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Trumps hof­fent­lich nur tem­po­rä­rer Erfolg vor dem Supre­me Court hat eine Kom­po­nen­te, die selt­sa­mer­wei­se nicht the­ma­ti­siert wur­de.

Es mag sein, dass die per­so­nel­len Umstel­lun­gen im höchs­ten Gericht der Ver­ei­nig­ten Staa­ten künf­tig mehr sol­cher Ent­schei­dun­gen zei­ti­gen und Trumps unsäg­li­cher Poli­tik Vor­schub leis­ten wer­den. Das war­ten wir ab.

Das Gesetz, nach­dem Men­schen aus sechs vor­wie­gen­den von Mus­li­men behei­ma­te­ten Län­dern aus Sicher­heits­grün­den (Ter­ror­ge­fahr) für die Zeit von 90 Tagen nicht in die USA ein­rei­sen dür­fen, ist fast seit Beginn von Trumps Prä­si­dent­schaft The­ma. Ver­schie­de­ne Bun­des­ge­rich­te ver­pass­ten dem ras­sis­ti­schen Geset­zes­vor­ha­ben den Bescheid, den es ver­dient hat­te.

Danach sol­len Bür­ger aus den Län­dern Iran, Jemen, Liby­en, Soma­lia, Sudan und Syri­en 90 Tage lang nicht in die USA ein­rei­sen dür­fen. Außer­dem ent­hält das Dekret ein gene­rel­les, min­des­tens 120 Tage gel­ten­des Ein­rei­se­ver­bot für Flücht­lin­ge.Quel­le: Trumps umstrit­te­nes Ein­rei­se­ver­bot erneut vor Gericht — EURACTIV.de | LINK

Ent­spre­chend «ver­är­gert» war der Herr Prä­si­dent. Wie könn­ten wir die unsag­bar dum­men Äuße­run­gen, die die­ser Nar­zisst nach die­sen jewei­li­gen Ent­schei­dun­gen geäu­ßert hat, je ver­ges­sen?

NT-V — Mel­dung vom 28.01.2017

Obwohl seit­dem meh­re­re Mona­te ins Land gin­gen, hat Trumps Admi­nis­tra­ti­on bis­her kein Sicher­heits­kon­zept ent­wi­ckelt, wel­ches den betrof­fe­nen Men­schen die Zumu­tung eines Ein­rei­se­ver­bo­tes erspart hät­te.

Was das heißt? Trump und sei­ne Leu­te haben von Beginn an von einer auf 90 Tage ange­leg­ten Geset­zes­re­gel gespro­chen. Sein bescheu­er­tes Gesetz ist bis heu­te immer noch auf eine Dau­er von drei Mona­ten ange­legt! Kön­nen die­se Leu­te im Wei­ßen Haus noch bes­ser demons­trie­ren, wie unfä­hig Trumps Admi­nis­tra­ti­on ist?

Telekom
Die Tele­kom hat heu­te ter­min­ge­recht (bis 16.00 Uhr heu­te war Dead­line) die 100 Mbit -… 
scherben
Für die, die mit dem Begriff «Kris­tall­nacht» nichts mehr anfan­gen kön­nen, weil sie nach der… 

Dan­ke fürs Tei­len

Horst Schulte

Ich bin Horst Schulte und blogge seit 2004. Am liebsten schreibe ich über gesellschaftliche und politische Fragen. Aber ab und an gibt es hier auch etwas zum Thema Bloggen, Wordpress und ein paar Fotos.

Meine ersten Gehversuche als Blogger machte ich mit den Blogs finger.zeig.net, später mit querblog.de und noch etwas später mit netzexil.de

Dieser Beitrag hat 15 Kommentare
  1. Du siehst das ganz falsch: Die­ses Gesetz ist das erfolg­reichs­te Gesetz gegen den Ter­ro­ris­mus, das je ein US-Prä­si­dent erlas­sen hat. Und das woll­ten Rich­ter, die böse sind, ver­hin­dern.

    Wir sind Zeu­ge einer Star-Trek-Fol­ge, in der eine frem­de Spe­zi­es die gesam­te Bevöl­ke­rung (zumin­dest einen gro­ßen Teil davon) mit­tels einer unbe­kann­ten Strah­len­waf­fe lobo­to­miert hat. Die sind jetzt intel­lek­tu­ell und emo­tio­nal bloß noch Gemü­se („vege­ta­bles”, wie der Angel­sach­se sagt) und glau­ben kri­tik­los und dumpf­sin­nig alles, was ihnen ihr Füh­rungs­per­so­nal sagt.

    Aus nichts wei­ter besteht die Poli­tik die­ses soge­nann­ten Prä­si­den­ten: aus blo­ßen Behaup­tun­gen, erfun­de­nen „Fak­ten” und dümms­ter Schwarz-Weiß-Male­rei auf Amö­ben­ni­veau.

    Jedes auch nur halb­wegs bei Sin­nen befind­li­che Volk hät­te die­sen „Prä­si­den­ten” nebst der reak­tio­när-grenz­de­bi­len Mehr­zahl sei­ner Par­tei­gän­ger längst mit dem Schlap­pen vom Acker gejagt…

    Wenn’s nicht so bit­ter­ernst wäre, könn­te man sich doch stän­dig bloß lachend die Schen­kel klop­fen.

  2. Die Erklä­rung habe ich heu­te gehört. Bei «Hart aber fair» mein­te ges­tern jemand, dass die Ame­ri­ka­ner sich umso stär­ker hin­ter «ihrem» Prä­si­den­ten ver­sam­meln, je grö­ßer der Druck aus dem Aus­land wer­de. Die­se Begrün­dung leuch­tet mir ein. Dumm gebo­ren und nix dazu gelernt. Es ist nicht zum Aus­hal­ten.

  3. Das ame­ri­ka­ni­sche Volk ist nicht mehr bei Sin­nen? Grenz­de­bil? Weil Sie nicht Frau Clin­ton gewählt haben? Sagt wer? Aus­ge­rech­net die Deut­schen, die über Jahr­zehn­te nicht gera­de mit der Fähig­keit geglänzt haben, sich mit einem guten Händ­chen ihr poli­ti­sches Per­so­nal nach dem Kri­te­ri­um: Das Bes­te für das Volk (nicht für sich selbst oder die Par­tei) aus­zu­su­chen?

