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Angebliche ZDF-Zensur: Die anlasslose Unwahrheit

Medien 1

Ein Fall von Zensur durch das ZDF wurde gestern offenbart. (s. 1. Video unten).

Diese hat allerdings gar nicht stattgefunden. Das scheint irgendwie aber nur wenige zu interessieren. Es liest sich ja auch prima. Gerade deshalb, weil das ZDF wegen Manipulationen unangenehm aufgefallen war.

So wurde wurde die Geschichte von der angeblichen Zensur, das ursprünglich im Blog Propagandaschau aufbereitet wurde, hochgejubelt und weiter verbreitet.

Ich hatte mir in einem Kommentar bei „Propandaschau“ erlaubt, darauf hinzuweisen, dass der Sachverhalt keinesfalls neu war, sondern längst vorher schon thematisiert wurde. Der pointierte Vortrag in „Die Anstalt“ war gut gemacht. Darüber wurden die Zusammenhänge sicher erst einem größeren Publikum bekannt.

Ein Kommentator bei „Propagandaschau“ stellte mir die Frage, ob es denn viel besser sei, dass nicht das ZDF, sondern ein Gericht zensiert habe. Nee, besser sicher nicht. Aber immerhin hätte diese Aussage gestimmt!

Man hätte die Initiatoren der Gerichtsentscheidung kritisieren können. Das wäre auch in der Sache angemessen gewesen. Aber das wäre vermutlich auf wenig Resonanz im Internet gestoßen.

Hier geht es um Zensur durch einen der (warum auch immer) verhassten öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland. Manche scheinen sich so sicher, dass man sie fragen sollte, wie sie sich nach der angestrebten Zerschlagung des ör Rundfunks mit Informationen versorgen wollten. Aber ich muss nicht fragen: Die Antwort kenne ich.

Rivva - Screenshot von heute Morgen

Rivva – Screenshot von heute Morgen – (immer noch ziemlich weit oben!)

Max Uthoffs Erklärungen haben die sich nicht angehört – selbst viele der Leute nicht, die bei Youtube direkt unter dem Beitrag kommentiert haben. Uthoff sagt im Interview:

Ich empfinde ihn gut. Es handelt sich tatsächlich nicht um eine Zensurmaßnahme des ZDF, sondern es gab schließlich eine gerichtliche Anordnung .. Das ZDF hat uns unterstützt, hat die einstweilige Verfügung nicht unterschrieben. So wurde das Ganze vom Gericht geklärt und in der ersten Instanz haben wir sozusagen verloren – in Anführungsstrichen – und mussten die inkriminierten Stellen aus der Mediathek rausnehmen.

… Die juristische Auseinandersetzung geht aber weiter und in der nächsten Instanz werden wir schauen, ob das Bestand hat – das Urteil.

Für dieses Nichtzurkenntnisnehmen der Stellungnahme eines der beiden Auguren der Sendung wird es Gründe geben. Und wenn es nur ein WUT-Reflex ist, den allein die Erwähnung ZDF im Moment bei manchen verärgerten Zuschauern auslöst.

Vielleicht liegt es auch daran, dass man Uthoff dessen Stellungnahme inhaltlich nicht glauben möchte. Schließlich möchte er seine Sendung im ZDF ja nicht verlieren. Für viele wird dieser Gedanke natürlich überhaupt nicht abwegig sein. Da könnten Wagner und Uthoff erzählen, was sie wollen.

Was allerdings nicht passt, ist die Tatsache, dass das ZDF diese Sendung und andere kritische Magazine (z.B. Frontal21) noch immer nicht komplett abgesetzt hat. Aber die gucken die Kritiker wahrscheinlich längst nicht mehr.

Hier der Originalbeitrag, den es im Moment in der ZDF-Mediathek nicht mehr gibt.

 

Das muss ich bloggen, solange es hier noch keine spanischen Verhältnisse gibt:   Der "Focus"…
Ein paar Wochen, nachdem bekannt wurde, dass der WDR Stellen abbauen will, ergab eine investigative…

Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Da habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin 63 Jahre alt und lebe in einem kleinen Ort, nicht weit von Köln entfernt. Meine Hauptthemen hier im Blog sind Gesellschaft, Politik und Medien.

