Dank An Die Nürnberger Berufsschüler

Gestern wurde berichtet, dass ca. 300 Nürnberger Mitschüler eines 20jährigen afghanischen Flüchtlinges dessen Abschiebung verhindern wollten.

Es war keine geplante Aktion von Abschiebegegnern oder NGO’s. Wie jeder weiß finden die Polizeiaktionen unangekündigt (auch nachts) statt. Die Proteste der Mitschüler wurden also durch persönliche Anteilnahme ausgelöst, eine Reaktion auf staatliche Willkür und Ungerechtigkeit.

Die Polizei ging massiv gegen die jungen Leute vor. Inwieweit die Grundlage für diesen Auftrag an die Polizei ethisch-moralischen Anforderungen entsprochen hat, wird im folgenden Diskurs nicht die Rolle spielen. Eher so etwas, wie der Zufall, dass ausgerechnet an jenem Tag eine riesige Autobombe in Kabul explodierte, die mindestens 80 Menschen getötet und ca. 300 verletzt hat.

Inzwischen gibt es zwei Augenzeugenberichte.

Hier die Links:

  1. Schülerproteste gegen Abschiebung: »Und dann fängt auf einmal diese krasse Aggression an.« | Themen | PULS | Quelle
  2. Bericht vom gewalttätigen Abschiebe-Protest in Nürnberg – Politik – jetzt.de | Quelle

Andere, neuere Erkenntnisse, sind ebenso interessant wie die Kommentare zu diesem Beitrag.


Die Regierung findet, dass dieser Anschlag an den Voraussetzungen dafür, Afghanistan zum sicheren Herkunftsland zu machen, nichts verändert habe. Das soll wohl heißen: nur, weil in Kabul mal eine Bombe hochgeht, heißt es ja nicht, dass es überall im Land so zugeht. Es soll in Afghanistan sichere Provinzen geben…

Es gibt allerdings Leute, die das glatte Gegenteil behaupten. In Afghanistan herrscht ein grausamer Bürgerkrieg. Deutschland schiebt auch dorthin ab, weil die Regierung sich von den Rechten treiben lässt.

Die Behandlung von Afghanistan als »sicheres Herkunftsland« ist für meine Begriffe ebenso schizophren, wie die weitere Stationierung unserer Soldaten. Nichts wird die Taliban und die anderen Kriegsparteien aufhalten. Irgendwann werden sie die Macht wieder an sich reißen. Bis dahin wird das Morden dort weitergehen. Jede Intervention in muslimischen Staaten hat am Ende nur dazu geführt, dass die Zahlen muslimischer Terroranschlägen weiter gestiegen sind. Dieser Zusammenhang ist zwar evident, er wird aber in der Diskussion um den »Kampf gegen den Terror« viel zu wenig beachtet.

Wir sitzen auf einem hohen moralischen Ross. Alle westlichen Interventionen haben für die Menschen in den Krisenregionen nie etwas Gutes, sondern dauerhaft Tod und Verwüstung gebracht.

Dass die Polizei dem 20jährigen Afghanen nach den Tumulten etwas anhängen will, obwohl er sich, wie es offiziell hieß, zunächst »kooperativ« zeigte und obwohl er sich nach Zeitungsberichten erst unter dem Eindruck der von seinen Mitschülern begonnenen Proteste gewehrt hat, passt ins Bild.

Ebenso übrigens, wie der Bericht im »ZDF Auslandsjournal«, der sich mit dem Leben von Flüchtlingen befasste, die in der Zwischenzeit aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben wurden. Ebenso eindeutig, wie manche Medien sich gegen die (neue) deutsche Abschiebepraxis postionieren, tun andere das exakte Gegenteil.

Wenn ich zudem die abfälligen und von Null Empathie zeugenden Reaktionen in den Sozialen Netzwerken betrachte, scheint es so, als würde Nürnberg am anderen Ende der Welt liegen. Aber zum Glück ist die Realität offenbar eine andere.

Dass Menschen spontan auf die Polizei-Methoden bei Abschiebungen reagieren, gibt mir Hoffnung und Motivation. Ich kann heute die rechten Hetzer etwas besser ertragen als sonst. Mein tief empfundener Dank an die Berufsschüler in Nürnberg!

Dieser Beitrag hat 16 Kommentare
  1. Ja, toll dass sowas mal spontan stattfindet!

    « Nichts wird die Taliban und die anderen Kriegsparteien aufhalten. Irgendwann werden sie die Macht wieder an sich reißen. Bis dahin wird das Morden dort weitergehen. Jede Intervention in muslimischen Staaten hat am Ende nur dazu geführt, dass die Zahlen muslimischer Terroranschlägen weiter gestiegen sind. «

    Man darf nicht alle muslimischen Staaten in denselben Topf werfen. Die Verhältnisse vor Ort und die jeweiligen Gründe für Krieg und Terror sind durchaus unterschiedlich. Gestern hab ich im Auslandsjournal ein Interview mit einem echten Kenner der afghanischen Verhältnisse gehört (Name leider vergessen, ein Alterer, der viele Jahre dort war und noch immer seine Kontakte pflegt). Befragt, warum all das Geld und alle Mühen des Westens dort scheitern, berichtete er: Afghanistan war NOCH NIE ein Land, das zentralstaatlich regiert wurde. Dort hat praktisch jedes Tal seinen eigenen Clan-Fürsten – und dabei wollen die auch bleiben. Der »Staat« war und ist dort immer nur eine gegen den Willen der Bevölkerung in Kabul installierte, weitgehend machtlose Institution. Der Westen hat jedoch auf diesen Staat gesetzt und versucht, ihn zu stärken (wir kennen es ja auch nicht anders…), um so »von oben« allerlei Veränderungen herbei zu führen. Klappt jedoch nicht, weil all diese Clans immer weiter den Zentralstaat bekämpfen. So richteten sich auch die Terrorakte in aller Regel nicht gegen Ausländer, sondern gegen Erscheinungsformen des Zentralstaats.
    Nun sei es aber zu spät, um noch umzusteuern, die Fronten sind zementiert – keine Aussicht auf Besserung….

    Mir war das im Detail nicht so bekannt. Rausgehen ist auch keine Option, denn dann würde erst recht ein gnadenloser Bürgerkrieg ausbrechen.

    Furchtbar, das alles!

    1. Hallo Claudia,

      verallgemeinern wollte ich mit diesem Satz nicht. Wenn Anhänger des IS Attentate verüben, so kommen diese Leute ja aus völlig unterschiedlichen Nationen (sogar aus Deutschland). Trotzdem begehen sie im Namen Allahs diese menschenverachtenden furchtbaren Verbrechen. Gemeinsam ist allen der Hass auf den Westen, weil er heiligen muslimischen Boden besetzt hält. Diese Sichtweise eint, wenn ich es nicht komplett falsch sehe, doch alle muslimischen Terroristen. Es kann also sein, dass ein Palästinenser ein Terrorakt unternimmt, weil er für Allah und den Propheten deshalb ein Zeichen setzt, weil irgendein Führer der Taliban in Afghanistan durch einen Drohneneinsatz getötet wurde. Du verstehst schon, was ich meine.
      Das Interview habe ich auch gesehen. Ich glaube, es war sogar die gleiche Sendung, in der auch der Bericht kam über die Leute, die aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben wurden.

      Wenn wir das so machen, dass wir aus Angst vor dem bevorstehenden Bürgerkrieg dort bleiben, werden wir unsere Soldaten nie mehr abziehen können. Die Grundhaltung der Afghanen wird sich aller Voraussicht nach nicht ändern.

      Ich bin der Meinung, wir sollten uns aus allen Einsätzen, die nicht von der UN legitimiert sind, verabschieden. Die Amerikaner scheinen die Sinnlosigkeit verstanden zu haben.

      Inzwischen habe ich gelesen, dass der 20jährige Afghane u.a. deshalb abgeschoben werden sollte, weil er eine Reihe von Straftaten (Passvergehen, falsche Aussagen) begangen hatte. Außerdem wird behauptet – natürlich in Rechten Blogs, dass die Schüler linksindoktriniert gewesen seien und dass die später im Einsatz befindlichen ca. 300 Leute übere mehrere Stunden zusammengekommen sind. Soll heißen: Es gab einen angeblich geplanten linken Widerstand. Was auch sonst? Es ist so zermürbend, weil menschliche Solidarität offensichtlich so gar nicht ins Rechte Weltbild passt.