    Reden Sie mal mit ganz nor­ma­len Ame­ri­ka­nern. Vie­le hat­ten das Gefühl, die Wahl zwi­schen Pest und Cho­le­ra zu haben. Soll­ten gera­de wir ver­ste­hen. Dafür, Frau Clin­ton nicht zu wäh­len, gab es vie­le gute Grün­de.
    Wenn ich ihnen erzäh­le, wie ten­den­zi­ös und belei­di­gend in Deutsch­land öffent­lich gegen den gewähl­ten Prä­si­den­ten Stim­mung gemacht wird, fal­len sie aus allen Wol­ken, denn sie wis­sen es gar nicht. Ich wur­de gefragt: «Von US-Medi­en?» Nein, von deut­schen Poli­ti­kern und Medi­en. Das von Herrn Schul­te erwähn­te Hart-aber-fair-Argu­ment ent­fällt also. Der US-Nor­ma­lo weiß kaum etwas über Deutsch­land und inter­es­siert sich abso­lut nicht dafür, was Deut­sche über die US-Poli­tik den­ken.

    Man stel­le es sich ein­mal umge­kehrt vor:
    Nor­ma­le US-Bür­ger wür­den uns dumm, unfä­hig, grenz­de­bil, von Sin­nen, dumm gebo­ren, unfä­hig, dazu zu ler­nen, nen­nen. Weil sie in ihren Medi­en täg­lich vor­ge­be­tet bekom­men, dass die deut­sche Kanz­le­rin eine dum­me, unge­bil­de­te, cha­rak­ter­lo­se, nicht ein­mal das deut­sche GG ken­nen­de, unehr­li­che, unde­mo­kra­ti­sche Frau ist, die den Deut­schen scha­det und trotz­dem von die­sem tum­ben Volk immer wie­der gewählt wird. Die man mit dem «Schlap­pen vom Acker jagen» (oder mit Mist­ga­beln aus dem Amt? — Tat­ja­na Fes­ter­ling) soll­te. Wie wür­de uns das gefal­len?

    Das täg­li­che Trump-Bashing in den ÖR fand sein plötz­li­ches Ende, nach­dem er syri­sche Stel­lun­gen beschie­ßen ließ. Hielt lei­der nicht lan­ge an. Was sagt uns das? An der Lüge von der Über­flüs­sig­keit der NATO wird bis heu­te fest­ge­hal­ten; zuletzt von Bet­ti­na Gaus (taz) vor weni­gen Tagen in einer der ÖR-Talk­run­den. Kei­ner wider­sprach. Die Ori­gi­nal-Aus­sa­ge von Trump (aus dem Zusam­men­hang geris­sen): «…NATO was obso­le­te..», was nichts ande­res hieß als «…die NATO war ver­al­tet…». So wird gelo­gen, betro­gen, ver­fälscht und ver­zerrt. Das deut­sche Publi­kum schluckt kri­tik- und wider­spruchs­los Alles.

    Kei­ne Erwäh­nung (rich­tig über­setzt) sei­ner groß­ar­ti­gen Rede zum The­ma Aus­stieg aus dem Pari­ser Kli­ma­ab­kom­men. Trump ist der ein­zi­ge west­li­che Regie­rungs­chef, der sei­nem Volk ehr­lich sagt, dass die­ser Ver­ein in die­ser Form nichts bringt und nichts gebracht hat. Aus der Sicht des Geschäfts­man­nes den Ame­ri­ka­nern nur hor­ren­de Kos­ten. Und er ver­sucht kon­se­quent, sei­ne Wahl­ver­spre­chen umzu­set­zen — was Deut­sche nicht ver­ste­hen, weil sie es von deut­schen Poli­ti­kern nicht ken­nen.

    Die eigen­ar­ti­ge Lis­te der mus­li­mi­schen Län­der wur­de unter der Oba­ma-Admi­nis­tra­ti­on erstellt, eben­so ließ Oba­ma den Grenz­zaun nach Mexi­ko bau­en. War in deut­schen Medi­en kaum The­ma.

    Ver­mut­lich sind wir Deut­sche die Aller­letz­ten, die sich über­heb­lich mora­li­sie­rend über ande­re Völ­ker erhe­ben soll­ten. Weil wir selbst aus­rei­chend Pro­ble­me im eige­nen Land haben, die drin­gend ange­packt wer­den müß­ten, nicht nur «Ehe für Alle», Trump, Brex­it, der böse Orban. Weil wir weder klü­ger noch bes­ser sind. Im Gegen­teil: In der letz­ten Zeit meh­ren sich die Stim­men aus Öster­reich, Hol­land, GB, Ita­li­en, Kroa­ti­en, Polen, Ungarn, Aus­tra­li­en, Japan u. v. a. m., die sich fra­gen, was in Deutsch­land WIEDER aus dem Lot gera­ten ist. Alles Geis­ter­fah­rer?

    Wir soll­ten mit den Ame­ri­ka­nern soli­da­risch sein und Ver­ständ­nis auf­brin­gen; nicht mit eini­gen lin­ken Schrei­häl­sen in den gro­ßen Metro­po­len, auch nicht mit den Rei­chen oder den Eli­ten, son­dern mit dem gemei­nen Volk.

  4. Mir wäre es egal, wenn Ame­ri­ka nicht wei­ter­hin die Füh­rungs­macht auf der Welt wäre. Nicht wegen hoher mora­li­scher Ansprü­che, son­dern aus­schließ­lich des­halb, weil die­sen Leu­ten die mäch­tigs­te Armee der Welt zur Ver­fü­gung steht. Kein Land auf der Erde trägt die Ver­ant­wor­tung für so vie­le mili­tä­ri­sche Kon­flik­te. Mir gefällt das nicht. Aber mir ist bewusst, dass wir ande­rer­seits von die­ser Prä­senz der Ame­ri­ka­ner sehr pro­fi­tiert haben. Inso­fern habe ich Ver­ständ­nis für die Quen­ge­lei der Ame­ri­ka­ner (nicht nur Trump und Oba­ma haben die zu gerin­gen Rüs­tungs­aus­ga­ben von Nato-Part­ner­staa­ten kri­ti­siert).

    Wie kön­nen wir Deut­sche uns her­aus­neh­men, so viel Kri­tik an einem gewähl­ten Prä­si­den­ten zu üben? 

    Das hal­te ich ehr­lich gesagt für eine alber­ne Fra­ge. Es klingt ein biss­chen wie: «Das wird man doch noch sagen dür­fen». Das wur­de stän­dig behaup­tet, obwohl die öffent­li­che Debat­te über die frag­li­chen The­men längst offen­siv und laut­stark geführt wur­den. Das passt dazu, wenn stän­dig wie­der­holt wird, wie schlecht und ein­sei­tig wir in Deutsch­land infor­miert wer­den. Wenn man im Besitz der allei­ni­gen Wahr­heit ist, mag es schwer fal­len, eine ande­re Sicht auf die Din­ge anzu­er­ken­nen. Mir fällt das auch nicht immer leicht. Aber wir kön­nen uns doch nicht ernst­haft unent­wegt den Wis­sens­hin­ter­grund für die gegen­sei­ti­ge Argu­men­ta­ti­on abspre­chen! Das heißt nicht, dass jeder natür­lich auch mal falsch lie­gen kann.