Dieser Beitrag hat 30 Kommentare
  1. „[Das ZDF] hat die einstweilige Verfügung nicht unterschrieben“ – gemeint ist wohl eine strafbewehrte Unterlassungserklärung (auch Abmahnung genannt) und keine einstweilige Verfügung.
    Eine Abmahnung bekommt man vom gegnerischen Anwalt; wenn man die beigefügte strafbewehrte Unterlassungserklärung unterschreibt und sich dann auch daran hält (und die Gebühren zahlt) ist erst mal Ruhe.
    Unterschreibt man nicht, kann der Gegner vor Gericht eine einstweilige Verfügung erwirken (falls er seinen Anspruch darauf einigermaßen glaubwürdig vertritt und insbesondere die Eilbedürftigkeit begründet). An die Verfügung muss man sich dann halten; da gibt es auch nichts, was man erst unterschreiben müsste.

    1. @Bernhard Münzer: Ich bin leider auch schon mal abgemahnt worden. Danach erhielt ich eine einstw. Verfügung, weil ich die Unterlassungserklärung nicht unterschrieben hatte. Wahrscheinlich haben Sie Recht. Allerdings habe ich Uthoff so verstanden, dass das ZDF diese Erklärung (was auch immer) nicht unterschrieben hat und darauf hin, ein Gerichtsurteil (erste Instanz) gefällt wurde. Dann wäre aber doch das Verhalten des ZDF insoweit nicht zu beanstanden. Oder?

  2. Ihr „warum auch immer“ in
    „einen der (warum auch immer) verhassten öffentlich-rechtlichen Sender“
    zeigt deutlich, wo sie stehen: Hinter der Politik dieses Senders.
    Denn so §$&& kann man doch nicht sein, nicht zu wissen, wieso…

  3. @Jeeves: Ich stehe gewiss nicht hinter denen, die anlasslose und stets überzogene Kritik äußern. Mir ist das ZDF schnurzpiepe. Aber ich dresche nicht grundlos auf Journalisten ein, nur weil mich der geltende Staatsvertrag ein paar Euros kostet.

  4. Schön, dass Sie in Ihrem Blog-Beitrag etwas richtigstellen. Aber Ihre plumpe Polemik gegenüber ÖR-Kritikern hätten Sie sich sparen können. Ich und viele andere Menschen versorgen sich sehr gut mit Information ohne ÖR Sender zu nutzen. Ich will auch nichts „zerschlagen“, nur eben nicht bis an mein Lebensende „ein paar Euros“ zahlen für etwas, was ich nicht selber beanspruche und jeder selber bezahlen soll.

    Also wenn Sie sich das nächste Mal in Ihrem Blog der Wahrheit verpflichtet fühlen und etwas aufdecken, bitte nicht gleichzeitig Unterstellungen und unbegründete Meinungen kundtun. Das ist nämlich unredlich und auch schlechter (Blog) Journalismus.

  5. Traurig das hier „ÖR Kritiker“ einen berechtigtes Problem als Anlass nehmen auf das ZDF einzuschlagen und „der Dieb“ kommt ungeschoren davon.

    Keiner Interessiert sich für die Verstrickungen von Reportern und das das ZDF hier eine aktive Rolle spielt in dieser Aufklärung. Stattdessen wird „plump“ und „Polemisch“ von Zensur durch das ZDF gesprochen, Dabei ist es der Journalist Jochen Bittner der mit Hilfe von Gerichten versucht Zensur zu betreiben. Könnten das die vielen „Reblogger“ vielleicht klar stellen?

  6. Der springende Punkt ist doch ein anderer:
    Vom juristischen Vorgehen gegen die anstalt habe ich überhaupt nur durch die „propagandaschau“ mitbekommen. Warum ist der umstand, das führende „Alpha“-Journalisten Kritik an ihrem Geschäftsgebaren zensieren wollen, kein Thema für sagen wir, SPON, die doch sonst auch über jeden Pups berichten?
    Weil e Zensur ja nur beim Iwan, bzw. Wladimir gibt?
    Weil es nmicht in das Weltbild von „Wir = die Guten“ passt?

  7. Ach so, und wäre das nicht ein tolles Medien-Thema?
    Leute, die so humorlos sind, das sie Anwälte auf Kabarettisten losjagen?
    Das macht selbst die CDU seit den Achtzigern nicht mehr.

  8. Ich muss tatsächlich zu einer absoluten Minderheit gehören: Ich habe die Anstalt gesehen, ich wusste auch schon seit Wochen dass da was im Busch ist, auf der anderen Seite höre ich heute zum aller ersten Mal von etwas, dass sich Propagandaschau nennt.
    Auf der anderen Seite gab es anscheinend wirklich keine Möglichkeit für Herrn Joffe und Herrn Bittner, ihre Verstrickungen in solche Netzwerke besser publik zu machen als eine Klage gegen das ZDF anzustrengen.