    2. Die arabischen, vorwiegend muslimischen Staaten sind größtenteils Stammes-/Clan-/tribalistische Strukturen.
      Peter Scholl-Latour z. B. hat häufig darauf hingewiesen. Religion kommt vor dem Staat, verantwortlich fühlt man sich nur für seinen »Stamm«, seine Familie. Solidarität mit einer Sozialgemeinschaft ist unbekannt, Staatswesen = häufig Feindbild (daher auch die bei uns stark zunehmenden Angriffe auf Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen). Der Westen sollte endlich seine Schlüsse daraus ziehen – auch für die Integration bei uns.
      Unsere gewohnten Demokratien funktionieren in diesen Ländern nicht, nur Diktaturen. Gilt auch für Syrien, wo die deutsche Regierung, die EU und die USA Assad absetzen wollen, was uns aber gar nicht zusteht und unverantwortlich ist. Wo der Westen glaubt, Regierungen absetzen zu müssen, versinken die Länder in Chaos, Bürgerkrieg und Terroranschlägen. Siehe Afghanistan, Irak, Libyen.
      Ägypten hatte eine gewalttätige Militärdiktatur, die die Menschen loswerden wollten. Freie Wahlen. Muslime rissen die Macht an sich, wollten das Land zurück ins Mittelalter werfen. Heute haben Sie wieder das Militär.
      Europa hält die Grenzen für Alle offen und wundert sich jetzt über vermehrte Terroranschläge und Straßenkriminalität. Sie glauben nicht wirklich, dass es – sollten wir so weitermachen – in einigen Jahren noch eine Chance für uns gibt, mit demokratischen, gemäßigten Methoden wieder Ordnung in das Chaos bringen zu können, oder?
      Wie sagte schon Scholl-Latour: »Wer Kalkutta zu uns holt, hilft nicht Kalkutta, sondern etabliert Kalkutta bei uns (oder so ähnlich :-)).
      Deutschland müßte schnellstens Afghanistan verlassen, hatte dort nie etwas zu suchen. Wäre doch jetzt mit Feindbild Trump eine gute Gelegenheit, die Solidariät mit den USA Afghanistan betreffend aufzukündigen 😉
      Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, wie es überhaupt passieren konnte, dass unser Parlament diesen Einsatz je absegnete. Bei der Gelegenheit erinnere ich noch einmal daran, dass wir heute auch im Irak wären, wäre es nach Frau Merkel, die dort unbedingt teilnehmen wollte, gegangen.
      Es ist immer die Bevölkerung, die verheerende Entscheidungen ihrer politischen Führer ausbaden soll. Ich kann und will das nicht mehr schweigend hinnehmen. Nicht für Herrn Hitler, aber auch nicht für das Parteivolk von SPD oder CDU.

  2. Dieser De Maizière hat mir immer noch nicht erklären können, wieso ausgerechnet Afghanistan sicher sein soll. Hut ab vor dem Engagement der Nürnberger Schüler!
    LG Sabienes

  3. Die ganze Aktion war hirnrissig und nicht spontan. Die Aktion war in den SM – auch von linken Gewalttätern, die sich untermischten – abgesprochen.
    Frage mich allerdings, warum die Polizei immer wieder in die Schulen geht, um die Leute zwecks Abschiebung einzusammeln.
    3 Jahre lang weigerte der junge, gewalttätige Afghane sich, Deutschland zu verlassen.
    Jetzt bedankt er sich bei den Deutschen mit den Worten. »In einem Monat bin ich eh wieder hier und werde Deutsche töten.«
    Ich glaube nicht, dass irgendeiner der Foristen in diesem Block auch nur die geringste Vorstellung hat, wieviel Gewaltpotential die jungen Männer aus Syrien und anderen afrikanischen/arabischen Staaten in sich tragen. Und wieviel Hass und Verachtung für die westliche Lebensart. Für sie sind wir Untermenschen.
    Geschätzte 60 % (ergaben u. a. Untersuchungen in GB und Schweden) wollen in Deutschland die Scharia einführen. Wenn Sie aus erster Quelle hören würden, was mir syrische Freunde (ECHTE Flüchtlinge, vorw. Alawiten) über ihre Landsleute und die, die vorgeben, aus Syrien zu kommen, erzählen, würden Sie keine Nacht mehr ruhig schlafen. Und keine Behörde kann ihnen helfen, reagiert nicht einmal auf Hinweise möglicher geplanter Anschläge. Sie sind völlig überfordert.
    Warum sind die Deutschen so scharf darauf, Menschen aus tribalistischen Kulturen (wie eine Foristin richtig über Afghanistan schrieb), die NIEMALS eine Gemeinschaft, einen Sozialstaat außerhalb ihres »Stammes« anerkennen werden, also niemals integrierbar sein werden, zu sich zu holen und ein Leben lang zu finanzieren?
    Was wollen wir hier mit Menschen, die uns auf der Straße anpöbeln, weil wir während des Ramadan wagen, öffentlich einen Burger oder ein Eis zu essen? Die offensichtlich »vergessen« haben, wo sie sich hier befinden.
    Sind die Deutschen auf das, was sie erwartet, wirklich vorbereitet? Ich behaupte nein, denn noch träumen sie von friedvollen multikulturellen Gesellschaften, die es nicht geben wird.
    Meine Erkenntnisse stammen übrigens nicht aus »rechten Blogs«, sondern – ich gebe es ungern zu – auch vom ZDF, von Phoenix, aus der Literatur, vorwiegend aber aus persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Menschen aus diesen Kulturkreisen seit mittlerweile Jahrzehnten.
    Wie wir u. a. aus der Geschichte wissen, ist Solidarität unter Linken nicht sonderlich bewährt, sie können sich einfach nicht miteinander arrangieren. Immer viel Rauch und Getöse, am Ende aber wenig dahinter. Das sieht bei konservativen, wertebewußten Menschen (von Linken auch »Rechte« oder »Nazis« genannt) ganz anders aus.

    1. @Corinna Friedrich: Was irgendwie von Links kommt ist für Sie offenbar ebenso “hirnrissig” wie für mich alles was von Rechts kommt. Damit sollte sich doch was anfangen lassen?! Interessant, dass Sie so genau wissen, dass “linke Gewalttäter” ihr Vorgehen gegen die nicht angekündigte Aktion der Polizei gleichsam antizipiert haben müssten. Das hat ja schon was von einem Wunder. Mitmenschlichkeit als hirnrissig zu bezeichnen zeugt von einem besonderen Menschenbild.

      So gern ich was anderes sagen möchte: ich werde den Gedanken nicht los, dass ich für dumm verkauft werden soll. Die Fälle von Nürnberg und Duisburg sind real und beschreiben das “Gesicht” einer Abschiebepraxis, die in diesen Zeiten von einer Seite als zu lasch kritisiert und von der anderen als inhuman verteufelt wird. Dabei wird vielen klar sein, dass jede Abschiebung für sich genommen, wenigstens ein menschliches Schicksal repräsentiert, mit dem man persönlich nicht tauschen möchte. Sie verzeihen mir mein gutmenschliches Gestammel?

      Ich kann mir nicht vorstellen, welche Tricks, welche Lügen Asylbewerber anwenden, wenn sie sich in dieser Lage befinden. Ich würde das vielleicht auch tun, wäre ich in ihrer Lage. Der Afghane soll von Beginn an unsere Behörden zum Narren gehalten haben. Er hat versucht, seine Identität bis zuletzt zu verschleiern. Seinen Reisepass haben die Behörden erst nach jahrelanger Verspätung zu sehen bekommen. Das meinte CSU-Innenminister Hermann, als er davon sprach, dass er jahrelang “getrickst, getäuscht und gelogen habe”. Davon, dass er – wie Sie behaupten – gewalttätig war, habe ich bisher nichts gelesen.