    Wenn es danach gin­ge, dürf­ten wir ver­mut­lich über kei­nen Poli­ti­ker (aus­län­di­sche, die ja von ande­ren gewählt wor­den sind!) mehr irgend­was Nega­ti­ves sagen, wenn er aus der Sicht gewis­ser Leu­te, die rich­ti­gen Din­ge tut (wie z.B. den Mus­lim Ban). Sogar in den Medi­en wur­de behaup­tet, dass das Trump-Bashing vor allem in Deutsch­land extrem stark wäre. Aber genau dar­über gibt es auch gegen­tei­li­ge Mei­nun­gen.

    Um die Fra­ge nicht im Raum ste­hen zu las­sen: Ich hät­te Clin­ton gewählt. Ganz klar, ganz selbst­ver­ständ­lich. Einen Trot­tel wie Trump zum Mäch­tigs­ten Mann der Welt zu machen, wäre mir nicht ein­ge­fal­len. Und jetzt sagen Sie bit­te nicht wie­der, ich wäre schlecht oder falsch infor­miert. Ich erlau­be mir hin und wie­der aus­län­di­sche Medi­en zu lesen. Dar­un­ter auf die Washing­ton Post und die NYT. Aber mit Sicher­heit wer­den Sie gegen bei­de Blät­ter Ihre bekann­ten Vor­ur­tei­le parat haben. Ja, es sind lin­ke Zei­tun­gen. Ich lege mei­ne Ent­schei­dungs­fin­dung nicht in die Hän­de irgend­wel­cher Rechts­pu­bli­ka­tio­nen wie Breit­bart oder das Fox-Impe­ri­um.

    Was sagt die NZZ? Die Ver­hal­ten sich gemäß dem Sta­tus des Lan­des neu­tral?. Ich fin­de, das geht auch gar nicht. Der Mann ist … indis­ku­ta­bel.

    Ich fin­de nicht, dass die Ableh­nung von Trump aus­schließ­lich aus Deutsch­land kommt. Inso­fern glau­be ich eben doch, dass man­che Sicht­wei­sen aus Euro­pa und der Welt sogar in den USA ankom­men wer­den.

    Ver­mut­lich ken­nen Sie den Hersch — Arti­kel in der letz­ten «Welt am Sonn­tag»:
    Zitat SEYMOUR M. HERSH: Die natio­na­len Sicher­heits­be­ra­ter wuss­ten um ihr Dilem­ma: Trump woll­te auf die­sen syri­schen Affront gegen die Mensch­lich­keit ant­wor­ten. Er woll­te auf kei­nen Fall davon abge­bracht wer­den. Sie hat­ten es mit einem Mann zu tun, den sie weder für unfreund­lich noch für dumm hiel­ten, aber wenn es um Ent­schei­dun­gen für die natio­na­le Sicher­heit ging, war sein Hori­zont aus­ge­spro­chen beschränkt. „Jeder, der ihm nahe­steht, weiß um sei­ne Nei­gung zu über­stürz­tem Han­deln, wenn er die Tat­sa­chen nicht kennt,“ sag­te der Sicher­heits­be­ra­ter. „Er liest nichts und hat kaum Geschichts­kennt­nis­se. Er ver­langt münd­li­che Brie­fings und Fotos. Er ist ein Hasar­deur. Die Kon­se­quen­zen von Fehl­ent­schei­dun­gen in der Wirt­schafts­welt kann er akzep­tie­ren, er ver­liert ein­fach nur Geld. Aber in unse­rer Welt ster­ben Men­schen, und es führt zu lang­fris­ti­gen Schä­den für unse­re natio­na­le Sicher­heit, wenn er sich irrt. Ihm wur­de gesagt, dass wir kei­ne Bewei­se für einen syri­schen Ein­satz von Che­mie­waf­fen hät­ten, und trotz­dem sag­te Trump: ‚Tut es.‘“ 

    Nun ist mir nicht klar, in wel­che Schub­la­de Sie Herrn Hersh ste­cken wer­den, weil er sich schließ­lich erlaubt, die­sen Kerl im Wei­ßen Haus als Hasar­deur zu bezeich­nen.

    Wie uns die Ame­ri­ka­ner sehen, ist mir ehr­lich gesagt ganz egal. Die Reak­tio­nen der Trump-Wäh­ler auf sei­ne Poli­tik sind so bizarr, dass ich mich fra­ge, wie das mög­lich ist. Und dann lese ich Ihre Zei­len. Eine Erklä­rung dafür lie­fern sie nicht. 

    Wis­sen Sie, ich spre­che kein Eng­lisch. Aber was »…NATO was obso­le­te..« bedeu­tet, war mir — ob Sie mir das abneh­men möch­ten oder nicht — völ­lig klar. Und es stimmt auch nicht, dass alle Medi­en für die aus Ihrer Sicht anste­hen­de Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on gesorgt haben. Sie über­trei­ben wie mit Ihrer Aus­sa­ge, dass wir von unse­ren Medi­en per­ma­nent belo­gen wür­den.

    Das deut­sche Publi­kum schluckt kri­tik- und wider­spruchs­los Alles.

    Schät­ze, die­ses Fee­ling ist stark von den momen­ta­nen Umfra­ge­wer­ten in Deutsch­land geprägt. Wäh­ler­be­schimp­fung hat noch sel­ten was gebracht, Frau Fried­rich. Mei­ne Kri­tik an den Trump-Wäh­lern ist inso­fern von ande­rer Qua­li­tät, als die im Aus­land leben 🙂

    Oba­ma war ein fei­ner Herr. Sol­che Aus­sa­gen wer­den Sie kaum aus­hal­ten, glau­be ich. Aber ich trau­re ihm wirk­lich nach. Sie mögen ja teil­wei­se Recht haben mit Ihren Vor­hal­tun­gen gegen ihn. Aber was Trump macht, was er sagt und wie er sich gebär­det ekelt mich ein­fach an. Und eine gro­ße Rede, da haben Sie wirk­lich Recht, habe ich bis­her noch nicht von ihm gehört. Aber ich sag­te ja, dass ich kein Eng­lisch spre­che. Ein Glück. 

    Ober­fläch­lich ken­ne ich die kon­tro­ver­sen Sicht­wei­sen auch deut­scher Wis­sen­schaft­ler zum The­ma men­schen­ge­mach­ter Kli­ma­er­wär­mung. Mei­ne Schluss­fol­ge­rung sind, wie die vie­ler ande­rer Men­schen auch, ande­re als die, die Sie zie­hen. Die Amis wol­len wei­ter Koh­le ver­feu­ern und Stahl pro­du­zie­ren, weil sie damit neue Arbeits­plät­ze schaf­fen? Dann mal zu. 

