tisch kom­men­tiert habe. Ich habe den Bei­trag, der in einer Fuß­ball­pau­se lief, danach noch ein­mal in aller Ruhe ange­se­hen. Ich konn­te die­sen Ansatz für Anti­se­mi­tis­mus nicht fin­den. Kei­ne Spur davon. Bin ich also auch anti­se­mi­tisch oder hege ich ein­sei­ti­ge Sym­pa­thi­en für die Paläs­ti­nen­ser? Ulf Pos­ch­ardt, stellv. Chef­re­dak­teur bei der „WELT“ kom­men­tier­te Kle­bers angeb­lich anti­se­mi­ti­sche Hal­tung bei Face­book und bekam sofort Zustim­mung ohne Ende. Ich habe mir erlaubt, dage­gen Stel­lung zu bezie­hen und erhielt ver­ba­le Prügel. 

          Es ist schön, dass Sie hier schrei­ben, dass ich nicht ein­sei­tig bin. Frü­her hieß netz­ex­il mal Quer­blog. Die­ser Name soll­te Pro­gramm sein. Viel­leicht über­trei­be ich es manch­mal mit mei­ner Kri­tik am Inter­net. Aber ich sehe zu vie­le Din­ge, die mir Sor­gen machen und die für die Demo­kra­tie in unse­rem Land nicht unbe­dingt posi­tiv sind.

          Ich wün­sche einen schö­nes som­mer­li­che Wochen­en­de. HG Horst Schulte

  14. Die Zen­sur beim ZDF fin­det durch die Zeit­aus­wahl (spät) nachts bei den Sen­dun­gen statt. Nach­mit­tags und direkt nach 20:15 kommt doch fast nur Unterhaltung/seichte Infor­ma­ti­on. Ein­fach mal sel­ber auf die Sen­de-Uhr­zeit von kri­ti­schen Sen­dun­gen achten.

  15. @Name ist Egal: Ist ja auch logisch, dass ins­be­son­de­re die Sen­dun­gen „mani­pu­liert“ wer­den, die ohne­hin kaum einer guckt (nachts) /ironie. Mich ner­ven die Unter­hal­tungs­sen­dun­gen, die in den ör über­hand neh­men, aller­dings auch. Die kur­zen Maga­zin-Bei­trä­ge, die im ör Fern­se­hen gezeigt wer­den (3Sat und Arte sowie die Drit­ten unbe­dingt ein­be­zo­gen) brin­gen mei­ner Mei­nung nach aller­dings immer noch vie­le gute Infor­ma­tio­nen. Aber es muss jeder für sich ent­schei­den, was er glaubt und was nicht. Ich fin­de es pro­ble­ma­tisch, wenn man selbst so tut, als wis­se man mehr als ande­re oder als sei­en ande­re Infor­ma­ti­ons­quel­len denen vor­zu­zie­hen, aus denen sich die meis­ten ande­ren Men­schen „bedie­nen“.

  16. ich hät­te da übri­gens eine erklä­rung dafür, war­um die wie-auch-immer-neu­ro­ti­schen sofort auf jede art von ver­schwö­rungs­theo­rie abfah­ren: man­geln­de bildung.

    denen wur­de die welt ein­fach nicht erklärt und sie wur­den mit fra­gen in die welt ent­las­sen, die nun nach ant­wor­ten schrei­en. weil sie zudem eher vom nach­mit­täg­li­chen pri­vat­fern­se­hen sozia­li­siert wur­den, zei­chen­trick­se­ri­en, schwarz weiss, gut böse … aber eben alles ganz ein­fach … sind ihnen kom­ple­xe zusam­men­hän­ge fremd und sie über­tra­gen die weis­se hüte/schwarze hüte logik auf die welt.

    auch essen­ti­ell beim ver­ständ­nis: puppenstubenwelt.

    wir sind ja sehr lieb mit unse­ren kin­dern umge­gan­gen (naja, ich jeden­falls) und vie­le von uns haben bei all der lie­be über­se­hen, daß man die kid­dies auch auf das böse vor­be­rei­ten muss. an der stel­le habe ich mir zb. von vie­len freun­den böse bli­cke ein­ge­fan­gen und kopf­schüt­teln, weil ich zb. mit mei­ner ältes­ten sehr früh über die sho­ah gere­det habe. oder ihr das buch „rosa weiß“ von inno­cen­ti geschenkt..

    kid­dies sind so naiv. die den­ken, alles ist in ord­nung und wenn sie dann fest­stel­len, daß etwas nicht in ord­nung ist – für uns älte­re der nor­mal­zu­stand – dann ist das ein „skan­da­aaal!“. blöd­sinn, es ist die normalität.

    die haben alle kei­nen löwen­thal im tv erlebt und wenn jetzt die­ser harm­lo­se ör-sen­der, der eher ein altern­des publi­kum in kran­ken- und pfle­ge­häu­sern bedient, nicht mehr wirk­lich sei­nem job nach­kommt, dann ist das ein SKANDAAAAL!. 

    nein, es ist ein­fach nur eine schwa­che leis­tung von leu­ten, die es nicht bes­ser können.

    just my 2 cent on that 😉

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