Menü

Das waren ja mal hüb­sche Motiv­wa­gen in den Rosen­mon­tags­zü­gen

Den Rosen­mon­tags­um­zug in Köln oder Düs­sel­dorf haben wir uns schon lan­ge nicht mehr live ange­se­hen. Wenn wir Lust drauf haben, schau­en wir uns lie­ber die regio­na­len Umzü­ge an. Die Groß­städ­te sind uns selbst an Kar­ne­val zu stres­sig.

Aber es gibt ja das Fern­se­hen. Die­ses Jahr haben uns man­che der Kar­ne­vals­wa­gen beson­ders gut gefal­len. Dazu gehör­te ein Motiv aus — Ach­tung, lie­be Köl­ner! — aus Düs­sel­dorf.

Es geht — natür­li­ch — um Trump. Ein Wagen zeig­te ihn als Ver­ge­wal­ti­ger der Frei­heits­sta­tue. Wobei — kann man das Bild nicht auch anders inter­pre­tie­ren? Las­sen wir das, denn bes­ser kann man in mei­nen Augen die aktu­el­le Befind­lich­keit der USA gar nicht tref­fen.

Die Sicht­wei­sen auf Trumps bis­he­ri­ge Amts­zeit soll aus euro­päi­scher bzw. spe­zi­ell deut­scher Sicht schon ein wenig anders sein als in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Denn dort wur­de ein neu­er Held gebo­ren — jeden­falls, wenn man Jan Fleisch­hau­er vom Spie­gel glau­ben soll. 

Man­chen, so scheint es, war der erwähn­te Kar­ne­vals­wa­gen poli­ti­sch eine Ecke zu inkor­rekt. Sati­re darf ja angeb­li­ch alles. Aber alles hat halt Gren­zen. Das haben wir im Fall Böh­mer­mann gelernt. 

Im Köl­ner Stadt-Anzei­ger wur­de sogar gefragt, ob und wie Washing­ton dar­auf reagie­ren wür­de. Soll­ten wir ggf. vor­sichts­hal­ber unse­re Kor­re­spon­den­ten aus Washing­ton abzie­hen? Son­st sperrt man die am Ende noch wegen ter­ro­ris­ti­scher Umtrie­be ins Gefäng­nis.

Soll­ten die Kri­ti­ker der Kar­ne­vals­wa­gen Recht haben erlässt Trump viel­leicht eine «einst­wei­li­ge Ver­fü­gung». Die­se Bil­der wer­den bestimmt auch dort irgend­wo zu sehen sein. In der Washing­ton­post gab es Anfang Febru­ar 2016 einen Vor­ge­schmack. Den frag­li­chen Wagen hat man offen­bar noch nicht ent­deckt. Auch die NYT berich­te­te noch nicht dar­über.

Der Dai­ly Express ist näher dran und berich­tet auf sei­ne Art über die Umzü­ge. Die Het­zer von der Insel spre­chen von einer «abscheu­li­chen Para­de». Mit Humor haben die­se Bri­ten offen­sicht­li­ch nichts am Hut. Das Schlim­me an die­sen Berich­ten der bri­ti­schen Anti-EU-Pres­se ist, dass sie weit­aus grö­ße­re Ver­brei­tung fin­den als die deutsch­spra­chi­gen Medi­en. Aber das nur neben­bei.

Tipp:  Großbritannien will die Sozialleistungen kürzen und die Steuern erhöhen

Bis es soweit ist, dass Trump und Ban­non davon erfah­ren, sind die Wagen wahr­schein­li­ch längst demon­tiert und in ihre Ein­zel­tei­le zer­legt? Ob so’n Kopf von Trump nicht was fürs Muse­um wäre? Da nutzt auch eine «einst­wei­li­ge Ver­fü­gung» nicht mehr viel. 

Mir haben neben dem Trump-Wagen vor allem auch die Dar­stel­lung der euro­päi­schen Rechts­aus­le­ger super gefal­len. Alle gleich blond, die Damen und Her­ren.

 

Armut
Die Uni­on ver­tei­digt die «Agen­da 2010». Minis­ter Grö­he ruft auf, Schulz” Fak­ten­schwä­che offen­zu­le­gen. Sogar die Bun­des­kanz­le­rin…
wie­der­ho­lun­gen
Mit den Tex­ten von Deniz Yücel habe ich mich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren an ver­schie­de­nen…

Horst Schulte

Ich blogge seit 2004. Am liebsten schreibe ich über gesellschaftliche und politische Fragen. Aber ab und an gibt es hier auch etwas zum Thema Bloggen, Wordpress und ein paar Fotos.

Meine ersten Gehversuche als Blogger machte ich mit den Blogs finger.zeig.net, später mit querblog.de und noch etwas später mit netzexil.de

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Hal­lo Hor­st,

    das ist natür­li­ch hef­tig, dass du die Senf-Stadt erwähn­st. Nä, ist schon OK. Ich bin da neu­tral.

    Die Düs­sel­dor­fer sind mit ihren Wagen, mei­ne ich, immer noch etwas direk­ter. Man­ch ein Wagen­bau­er kalkuliert(e) Anecken durch­aus ein in sei­ne Moti­ve. Ob das aktu­ell noch eine gute Idee ist, oder ob man zukünf­tig mög­li­cher­wei­se bes­ser einen Rechts­bei­stand beim Bau eines Wagens dazu nimmt? Unab­hän­gig davon, ob mir die Wagen gefie­len, fän­de ich es scha­de.

    Ich habe in die­sem Jahr übri­gens 2 Fern­seh­sit­zun­gen ver­folgt. Die Main­zer und die Köl­ner.
    Ich fand die Main­zer bes­ser. Auch, weil sie mehr auf Wort­bei­trä­ge setzt. Die waren wit­zig, direkt, klar und gera­de­aus. Ob zu gera­de­aus? k.A.

    Unse­re Poli­ti­ker hier kön­nen Gott sei Dank mit der Fast­nachts-Sati­re umge­hen. Sie wur­den auch nicht ver­schont. Ein sou­ve­rä­ner Umgang damit täte sicher auch ande­ren nicht schlecht.

    In dem Sin­ne — Ach­tung Düs­sel­dor­fer  — Alaaf
    Na gut, von mir aus auch Hel­au
    HG Hans

  2. Hal­lo Hans,

    ja, die Köl­ner und die Düs­sel­dor­fer. Ich tue mich leicht, weil wir zwi­schen­d­rin woh­nen. Aber unse­re Bin­dung an Köln ist schon deut­li­ch höher. 

    Hof­fent­li­ch wird das nie pas­sie­ren, dass RA mit ins Boot genom­men wer­den müs­sen, um etwai­gen gericht­li­chen Auf­la­gen zuvor­zu­kom­men. Das wäre wirk­li­ch schlimm für den Kar­ne­val.

    Es gab in die­sem Jahr, nicht nur durch Trump, ja eini­ges aufs Korn zu neh­men. Das — glau­be ich — ist den Leu­ten über­all in den Hoch­bur­gen pri­ma gelun­gen.

    LG Hor­st

Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.