    1. Die Herren waren nicht gut beraten, gegen das ZDF bzw. „Die Anstalt“ zu klagen. Vor allem ist ja interessant, welche Gründe sie teilweise für ihre Klage hatten. Thomas Stadler hat das schön beschrieben. http://goo.gl/6xqFn3

      Von den Verquickungen – wenn man das so sehen will – der Herren aus den höheren Etagen namhafter Medien muss man auch vorher nichts gehört haben. Aber nachzulesen war das sowohl in anderen Medien als auch natürlich (unvermeidlicherweise) in der Wikipedia. Wenn du unter Joffe oder Bitter u.s.w. nachschlägst, findest du diese Hinweise in den jeweiligen Einträgen. Wie man deren Engagement wertet ist dann allerdings eine ganz andere Sache.

  9. jetzt mal ehrlich: ich kann mir die sendung wirklich nicht mehr angucken, das sind leute, die zum lachen in den keller gehen, das hat so einen erhobenen zeigefinger style, den ich einfach nicht ertrage. deshalb – und gerade nach dieser sendung, die ich noch geguckt habe – ziehe ich mir das nicht mehr rein.

    in der sache: es ist klar, daß sofort die bande von verschwörungsneurotikern, die das internet und seine foren unter kontrolle gebracht zu haben scheint, sich sofort auf die sache stürzen würde wie nachbars lumpi auf ne läufige hündin. der BEWEIS – die müssen ja immer alles beweisen. und wissen,wie jeeves da oben, immr sofort genau, wer weshalb was macht und in welche kiste er gehört …

    wen’s interessiert: die arbeit über die netzwerke der journalisten ist über ein jahr alt, es wurde damals auf mehren seiten darüber berichtet (ich könnt’s nachgucken, heise auf jeden fall und carta.de fallen mir spontan ein), ich hatte es damals auf meinem blog verlinkt, der autor hat zu dem thema schon gute 10 jahre früher gearbeitet (incl. ustiger bilderbergergeschichten) … aber jetzt kam halt das buch raus. als ich das im tv sah, dachte ich: oh, werbeblock …

    aber okay, es war zeit, daß das mal so offen gelegt wurde, aber …bitte, kann man das nicht in einer doku machen? 45 minuten zum thema. statt dessen diese witzbole, die mir jedenfalls den spaß versaut haben.

    die anstalt sollte man besser abschalten. nicht,w eil sie politische dinge dagt, die ich nicht hören will, nein, ich will sie in einem seriösen umfeld hören. und wenn ich die anstalt gucke, würde ich gerne kabaretisten sehen, die witzig sind und nicht diese traurigen oberlehrer, die alle morgens zuerst mal die NDS studieren.

    das ist ja soooo was von peinlich ..

  10. @hinterwald: zum Teil verstehe ich deinen Zorn. Ich persönlich bin allerdings ein Fan von Kabarettsendungen. Mich nerven da schon eher die Reaktionen, insbesondere im Internet. Es wird immer anstrengender die ganzen Verschwörungstheorien zu verarbeiten und richtig einzuordnen. Mitunter bin ich schon selbst geneigt, an die eine oder andere Sache zu glauben. Ich habe kürzlich etwas über den Vertrauensverlust gebloggt, der sich immer weiter verstärkt und der ganz sicher nicht gut ist für unser Land.http://goo.gl/9Af3nI oder http://goo.gl/GmSn23

  11. @horst schulte

    [..] verschwörungstheorien

    oh, ich hätte da auf meinem blog (sorry für die eigenwerbung) ein beispiel für eine gelungene und dann doch für die urheber mißlungene:

    http://hinterwaldwelt.blogspot.de/search/label/thule

    man will ja gar nicht wissen, was da heute so in welchem salon abgesprochen wird, aber im grunde gilt ja die einsicht von ra wilson aus „illuminatus!“ – es gibt so viele, daß sie sich gegenseitig normalerweise neutralisieren und ist nicht jede absprache in einem büro oder beim guten essen über preise nicht auch schon eine. es gäbe also eine menge aufzuarbeiten, aber … naja, man kann seine zeit auch mit sinnvollerem füllen 😉

    [..] vertrauensverlust

    ich tendiere ja dazu, einen teil dessen, was passiert ist (achtung: verschwörungstheorie!) für künstlich gemacht zu halten und werfe mal die namen CHQ und nashibots in die runde – wir müssen uns schon fragen, wieviel von unserem öffentlich geführten dialog nicht „in wirklichkeit“ das ergebnis von manipulationen ist,

    wie weit so etwas wie euroNeurotisches oder islamophobes gequatsche künstlich und vor allem bewusst von aussen, aus welcher richtung auch immer, das ziel hat, unsere gesellschaft bewusst zu destabilisieren und uns die dinge, die für uns konstitutiv sind, „madig“ zu machen.