    Trump hält sich für den Men­schen, der die Zukunft der Ver­ei­nig­ten Staa­ten in den Hän­den hält. Good luck. 

    Sie gei­gen mir Ihre Mei­nung. Das ist gut. Aber ich bin nicht so leicht zu über­zeu­gen. Fra­gen Sie mei­nen Schwa­ger.

  5. Eins noch, Frau Fried­rich. Wie ist das denn nun mit die­sem komi­schen 90 Tage-Gesetz? Das haben Sie gar nicht erwähnt. Nor­mal wäre doch gewe­sen, wenn Trump in der Zwi­schen­zeit mit sei­nen Diens­ten dafür gesorgt hät­te, dass die­ses elend — ras­sis­ti­sche Gesetz sich erüb­rigt hät­te. Wie sieht es eigent­lich nach Ablauf der 90 Tage aus? Der Supre­me Court will erst im Okto­ber erneut dar­über urtei­len, habe ich gele­sen. Dann wäre die Frist ja schon wie­der längst abge­lau­fen. Gute, über­zeu­gend Poli­tik sieht für mich anders aus.

  6. Es war gar nicht geplant, zu Ihrem Arti­kel einen Kom­men­tar zu schrei­ben. Um genau dies zu ver­mei­den: Eine Dis­kus­si­on über die Per­son Trump bzw. sei­ne Qua­li­fi­ka­ti­on als Prä­si­dent.
    Aus die­sem Grund habe ich auch nicht Stel­lung genom­men zu dem 90-Tage-Gesetz. Ich schrei­be nicht über Din­ge, deren Hin­ter­grün­de ich nicht durch­schaue. Mir fehlt ein­deu­tig die Zeit, mich mit jedem Detail ame­ri­ka­ni­scher Poli­tik zu beschäf­ti­gen.

    Es ging mir aus­schließ­lich um 2 Din­ge, die ich nach Boris” Kom­men­tar und Ihrer Stel­lung­nah­me dazu los­wer­den woll­te:

    1. Men­schen mit sol­chen Adjek­ti­ven abzu­kan­zeln, nur weil sie anders wäh­len als man selbst, geht gegen mein Gerech­tig­keits­emp­fin­den.
    Inso­fern habe nicht ich Wäh­ler­be­schimp­fung betrie­ben, son­dern Sie und Boris.

    2. Die Ein­sei­tig­keit in der Bericht­erstat­tung der ÖR zu nahe­zu allen The­men der dt. Poli­tik, zu Trump, Putin, Brex­it, EU drängt sich gera­de­zu auf.
    Ich sehe kaum fern. Pri­va­te Sen­der kann und will ich nicht mehr emp­fan­gen, ZDF (ganz sel­ten ARD) und Phoe­nix schaue ich nur noch, um mit­re­den zu kön­nen. Gänz­lich schmerz­frei geht das nur bei Koch­sen­dun­gen, Bares für Rares etc., wo Mei­nungs­ho­heit (noch) nicht statt­fin­det.

    Die Aus­sa­ge, dass wir von unse­ren Medi­en per­ma­nent belo­gen wer­den, kann nicht von mir stam­men. Mir wie ihnen ist klar, dass sie bei ein­deu­ti­gen Lügen mit juris­ti­schen Kla­gen zu rech­nen hät­ten, daher mit weni­gen Aus­nah­men immer hart an der Gren­ze segeln.
    Die per­ma­nen­ten Ver­stös­se gegen den Rund­funk­ver­trag aber wer­den auch Sie bemerkt haben.
    So wür­de eine aus­ge­wo­ge­ne Bericht­erstat­tung der ÖR über die AfD zum Pflicht­pro­gramm gehö­ren. Statt­des­sen erhal­te ich aus dem Off die Ansa­ge: «Die täg­li­chen Skan­da­le der AfD häu­fen sich», dazu einen ten­den­ziö­sen, nie­der­träch­ti­gen Bericht, der dem Zuschau­er sagen will, wen er auf kei­nen Fall wäh­len darf. Ansons­ten gilt die Devi­se des Tot­schwei­gens. Mich inter­es­sie­ren nicht die per­sön­li­chen Befind­lich­kei­ten irgend­wel­cher ZDF-Prak­ti­kan­ten (oder soll­te das der neue Qua­li­täts-Jour­na­lis­mus sein?), son­dern ich erwar­te, umfas­send und nicht ein­sei­tig infor­miert zu wer­den.
    Wie also soll der deut­sche Zuschau­er sich ein wahr­haf­tes Bild von z. B. Trump machen, wenn zu 90 % nega­tiv berich­tet wird? Haben wir über­haupt genug Detail­wis­sen, um zu urtei­len?

    Dass der Bauch­mensch Horst Schul­te aus mei­nen Zei­len her­aus zu lesen glaubt, ich sei pro Trump, damit muß ich leben. Ich wie­der­ho­le: solan­ge ich mir einer Sache nicht voll­kom­men sicher bin, übe ich mich in Zurück­hal­tung in mei­ner Beur­tei­lung, denn sonst wären es Vor­ur­tei­le. Aus mei­nem Bemü­hen um Fair­ness ein «Pro» abzu­lei­ten, ist kühn.

    «Aber was Trump macht, was er sagt und wie er sich gebär­det ekelt mich ein­fach an.»
    So geht es mir mit der «Alter­na­tiv­lo­sen» und eini­gen ande­ren dt. Poli­ti­kern auch. Jedem sei­nen Ekel…
    Trump’s hoch­ge­reck­tes Kinn (hier kom­me ICH) nach dem Bei­sei­te-Sto­ßen des ande­ren Gip­fel-Teil­neh­mers hin­ge­gen amü­siert mich maß­los.

    Natür­lich kann man einen gewähl­ten Prä­si­den­ten kri­ti­sie­ren, bin ich immer freu­dig dabei.
    SEYMOUR M. HERSH: „Er liest nichts und hat kaum Geschichts­kennt­nis­se…»
    Erin­nern Sie sich noch an die über­ra­gen­den Geschichts­kennt­ni­se von Geor­ge W. Bush oder Jim­my Car­ter? Waren die auch täg­lich Anlaß für die ÖR zu hämi­schen Bemer­kun­gen?
    Die nach dem Gift­gas-Anschlag erfolg­te, mit Putin abge­stimm­te, Trump’sche (Show-)Reaktion war in mei­nen Augen völ­lig unan­ge­mes­sen.
    Wie waren hier die Reak­tio­nen dar­auf?
    vdLey­en kann­te genau­es­tens den Ver­ur­sa­cher der Gift­gas-Atta­cke (Assad) und das ZDF frag­te mit leicht bewun­dern­dem Unter­ton: «Han­delt Trump nun end­lich?» und stell­te für eini­ge Zeit sogar sein Bashing ein.
    Es geht nicht um die 10 % Jour­na­lis­ten bei fast allen Medi­en, die sich red­lich um Fair­ness bemü­hen, son­dern um die über­wie­gen­de Mehr­heit, die voll­kom­men ver­sagt.