      Die angebliche Drohung, dass er Deutsche töten werde, wenn er wieder zurück sei, bestreitet er vehement. Es ist ja ganz toll, dass Sie im Gegensatz zu anderen Lesern/innen hier im Blog so genau wissen, wie hoch das “Gewaltpotential” junger Männer aus Syrien und anderen muslimischen Staaten ist. Offenbar verfolgen Sie damit die Absicht, den Verdacht gegen den Afghanen zu erhärten. Das finde ich uncool.

      Ich sehe fern und lese viel. Ob Sie es nun glauben oder nicht: ich habe schon davon gehört, dass junge Männer – ganz unabhängig von ihrer Religion – viel eher zur Gewalt neigen als beispielsweise ich. Nun war ich auch mit 30 schon ein ausgemachtes Weichei. Ich war in meinem Leben noch an keiner richtigen Schlägerei beteiligt. Weder mit jungen muslimischen noch mit anderen Männern. Ich wünsche mir, dass das so bleibt und ich nie dazu gezwungen werde, meine Frau oder Freunde gegen Angriffe “junger Männer aus Syrien oder anderen afrikanischen/arabischen Staaten” zu verteidigen. Wer weiß, welche Einstellung ich hätte, wenn mir sowas persönlich schon passiert wäre?

      Ich bin überfordert, wenn ich mit den Vorurteilen vieler Menschen konfrontiert bin. Und, liebe Frau Friedrich. Ich bin nicht scharf darauf, Menschen aus irgendwelchen speziellen Kulturen nach Deutschland zu holen. Ich habe einige Male die Bergpredigt gelesen. Vielleicht hat die mich so krass indoktriniert, dass ich immer zuerst die Menschen sehe. Höre ich Sie gähnen? Dass unter diesen Menschen, die hier her gekommen sind, auch solche sind, die “sich niemals integrieren” werden und die wir darüber hinaus auch noch “ein Leben lang finanzieren” müssen, ist schon arg. Ich verweise diesbezüglich erneut auf die Bergpredigt.

      Sie sind zweifellos eine gebildete Frau und mir persönlich in vielerlei Hinsicht überlegen. Aber ich teile Ihre Haltung in dieser Frage nicht. Dafür muss ich mich mit niemandem arrangieren. Auch nicht mit Linken. Bestimmt ist es richtig, dass ich die Welt zu häufig und vielleicht zu schnell in rechts und links, in gut und böse einteile. Ich bin nicht blind gegenüber den Dingen, die Sie beschrieben haben. Wenn Konservative gleichzeitig so über Menschen urteilen wie Sie es tun, dann frage ich mich wirklich, welches Wertebewusstsein es sein soll, das Sie antreibt.

      1. Mitmenschlichkeit, die sich gewalttätig gegen Polizeibeamte richtet, ist für mich keine Mitmenschlichkeit. Gewalttätige Aktionen machen für mich nie Sinn, sei es von rechts oder von links. Wenn es in den letzten Jahren von links überwiegt, kann ich das auch nicht ändern, ich persönlich nehme an Beidem nicht teil.

        Der Ausdruck »hirnrissig« war auf Folgendes bezogen:
        Selbst wenn mit dieser Aktion durch das Einknicken der Regierung ein vorübergehender Teilerfolg erreicht wird, es hat kein nachhaltiges, wirklich die Probleme lösendes Element, sondern konterkariert nur die Aktionen unserer Regierung, die sich seit geraumer Zeit nur noch von Situationen oder Geschehnissen treiben läßt, nur noch hilflos reagiert statt agiert. Heute Hü, morgen Hott. Zu beobachten in der Wirtschaft, Energiewende, Flüchtlingspolitik.

        Auch ich dachte häufig: Wieso schieben die Menschen ab, die seit 15, 20 Jahren hier leben? Wieso nicht zunächst die neu hinzugekommenen? Inzwischen habe ich mal hinter verschiedene Einzelfälle geblickt und meine Meinung ist nicht mehr so eindeutig.
        Es hat zu tun mit unserem Rechtssystem. Im Falle der nepalesischen Familie wurden Rechtsmittel über alle Instanzen ausgeschöpft, das dauerte 18 Jahre (!). Unsere Städte sind voller Menschen, die sich von einer Duldung zur nächsten hangeln, 15 Jahre lang ist keine Ausnahme, Menschen, die in völliger Ungewißheit leben müssen. Für mich ist das eines Rechtsstaats unwürdig, sind das Auswüchse eines fehlgeleiteten Asylrechts.
        Bereits Ende der siebziger Jahre habe ich kurz in einer Anwaltskanzlei, spezialisiert auf Asylrecht, gearbeitet. Auch dort ging es weniger um Mitmenschlichkeit, sondern um schnell und besonders leicht verdientes Geld (das vom Staat nämlich, die Mandanten haben keins). Die Methoden, Zeit zu gewinnen und die Menschen im Land zu behalten, waren vielfältig, reichten von Papiere vernichten bis zum Einstudieren erfundener Geschichten. Damals schon. Inzwischen ist daraus eine einträgliche »Industrie« geworden, die beim Schleppen beginnt und bei juristischer Unterstützung im Lande weitergeht. Und sie setzt ganz gezielt darauf, dass Menschen, die dann die Bilder der Betroffenen im TV sehen, voller Mitgefühl sind.
        Berufsschüler, junge Menschen, überblicken den Gesamtzusammenhang häufig nicht und werden instrumentalisiert.

        Mich interessiert also weniger dieser Afghane oder die nepalesische Familie, sondern wie wir die Problematik insgesamt lösen wollen.
        Indem wir das Land für Alle öffnen oder über Änderungen unserer Gesetze nachdenken? Es gibt verschiedene Lösungsansätze. Allerdings erwarte ich dazu von dieser Regierung NICHTS.

        Mit meiner Aussage, dass Muslime häufig gegenüber »Ungläubigen« ein für uns unvorstellbares Gewaltpotential haben, habe ich tatsächlich eine Absicht verfolgt. Allerdings nicht gegen DIESEN EINEN Afghanen. Den kenne ich gar nicht persönlich. Wie soll ich da urteilen?

        Uns wird von Terroranschlägen berichtet. Pauschal. Ohne Hintergründe (würde die Menschen verunsichern). Was über Stunden im Bataclan wirklich geschah, wurde in 98 % der Medien verschwiegen. Macht es den Bevölkerungen relativ leicht, Terroranschläge durch Muslime für etwas Abstraktes zu halten. Sprechen Sie mit Soldaten, die auf dem Gebiet in Auslandseinsätzen Erfahrungen sammelten. Muslime töten Hunde nicht einfach, schneiden Menschen nicht einfach den Kopf ab, sondern an, und weiden sich über Stunden am Leiden. Frauen, die auch in Deutschland mit ihren Kindern an Teddybären Kopfabschneiden üben, sind real existent.
        Das alles sind Dinge, die wir Europäer nicht kennen, die uns unvorbereitet treffen werden. Dies den verwöhnten, in Sicherheit und Wohlstand aufgewachsenen Mitmenschen mitzuteilen, ist meine Absicht.

        Die Aussage, der Afghane habe sich gewalttätig verhalten und die von ihm abgestrittene Äußerung getan, stammt aus der Pressekonferenz der Polizei, die ihn festgesetzt hat, ausschnittsweise übertragen im ZDF.
        Theoretisch also möglich, dass die Polizei lügt. Es steht Aussage gegen Aussage. Meine persönliche Erfahrung ist allerdings, dass die Polizei in der Öffentlichkeit eher untertreibt. Will man mehr erfahren, muss man sich unter 4 Augen mit ihnen unterhalten.

        Kleine Anekdote am Rande:
        1997 hatte ich mein Essener Apartment inseriert, um einen Nachmieter zu finden. Während einer Besichtigung wurde ich in meiner Wohnung überfallen, Geld und Papiere gestohlen. Relativ gewaltfrei, also kein Trauma, nur daraus gelernt. Zwecks Identifizierung des Täters (mMn ein typisch »Biodeutscher) durfte ich auf der Polizeiwache die sog. Verbrecheralben studieren. 98 % dunkle, verwegen aussehende Gestalten. Auf meine erstaunte Aussage: »Das sind ja nur Ausländer!« antwortete ein Polizist mir: »Das dürfen wir nicht in der Öffentlichkeit laut sagen.«
        1997 schon!

