Das Internet Muss Man Einfach Mögen

Für mich war das wie­der mal eine grau­en­haf­te Woche in Soci­al Media. Ich mer­ke, wie es mich immer mehr anstrengt, gegen die Hater anzu­re­den. Wie ich selbst immer aggres­si­ver wer­de, weil mich die­se geball­te Aggres­si­vi­tät der Hater offen­sicht­lich ansteckt. Wie ich immer öfter über­le­ge, ein­fach den Ste­cker zu zie­hen und die­ses Inter­net, das ich seit mehr als 20 Jah­ren so sehr lie­be, zu ver­las­sen …Quel­le: Soci­al Media – was ist mit uns Men­schen kaputt? | Chris­ta Goede | LINK

Das könn­te auch von mir sein. Aber die­se Anwand­lun­gen sind bei mir schon fast in die Jah­re gekom­men. Wahr­schein­lich bin ich inter­net­süch­tig, zu dumm, um kon­se­quent zu sein oder so. Jeden­falls emp­fin­de ich es exakt so wie Chris­ta geschrie­ben hat.

Bit­te lest ihren Text ganz. Sie hat eini­ge kon­struk­ti­ve Ansät­ze parat.

Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Ich schreibe über alle möglichen Themen. Politik, Medien und Gesellschaft dominieren dabei.

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare
  1. Nä, Horst. Zu dumm bist Du ganz sicher nicht. Sich die Opti­on offen zu hal­ten, immer mal wie­der die Klap­pe auf­zu­rei­ßen gegen­über den Het­zern ist für mich auch eine Art „Kon­se­quenz“. Und ein­mal den Mund auf­ma­chen ist defi­ni­tiv bes­ser, als den Hatern das Feld ohne Wider­spruch zu überlassen.

    HG Hans

  2. Wie­so will sie den Ste­cker zie­hen und „die­sem Inter­net“ den Rücken keh­ren, wenn sie sich doch ledig­lich nicht mehr in den soge­nann­ten „Soci­al Media“ her­um­trei­ben bräuch­te. Die sind für mich eher von nicht vor­han­de­ner Bedeu­tung, nur ein ziem­lich klei­ner Teil des Inter­nets und weit überschätzt.

    Aber wenn sich alle Auf­merk­sam­keit stän­dig unre­flek­tiert um die­se zwei­fel­haf­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sümp­fe dreht, die am Ende doch nichts wei­ter sind als Geschäfts­mo­del­le zum Abschöp­fen und werb­li­chen Ver­wer­ten von per­sön­li­chen Nut­zer­da­ten, dann kann ich auch nur mit den Schul­tern zucken. Dann wer­den sich eben wei­ter­hin – und zukünf­tig noch ver­stärkt – die Dumm­schwät­zer und Schrei­häl­se die­ser Welt dort um Auf­merk­sam­keit balgen.

  3. Lei­der ist „Soci­al Media“ die mei­nungs­bil­den­de Kraft. Und zwar welt­weit. Wer sich also ganz aus­klinkt, nimmt nicht nur nicht mehr Teil an der „Dis­kus­si­on“ (sofern man das Desas­ter als sol­che bezeich­nen möch­te), noch hält er sich auf dem Laufenden. 

    Dei­ne Bewer­tung tei­le ich an sich schon. Du weißt, dass ich vor­über­ge­hend aus­ge­stie­gen bin. Es gibt außer­dem noch eine ande­re Sei­te. Das sind nicht weni­ge Leu­te, mit denen man sich sehr wohl ange­nehm und doch kon­tro­vers über vie­les „unter­hal­ten“ kann. Das gilt ins­be­son­de­re für Face­book. Bei Twit­ter sind die Mög­lich­kei­ten des Dia­logs ohne­hin ein­ge­schränkt. Goog­le+ nut­ze ich fast gar nicht mehr. 

    Mein „Freund“ Hen­ryk M. Bro­der hat in einer Ver­an­stal­tung in einem liber­tä­ren Stu­den­ten­kreis zuletzt sinn­ge­mäß gesagt, dass er den Grund für die star­ke Pola­ri­sie­rung unse­rer Öffent­lich­keit dar­in sehe, dass jeder alles schrei­be, was ihm gera­de ein­fie­le. In die­ser Hin­sicht sei er elitär.

    Eigent­lich war das Inter­net doch genau­so gedacht. Par­ti­zi­pa­ti­on war ein Stich­wort. Aber ist es so ein­fach? Es geht doch nicht mehr um unter­schied­li­che Mei­nun­gen, son­dern dar­um, wie die­se aus­ge­drückt wer­den. Zum Teil sind die Kom­men­ta­re so unter­ir­disch und so men­schen­ver­ach­tend, dass ich es schon selt­sam fin­de, dass gera­de die, die sol­che Din­ge schrei­ben oder die Reak­tio­nen för­dern (wie auch Ach­gut und Tichy es tun), sich dar­über empö­ren, wenn angeb­lich die Mei­nungs­frei­heit (Netz gegen Nazis, Kaha­ne-Stif­tung etc.) infra­ge gestellt wird.