    Washing­ton Post, NYT, Fox…
    Zur Ent­schei­dungs­fin­dung soll­te man stets bei­de Sei­ten ken­nen. Wobei Fox nicht pro Trump, son­dern etwa 50/​50 berich­tet (s. auch Ihre Quel­le).
    Die ers­ten bei­den über Clin­ton zu befra­gen ist so, als wür­de man eines der vie­len SPD-eige­nen Blät­ter zur SPD kon­sul­tie­ren.

    Die Ret­tung des Welt­kli­mas ist ein Mär­chen, dem zwi­schen 80 und 90 % der Deut­schen gut­gläu­big anhän­gen. Kli­ma-Ände­run­gen gab es über die Jahr­tau­sen­de immer. Der Ein­fluß des CO2 oder des Men­schen auf das Kli­ma wur­de nie­mals wirk­lich bewie­sen. Mil­lio­nen von E-Autos ohne siche­re Strom­ver­sor­gung sind ein Witz. Das gesam­te The­ma ist längst ideo­lo­gi­siert, nicht mehr fak­ten­ba­sie­rend. Feder­füh­rend auch hier wie­der Deutsch­land. Wer nicht unse­rer Mei­nung ist, ist dumm, rück­stän­dig, wird ver­ur­teilt. In Wahr­heit ste­hen wir welt­weit allein mit unse­rer extre­men Ener­gie­wen­de. Alle ande­ren wie­der Geis­ter­fah­rer.

    Sie hät­ten Clin­ton gewählt. Ich vor Jah­ren wahr­schein­lich auch noch.
    Wir müs­sen auch nicht in den Staa­ten leben. Seit ich über die Ver­flech­tun­gen der Clin­tons mit der Finanz­wirt­schaft gele­sen habe, erlebt habe, wie wenig Oba­ma in 8 Jah­ren für die Lebens­si­tua­ti­on der Men­schen ver­bes­sert hat, statt­des­sen wäh­rend sei­ner gesam­ten Amts­zeit völ­ker­rechts­wid­rig Men­schen töten ließ, den­ke ich anders dar­über. Zu den­ken geben soll­te Ihnen die Tat­sa­che, dass mehr Deut­sche von ihm begeis­tert sind als sein eige­nes Volk.
    Ich unter­hal­te mich fast täg­lich mit Ame­ri­ka­nern und habe inzwi­schen ver­stan­den, war­um so vie­le von ihnen Trump gewählt haben.

    «Gute, über­zeu­gen­de Poli­tik sieht für mich anders aus».
    Mich wür­de inter­es­sie­ren, wann Sie zuletzt VOR Trump von den US-Regie­run­gen gute, über­zeu­gen­de Poli­tik wahr­ge­nom­men haben.
    In mei­ner Wahr­neh­mung sind sie außen­po­li­tisch über Jahr­zehn­te von einem Vor­machts-Wahn­sinn in den nächs­ten Irr­tum gestol­pert; innen­po­li­tisch wur­de irr­sin­ni­ge Ver­schul­dungs­po­li­tik betrie­ben, die Rei­chen uner­mess­lich rei­cher gemacht, das ein­fa­che Volk konn­te kaum pro­fi­tie­ren.

    Alles, was wir dort sehen, wird mit eini­gen Jah­ren Ver­zö­ge­rung auch hier zu beob­ach­ten sein. Noch kön­nen wir das ändern, aber dazu muß das deut­sche «Publi­kum» auf­hö­ren, kri­tik- und wider­spruchs­los Alles zu schlu­cken 😉
    Ich will Sie nicht über­zeu­gen, immer nur alle Sei­ten beleuch­ten. Alles ist im Fluss, ein stän­di­ges Hin­ter­fra­gen, Reflek­tie­ren. Trotz­dem mein Mit­ge­fühl an Ihren Schwa­ger :-)))
    Vie­le Grü­ße

    P. S.:
    Die Fra­ge, wie es uns gefal­len wür­de, wenn ande­re Län­der sich der­art in unse­ren Wahlkampf/​unsere Ent­schei­dun­gen ein­mi­schen wür­den, haben auch Sie gene­rös über­gan­gen.

  7. Hal­lo Frau Fried­rich,

    da haben wir aber etwas gemein­sam. Ich habe mit dem Blog­gen 2004 nur des­halb begon­nen, weil ich mir den Ärger über man­che Unge­rech­tig­keit von der See­le schrei­ben woll­te.

    Dass dies dazu führ­te, mich (damals) an libe­ra­len Stand­punk­ten abzu­ar­bei­ten, kann ich heu­te fast nicht mehr glau­ben. Wie ein­fach die Zei­ten ein­mal gewe­sen sind 🙂

    Die Wäh­ler­be­schimp­fung ging ja auch eher von mir aus. Es ist so, dass bestimm­te Per­so­nen im Fokus ste­hen, wenn es um aktu­el­le Aus­ein­an­der­set­zun­gen geht. Aber ist das nicht auch völ­lig nor­mal? Dass mit der AfD unfair umge­gan­gen wird, kann ich nicht bestrei­ten. Ich betei­li­ge mich nach Kräf­ten. Anders als die Grü­nen, denen das, eben­so wie den Lin­ken, pas­siert, habe ich für deren Stand­punk­te so über­haupt kein Gefühl. Krass gesagt, ich ver­ab­scheue fast alles, was von die­ser Par­tei kommt. Obwohl ich ein­deu­tig kon­ser­va­tiv gepolt ist, spricht mich nichts von dem an, was von dort kommt. Unver­bes­ser­li­che Gut­men­schen tun so was.

    Mir ist auf­ge­fal­len, dass nicht nur in Nach­rich­ten­sen­dun­gen und poli­ti­schen Maga­zi­nen eine gewis­se Ein­sei­tig­keit fest­zu­stel­len ist. Selbst in TATORTEN oder ande­ren Kri­mis wird uns «vor­ge­ge­ben», wie bestimm­te Din­ge zu sehen sind. Da greift die pc in vol­len Zügen. Und das nervt manch­mal sogar mich. 

    Natür­lich ist es zutref­fend, mich als Bauch­mensch zu beschrei­ben. Ich glau­be, ich habe mich immer mehr auf mei­nen Bauch als auch mei­nen Kopf ver­las­sen. Und wer weiß, wofür es gut war. 