        Das Wertebewußtsein, das mich umtreibt, ist vielleicht auch eher Stammesdenken: Beim kleinsten Verdacht, dass Gefahr für meine Familie und meine Umgebung drohen könnte, neige ich dazu, soziale Experimente ungewissen Ausgangs eher zu unterlassen.

        1. Hallo Frau Friedrich,

          Prügel gegen Polizisten hatte ich ehrlich gemeint mit dem Begriff »Mitmenschlichkeit« auch nicht im Sinn. Vielleicht glauben Sie mir das? Dass die Proteste gegen die Abschiebung des Afghanen eskaliert sind, gefällt mir auch nicht. Dass angeblich Linksautonome beteiligt waren habe ich zuerst nicht gewusst. Jedenfalls noch nicht, als ich meinen Beitrag geschrieben habe.

          Generell erwischen Sie mich bei dem Thema Abschiebungen gewissermaßen auf dem falschen Fuss. Ich bin nämlich auch heute noch dafür, dass bestehende Regeln eingehalten werden müssen. Wir hätten weitaus weniger Probleme, wenn alle dafür zuständigen Instanzen danach handeln würden. Ich hatte in meinem zweiten Artikel zum Thema geschrieben, dass es für manchen (auch für mich) schwierig ist, konkrete Abschiebemaßnahmen nachzuvollziehen. Wie ist es möglich, dass Leute, die sich nach Presse- oder nach Augenzeugenberichten gut integriert haben, trotzdem mittels solcher Aktionen abgeschoben werden? Sie sprechen das ja selbst auch an. Ich weiß gar nicht, ob das mit dem Asylrecht viel zu tun hat. Sicher wird es in dessen Rahmen “abgewickelt”. Aber die Leute werden doch – sollte man annehmen – nach bestimmten Kriterien ausgewählt. Und dafür fehlt, jedenfalls, wenn man Berichte liest, die Logik. Zuerst müssten doch die Leute abgeschoben werden, die erst kürzlich gekommen sind und deren Asylanträge abgelehnt worden sind. Dass man Menschen herauspickt, die jahrelang hier leben ist doch unverständlich. Es sei denn, es würde sich um Kriminelle handeln. Das wäre wieder etwas ganz anderes.

          Afghanistan stellt in der generellen Debatte über “sichere Herkunftsländer” eine Besonderheit dar. Ich verstehe, dass viele nicht begriffen haben, wie die Regierung ausgerechnet Afghanistan zum sicheren Herkunftsland machen konnte. Die Erklärungen unseres Innenministers waren für mich nicht nachvollziehbar. Trotzdem hätte ich weder gegen die Liste der Regierung (Magreb, Afghanistan, etc.) nicht opponiert. Also anders als rot-grün geführte BL.

          Die Sache mit der nepalesischen Familie ist wieder ein bisschen anders gelagert. Einerseits die furchtbar lange Zeit, die vergangen ist. Andererseits steht fest, dass alle Instanzen durchlaufen wurden. Für das Mädchen muss es schrecklich sein. Ich weiß nicht, was die Eltern hätten tun müssen. Letztlich ist es ihre Schuld, dass die Sache so ausgegangen ist.

          Menschlich tragisch ist der Fall allemal.Aber ich weiß auch, wie gefühlskalt manche sich in den Diskussionen selbst in einem solchen krassen Fall geben. Das tut mir in der Seele weh.

          Bestimmt gibt es diese Methoden, die Sie angesprochen haben. Ich bin nur nicht davon überzeugt, dass sie so weit verbreitet sind wie Sie behaupten. Von einer Industrie, die hier wirkt, erkenne ich nichts. Außer natürlich, dass die Leute, die meine Positionen fragwürdig finden, das immer wieder behaupten.

          An der Stelle will ich einräumen, dass ich mir nach der inzwischen vergangenen Zeit, vorstellen kann, dass im Nürnberger Fall Kräfte am Werk waren, die in diesem Fall bewusst für Stimmung gesorgt haben. Das geht ja auch etwas in die Richtung, die Sie vielleicht meinen. Ich habe ja diesen “Gesamtzusammenhang” in meinem Artikel auch beschrieben. Es ist irgendwie schade, dass wir an so einem wichtigen Punkt schon so misstrauisch geworden sind.

          Migranten kamen aus sehr verschiedenen Kulturen zu uns. Dass wir uns mit den Sitten und Gebräuchen weder auskennen und diese auch aufgrund ihrer archaisch anmutenden Ausprägung ablehnen, verstehe ich gut. Inwieweit solche Gruselgeschichten stimmen, kann ich nicht beurteilen. Ich sehe zuerst einmal die Menschen, die Hilfe brauchen. Und ich sehe unseren Staat, der dafür zu sorgen hat, dass die hier geltenden Gesetze und Regeln eingehalten werden und zwar ohne Einschränkungen.

          Zu Ihrer Anekdote: Ich glaube, dass jeder, der schon mal “XYZ” im ZDF gesehen hat, eine Idee davon hat, was Sie meinen. Es ist seit Jahren so, dass es dort heißt: “osteuropäische Banden” oder “südländische Typen” und was man da noch als Synonym verwenden könnte. Es ist so, dass solche Erkenntnisse zu lange unterdrückt worden sind. Ich tue mich heute noch schwer damit, Informationen dieser Art einfach so zu verwenden. Ich erwische mich dabei, dass ich in Zeitungen oder im Internet nach der ethnischen Herkunft regelrecht suche. Wohl deshalb, weils mich längst erwischt hat. Die andere Seite ist, dass es einen Zusammenhang und eine Wechselwirkung gibt, die zwar besteht, über die aber ebenfalls nie gesprochen wird. In Deutschland wird Racial Profiling betrieben. Damit gehen “entsprechend aussehende” Verdächtige natürlich viel häufiger in irgendwelche Regiistrierungsdatenbanken ein als Biodeutsche. Das schlägt sich am Ende auch in den Statistiken und vielleicht sogar in irgendwelchen “Verbrecheralben” nieder. Unabhängig davon gibt es aber auch nachvollziehbare Erklärungen, die in keiner Gesellschaft gern diskutiert werden. Das läuft nämlich immer darauf hinaus, dass Vorurteile geschürt werden.

          Als Experiment habe ich die Flüchtlingskrise nie betrachtet. Das ist eine Terminologie, die absichtsvoll verwendet wird. Dass unter den hunderttausenden von Menschen auch solche waren, mit denen man lieber nicht in Berührung kommen möchte, war vielleicht allen klar. Auch, wenn das anders gewirkt hat. Aus dem, was wir jetzt erleben, eine Bedrohung des deutschen Volkes zu konstruieren, finde ich ziemlich krass. Das überlasse ich lieber anderen.

          Wir kriegen bei diesen Debatten kein Bein auf die Erde. Die Ansichten gehen soweit auseinander wie das kaum bei einem anderen Thema je der Fall war. Ich kann mich jedenfalls nicht an vergleichbare Kontroversen erinnern (Ostverträge?). Was ich sehe ist, dass Menschen, die jahrzehntelang friedlich und ganz siche rnicht in schlechten Absichten hier mit uns gelebt haben, sich anhand der Diskussionen und des Benehmens vieler Biodeutscher ausgegrenzt und an die Seite geschoben fühlen. Vielleicht wird das alles noch viel schlimmer, wenn weitere Attentate verübt werden sollten. Das 4 Punkte Programm von T. May gibt auch Anlass zur Sorge.

          1. Lieber Herr Schulte, ich weiß ziemlich genau, wie Sie Ihren Beitrag gemeint haben. Niemals war es meine Absicht, Sie anzugreifen oder gar Ihnen einen Vorwurf zu machen. Ich will lediglich Denkanstöße vermitteln, auf die Fallstricke hinweisen, die bei so wohlmeinenden Aktionen wie der der Berufsschüler lauern. Heute versucht jeder jeden für seine Interessen zu instrumentalisieren, übrigens auch ein Problem von Pegida, wenn brave Bürger von Rechtsextremen unterwandert werden.

