Bloggen Im Sommer Ist So Wie Zwischen Weihnachten Und Neujahr

Auch, wenn dieses Jahr wenig so ist wie son­st, eine Erfahrung ist im Ver­gle­ich mit den let­zten Jahren gle­ich geblieben. Som­merblog­ger müssen eine masochis­tis­che Nei­gung haben.

Die Blogger/innen unter uns, die auch während der Som­merzeit ihrem Hob­by nachge­hen und in die Tas­ten hauen, kriegen dafür keinen gerecht­en Lohn. Mir kommt es so vor, als wür­den sich darüber in diesem Jahr beson­ders viele grä­men. Sie dro­hen sog­ar, ganz aufzuhören oder tun es sog­ar. Sehr schade.

Der dieswöchige Web­mas­ter­fri­day (zurück aus den Som­mer­fe­rien) gibt uns das The­ma: “Bloggen in der Som­mer­pause — lohnt sich das über­haupt?” Vergeu­den Blog­ger ihr Poten­zial, wenn sie trotz der Som­mer­flaute in die Tas­ten klopfen?

Das Hin­ter­fra­gen der eige­nen Moti­va­tion ist wichtig, ins­beson­dere, weil die meis­ten von uns Hob­by-Blog­ger sind. Diejeni­gen, die das eher pro­fes­sionell machen, müssen nach ihrer Moti­va­tion nicht gefragt wer­den. Aber wir, die alles nur aus Spaß an der Freude machen, die brauchen Inspi­ra­tion und Antrieb, damit sie dran und dabei bleiben.

Warum soll­ten wir noch an ein­er Sache fes­thal­ten, die wir vielle­icht nur noch aus Gewohn­heit machen und an der wir nach und nach den Spaß ver­loren haben? Fra­gen wir uns das über­haupt? Ab und zu wird das wohl für jede Blog­gern und jeden Blog­ger die Frage sein.

Gran Canaria

Gran Canaria

Ab in die Sonne

Wenn meine Frau und ich kön­nten, wären wir auch in diesem Jahr wieder in Urlaub gefahren. Ver­mut­lich wären wir dahin, wo es auf jeden Fall schön warm ist. Dieses Jahr scheint das Wet­ter sog­ar Metere­olo­gen bei ihren Voraus­sagen größte Prob­leme zu bere­it­en. Oder kommt das nur mir so vor, dass die Qual­ität der Wet­ter­vorher­sagen immer schlechter wird?

Wären wir jet­zt am Ort unser­er Träume, hätte ich, wie meis­tens, keinen Rech­n­er dabei. Wir reisen gern ohne dieses Zusatzgepäck. Wenn ich ein Note­book dabei hat­te, was schon mal vorkam, dann nur zu dem Zweck, die neuen Fotos gle­ich anguck­en zu kön­nen. Das finde ich schön.

In der Lob­by eines Hotels, in dem wir häu­figer zu Gast waren, stand vor Jahren ein Com­put­er, der sich für wenige Minuten Online-Feel­ing mit Münzen füt­tern ließ. Ab und zu habe ich diesen nicht zu teuren Ser­vice genutzt, um meine E-Mails zu check­en. Anson­sten  — nur Sonne, Wass­er, viel Fisch, Wein und ein paar schöne Büch­er und der Urlaub ist ger­itzt. Ich hoffe, das ist nicht zu anspruchsvoll.

Ich gebe zu, wenn wir nach Hause zurück­ka­men, war mein erster Gang an den PC. Es war schön, nach Hause an den Com­put­er zurück­zukehren 🙂 Das war Ende der 1980er Jahre jeden­falls so und auch noch eine Weile danach. Damals habe ich — auch im Urlaub — Com­put­er­hefte en mass gele­sen. Irgend­wann war es vor­bei damit. Mit den neueren Betrieb­ssys­te­men ging mir der Spaß am Exper­i­men­tieren mit Sys­tem und Soft­ware flöten. Vielle­icht ein biss­chen deshalb, weil die Sys­teme den Spiel­raum dafür eingeengt haben. Oder, weil ich ein­fach zu faul war.

Websites kosten Zeit

Meine erste Web­site habe ich Mitte der 1990er Jahre gebaut. Die Zeit, die ich in den Aus­bau und Inhalt und die Pflege des Forums investiert habe, war nicht wenig. Das The­ma der Web­site waren Office-Pro­gramme und zwar die von Microsoft. 😆 Meine Seite war eine Zeit lang auf der MS-Web­site ver­linkt als Quelle für Tipps und Tricks zu Office. Wenn ich an die Zeit zurück­denke, finde ich, sie hat­te etwas pio­nierzeit­mäßiges. Vielle­icht wisst ihr, was ich meine?

Mit dem Bloggen habe ich viel später ange­fan­gen, erst Anfang der 2000er Jahre. Das war richtig toll und voller Inspi­ra­tion. Bloggen hat viel von seinem dama­li­gen Charme ver­loren. Bes­timmt auch von sein­er Unbe­darfheit. Zu Beginn gab es wenig Empörung und Shit­storms kan­nte man über­haupt noch nicht.

Jet­zt gibts Mil­lio­nen von Blogs, vielle­icht sog­ar hier in Deutsch­land. Viele sind unver­fänglich, andere sind es weniger. Wenn ich mir vorstelle, wie viel Zeit allein in Deutsch­land in geschriebe­nen Artikel investiert wird — es muss eine irre Zahl von Stun­den dabei zusam­menkom­men.

Im Som­mer wird es weniger, viel weniger. Die Kurve geht gefühlt krass nach unten. Bei eini­gen Kol­le­gen tut sich so wenig, so dass ich mir schon Sorge gemacht habe, es kön­nte Schlim­meres dahin­ter­steck­en. Aber Men­sch, auch Blog­ger brauchen mal ne Pause.  Und auf Nach­frage hat sich meine Sorge ja als unbe­grün­det erwiesen.

Bloggen heißt Durch­hal­ten. Auch im Som­mer­loch. Ich wün­schte mir, dass sich mehr Blog­ger zu aktuellen poli­tis­chen Vorgän­gen äußern wür­den. The­men dafür gibt es ger­ade in diesem Som­mer genug.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Servus Horst,
    ich für mich sah bish­er keine Poten­zialver­schwen­dung, im Nom­al­fall im Som­mer zu bloggen. Die Schlagzahl hat abgenom­men und die The­men waren schon mal etwas “per­sön­lich­er” . Also solche, die ich — aus Spaß an der Freude — auch in eine Kladde geschrieben hätte.
    Soll ja nochmal som­mer­lich wer­den.
    Lieben Gruß
    Hans

    1. Lieber Hans,

      ist das schön, endlich mal wieder von dir zu hören. Ich hoffe, es geht dir gut! Ja, ich blogge ja hier auch wie wild. Jahreszeit­en spie­len da keine Rolle. Die all­ge­meine poli­tis­che Lage schon mehr. 🙂

      Es scheint sich echt aufzuk­lären. Wie die Wet­ter­frösche es ver­sprochen haben. Meine Frau hat jet­zt 2 Wochen Urlaub. Hof­fentlich bleibt es mal ein paar Tage schön.

      Liebe Grüße an dich
      Horst

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