Gesellschaft

Das waren ja mal hübsche Motivwagen in den Rosenmontagszügen

  • Lesezeit: 2 Minuten
Fastnacht

Den Rosenmontagsumzug in Köln oder Düsseldorf haben wir uns schon lange nicht mehr live angesehen. Wenn wir Lust drauf haben, schauen wir uns lieber die regionalen Umzüge an. Die Großstädte sind uns selbst an Karneval zu stressig.

Aber es gibt ja das Fernsehen. Dieses Jahr haben uns manche der Karnevalswagen besonders gut gefallen. Dazu gehörte ein Motiv aus – Achtung, liebe Kölner! – aus Düsseldorf.

Es geht – natürlich – um Trump. Ein Wagen zeigte ihn als Vergewaltiger der Freiheitsstatue. Wobei – kann man das Bild nicht auch anders interpretieren? Lassen wir das, denn besser kann man in meinen Augen die aktuelle Befindlichkeit der USA gar nicht treffen.

Die Sichtweisen auf Trumps bisherige Amtszeit soll aus europäischer bzw. speziell deutscher Sicht schon ein wenig anders sein als in den Vereinigten Staaten. Denn dort wurde ein neuer Held geboren – jedenfalls, wenn man Jan Fleischhauer vom Spiegel glauben soll.

Manchen, so scheint es, war der erwähnte Karnevalswagen politisch eine Ecke zu inkorrekt. Satire darf ja angeblich alles. Aber alles hat halt Grenzen. Das haben wir im Fall Böhmermann gelernt.

Im Kölner Stadt-Anzeiger wurde sogar gefragt, ob und wie Washington darauf reagieren würde. Sollten wir ggf. vorsichtshalber unsere Korrespondenten aus Washington abziehen? Sonst sperrt man die am Ende noch wegen terroristischer Umtriebe ins Gefängnis.

Sollten die Kritiker der Karnevalswagen Recht haben erlässt Trump vielleicht eine »einstweilige Verfügung«. Diese Bilder werden bestimmt auch dort irgendwo zu sehen sein. In der Washingtonpost gab es Anfang Februar 2016 einen Vorgeschmack. Den fraglichen Wagen hat man offenbar noch nicht entdeckt. Auch die NYT berichtete noch nicht darüber.

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Der Daily Express ist näher dran und berichtet auf seine Art über die Umzüge. Die Hetzer von der Insel sprechen von einer »abscheulichen Parade«. Mit Humor haben diese Briten offensichtlich nichts am Hut. Das Schlimme an diesen Berichten der britischen Anti-EU-Presse ist, dass sie weitaus größere Verbreitung finden als die deutschsprachigen Medien. Aber das nur nebenbei.

Bis es soweit ist, dass Trump und Bannon davon erfahren, sind die Wagen wahrscheinlich längst demontiert und in ihre Einzelteile zerlegt? Ob so’n Kopf von Trump nicht was fürs Museum wäre? Da nutzt auch eine »einstweilige Verfügung« nicht mehr viel.

Mir haben neben dem Trump-Wagen vor allem auch die Darstellung der europäischen Rechtsausleger super gefallen. Alle gleich blond, die Damen und Herren.

 

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Hallo Horst,

    das ist natürlich heftig, dass du die Senf-Stadt erwähnst. Nä, ist schon OK. Ich bin da neutral.

    Die Düsseldorfer sind mit ihren Wagen, meine ich, immer noch etwas direkter. Manch ein Wagenbauer kalkuliert(e) Anecken durchaus ein in seine Motive. Ob das aktuell noch eine gute Idee ist, oder ob man zukünftig möglicherweise besser einen Rechtsbeistand beim Bau eines Wagens dazu nimmt? Unabhängig davon, ob mir die Wagen gefielen, fände ich es schade.

    Ich habe in diesem Jahr übrigens 2 Fernsehsitzungen verfolgt. Die Mainzer und die Kölner.
    Ich fand die Mainzer besser. Auch, weil sie mehr auf Wortbeiträge setzt. Die waren witzig, direkt, klar und geradeaus. Ob zu geradeaus? k.A.

    Unsere Politiker hier können Gott sei Dank mit der Fastnachts-Satire umgehen. Sie wurden auch nicht verschont. Ein souveräner Umgang damit täte sicher auch anderen nicht schlecht.

    In dem Sinne – Achtung Düsseldorfer – Alaaf
    Na gut, von mir aus auch Helau
    HG Hans

  2. Hallo Hans,

    ja, die Kölner und die Düsseldorfer. Ich tue mich leicht, weil wir zwischendrin wohnen. Aber unsere Bindung an Köln ist schon deutlich höher.

    Hoffentlich wird das nie passieren, dass RA mit ins Boot genommen werden müssen, um etwaigen gerichtlichen Auflagen zuvorzukommen. Das wäre wirklich schlimm für den Karneval.

    Es gab in diesem Jahr, nicht nur durch Trump, ja einiges aufs Korn zu nehmen. Das – glaube ich – ist den Leuten überall in den Hochburgen prima gelungen.

    LG Horst

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