    das ist ein breites feld, über das ich bei mir zuhause (nicht noch ein link, aber „schafe auf der weide“ ist vielleicht nicht die schlechteste aller empfehlungen, ich habe das thema schon breitgetreten, als es noch keines war) schon seit längerem, wie auch über das klima in foren, das sozusagen mein leib- und magenthema ist, und – vor allem – wie es endet – der quixiot ist ja eine folge dessen, was breivik angerichtet hat.

    deutsche breiviks werden gerade in diesen foren gezüchtet, aber … verschwörungstheorie 😉

    wobei mein stil, warnung, ausufernd und „digressionistisch“ ist, wahrheiten sind bei mir nicht zu erwarten, ich schweife grundsätzlich ab und aus, ein spiel mit den synapsen des lesers 😉

    doch noch ein link, damit ich nicht nur als der ausufernde quixiot hier ‚rüberkomme: mein „eigentlicher“ blog befindet sich hiier

    http://www.tv3.de/medienverlag/news-aus-radio-und-presse.html

    ich _liebe_ journalisten. allerdings die im radio, und eigentlich höre ich lieber zu 😉

    1. Nun ja, ich lasse meine Synapsen gern ein bisschen tanzen. Tut ja nicht weh. Ich höre gern WDR5. Da lernt man viel. Aber es handelt sich um einen ör Sender. Im Internet kann man mit der Aussage heute keinen Blumentopf mehr gewinnen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal in gewisser Hinsicht als jemand entwickeln könnte, der gegen den Strom schwimmt. Na, das sehen andere ja auch ganz anders. Für die bin ich ein langweiliger Konformist – u.a. deshalb, weil ich die ör Sender verteidige. Das ist manchmal alles ganz schön anstrengend. 🙂

      1. [..] Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal in gewisser
        [..] Hinsicht als jemand entwickeln könnte, der gegen
        [..] den Strom schwimmt

        zunächst einmal denke ich, daß wir nicht diesen rinnsal mit einem strom verwechseln sollten. mir hat bei allen „gefechten“ in foren immer der gedanke geholfen, daß die im grunde gar nicht wissen, worüber sie reden – weil sie es einfach nicht kennen – und andererseits menschen dieses schlages früher gesellschaftlich stigmatisiert als „ungebildetes pack“ galten. im zuge von „white trash“ ist allerdings eine generation von durch nachmittägliche talk shows sozialisierten kiddies entstanden, die ihre eigene dummheit mittlerweile hymnisch feiert. aber, naja, sie sind eben immer noch die dummbratzen. keiner in meiner region (eifel) käme auf die idee, den euro abzuschaffen, zb.

        da sagt der gesunde menschenverstand schon, daß das eine schnappsidee ist.

        [..] langweiliger konformist

        uh, ich bin einerseits „old fashioned“ und hänge da einer technologie an, die die meisten schon aufgegeben haben, dem zuhören nämlich, aber, treppenwitz der geschichte, auf der anderen seite habe ich wohl durch das posten von hörspielen und lesungen unter napster & co einer ganzen industrie auf die beine geholfen.

        man weiss also nie so genau, ob man am ende nicht doch avant-garde ist, wenn man in vergessenheit geratenen tugenden wie dem zuhören den vorrang vor der „gedankenautobahn“ (nein kein link, aber das ist einer meiner main-toppoi) gibt.

        und, daß ich nicht sonderlich konformistisch bin, sollte sich nach wenigen momenten beim quixioten von selbst ergeben: es sind nämlich „in wirklichkeit“ die „irren“, die mit den verrückten ideen und gewohnheiten, die die zukunft machen.

        sagt ein programmierer, der 1986 herum seinen fernseher als monitor an einen ti 99/4a mit kassettenrecorder stöpselte, so aufs radio ausweichen musste, das radiofeature als billigste aller bildungsinstitutionen und eigene kunstform entdeckte … und den seine freunde bei der erwähnung, daß er gerade eine adressverwaltung programmiere, immer mit einen taschenkalender konfrontierten „guck mal, funktioniert ganz ohne strohohohom!“

        heute haben die alle ein handy mit so einer adresssoftware …

        nur ich, ich hab‘ keins 😉

        ich fand schon immer, daß wir nur die hälfte von dem machen sollten,w as wir immer sofort tun „Müssen“ und die so gewonnene zeit mit so etwas altmodischem wie nachdenken darüber, was und warum wir es tun, verbringen sollte. das hätte uns eine menge ärger erspart …

        1. @hinterwald: Schon richtig, dass der Strom, von dem ich sprach, das Internet ist. Und ich neige tatsächlich dazu, die Meinungen, die dort vertreten werden, überzubewerten. In manchen Fällen kann ich nur zustimmen. Eine Diskussion ist vorn vornherein nicht zielführend. Es wäre einfach vergebene Liebesmüh.

