Der Hat Die Haare Schön. Und sonst?

Ich bin nicht über­rascht, dass die meis­ten Leser­kom­men­ta­re zur eher posi­ti­ven Kri­tik der gest­ri­gen Maisch­ber­ger-Sen­dung bei Welt-Online inhalt­lich wenig bei­tru­gen. Sie befass­ten sich, wie auch anders­wo, nicht mit Posi­tio­nen, son­dern sie rich­te­ten sich gegen einen der Teil­neh­mer der Runde.

Der rote Iro­ke­se Sascha Lobos ver­lei­te­te vie­le erneut zu absur­den Hass­ti­ra­den, Belei­di­gun­gen und und Lügen über einen Mann, der sich streit­bar und ehr­lich um einen Dis­kurs bemüht und der dazu gute und wert­vol­le Bei­trä­ge ver­fasst hat.

Die­je­ni­gen, die erneut so mas­siv angrei­fen, kön­nen die­se Tex­te eigent­lich gar nicht ken­nen. Sonst wür­den sie nicht so urteilen.

Der Held des Abends war AfD-Mit­glied und Pegi­da – Sym­pa­thi­sant Joa­chim Rad­ke. Der als Bus­fah­rer vor­ge­stell­te Ber­li­ner wirk­te sym­pa­thisch und ver­trat eine kon­sis­ten­te und nach­voll­zieh­ba­re Sicht zum The­ma des Abends.

Wenn ich ein wenig im Face­book – Pro­fil von Herrn Rad­ke lese, kann ich mei­nen posi­ti­ven Ein­druck nicht aufrechterhalten.

Der Autor von Welt – Online attes­tiert Lobo an die­sem Abend einen über­mo­ti­vier­ten Auf­tritt. Die­ser Ein­druck wur­de ver­mut­lich vor allem durch eine Bemer­kung Lobos geweckt. Er hat­te an Frau Lengs­feld sowie Herrn Rad­ke den Vor­wurf adres­siert, sich gleich zu Beginn in die „typisch rech­te Opfer­rol­le“ bege­ben zu haben. Mit die­sem Sujet arbei­tet Lobo schon eine Wei­le und das – aus mei­ner Sicht – auch mit gutem Grund. An die­sem frü­hen Punkt der Dis­kus­si­on fand ich Lobos Vor­wurf nicht unan­ge­bracht aber ungeschickt.

Alles in allem fand ich die Dis­kus­si­on inter­es­sant und es gab zu die­sem The­ma ganz bestimmt Run­den, denen ich das nicht beschei­ni­gen würde.

Neben dem nega­ti­ven Geseie­re des rech­ten Mei­nungs­volks­sturms ist mir schon in eini­gen ande­ren Dis­kus­sio­nen auf­ge­fal­len, dass aus­ge­rech­net die libe­ra­len und welt­of­fe­nen Posi­tio­nen, die mir per­sön­lich so am Her­zen lie­gen, durch deren Reprä­sen­tan­ten manch­mal weni­ger über­zeu­gen als die Gegen­sei­te. Mich stört es zwar, wenn Män­ner wie Sascha Lobo in Inter­net-Kom­men­ta­ren mit Häme und Belei­di­gun­gen bedacht wer­den, wesent­li­cher ist aber alle­mal, dass die sach­li­chen Unter­schie­de den Zuschau­ern deut­lich werden.

Wenn die, die so gern als Rechts­po­pu­lis­ten titu­liert wer­den aber am Ende doch nichts ande­res als Men­schen­fein­de sind, das Stu­dio als „mora­li­sche Sie­ger“ ver­las­sen und im Inter­net ent­spre­chend „gefei­ert“ wer­den, wach­sen bei mir Frust und Ver­zweif­lung über den Zustand unse­res Landes.

Ich erin­ne­re mich noch sehr gut an eine TV-Dis­kus­si­on zwi­schen Wil­ly Brandt und Hel­mut Kohl. Brandt kam schlecht weg, weil er zu emo­tio­nal reagiert hat. Das dürf­te Medi­en­pro­fis von heu­te eigent­lich über­haupt nicht mehr passieren.

Joa­chim Rad­ke im Inter­view bei „Pan­ora­ma“ im Juni 2015.

Die kom­plet­te Sen­dung vom 30.11.2016

Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Ich schreibe über alle möglichen Themen. Politik, Medien und Gesellschaft dominieren dabei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.