            »Zuerst müssten doch die Leute abgeschoben werden, die erst kürzlich gekommen sind und deren Asylanträge abgelehnt worden sind.«
            Das ist ja eben nicht möglich. Jedem, der deutschen Boden betritt, steht der Klageweg offen. Einschlägige RA-Kanzleien stehen bereits in den Erstaufnahmelagern Schlange bzw. wird von Hilfsorganisationen an sie verwiesen, Migranten dazu überredet, bei ablehnendem Asylbescheid den deutschen Staat zu verklagen. Die deutsche Abschiebe- bzw. Nicht-Abschiebe-Praxis hat sich inzwischen bis in nahezu alle Drittwelt-Länder herumgesprochen. Was das auch für Staatsanwaltschaften und Gerichte bedeutet, an denen die Einsparungen der vergangenen Jahre nicht spurlos vorbei gegangen sind, kann man sich vorstellen.
            Führt zu den Auswüchsen, wie wir sie beobachten, dass Menschen, die das Heimatland ihrer Eltern vielleicht nie gesehen haben, hier die Schule besuchen oder einen Arbeitsplatz haben, plötzlich ausgewiesen werden sollen.
            Der Fehler liegt im System, an einer Gesetzgebung, die offensichtlich mit den heutigen Gegebenheiten nicht Schritt hält. Sollte man da nicht ansetzen? Herr Maas, übernehmen Sie 😉

            Inwieweit ist die Flüchtlingskrise ein Experiment?
            Ich glaube nicht an Zufälle in der Politik. Es gibt viele Hinweise, dass neben den Kriegsflüchtlingen aus Syrien die vorwiegend Wirtschaftsmigranten oder Armutsflüchtlinge aus ca. 80 Nationen, die innerhalb der letzten 3 Jahre nach Deutschland kamen, sich nicht zufällig auf den Weg machten.
            Stichworte: 2015 Kürzung der UNHCR-Hilfsgelder für Flüchtlingslager, besonders krass durch die Merkel-Regierung;
            Bekannt gewordene Pläne US- und europäischer Wirtschaftseliten für die Vereinigten Staaten von Europa und die Lösung des Demografie-Problems (Coudenhove-Kalergi, UN Replacement Migration, Bilderberger) durch Flutung mit Menschen aus arabischem/afrikanischem Kulturraum.
            Finanz-Eliten benutzen die Linken Europas für ihre Zwecke, von diesen unbemerkt.
            Selbst das alte Thema Antisemitismus spielt hier eine Rolle. Kommt D seiner Verantwortung aus der Geschichte ausreichend nach? Einen Blick nach Frankreich werfen, wo immer mehr Juden das Land aus Angst verlassen.
            Wieviel Migranten hat Herr Obama aus den von den USA verursachten Krisengebieten aufgenommen? Ist er doch voll des Lobes für die Humanität von Frau Merkel.
            Ein soziales Experiment zu Lasten Europas (und hier in erster Linie Deutschlands, da fast alle anderen Staaten längst ihr Limit formuliert haben), was es in dieser Größenordnung nie gab und dessen Ausgang ähnlich gelagert in der Geschichte nie positiv für die Ursprungskultur ausging.

            Ich denke, wir können uns deswegen nicht an vergleichbare Kontroversen erinnern, weil niemals so vielen Menschen die Bedrohung unseres Landes bewußt war. Darunter sogar nicht wenigen der von Ihnen erwähnten Migranten, die seit Jahren friedlich und bestens integriert mit uns leben.
            Selbst hier mehren sich die Stimmen: Es reicht! Verändert D nicht noch mehr! Wir sind nicht nach D gekommen, um hier dieselben Probleme wie in unserem Herkunftsland zu bekommen.

            Ich schreibe das nicht, um Sie, Herr Schulte, zu ärgern, sondern bitte lediglich, einmal einige Zahlen gegenüber zu stellen und zu prüfen:
            Altersstruktur Bio-Deutscher – Altersstruktur Einwanderer,
            Zahl deutscher Nachkommen – Zahl Nachkommen muslimischer Einwanderer,
            Nationalitäts-Zugehörigkeit in % in Großstädten sowie in Kindergärten/Schulklassen, Altersgruppe 4 bis 15 Jahre.
            Dann bitte hochrechnen für die nächsten 25 Jahre.

            Man kann das mögen und wollen, sollte aber nicht behaupten, Deutschland wird sich nicht verändern.
            Ich fürchte um den säkulären Staat und eine freie, offene Gesellschaft, die sich dem technisch-wissenschaftlichen Fortschritt stellt.

            Einen kleinen persönlichen Nachtrag möchte ich mir noch erlauben, weil ich denke, dass er Sie vielleicht interessiert.
            1974 wohnte ich für einige Monate in »Ihrem« Urlaubsort Paguera bzw. dem angrenzenden Puerto Andratx. Die Welt IST klein! Zur Erinnerung: Willy Brandt/Guillaume und Fußball-WM.
            Paguera war damals bis zur Peinlichkeit fest in der Hand deutscher Großkotze, Besserwisser, Glücksritter, Diskotheken-Besitzer, Spieler und Zuhälter, nicht wenige aus meiner Heimatstadt Essen.
            Spätestens nach meinem »freundlichen« Hinweis, dass sie menschlich meinem in Düsseldorf zurückgelassenen Freundeskreis aus Tunesiern, Marokkanern, Libyern und Afrikanern nicht das Wasser reichen könnten, wurde ich schlimm gemobbt. Araber-Hu.. war noch das freundlichste.
            Ich war 19 Jahre alt und habe das mit Hilfe einiger mallorquinischer Freunde gut überstanden.
            Die Zeiten haben sich sich geändert. Meine damaligen Freunde waren i. d. R. illegal über Frankreich eingereist und gewiss keine Engel. Ihre Afros gingen bis auf die Schultern, wir hatten die gleichen Musik-Vorlieben und ich war hin und weg (wie heute manche junge Frau?)
            Was nie Thema war: Benachteiligung von Frauen, Islam, Terrorismus.
            Das kam alles erst im Laufe der folgenden Jahre.

    2. @Corinna: das ist wieder mal so eine Rede, die vor Pauschalisierungen nur so trieft! Ich arbeite selbst in einem Verein mit, der Flüchtlinge und Migranten berät und ihnen wo möglich hilft. Dabei hab« ich Mitarbeiter kennen gelernt – z.B. Syrer! – die seit Jahren wahre Säulen dieses Vereins sind, hochgradig integriert, exzellent arbeitend und selbstverständlich sehr gut Deutsch sprechend.
      Syrien ist mit Afghanistan überhaupt nicht vergleichbar, sondern ein Vielvölkerstaat, dessen Bevölkerung sich aus diversen Ethnien, Religionen/Strömungen, Zugewanderten/Flüchtlingen zusammen setzt. Völlig anders als die kleinteiligen, ortsfesten Clans in Afghanistan. Viele städtische Syrer sind ähnlich modern wie wir und auch nicht immer arm.
      Ich bin in Berlin noch nie von irgendwem angepöbelt worden, weil ich auf der Straße etwas esse. Aber ich habe erlebt, wie sich die Näherin in der Nachbarschaft trotz Ramadan-Fasten schier tot arbeitete, um allen ihre Hosen zu kürzen und Reissverschlüsse einzunähen (»schier« ist falsch, sie ist bei der Arbeit an einem Hirn Aneurysma gestorben). Es ist nicht das Interesse von Immigranten und Flüchtlingen, hier auf der faulen Haut zu liegen – aber Flüchtlinge dürfen nicht arbeiten, solange sie keinen Asylbescheid haben. Das dauert dann schon mal viele Monate oder gar Jahre – und dann wundert man sich, dass einige lieber Cannabis im Park verkaufen als gar nichts zu tun!
      Menschen wie Sie verbreiten Ressentiments gegen ganze Völkerschaften wegen der Verfehlungen Einzelner. Ich finde das schlimm, es widerspricht jedem Empfinden von Gerechtigkeit. Wir haben auch keine Sippenhaft mehr, wie noch im Mittelalter – und das ist gut so!