          Es sind interessante Gedanken, die du dir hinsichtlich der Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Leute gemacht hast. Ich denke auch oft darüber nach. Ich hatte gerade in diesen Wochen Gelegenheit darüber nachzudenken, wie sich der Umgang der Generationen miteinander verändert hat. Ob es die Rente mit 63 ist oder der Umgang mit alten, kranken Menschen. Es ist sehr vieles nicht in Ordnung.

          1. [..] Und ich neige tatsächlich dazu, die Meinungen,
            [..] die dort vertreten werden, überzubewerten

            einfaches gegenmittel: frag dich, was dein nachbar, deine famiie und deine freund zu den themen sagen würden 😉

            [..] vergebene Liebesmüh

            was aber nichts daran änder, daß wir „gesicht zeigen“ müssen, wir dürfen das gelände nicht einfach aufgeben und so den eindruck, den du da oben hattest, für andere zur gewissheit machen …

            [..] jüngeren und älteren Leute

            ich bin 58 und habe meinen ersten schlaganfall hinter mir. da neigt man per se dazu, den untergang des abendlandes als ein „problem-anderer-leute-feld“ zu betrachten …

            [..] Es ist sehr vieles nicht in Ordnung

            naja, halb volles / halb leeres glas. ich plädiere für mehr vertrauen darin, daß wir die dinge manchmal einfach nur nicht in ihrer gänze verstehen. das ist unzeitgemäß, ich weiss, aber eine haltung, die hilft, sich nicht permanent die haare zu raufen.

  12. Die Kritik an dem Artikel auf Propagandaschau ist ein wenig überzogen. Es kann natürlich der Eindruck entstehen, dass das ZDF den Beitrag zensiert hat. Leser, die generell etwas gegen die Öffentlich-Rechtlichen haben, blenden vermutlich Teile des Artikels einfach aus. In dem Artikel ist eindeutig ersichtlich, dass eine richterliche Anordnung vorliegt und nicht das ZDF dafür verantwortlich ist. Auch einer der Initiatoren ist namentlich genannt.

    Sie stellen die Frage, wer in Zukunft die Öffentlichkeit mit Informationen versorgen soll. Wie wäre es mit unabhängigen Medien und Journalisten, die objektiv und sachlich arbeiten, und nicht in Projekten von intransparenten Organisationen mitwirken. Wie wäre es mit Bloggern, wie Sie, die kritische Fragen stellen, durch ihre Beiträge dem täglichen Einheitsbrei der Mainstream-Medien entgegenwirken.

    Frontal21 – eine gute Sendung. Leider ist es so, dass die Inhalte der Sendung weitgehend ignoriert werden von der Gesellschaft. Die Beiträge der Sendung sollten eigentlich für einen Aufschrei in der Gesellschaft sorgen. Dass dem nicht so ist, kann an der gleichgeschalteten Medienlandschaft in Deutschland festgemacht werden. Viele Themen werden von den Leitmedien entweder überhaupt nicht oder nur am Rande aufgegriffen.

    Die Leitmedien sind weitgehend von meinen Rechnern gebannt, bzw. sie sind blockiert. Die tägliche Dosis Gleichschaltung war einfach nicht mehr zu ertragen. Mit ein Grund dafür, ist auch die Arbeit von unabhängigen Medien und Journalisten, von Bloggern, die schonungslos die mediale Gleichschaltung aufdeckten.

    Für die arg gebeutelten Journalisten der Leitmedien, kann ich kein Mitleid aufbringen. Im Gegenteil, teilweise finde ich die Angriffe auf diese Personen für richtig. Wer massive Hetze betreibt, Personen, ja ganze Völker verunglimpft und beleidigt, muss mit heftigen Reaktionen rechnen.

    Die Journalisten der Leitmedien sitzen zurecht ganz hinten im Bus, gleich neben den Politikern, wenn es um Beliebtheit und Glaubwürdigkeit geht.

    Ihren Blog finde ich übrigens sehr informativ.