    1. Ich hal­te Face­book (oder „Soci­al Media“ all­ge­mein) nicht für die mei­nungs­bil­den­de Kraft, es ist viel­mehr ein undif­fe­ren­zier­ter Markt­platz für Äuße­run­gen aller Art. Eini­ge äußern dort auch ihre Mei­nung, sie dürf­ten mas­siv in der Min­der­heit sein. Man soll­te Mei­nung nicht mit unqua­li­fi­zier­tem Geschwätz ver­wech­seln, und das meis­te, was der­zeit zu den gro­tesk auf­ge­bla­se­nen The­men des Tages abge­son­dert wird, ist nichts wei­ter als das. Auch das, was aus den Blogs/Mündern der Bro­ders, Tichys u.a. kommt, sind kei­ne Mei­nun­gen, son­dern arm­se­li­ges … … ach­was, was rede ich über die­se Leu­te? Deren gehalt­ar­mes Gequa­ke geht mich im Grun­de doch gar nichts an. (Quak quak… Pssst: mit denen strei­tet man sich nicht, da steht man doch drüber… 🙂

      Du sagst:
      „Eigent­lich war das Inter­net doch genau­so gedacht. Par­ti­zi­pa­ti­on war ein Stichwort.“

      War es tat­säch­lich, aber da war immer ein qua­li­ta­ti­ver Anspruch an Kom­mu­ni­ka­ti­on und inhalt­li­chem Aus­tausch invol­viert. Davon ist nicht viel übrig. Kom­merz und damit ein­her­ge­hen­de intel­lek­tu­el­le und ethi­sche Ver­wahr­lo­sung dürf­te der Grund für den beob­acht­ba­ren Nie­der­gang sein. Vie­les ist ein­fach wert­los gewor­den, auch die ganz ursprüng­li­che Idee hin­ter Face­book war in Win­des­ei­le völ­lig korrumpiert.

      Ich ver­brin­ge wirk­lich viel Zeit im Netz, beschäf­ti­ge mich mit vie­len The­men­ge­bie­ten, die mich z.T. schon lan­ge, z.T. erst ganz frisch inter­es­sie­ren. Es ist ein schier uner­schöpf­li­cher Kos­mos an gehalt­vol­len Infor­ma­tio­nen und Kom­mu­ni­ka­ti­on, und das immer noch weit­ge­hend frei von Kom­merz. Das zählt für mich. Der gan­ze Rest, der mich nicht wei­ter­bringt, son­dern nur wun­dert oder auf­regt und mich gele­gent­lich zu Äuße­run­gen wie die­ser hier ani­miert, ist mir ziem­lich gleichgültig.

      Dass ich mich da aus­klin­ke, ja aus­klin­ken kann, wobei mir die mög­li­chen Fol­gen des­sen egal sein kön­nen, emp­fin­de ich als klei­nen Luxus, den ich mir ger­ne leis­te. Als gewis­sen Grad von für mich erstre­bens­wer­ter Frei­heit, die mir ermög­licht, mich um die Din­ge zu küm­mern, die für mich vor­ran­gig wich­tig sind.

  4. Hi Boris,

    die“ mei­nungs­bil­den­de Kraft viel­leicht ja nicht. Aber ich las, dass unglaub­lich vie­le Leu­te sich ihre „Infor­ma­tio­nen“ bei­spiels­wei­se nur noch via Face­book holen. Bedenk­lich ist das ja schon – aus den von dir auf­ge­führ­ten Gründen. 

    Ich fin­de die Tex­te bei Bro­der und Tichy so übel nicht. Inhalt­lich schon. Aber hand­werk­lich sind sie schon von beson­de­rer Klas­se. Ich mag das zwar nicht sagen. Aber du weißt bestimmt, was ich meine.

    Ob es tat­säch­lich am Kom­merz liegt, der die­sen schö­nen Plan einer neu­en Basis für Demo­kra­tie zer­stört hat? Kor­rum­piert sehe ich Face­book bzw. alle Soci­al Media Kanä­le. Lei­der wird einem sowas schnell als Über­heb­lich­keit aus­ge­legt. Aber wer die­se Quel­len für sei­ne Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis­se nutzt ist schon arm dran. Ich lese vor allem dort, weil dort die Anknüp­fungs­punk­te für Wider­stand lie­gen. Nicht sehr erfolg­ver­spre­chend aber immer­hin geht dort die Post ab. Nicht mehr in den Blogs. 

    Dei­ne Prio­ri­tä­ten­set­zung bewun­de­re ich schon. 🙂 Ich habe mei­ne Absti­nenz nie durchgehalten.

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