      1. Schade. Sie haben meine 2 Beiträge hier entweder nicht gelesen oder nicht verstanden, unterstellen mir Pauschalisieren und Ressentiments. Hätten Sie sie gelesen, wüßten Sie, dass Sie mir über die Verschiedenartigkeit von z. B. Syrern nichts mitteilen müssen. Mit Ihrem Urteil kann und muss ich leben, Sie aber sehen die Dinge ausschließlich einseitig. Wenn jemand die andere Seite thematisiert, holen Sie die Keule des Beleidigens heraus.
        Es sollte Ihnen doch zu denken geben, dass selbst viele kürzlich nach Deutschland gekommene Syrer das Verhalten der Deutschen als unvorsichtig und naiv sowie unverhältnismäßig tolerant kritisieren und ihre eigenen (muslimischen) Landsleute als Gefahr einstufen. Auf diese Gefahren gehen Sie überhaupt nicht ein, auch nicht auf meine Frage, mit wie demokratischen Methoden wir dieser Gefahren in der Zukunft noch Herr werden können.
        Was Sie persönlich nicht erlebt haben, blenden Sie als nicht existent einfach aus. Es gibt aber inzwischen viele (und immer mehr werdende Menschen), die ganz andere, negative Erfahrungen gemacht haben. Auch diese Menschen haben das Recht, sich warnend zu Wort zu melden, ohne mit falschen Attributen belegt zu werden.
        Wieviel Gewalt und Opfer sind unsere ehemals friedlichen europäischen Gesellschaften bereit hinzunehmen, bis wir erkennen, ok, wir haben es zu tun mit einer gewalttätigen Minderheit, einer großen schweigenden bis gut heißenden Mehrheit und einem weiteren Teil, der mit Gewalt nichts zu tun haben will. Und dass wir dem irgendwann Rechnung tragen müssen, wenn wir die friedlichen Jahrzehnte zurückhaben wollen.
        Es hat doch keinen Sinn, immer nur auf einige wenige Einzelschicksale zu schauen und dabei den Blick für das große Ganze zu verlieren. Schauen Sie auf die britischen, französischen oder schwedischen Gesellschaften. Deutschland ist dabei, denselben, wenn nicht sogar schlimmeren Weg zu gehen.

  4. Hallo Frau Friedrich,

    die Fallstricke gibt es. Der Grad an Verunsicherung ist meinem Text anzumerken, glaube ich. Dass manche nicht widerstehen können und solche Geschichten für ihre Zwecke (so oder so) auszunutzen versuchen, ist ja zu offensichtlich. Ich komme mir oft genug so vor, als sollte ich für blöd verkauft werden. Ich meine nicht Sie, Frau Friedrich.

    Dass jeder Mensch den Rechtsweg beschreiten kann und dass die Prozeduren viel zu lang dauern ist leider wahr. Allerdings gibt es doch so viele Menschen in Deutschland, deren Verfahren lange abgeschlossen sind und die eigentlich ausreisepflichtig wären. Es handelt sich um mehrere hunderttausend Menschen. Ob sich denn darunter nur Leute befinden, deren Schicksale mit denen vergleichbar sind, von denen wir in der Öffentlichkeit in dieser Weise Notiz nehmen? Ich glaube das nicht. Obwohl andererseits hinter jeder Geschichte auch ein persönliches Schicksal steckt. Das darf man nicht vergessen.

    Wenn die britische Premierministerin davon redet, dass aufgrund des Terrors “umgedacht” werden müsse, dann ist das im Prinzip das, was ich auch für Deutschland und andere europäische Länder erwarten würde. Ob dazu letztlich auch Grundgesetzänderungen gehören, die eine Art “Sonderbehandlung” von ausreisepflichtigen Migranten und Flüchtlingen ermöglichen werden? Wenn es nach denen geht, die ich der einfachheithalber immer mit Rechts beschreibe, kann ich mir das gut vorstellen.

    Wer weiß, welche “Anpassungen” im Rahmen einer Terrorgesetzgebung unser Grundgsetz bis zur Unendlichkeit verstümmeln werden? Angesichts der Entwicklung halte ich es für wahrscheinlich, dass die sich ausbreitende negative Sicht auf demokratische Institutionen (zu wem oder zu was können wir eigentlich noch aufblicken?) in nicht allzu langer Zeit auswirkt. Allerdings erst haben wir – aus meiner Sicht – ein anderes Land, vor dem sich viele Rechte so zu fürchten scheinen. Es sind nicht die (muslimischen) Flüchtlinge/Migranten, die dieses Land kaputt machen.

    Es sind weltweit über 60 Mio. Menschen auf der Flucht. Krieg und Armut sind vermutlich die bestimmenden Faktoren für dieses Phänomen. Dass dahinter politisches Kalkül stecken könnte, halte ich für abwegig. Allerdings sind beide Gründe überwiegend von Menschen gemacht. Allerdings wird dabei kaum jemand dabei im Auge gehabt haben, Flüchtlingsströme in Richtung Europa in Gang zu setzen. Zufall ist es nicht, dass viele Flüchtlinge in Deutschland gelandet sind. Die Kürzung der UNHCR-Hilfsgelder hat Deutschland wieder zurückgenommen, weil die Regierung die fatalen Wirkungen erkannt hat. Das haben Sie leider nicht erwähnt. Unser Land ist einer der größten Geldgeber des UNHCR. Bitte lesen Sie meine Beiträge. Ich habe mich auch mit diesen Gründen auseinandergesetzt.

    Ein Grund dafür, dass die Kürzung von 2015 revidiert wurde, war der Höhepunkt der Flüchtlingskrise in dem Jahr.

    Die ethnische Entwicklung der Bevölkerung der europäischen Länder werden durch viele Entwicklungen beeinflusst. Weil das seit Jahren der Fall ist, verstehe ich diejenigen nicht, die sich bisher gegen ein Einwanderungsgesetz ausgesprochen haben. Wir könnten heute klare Regeln haben und müssten nicht immer wieder bei Adam und Eva in den Diskussionen beginnen. Nicht einmal der Unterschied zwischen Kriegsflüchtlingen, Flüchtlingen und Migranten lässt sich in der öffentlichen Diskussion aufgrund gelernter Kategorien hinreichend differenzieren. Sie bestätigen das Bild, das Jörg Meuthen (AfD) beim Kölner Parteitag eindrucksvoll gezeichnet hat. Er trug vor, dass er beim Spaziergang durch seine Heimatstadt kaum noch Deutschen begegnen würde.

    Ich lebe in einer Kleinstadt. Auch hier hat sich das Bild verändert. Es gibt diese Gruppen von jungen, südländisch aussehenden Männern, die zusammenstehen und vielleicht auf manche Leute beängstigend wirken mögen. Ich nehme das wahr, fühle mich aber deshalb nicht unbehaglich. Ich las heute morgen in der Zeitung, dass eine Gruppe von 10 (Flüchtlingen?) eine 17jährige in Hürth (liegt in unserem Landkreis) unsittlich berührt und ins Gesicht geschlagen haben. Es ist normal, dass solche Vorfälle Vorbehalte verstärken. Wenn dann von Politikern oder Medien von Einzelfällen berichtet wird, sind die krassesten öffentlichen Diskussionen nicht mehr weit.

    Meine Erwartung wäre, dass die Polizei in der Lage ist, diese 10 Personen schnell zu finden, dass sie bestraft und danach abgeschoben werden. Wir wissen, dass genau das oft genug nicht so abläuft.

    Weil es diese Vorfälle gibt und viele andere haben es diejenigen leicht, die die Folgen der Migration absolut negativ besetzen. Logisch, dass Regierung und Behörden dabei schlecht wegkommen.