    Hersh hat schon etwas mehr kri­ti­siert als man­geln­de Geschichts­kennt­nis­se. Und dass wir wis­sen, dass auch Geor­ge W. Bush oder Car­ter auch kei­ne Leuch­ten dar­in waren, haben wir der Bericht­erstat­tung wohl auch hier in Deutsch­land zu ver­dan­ken. Oder nicht? Aber die Kon­zen­tra­ti­on aufs Nega­ti­ve in Rich­tung Trump ist schon sehr beson­ders. Ich fin­de aber, dass der Mann sich all die Häme red­lich ver­dient hat. Und sei­ne Wäh­ler auch. (Ich kann es nicht las­sen).
    Mich hat die Reak­ti­on der dt. Medi­en auf den von Trump ange­ord­ne­ten Angriff auf die syri­sche Stel­lung eben­falls irri­tiert. Ande­rer­seits war das viel­leicht auch vor­aus­zu­se­hen? Es gab im Stak­ka­to der Pres­se­an­grif­fe immer mal wie­der kur­ze Pau­sen, in denen ich dach­te: jetzt legt sich die auf Angriff gebrüs­te­te Kanail­le zur Ruhe. Aber weit gefehlt. Wor­an das nur liegt?
    Ich kann mir über die us-ame­ri­ka­ni­sche Medi­en­welt kein Urteil erlau­ben, weil ich sie nicht so regel­mä­ßig ver­fol­ge. Aber ich weiß, dass die Washing­ton Post und NYT lin­ke Zei­tun­gen sind. Ob die aller­dings mit dem Vor­wärts ver­gleich­bar sind… Da habe ich doch Zwei­fel.
    Ich fin­de es bemer­kens­wert, wie Sie einer­seits mei­ne Hal­tung kri­ti­sie­ren und ande­rer­seits gera­de noch 10 oder 20% der deut­schen Bevöl­ke­rung in Sachen Kli­ma­ver­än­de­rung etwas gesun­den Men­schen­ver­stand zubil­li­gen.

    Welt­ver­schwö­rungs­theo­ri­en kön­nen enorm unter­halt­sam sein. Und ich gön­ne Ihnen die­se von Her­zen.

    Ich freue mich schon dar­auf, wenn dem­nächst die Demon­ta­ge von Macron in den deut­schen Medi­en star­tet. Nur eine Fra­ge der Zeit, bis es los geht. Die neo­li­be­ra­len Vor­stel­lun­gen die­ses Prä­si­den­ten sind voll auf Kol­li­si­ons­kurs mit den Men­schen, vor allem aber mit den Gewerk­schaf­ten Frank­reichs. Eigen­ar­tig, dass das bis­her so wenig vor­kommt. Deutsch­land hat sich ver­än­dert, nach­dem Schrö­ders Agen­da-Poli­tik gestar­tet wur­de. Deutsch­land geht es gut. Das wür­de ich per­sön­lich unter­schrei­ben. Mir geht es gut und vie­len ande­ren auch. Nur gibt es lei­der auch vie­le (zu vie­le), denen es gar nicht gut geht. Dazu gehö­ren die Mil­lio­nen von Men­schen, die in neue Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se gezwun­gen wur­den, die ich eher als Skla­ven­ar­beit bezeich­nen möch­te. Sie wer­den in der Öffent­lich­keit noch nicht wirk­lich wahr­ge­nom­men. Aber es wer­den immer mehr. Raf­fel­hü­s­chen hat kürz­lich in einem ZDF-Inter­view unser Ren­ten­sys­tem als gna­den­los gerecht bezeich­net. Wer nicht ein­ge­zahlt hat, kriegt auch nichts raus. Da gings um Ren­te. Wie sol­len Men­schen, die den Min­dest­lohn bekom­men, in die Sys­te­me ein­zah­len? Fra­gen über Fra­gen. Wir blei­ben dar­an.

    Ich bin über­haupt nicht kri­tik- und wider­spruchs­los. Ich mag es nur nicht, wenn alles schlecht gemacht wird. Deutsch­land ist ein tol­les Land. Es ist gut, dass so vie­le um den rich­ti­gen Weg rin­gen oder jeden­falls dar­über kon­tro­vers dis­ku­tie­ren. Das betrach­te ich als den posi­ti­ven Aspekt bei all den Strei­te­rei­en, die wir mit­ein­an­der haben. 

    Ihr Mit­ge­fühl an mei­nen Schwa­ger wer­de ich wei­ter­lei­ten. Der wird sich freu­en. 🙂
    LG Horst Schul­te

    P.S.: Ich kann die Tür­ken nicht mehr lei­den, weil die so fies über uns den­ken. Jeden­falls die offi­zi­el­len Tür­ken und wohl lei­der auch vie­le, die mit uns hier zusam­men­le­ben. Die Bri­ten und Fran­zo­sen schrei­ben auch nicht immer nett über uns. Die Grie­chen schon gar nicht und auch die Ita­lie­ner sind manch­mal gars­tig zu uns. Obwohl wir doch so gern Piz­za essen.

  8. Nein, Sie sind nicht kri­tik- und wider­spruchs­los. Sie haben ja (jetzt) auch Zeit, sich mit Poli­tik und vie­lem ande­ren zu beschäf­ti­gen. Sor­gen machen mir eher die Men­schen, die den gan­zen Tag voll ein­ge­spannt sind, Job und Fami­lie zu bewäl­ti­gen, abends viel­leicht nur noch etwas ÖR kon­su­mie­ren und ansons­ten den­ken: das läuft schon alles irgend­wie ohne mich. War bei mir nicht anders, als ich noch voll im Berufs­le­ben stand.
    Deutsch­land IST ein tol­les Land, und wenn es nach mir geht, soll es das auch blei­ben. Dafür müs­sen aber HEUTE die rich­ti­gen Wei­chen­stel­lun­gen gesetzt wer­den.

    Macron hat­te ich aus­ge­spart, damit es nicht noch län­ger wird 😉 Paßt genau in die Auf­zäh­lung hin­ein — nur mit umge­kehr­ten Vor­zei­chen. Alles so, wie Sie es beschrei­ben. Hin­zu kommt, dass uns die­se «Freund­schaft» sehr teu­er zu ste­hen kom­men wird. Nach dem Brex­it steht Deutsch­land fast allein in der EU gegen die Süd-Alli­anz, was die Ver­ge­mein­schaf­tung der Schul­den angeht. Wir wer­den Schäub­le nach den Wah­len erle­ben.

