Bei den Vor­bere­itun­gen der mor­gen hier begin­nen­den Maler­ar­beit­en fiel uns eine Kiste mit vordig­i­tal­en Fotos in die Hände.

Meis­tens freu ich mich ja, wenn ich alte Fotos in die Fin­ger bekomme. Dies­mal wars anders.

So viele Fam­i­lien­ange­hörige, Fre­unde und gute Bekan­nte haben wir über die Jahre auf Zel­lu­loid geban­nt, fes­thal­ten kon­nten wir sie trotz­dem nicht. Sie sind gegan­gen.

Als ob das nicht schlimm genug wäre. Die weni­gen Fotos, die ich Ihnen hier zeige, sind unge­fähr vierzig Jahre alt. Wir alle hat­ten uns in diesem Jahr (es kön­nte so 1978/1979 gewe­sen sein) für diese wun­der­bar bun­ten Clownkostüme entsch­ieden.

Es kam vor, dass wir uns zu dieser Zeit mehrmals in ein­er Woche gese­hen haben. Gute Fre­unde machen so was. Heute sehen wir uns höch­stens zufäl­lig, beim Einkaufen oder beim Spazier­gang.

Es macht mich etwas trau­rig, wenn ich jet­zt, angesichts der Fotos, darüber nach­denke. Selb­st für diesen Gedanken hat es einen Anlass gebraucht. Damals war das vol­lkom­men anders.

Wir haben sich­er alle unseren Anteil daran, dass wir unseren engen fre­und­schaftlichen Kon­takt ver­loren zu haben.

Meine Mut­ter hat immer zu mir gesagt, ich solle meine Fre­und­schaften hegen und pfle­gen. Wie so manch­es auch, was meine Mut­ter mir an Weisheit­en mit auf den Weg gab, hab ich diese Mah­nung in den Wind geschla­gen.

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare
  1. Ist das Zuck­er Inter­net um soviel süss­er als echte Fre­und­schaften?
    …Da war doch mal was.
    Du kom­men­tierst auch nicht auf anderen Blogs, fiel mir auf.
    Ich schreibe immer wieder auf dein­er (vortr­e­f­flichen )Seite, aber den Abstech­er machst Du nicht.
    Das darf doch mal erwäh­nt wer­den.
    Schö­nen Tag Dir!

  2. Mit dem Inter­net hat das mein­er Mei­n­ung nach eher weniger zu tun. Allerd­ings wird eine Art von Selb­sti­so­la­tion in den Jahren, seit dem es das Inter­net gibt, bei vie­len Leuten ent­standen sein. Aber du kennst das ver­mut­lich auch: Trifft man einen alten Fre­und beklagt er sich darüber, dass du dich mal nie gemeldet hättest. Dabei ist der Weg von ihm zu dir nicht weit­er als der von dir zu ihm. Es liegt also sel­ten nur an ein­er Seite.

    Es ist wahr, dass ich wenig in anderen Blogs kom­men­tiere. Dabei weiß ich von Anfang an (2004), dass es für die Besucher­en­twick­lung wichtig ist, viel in anderen Blogs zu kom­men­tieren. Vielle­icht lerne ich das ja irgend­wann noch. 🙂

    1. Ich mache das mit dem Kom­men­tieren (noch) reich­lich, aber nicht immer kommt was zurück. Manche antworten sog­ar nicht auf die (aus­ge­feil­ten) Kommentare…vielleicht sind sie zu 99% in Face­book unter­wegs?!
      Die Kon­tak­te DRAUSSEN gehen zurück. Kon­tak­te suchen ist “alte Schule”. Macht man nicht mehr. Und DA WUNDERT man sich, daß es auch son­st bei sozialen The­men bergab geht. Mein ich! (im dop­pel­ten Sinn)

      1. Eine Garantie, dass mehr kom­men­tiert wird, ist die kon­se­quente Hand­habung lei­der auch nicht. Face­book und Co. spie­len bes­timmt eine große Rolle, was die Entwick­lung der direk­ten Kom­mu­nika­tion inner­halb unser­er Blogs anlangt. Bei mir ist es so, dass sich manch­mal ganz inter­es­sante und umfan­gre­iche Diskus­sio­nen bei Face­book ergeben. Diese Men­schen kriegt man nicht mehr dazu, stattdessen im Blog zu kom­men­tieren. Sie bleiben dann lieber in ihren Grup­pen oder in ihrem Fre­un­deskreis bei Face­book. Schätze, dass sich klügere Leute als ich darüber schon viele Gedanken gemacht haben. Vielle­icht wird man irgend­wann eine Möglichkeit find­en, diese Lücke zu schließen. Für uns Blog­ger wäre das ein Segen.
        Mit mein­er Skep­sis gegen die Errun­gen­schaften des Inter­nets bin ich augen­schein­lich nicht allein. Natür­lich hast du Recht. Das Inter­net hat viel verän­dert. Ganz sich­er auch das soziale Ver­hal­ten im wirk­lichen Leben. Viele bestre­it­en das, weil ihr Augen­stern (das Inter­net) unter solchen Diskus­sio­nen auf keinen Fall “lei­den” soll. Dabei wäre eine kri­tis­che Auseinan­der­set­zung drin­gend nötig. Aber darauf wer­den wir noch kom­men. Ich bin nur sich­er, dass es dann zu spät ist.

  3. Manch­mal denke ich an irgen­deinen alten Fre­und oder eine alte Fre­undin, meist löst irgen­deine Begeben­heit solche Erin­nerun­gen aus. Dann frage ich mich, wie viele Jahre ich Den- oder Diejenige nicht mehr gese­hen habe — und dass man sich vielle­icht ein­fach mal melden sollte. Sofern man einen Anknüp­fungspunkt (Adresse, Tele­fon­num­mer, E-Mailadresse, Web­site) hat.
    Und ich frage mich, ob er/sie ab und zu ähn­liche Erin­nerun­gen (an mich) hat und dann wahrschein­lich densel­ben Gedanken, warum eigentlich…

    Tja, und dann passiert meist nichts. Es ver­läuft wieder im Sand…
    Nicht immer, aber…

    Vielle­icht muss das so sein. Vielle­icht haben auch Fre­und­schaften ihre Zeit, und wenn sie ein­mal enden, aus welchen Grün­den auch immer, dann wer­den sie zur Erin­nerung. Und meist bleiben sie das auch, und wahrschein­lich ist das gar nicht schlimm. Man kann nichts zurück­holen.

    Mit­tler­weile macht mich das jeden­falls nicht mehr trau­rig… 🙂 Ich freue mich über die Fotos von früher, weil eben daran so viele Erin­nerun­gen hän­gen.

    1. I.d.R. freue ich mich auch beim Anschauen alter Fotos. Aber wenn das Wet­ter halt mal so besch… war. Wie heißt der Spruch? Ich glaube, er ist sog­ar aus der Bibel: “Alles hat seine Zeit”. Warum sollte das bei Fre­und­schaften anders sein?

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