    Die Demografie muss für vieles herhalten. Ob es die Renten sind, die Pflege, die Kosten für diese ganzen alten Menschen oder ob es allgemein um den Untergang des deutschen Volkes geht. Viele kochen auf der Entwicklung ihre Süppchen. Mir persönlich ist es vollkommen egal, welche ethnische Gruppe dereinst in Deutschland dominierend ist. Das sage ich nicht deshalb, weil ich schon 63 Jahre alt bin und mich das, was in ein paar Jahrzehnten passiert, nichts mehr angehen wird. Ich gehe von einer ganz anderen Prämisse aus. Gehöre ich zu denen, die von Rechts so gern als Deutschlandhasser diffamiert werden, nur weil sie mit dem Begriff Nation wenig anfangen können? Überhaupt nicht. Ich liebe mein Land. Aber ich liebe auch Holland, die Schweiz, Spanien, Italien, Österreich und noch viele andere. Ich bin glücklich, wenn ich nach einer Reise wieder nach Hause zurückkomme. Wer heute positiv über Multikulti redet, der muss sich warm anziehen. Multikulti ist gescheitert, sagen viele (vielleicht die meisten) Politiker. Dabei leben wir in einem Staat, in dem das längst und immer noch zur Lebensrealität gehört. Und zwar nicht nur in Neukölln oder anderen Brennpunkten.

    Man kann das mögen und wollen, sollte aber nicht behaupten, Deutschland wird sich nicht verändern.
    Ich fürchte um den säkulären Staat und eine freie, offene Gesellschaft, die sich dem technisch-wissenschaftlichen Fortschritt stellt.

    Deutschland hat sich längst verändert und wird das – hoffentlich – auch weiter tun. Es wird dabei negative Seiten geben aber vermutlich auch viele positive. Mir macht Veränderung keine Angst. Ungewissheit beunruhigt mich mehr. Die Einstellung der Bevölkerung kann ich nicht einschätzen. Natürlich wirkt diese sich auf die Entscheidungen oder Diskussionen auf höchster politischer Ebene aus. Wenn extreme Parteien bei immer mehr Leuten Gehör finden, macht mich das unsicher. Ich hatte gehofft, dass wir den Faschismus ein für alle mal hinter uns gelassen hätten. Manche Diskussionen (ich meine nicht diese!) zeugen von etwas ganz anderem.


    Ich glaube, meine Frau und ich waren Anfang der 1980er Jahre erstmals in Paguera. In den jeweils 2 Wochen haben wir von dem, was Sie beschrieben haben, wenig mitbekommen. Es gibt dort zahlreiche deutsche Kneipiers und Hoteliers. Wir haben im Nilo gewohnt. Das gehörte damals einem deutsch-spanischen Ehepaar. Dort haben wir uns sehr wohl gefühlt. Obwohl wir erst Ende 20/Anfang 30 waren und dort eher ein älteres Publikum anzutreffen war. Das war so was wie ein Rückzugsort, wenn man die andere Angebote des Ortes satt hatte. 🙂

    Wir müssen unbedingt noch mal dort hin. Wir haben vor ungefähr 3 Jahren meine Schwiegermutter (92) zu uns geholt und seither sind nicht abkömmlich. Urlaub ist im Moment einfach nicht drin. Zeit hätten wir genug. Mutter ist wichtiger.

    Das Jahr 1974 ist mir auch noch in sehr guter Erinnerung. Meine Frau und ich haben damals (noch nicht verheiratet) unseren ersten gemeinsamen Urlaub (in Spanien) gemacht. Für mich waren die 1970er Jahre die besten überhaupt. Ich erinnere mich, dass mein Vater, der 2003 verstorben ist, dieses Jahrzehnt auch als sein bestes bezeichnet. Seltsam, dass ein Jahrzehnte generationenübergreifend so gesehen wird. Wahrscheinlich lags daran, dass es das Jahrzehnt der SPD war 🙂

    1. Hallo Herr Schulte,
      »arbeite« mal ab:
      Kürzung der UNHCR-Hilfsgelder: Dass ich die Rücknahme nicht erwähnte, war keine böse Absicht; ich hatte das als bekannt vorausgesetzt, sorry.

      Gesetzes-»Anpassungen«
      Wie ich an ClaudiaBerlin schon schrieb, meine Befürchtung ist, dass wir – sollte diese inkonsequente Politik noch lange beibehalten werden – die Probleme nicht mehr ohne die gefürchteten unschönen Bilder in den Griff bekommen werden. Je länger gewartet wird, desto unangenehmer und schwieriger (auch weniger rechtsstaatlich?) wird es werden.

      »Es sind nicht die (muslimischen) Flüchtlinge/Migranten, die dieses Land kaputt machen.«
      Hier sind wir unterschiedlicher Meinung. Für mich sind es vorwiegend (gibt auch noch Andere) fundamentalistische Muslime, die unsere Städte in meinen Augen so negativ verändern. Weil der »konservative Islam« (den Begriff lernte ich in der Phoenix-Runde vom 06.06., die ausnahmsweise richtig gut war) nicht mit einer freien Gesellschaft kompatibel ist.
      Weil mir der Anblick der vielen Soldaten auf französischen Straßen nicht gefällt (kommen wir da auch hin?).
      Weil sie mir »mein« Multi-Kulti verdorben haben, das ich noch in den 80ern richtig genossen habe, das (speziell an meinem vorübergehenden Wohnort Bonn) einmal wirklich schön bunt war.

      »Mir persönlich ist es vollkommen egal, welche ethnische Gruppe dereinst in Deutschland dominierend ist.«
      Das wäre es mir normalerweise auch, solange sie meine Rente noch finanzieren können, aber auch da bin ich nicht mehr so sicher.
      Ich habe den Eindruck, dass Sie – wie wir auch – kinderlos sind.
      In Gesprächen mit Eltern stelle ich fest, dass Einige sehr anders darüber denken. Verständlicherweise.
      Bei dem Gedanken, Deutschland könnte in der Zukunft von Menschen dominiert werden, die die Scharia dem Gesetz vorziehen, wegen einer Mohammed-Karikatur ausrasten, Frauenrechte nicht akzeptieren usw. bla, bla… (Sie kennen das alles) wird mir ganz anders.

      Die Einstellung der Bevölkerung kann man speziell in den SM deshalb nicht gut einschätzen, weil die SM offensichtlich auch als Ventil dienen. Zusätzlich läßt die vorgegebene Kürze auf Twitter die Aussagen oft hart und krass wirken. Viel Platz für Erklärungen bleibt ja nicht.
      Auch ich schreibe dort anders als z. B. in Ihrem Blog (auf Twitter haben Sie mich bereits nach 1 Satz geblockt, haha).
      Es hat den Eindruck, dass die Leute immer ungehaltener, ungeduldiger und wütender werden. Viele fühlen sich übergangen, hilflos, machtlos, würden gern von der Politik mehr berücksichtigt werden, nicht nur alle 4 bzw. 5 Jahre.
      Unterhalten Sie sich mit Einzelnen, sind sie durchaus vernünftig und haben häufig individuelle Erfahrungen gemacht, die sie so rabiat reagieren lassen. Dummköpfe gibt es überall. Deswegen bin ich auch gegen das Löschen unliebsamer Meinungen, denn wo werden sie sich austoben, wenn dieses Ventil ihnen genommen wird?
      Rechts-Faschisten oder Antisemiten habe ich unter Deutschen wissentlich nie getroffen, eher unter Türken und Arabern.

      Wie die Menschen nach Sept. 17 reagieren, wenn alles so bleibt, weiß ich nicht. Voraussichtlich wird sich nicht viel ändern. Darum muß ich hoffen, dass die AfD in ansehnlicher Anzahl in den Bundestag kommt (Sie wissen, Ventil). Selbst Bestrebungen mit militärischem Hintergrund sind mir zu Ohren gekommen, kann ich zahlenmäßig erst recht nicht einschätzen. Diese Informationen erhielt ich ausgerechnet 1 Woche vor Franco A., da war mir sofort klar, dass keine »Anschläge« geplant waren, sondern Attentate. Hören wir nichts mehr von, merkwürdig. Es brodelt vielleicht mehr im Untergrund, als Sie und ich so mitbekommen…

      Die AfD selbst sehe ich gelassen, vermute, sie wird ca. 2021 ohne Frau Merkel mit der CDU/FDP koalieren und irgendwann eine Partei ohne großen Wiedererkennungswert sein.