    1. @Unperson: So schlimm fand ich die Kritik aber. Ich glaube, andere hätten da ein echtes Fass aufgemacht. Aber dafür hätte es natürlich um etwas anderes gehen müssen. Sagen wir umgekehrte Vorzeichen, also Kritik an den ör Sendern, wäre eine gute Gelegenheit gewesen 🙂

      Ich wünsche mir natürlich ebenfalls unabhängig Journalisten. Ich will es mir aber nicht so einfach machen, in dem ich pauschal ganzen Gruppen vorhalte, sie wären subjektiv und würden nicht unabhängig bzw. unvoreingenommen berichten. Es gibt so viele exzellente Artikel. Und ich bilde mir ehrlich gesagt nicht ein, alle Details so einordnen zu können, dass ich am Ende genau weiß, ob man nicht versucht hat, mich zu manipulieren – bewusst oder unbewusst.

      Das ist ein ganz schwieriges Feld. Ich habe hier schon öfter über den Vertrauensverlust berichtet, den ich zu erkennen glaube. Wenn ich damit nicht falsch liege, könnte diese Tatsache zu sehr problematischen Entwicklungen führen. Das wird sich, wie ich fürchte, schon bald herausstellen.

      Ich lese viele Blogs und bin oft geschockt darüber, welche verrückten Theorien da entwickelt werden. Dass es so viele Leute gibt, die so etwas Zeitungsberichten per se vorziehen, irritiert mich sehr.

      Frontal21 war ja nur ein Beispiel für viele glänzende Formate, die davon Zeugnis ablegen, dass der ör Rundfunk eben nicht so grottig ist, wie er im Internet dargestellt wird. Ich bin kein unkritischer Zeitgenosse und neige bei machen Kommentaren ebenfalls zu starker Kritik.

      Wir erleben gerade, dass die Berichterstattung über die Ukraine oder Gaza zweifellos viel Anlass zur Kritik bietet. Und natürlich wird es immer kontroverse Themen geben, bei denen die Menschen sehr unterschiedlicher Meinung sind. Aber unterschiedlicher Meinung zu sein, muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass man die Quellen des anderen oder dessen Absichten diskreditiert. Das passiert aber leider immer häufiger.

      Es freut mich, dass Sie meinen Blog informativ finden. Ich bin leider auch ein bisschen einseitig. 🙂

      1. Nix da einseitig. GENAU RICHTIG !!! Steh dazu, ich find Widerstand gegen 90% der Verschwörungsdrecksseiten wichtig (2-3 gefallen mir aber auch, die rebloggen nicht jeden Mist und differenzieren. Die meisten anderen sind ja geistig eingefahren und nur auf Anti aus)
        Diese ganzen Verschwörungstypen gehen mir und eigentlich allen die ich kenn sowieso sowas von am Popo vorbei. Die ganzen Blogs, die sich aller selber permanent rebloggen. Einer schnappt was auf, egal wie absurd, der nächste erfindet was dazu, alle anderen texten drumherum…und betreiben dann genüsslich eingefahrenen Kreisverkehr (Social Media übergreifend, es bleibt das gleiche Grüppchen).
        Gott sei Dank geht dieser an 90% der Bevölkerung hier im Land vorbei. Na gut das stimmt eventuell nicht, richtiger wär wohl 99,9%…
        Ansonsten hat die Propaganderschau auch seinen Reiz, also als eine Art Netz-Comedy. Oder musst Du nicht lachen, wenn Du anfängst dort nachzulesen ? Vor allem was kommentiert wird…;) ?
        Das Pech, keiner kennt sie, der Twitteraccount hat weniger Follower als diverse flauschige Stofftiere…Und das ist gut so, denn die Wirklichkeit bzw das RL spielt sich ja nicht wahrheitsgemässer im aufgeregten Netz ab.
        Ich hab nüscht mit Medien zu tun aber mag die Rundfunkabgabe und die Idee, die dahinter steht. Dazu die öffentlich rechtlichen Sender, die mir eine sensationelle Vielfalt bieten. Eine, die ich sonst im Ausland kaum geboten bekam, dazu Sendungen wie Frontal21, Report, Zapp, Extra-.3, quer, Die Anstalt usw.
        Grüsse. Und so kritisch weitermachen.

        1. Prinzipiell wäre alles ok, wenn die Leute solche „Propaganda“ richtig einordnen würden. Oder noch besser, wenn sie sie als Satire betrachten könnten. Aber, wie du richtig schreibst, viele Kommentare verstärken die (in meinen Augen negative) Wirkung und geben ihren Senf noch dazu. Das potenziert den „Inhalt“ noch einmal.