    Kli­ma-Welt­ver­schwö­rungs­theo­ri­en:
    Ja, mei­ne «Ver­schwö­rungs­theo­rie» besagt, dass den Men­schen welt­weit in unver­ant­wort­li­cher Art und Wei­se Angst gemacht bzw. Schuld ein­ge­re­det wird, sie sei­en es, die das Kli­ma ver­än­dern.
    Ohne jeg­li­chen wis­sen­schaft­lich halt­ba­ren Beweis. Das Kli­ma ändert sich, hat es immer getan. Wer behaup­tet zu wis­sen, war­um oder wo der Weg hin­geht, über­schätzt sich ent­we­der oder sagt inter­es­sen­ge­steu­ert die Unwahr­heit. Alle Mes­sun­gen und Rechen­mo­del­le sind letzt­lich nur Ver­mu­tun­gen und Spe­ku­la­tio­nen.
    War­um aus­ge­rech­net die Phy­si­ke­rin Mer­kel es tut, habe ich noch nicht her­aus­fin­den kön­nen.
    Aber sie hat auch gesagt, die KKW sei­en sicher, um dann umzu­schwen­ken. Viel­leicht soll­te ich sie nicht über­schät­zen.

    Washing­ton Post, NYT = Vor­wärts?
    Née, gemeint war nicht die Par­tei­zei­tung, son­dern das Medi­en-Impe­ri­um der SPD:
    http://de.pluspedia.org/wiki/Medienbeteiligung_der_SPD

    Was ich bei den Tür­ken so beacht­lich fin­de (nicht nur bei denen, auch eini­ge Rumänen/​Bulgaren, Koso­vo-Alba­ner, Liba­ne­sen, Ara­ber, Afri­ka­ner etc. pp. — Stich­wort tri­ba­lis­ti­sche Lebens­form):
    Die Geschwin­dig­keit, mit der sie ihre Fami­lie, Freun­de, Clan oder was auch immer zusam­men­ru­fen kön­nen. Die haben alle Zeit. Man stel­le sich vor: Sie kom­men in eine Ver­kehrs­kon­trol­le und rufen mal eben per Han­dy ihre Leu­te zusam­men. Da kom­men — wenn über­haupt — nur Rent­ner. Die ande­ren hus­ten Ihnen was, wenn Sie sie wegen solch einer Nich­tig­keit im Job stö­ren. Irgend jemand muß schließ­lich den Sozi­al­staat finan­zie­ren 🙂

  9. Den Min­dest­lohn habe ich ver­ges­sen.
    In Leer­zei­ten jobb­te ich gele­gent­lich bei Zeit­ar­beits-Unter­neh­men. Glück­li­cher­wei­se fand ich immer schnell einen neu­en fes­ten Arbeits­platz, bevor ich voll­kom­men finan­zi­ell rui­niert war. Der Stun­den­lohn in DM ent­sprach etwa dem heu­ti­gen Min­dest­lohn, Befris­tung für Ent­lei­hung an ein Unter­neh­men war
    6 Mona­te, hät­te Rot-Grün nie auf­wei­chen dür­fen. Von die­sem Lohn kön­nen Sie nicht leben und nicht ster­ben, geschwei­ge denn, aus­rei­chend Ren­ten­an­wart­schaf­ten erwer­ben oder gar pri­va­te Zusatz­ver­si­che­run­gen finan­zie­ren.
    Die heu­te schon exis­tie­ren­de Alters­ar­mut wird böse anstei­gen. Das The­ma ist zwar nicht so amü­sant, treibt mich aber mehr um, als wenn Trump Jour­na­lis­ten wegen einer umge­wor­fe­nen Tisch­lam­pe beschimpft haben soll, haha (wich­ti­ge Mel­dung ges­tern im ZDF).

  10. Das mit dem «Vor­wärts» war mich schon klar. Ich fand den gut. 🙂

    Wir haben eine ande­re Ein­stel­lung zum Staat und wohl auch zur Gesell­schaft. Den Unter­schied habe ich lan­ge Zeit nicht als gra­vie­rend ange­se­hen. Jetzt, wo sich die­se Sachen krass her­aus­kris­tal­li­sie­ren, fra­ge ich mich, ob nicht unse­re fort­ge­setz­ten Dis­kus­sio­nen mit zu die­ser Form von Kris­tal­lie­rung bei­ge­tra­gen haben.
    Ich habe mich immer gefragt, wie sich Mus­li­me in Deutsch­land ange­sichts unse­rer Dis­kus­sio­nen (über sie) wohl füh­len wer­den und ob das nicht gefähr­lich für unse­re Gesell­schaft wer­den könn­te. Inzwi­schen gibt es mehr als ein paar Hin­wei­se dar­auf, wel­che Wir­kun­gen die­se Ent­wick­lung hat. Das ist beun­ru­hi­gend. Viel­leicht muss ich mir vor­wer­fen las­sen, dass ich zu blau­äu­gig, zu naiv war. Ich mei­ne nicht im Hin­blick auf das Ver­hal­ten der Mus­li­me, son­dern auf die völ­ki­sche Bewe­gung in unse­rem Land.
    Einer­seits müs­sen Staat und Jus­tiz klar sein. Die fal­schen Signa­le sind fatal. Aber was sind fal­sche Signa­le? Ich sage immer, dass unse­re Geset­ze und Regeln gel­ten, nicht die, die in mus­li­mi­schen Gesell­schaf­ten gel­ten. Geht die­se For­mu­lie­rung nicht zu weit? Ist Assi­mi­lie­rung, wie Erdo­gan mal mein­te, ein Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit? Wie viel von dem, was eine Kul­tur aus­macht, ist nötig (sinn­voll) für die eige­ne Iden­ti­tät? Kann man ver­nünf­ti­ger­wei­se über­haupt Gren­zen zie­hen, ohne miss­ver­stan­den zu wer­den? Das gilt für bei­de Sei­ten.

  11. Wir sind uns einig, dass wir uns (gesamt­ge­sell­schaft­lich) mit die­sen The­men zu wenig befas­sen. Wir set­zen unse­re Akzen­te im Moment halt eher im UE-Sek­tor 🙂 Aber das wird sich ändern. Sobald die Fol­gen der Digi­ta­li­sie­rung wirk­lich sicht­bar wer­den, ändert sich schnell sehr viel. Außer in eini­gen Talk­shows wird die­ses The­ma von den poli­ti­schen Par­tei­en unzu­rei­chend bear­bei­tet und noch viel weni­ger dis­ku­tiert. Ich schrieb kürz­lich mal einen Bei­trag über die «Pro­gram­me», die unse­re Par­tei­en dies­be­züg­lich bis­her vor­zu­wei­sen haben. Viel­leicht haben sie ihn gele­sen?