      Ja, die 70er waren toll, für mich persönlich auch noch die 80er.
      Problemlose Jobsuche, weniger Hektik; ich durfte noch rauchen, ohne böse angesehen zu werden 🙂 Und die SPD war eine ganz andere Partei.

      Das Bild Ihrer Pension auf Paguera sieht sehr einladend aus. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Frau, dass Sie – wenn wieder unabhängiger – noch fit genug sind, sich an Mallorca zu erfreuen.

      Viele Grüße

  5. In “Arbeit” sollte das ja nicht ausarten 🙂 Mir war wichtig, dass Sie wissen, dass ich mich mit dem Thema auch auseinandersetze. Nur aus dem Bauch hole ich meine gefühlig-einseitigen Artikel ja doch nicht :-/

    Es erschreckt mich, dass nicht nur Theresa May von Einschränkungen der Menschenrechte redet, sondern dass angeblich auch deutsche Spitzenbeamte darüber nachdenken sollen. Persönlich habe ich immer den Standpunkt vertreten, dass wir unsere Gesetze konsequent anwenden müssen, um allen zu zeigen, was geht und was nicht. Leider gibt es immer noch viele Gerichtsentscheidungen, die für mich kaum nachvollziehbar sind. Manchmal weiß ich nicht, was diese Juristen sich eigentlich denken, wenn sie ihre viel zu laschen Entscheidungen treffen. Wir brauchen kein Leitbild, sondern die Anwendung bestehender Regeln. Die Anwendung muss durch die Medien auch propagiert und vertreten werden, um auch eine Signalwirkung zu erzeugen.

    Schlecht ist, dass unter den Flüchtlingen so viele junge Männer sind, die hier weitgehend auf sich gestellt sind. Neben den kulturellen Sonderheiten tritt, dass sie aufgrund ihres Alters Dinge tun, die verständlicherweise für Leute in Deutschland beunruhigen. Das klingt nach Beschwichtigung. So ist das aber nicht gemeint. Und natürlich hilft diese Sicht auf die Sache auch nicht bei der nötigen Lösung des Problems. Es ist verkehrt, Verbrechen dadurch Vorschub zu leisten, dass man – egal aus welchen Gründen – Verständnis zeigen würde. Aber die Beschreibung der Hintergründe muss auch passieren.

    Nach Ihrem Hinweis habe ich mir gestern die Phoenix-Runde angesehen. Auch die Sendung am Folgetag. Beide waren interessant. Danke für den Tipp.Heute las ich irgendwo, dass jeder 3. Muslim in Deutschland dem “konservativen Islam” anhängt. Das finde ich erschreckend. Aber was weiß ich schon davon, was der “konservative” Islam ist? Für uns vom Glauben Abgefallene 🙂 kann es das schon sein, wenn jemand oft die Moschee besucht und täglich mehrmals betet oder sich an den Ramadan hält. Es heißt aber nicht, dass diese Menschen unser Grundgesetz durch die Scharia ersetzen wollen. Mit solchen “Nachrichten” wird hier leider auch Stimmung gemacht.
    Die Frage nach dem Terror stellt sich in krasser Form. Der IS und andere Terrororganisation erreichen ihr Ziel. Sie verderben das Zusammenleben in unseren europäischen Gesellschaften. All die Menschen, mit denen wir seit Jahrzehnten oder mindestens seit Jahren zusammenleben, werden immer mehr ausgegrenzt. Ich denke, Sie teilen solche Sichtweisen wohl nicht. Gestern erwähnte eine der vielen in diesen Zeiten gehörten Terrorexperten, dass die meisten radikalisierten Muslime als Grund für ihre persönliche Entwicklung Diskriminierungserfahrungen machen. Das klingt für viele nach Beschwichtigungsversuchen nach dem Motto: ihr seid selbst schuld an der Situation. Aber ist es so einfach? Ich lese viel davon, dass Juden angegriffen werden und Christen unter den Flüchtlingen. Das ist falsch und dagegen muss konsequent vorgegangen werden. Aber es ist auch wahr, dass friedliche Muslime – sicher nicht nur hier – angemacht und angepöbelt werden.

    Wenn hier, was gut möglich ist, weitere Anschläge erfolgen, könnte unser Straßenbild auch von Soldaten oder Polizei bestimmt werden.

    Die Rente ist sicher. 🙂 Wenn ich dran denke, wie viele Menschen ihre Altersversorgung in den Vereinigten Staaten aufgrund der Finanzkrise von 2009 verloren haben, glaube ich, dass wir mit unserer staatlichen Rentenversicherung besser dran sind. Dass bei den vielen Reformen/Reförmchen Fehler gemacht wurden, scheint auch das Beispiel Österreich zu belegen. Dort wurden diese vielen Änderungen nicht vorgenommen und das System ruht in sich. Jedenfalls wurde das so in unseren Medien dargestellt. Sie wissen, weshalb ich diese Einschränkung dazu mache!

    Meine Frau und ich sind kinderlos. Aber es gibt in unserem familiären Umfeld und im Freundeskreise viele junge Leute mit Kindern, die uns sehr am Herzen liegen. Wir denken insofern, wie Sie sicher auch, nicht nur an uns und wir sind hinsichtlich unserer Themen auch mit ihnen ständig im Gespräch. Manche gehen da nicht so gern aus sich heraus und ich insistiere auch nicht – des lieben Friedens willen.

    Tut mir leid, dass ich Sie bei Twitter geblockt habe… Ihr Eindruck ist einfach richtig. Viele Menschen fühlen sich unsicher und sind wütend. Die andere Seite ist aber, dass die Unduldsamkeit total stark zugenommen zu haben scheint. Es war doch nie anders. Die Regierungen haben schon immer mit uns gemacht, was sie wollen. Und letztlich stecken die Leute mit dem meisten Geld hinter vielen Entscheidungen. Viele haben das schon immer gewusst. Aber jetzt scheinen wir an einem Punkt angelangt (das Internet machts möglich), an dem sich neue Verbünde bilden. Das könnte eigentlich was Positives sein. Ich halte die Entwicklung eher für gefährlich. Vielleicht aus Bequemlichkeit oder aus Naivität, keine Ahnung. Jedenfalls will ich nicht, dass die Auswirkungen dieser Entwicklung zur echten Gefahr für das Land werden.
    Mein einfaches Rezept heißt, wir müssen unsere Regeln durchsetzen und die Leute, die dagegen verstoßen, zum Teufel schicken. Wenn diese Leute inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit haben, muss man überlegen, ob wir sie unter bestimmten Voraussetzungen diese aberkennen können. Menschen, die mit Terror sympathisieren und sich nicht an die Regeln/Gesetze halten, müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Das muss unser Staat leisten.

    Sie sagen, Sie hätten nie bisher keine Rechtsfaschisten oder Antisemiten unter Deutschen getroffen? Ich muss lachen, dass Sie einen Bindestrich verwenden. Die Nachricht habe ich verstanden. Links-Faschisten sehen Sie dafür überall 🙂

    Ich hoffe noch, dass die AfD nicht in den Bundestag kommen wird. Die Chancen dafür sind schlecht. Ich weiß das. Die Aufregung, mit der von der Leyhen die ersten Stellungnahmen abgab, brachten mich auf die Idee, dass ein Putsch der BW bevorstünde. Ich habe das irgendwo geschrieben – wohl bei FB. Das war allerdings mehr als Witz gemeint.

    Solche Szenarien liegen außerhalb meiner eigenen Vorstellungskraft. Dass es brodelt glaube ich allerdings auch. Überall in der Gesellschaft. Ich schließe das allerdings ausschließlich aus meinen Beobachtungen im Internet. Das ist ein bisschen zu wenig, um sich ein Bild zu machen. Ich drücke die Daumen, dass wir (Europa insgesamt) diese Zeit heil überstehen.

    Hoffen wir für uns alle, dass es friedlich weitergeht. Es wartet -hoffentlich- noch ein längeres Rentnerleben auf uns alle und vielleicht noch ein paar schöne ruhige Urlaube – auch in Paguera.
    LG Horst Schulte

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