          Ich sympathisiere mit deiner Haltung zum ör Rundfunk. Dort ist sicher längst nicht alles in Ordnung. Und einen gewissen Grad an Skepsis sollte jeder Zuschauer oder Zuhörer besitzen. Ich bilde mir ein, mir kein Urteil bilden zu können, wenn ich alle Informationen aus dem www zusammenklauben müsste. Ich brauche die Unterstützung von guten Journalisten dazu. Und die gibt es halt auch heute immer noch – obwohl das leider bestritten wird. Ich muss mir angewöhnen, diese Stimmen nicht überzubewerten.

          Danke für deinen Kommentar. Die Zustimmung hat mich gefreut. 🙂

      2. Die Journalisten der Leitmedien sind zu guter Arbeit fähig, da stimme ich Ihnen zu. Es gibt
        sehr gute Artikel, in denen die Journalisten ihr investigatives, und vor allem, objektives und
        sachliches Können unter Beweis stellen. Deshalb ist es für mich nur schwer
        nachzuvollziehen, was sie aktuell dazu bewegt ihr Ansehen nachhaltig zu beschädigen.

        Ordentlicher Journalismus, objektiv und sachlich, beleuchtet beide Seiten eines Konflikts,
        überlässt es den Lesern sich ein Bild zu machen. Den Leitmedien sind diese Grundsätze
        abhanden gekommen und das nicht erst seit dem Ukraine-Konflikt. Was zu beobachten ist,
        was mich dazu führte mit den Leitmedien zu brechen, ist die Tatsache, dass die Journalisten nichts unversucht lassen, um gefährliche Meinungen in den Köpfen der Leser zu platzieren. Über die möglichen Folgen ihrer Artikel, so scheint es, machen sich die Journalisten keine Gedanken. Jan Fleischhauer vom Spiegel ist so ein Kandidat.

        Die Leitmedien müssen sich wieder auf ihre Kernaufgabe konzentrieren. Die Leser und Zuschauer bei der Meinungsbildung zu unterstützen, anstatt ihnen eine Meinung aufzuzwingen, bringt vielleicht die verlorene Glaubwürdigkeit zurück.

        Zum Thema verrückte Theorien. Joe Mansfield, hat es gut beschrieben zu was Reblogging führen kann. Zum Teil sehr gute Beiträge von Bloggern, die investigativen Journalismus in nichts nachstehen, werden von anderen Bloggern verzerrt wiedergegeben oder mit Verschwörungstheorien ergänzt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass alle politisch engagierten Blogger zur Gattung Alu-Hut-Träger gehören und keinesfalls glaubwürdig sind. Eigentlich schade, denn viele Beiträge dieser Blogger animieren dazu genauer hinzusehen, eigene Recherchen anzustrengen.

        Vertrauensverlust und seine Folgen. Das Internet als Ursache auszumachen halte ich für treffend. Ich gebe offen zu, dass mein Vertrauen in gewisse Journalisten nicht mehr vorhanden ist. Ältere Artikel der Leitmedien, die ich zum damaligen Zeitpunkt in Ordnung gefunden habe, erscheinen plötzlich in einem eher negativen Licht. Der Hintergrund von Journalisten hat mich in der Vergangenheit weniger interessiert, wenn der Artikel schlüssig und objektiv gestaltet war. Jetzt ist es so, dass ich vor der Bewertung eines Artikels den Hintergrund des Journalisten recherchiere, danach den Artikel gegenprüfe mit anderen Quellen, um den tatsächlichen Wahrheitsgehalt zu ermitteln.

        Da alle Bereiche der Gesellschaft davon betroffen sind, wird es in der Tat zu problematischen Entwicklungen führen.

        Ich finde nicht, dass Sie einseitig sind. Wenn es so wäre, würde ich nicht täglich Ihre Seite besuchen, nach neuen Artikeln Ausschau halten 🙂

        1. Ich höre den Vorwurf häufig, dass Journalisten zu viel Meinung und zu wenig Information zur Meinungsbildung des Publikums produzieren. Ich glaube, dass kann keiner bestreiten. Es hat sich viel geändert und die Gründe dafür könnten vor allem im existenziellen Druck liegen, dem viele Journalisten heutzutage ausgesetzt sind. Das soll keine Entschuldigung dafür sein, dass Meinung und nicht Information überwiegt. Aber es könnte diese Fehlentwicklung (wenn man sie angesichts der Lage so nennen will) sehr wohl begründen.