  12. Habe ich 🙂
    Erin­ne­re mich gut, weil Sie geschrie­ben hat­ten, bei der AfD fän­de sich bzgl. Digi­ta­li­sie­rung gar nichts.
    Woll­te ich mal for­schen, geste­he aber, es aus den Augen ver­lo­ren zu haben 🙂

  13. Fal­sche Signa­le kön­nen sein, wenn die auf­neh­men­de Gesell­schaft unter­ein­an­der uneins ist, was sie aus­macht, Selbst­be­wußt­sein, Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem eige­nen Land fehlt, nicht mehr stolz ist (sein darf?), auf das, was über Jahr­hun­der­te geleis­tet wur­de; wenn jun­ge Men­schen sagen, sie sei­en in der gan­zen Welt zuhau­se, aber irgend­wie ent­wur­zelt wir­ken; wenn die Inte­gra­ti­ons-Beauf­trag­te Özu­guz sagt, dass eine gemein­sa­me Kul­tur der Deut­schen neben der Spra­che nicht fest­stell­bar sei; wenn Poli­ti­ker hin­ter Ban­nern mit «Deutsch­land, du mie­ses Stück…» oder «D ver­re­cke» her­lau­fen.
    Wie sol­len sich Neu­an­kömm­lin­ge ori­en­tie­ren, in was inte­grie­ren?
    Eine der ers­ten Fra­gen, die man von halb­wegs gebil­de­ten Frem­den zu hören bekommt, ist die, war­um wir uns bis zur Selbst­auf­ga­be ver­leug­nen, statt unse­re Wer­te zu ver­tei­di­gen. Das kommt gar nicht gut an, Respekt und Ach­tung erwirbt man sich so nicht. Ach­tet ein Kind, dem nie Gren­zen auf­ge­zeigt wer­den, sei­ne Eltern?

    Erdo­gan weiß schon, war­um er gegen Assi­mi­la­ti­on wet­tert; er will «sei­ne» Tür­ken im Griff behal­ten.

    Ich den­ke, man kann in die­sem Land bes­tens leben, auch wenn man nicht jede Tra­di­ti­on mit­macht, so habe ich per­sön­lich nie an Schüt­zen­fes­ten oder Kar­ne­vals­ver­an­stal­tun­gen teil­ge­nom­men, deut­scher Volks­mu­sik oder Trach­ten­ge­döns nie viel abge­win­nen kön­nen, wie­so soll­te man das von Ein­wan­de­rern ver­lan­gen? Wo ein Wil­le ist, fin­det sich immer ein Weg, ganz ohne Dis­kus­sio­nen.

    Ken­nen Sie den Arti­kel?
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article166035644/Musliminnen-aergern-sich-ueber-maennliche-Bademeister.html
    Dazu 600 wenig ver­ständ­nis­vol­le Kom­men­ta­re.
    Wäh­rend in Deutsch­land dis­ku­tiert wird, wer sich wem anzu­pas­sen hat, freu­en sich Frank­reich und die Schweiz dar­über, das Pro­blem nach Deutsch­land ver­la­gern zu kön­nen, die Online-Peti­ti­on spricht für sich. Wenn wir nicht bald begin­nen, kon­se­quen­te Signa­le zu sen­den, dann hat sich das für immer erüb­rigt.

  14. Ja. Glau­ben Sie, dass es so vie­le Deut­sche gibt, die nicht zu ihrem Land ste­hen? Ich wür­de nor­ma­ler­wei­se nicht davon spre­chen, dass ich stolz auf Deutsch­land wäre. Nur, wenn wir gera­de die Fuß­ball-WM geholt haben, dann mach ich mal eine Aus­nah­me. Aller­dings bin ich strikt der Mei­nung, dass unse­re Regeln und Geset­ze gel­ten. Da las­se ich auch nicht mit mir han­deln. Wer gegen sie ver­stößt, hat mit den Kon­se­quen­zen zu leben. Das gilt natür­lich für alle.
    Aus­sa­gen wie die, die sie zitiert haben, sind für mich nicht akzep­ta­bel. Egal, wer sie macht. Viel­leicht fehlt es an mehr Selbst­be­wusst­sein. Ich ver­ste­he aller­dings nicht, wes­halb uns Selbst­be­wusst­sein feh­len soll­te. Man kann durch­aus Kos­mo­po­lit sein und trotz­dem sein Hei­mat­land lie­ben. Ich wüss­te kei­nen Grund, wes­halb das nicht gehen soll­te.

    Wenn ich die­ses Bei­spiel mit dem Falsch­par­ken in Duis­burg sehe, weiß ich gleich, wie ich ant­wor­ten. Wenn sich der Falsch­par­ker unein­sich­tig zeigt und sein Fahr­zeug nicht weg­stellt, son­dern sich statt­des­sen vom Ort ent­fer­nen will, haben die Poli­zis­ten jedes Recht, ihn dar­an zu hin­dern. Wenn das aus­ar­tet, ist der Falsch­par­ker dafür ver­ant­wort­lich, nicht die Poli­zis­ten! Punkt.
    Das mit der Assi­mi­la­ti­on könn­te in unse­rem Ver­ständ­nis viel­leicht etwas ande­res bedeu­ten als für Tür­ken? Nicht dem Wort oder der Wort­be­deu­tung nach. Aber das ist nicht mein Pro­blem. Wer hier in Deutsch­land lebt, hat sich anzu­pas­sen. Ob das als Inte­gra­ti­on oder Assi­mi­la­ti­on begrif­fen wird, ist mir egal. Mit Unter­ord­nung oder irgend­was ähn­lich Nega­ti­vem hat das rein gar nichts zu tun. In mei­nen Augen geht es nicht anders. Wenn das nicht allen hier leben­den Tür­ken klar ist, sol­len sie gehen. Die Spiel­chen, die Erdo­gan spielt, dür­fen wir nicht mit­spie­len. Soll­te er im tür­ki­schen Kon­su­lat wirk­lich reden, dann wür­de ich gern mal sehen, was pas­sie­ren wür­de. Theo­re­tisch könn­ten wir nichts dage­gen tun, weil es ja kein deut­scher Boden ist. Wie bekloppt.
    Den Arti­kel mit den Bade­meis­tern hat­te ich schon gele­sen, als es noch kaum Kom­men­ta­re gab. Ich den­ke schon, dass wir kon­se­quen­te Signa­le sen­den. Die sind noch nicht von allen begrif­fen wor­den, weil wir (noch) höf­lich und ver­bind­lich sind. Aber ver­stan­den wird das schon. Da bin ich zuver­sicht­li­cher als Sie.

  15. Manch­mal kommt es mir so vor, als wür­den wir Deut­sche unse­ren Hang zur Selbst­be­spie­ge­lung und zur Selbst­kri­tik zu sehr pfle­gen. Wir sind halt sehr gründ­lich. Auch bei die­sen Din­gen. Etwas mehr Gelas­sen­heit wür­de uns gut tun.

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