Seit lan­gem behaup­ten Pegi­da, AfD und ande­re rech­te Sek­tie­rer, unse­re Medi­en wür­den ihren Auf­trag weni­ger in der Wei­ter­ga­be von Infor­ma­tio­nen, son­dern unzu­läs­si­ger­wei­se in der „Um-/Er­zie­hung“ ihrer Zuschaue­rIn­nen und Lese­rIn­nen sehen.

Es braucht kei­ne beson­de­ren Anten­nen, um zu erken­nen, dass vie­le Medi­en ihre Mög­lich­kei­ten zur Mei­nungs­ma­che einsetzen.

Ein Bei­spiel dazu:

Heu­te hat der Köl­ner Stadt-Anzei­ger ganz groß (Sei­te 1 + 3) dar­über berich­tet, dass auch Sil­ves­ter 2017 wie­der mit vie­len jun­gen ara­bi­schen Män­nern zu rech­nen ist.

Die Schlag­zei­le auf Sei­te 1 lautet:

Polizei-Großaufgebot für Silvester

Der Text holt sofort all die schlim­men Erin­ne­run­gen an die Sil­ves­ter­nacht 2015 mit ihren Fol­gen für die Ver­schär­fung der Asyl­de­bat­te zurück ins Gedächt­nis, also nicht nur bei den Opfer die­ser ver­bre­che­ri­schen Übergriffe.

Dass nach dem Wech­sel des Köl­ner Poli­zei­prä­si­den­ten das The­ma im Hin­blick auf das kom­men­de Sil­ves­ter the­ma­ti­siert wird, ist zwar nach­voll­zieh­bar. Was mich aber kri­mi­nell ärgert ist, dass die Medi­en die Mel­dung gan­ze zwei Tage vor der Bun­des­tags­wahl rausbringen.

Auf Sei­te 3 titelt der Stadt-Anzeiger:

Jung, alkoholisiert, aggressiv

Untertitel: „Zum Jahreswechsel waren erneute viele Männer mit Migrationshintergrund nach Köln gekommen. Die Polizei stellte nun die Gründe vor.“

Viel­leicht hät­te ich mei­nen Vor­wurf an die Adres­se der Köl­ner Poli­zei adres­sie­ren sol­len. Aber es steht nun mal in mei­ner Tageszeitung.

Die beab­sich­ti­ge Wahl­be­ein­flus­sung hät­te in frü­he­ren Jahr­zehn­ten wohl Fol­gen gehabt. Heu­te zucken wahr­schein­lich alle nur mit den Schultern.

Die AfD wird schmun­zeln und Dan­ke sagen.

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Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Es sind nur wenige Jahre vergangen. Trotzdem bin ich in diesem Geschäft ein alter Hase.

Ich schreibe über gesellschaftliche und politische Themen. Hin und wieder gibt es bei 2bier auch was zum Thema Bloggen und Wordpress zu lesen.

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