          Die Mechanismen, wie Nachrichten (und Fehlinformationen) – jedenfalls im Internet – entstehen, haben Sie gut beschrieben. Im Internet wird sich ständig darüber beklagt, dass die deutschen Leitmedien zu viel Propaganda machen würden. Einseitige Informationen gibt es. Und das finde ich natürlich auch nicht gut. Aber wie immer im Leben kommt es dabei auf den eigenen Standpunkt an. Und der wiederum stellt im Mittelpunkt der Reflexionen, die im Internet Verbreitung finden.

          Nehmen wir ein Beispiel: Kleber wird dafür hart kritisiert, dass er nach den ersten israelischen Luftangriffen auf Gaza antisemitisch kommentiert habe. Ich habe den Beitrag, der in einer Fußballpause lief, danach noch einmal in aller Ruhe angesehen. Ich konnte diesen Ansatz für Antisemitismus nicht finden. Keine Spur davon. Bin ich also auch antisemitisch oder hege ich einseitige Sympathien für die Palästinenser? Ulf Poschardt, stellv. Chefredakteur bei der „WELT“ kommentierte Klebers angeblich antisemitische Haltung bei Facebook und bekam sofort Zustimmung ohne Ende. Ich habe mir erlaubt, dagegen Stellung zu beziehen und erhielt verbale Prügel.

          Es ist schön, dass Sie hier schreiben, dass ich nicht einseitig bin. Früher hieß netzexil mal Querblog. Dieser Name sollte Programm sein. Vielleicht übertreibe ich es manchmal mit meiner Kritik am Internet. Aber ich sehe zu viele Dinge, die mir Sorgen machen und die für die Demokratie in unserem Land nicht unbedingt positiv sind.

          Ich wünsche einen schönes sommerliche Wochenende. HG Horst Schulte

  13. Die Zensur beim ZDF findet durch die Zeitauswahl (spät) nachts bei den Sendungen statt. Nachmittags und direkt nach 20:15 kommt doch fast nur Unterhaltung/seichte Information. Einfach mal selber auf die Sende-Uhrzeit von kritischen Sendungen achten.

  14. @Name ist Egal: Ist ja auch logisch, dass insbesondere die Sendungen „manipuliert“ werden, die ohnehin kaum einer guckt (nachts) /ironie. Mich nerven die Unterhaltungssendungen, die in den ör überhand nehmen, allerdings auch. Die kurzen Magazin-Beiträge, die im ör Fernsehen gezeigt werden (3Sat und Arte sowie die Dritten unbedingt einbezogen) bringen meiner Meinung nach allerdings immer noch viele gute Informationen. Aber es muss jeder für sich entscheiden, was er glaubt und was nicht. Ich finde es problematisch, wenn man selbst so tut, als wisse man mehr als andere oder als seien andere Informationsquellen denen vorzuziehen, aus denen sich die meisten anderen Menschen „bedienen“.

  15. ich hätte da übrigens eine erklärung dafür, warum die wie-auch-immer-neurotischen sofort auf jede art von verschwörungstheorie abfahren: mangelnde bildung.

    denen wurde die welt einfach nicht erklärt und sie wurden mit fragen in die welt entlassen, die nun nach antworten schreien. weil sie zudem eher vom nachmittäglichen privatfernsehen sozialisiert wurden, zeichentrickserien, schwarz weiss, gut böse … aber eben alles ganz einfach … sind ihnen komplexe zusammenhänge fremd und sie übertragen die weisse hüte/schwarze hüte logik auf die welt.

    auch essentiell beim verständnis: puppenstubenwelt.

    wir sind ja sehr lieb mit unseren kindern umgegangen (naja, ich jedenfalls) und viele von uns haben bei all der liebe übersehen, daß man die kiddies auch auf das böse vorbereiten muss. an der stelle habe ich mir zb. von vielen freunden böse blicke eingefangen und kopfschütteln, weil ich zb. mit meiner ältesten sehr früh über die shoah geredet habe. oder ihr das buch „rosa weiß“ von innocenti geschenkt..

    kiddies sind so naiv. die denken, alles ist in ordnung und wenn sie dann feststellen, daß etwas nicht in ordnung ist – für uns ältere der normalzustand – dann ist das ein „skandaaaal!“. blödsinn, es ist die normalität.

    die haben alle keinen löwenthal im tv erlebt und wenn jetzt dieser harmlose ör-sender, der eher ein alterndes publikum in kranken- und pflegehäusern bedient, nicht mehr wirklich seinem job nachkommt, dann ist das ein SKANDAAAAL!.

    nein, es ist einfach nur eine schwache leistung von leuten, die es nicht besser können.

    just my 2 cent on that 😉

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