Facebook Gewinnt ūü§∑ Erste Instanz Im Merkel-Selfie-Verfahren

Face¬≠book muss nach einer aktu¬≠el¬≠len Gerichts¬≠ent¬≠schei¬≠dung ver¬≠let¬≠zen¬≠de und ver¬≠het¬≠zen¬≠de Bei¬≠tr√§¬≠ge nicht l√∂schen.  Ein Mensch, den vie¬≠le von uns per Foto ken¬≠nen, hat damit ein ziem¬≠li¬≠ches Problem.

Adas Moda¬≠ma¬≠ni wird ‚Äď so lese ich bei Netzpolitik.org ‚Äď in Beru¬≠fung gehen und will einen Scha¬≠den¬≠er¬≠satz erstrei¬≠ten. Daf√ľr muss er sich aller¬≠dings einen ande¬≠ren Anwalt suchen, weil der bis¬≠he¬≠ri¬≠ge das Hand¬≠tuch gewor¬≠fen hat.

Das Sel¬≠fie des syri¬≠schen Fl√ľcht¬≠lings Moda¬≠ma¬≠ni war von deut¬≠schen Men¬≠schen¬≠freun¬≠den ver¬≠f√§lscht und in ver¬≠het¬≠zen¬≠der Art und Wei¬≠se im Netz (als Ter¬≠ro¬≠rist oder Ver¬≠bre¬≠cher) viel¬≠fach ‚Äěver¬≠wen¬≠det‚Äú und geteilt worden.

Der jun¬≠ge Mann aus Syri¬≠en, der im Sep¬≠tem¬≠ber 2015 mit Ange¬≠la Mer¬≠kel das Sel¬≠fie ange¬≠fer¬≠tigt hat¬≠te, woll¬≠te auf dem Kla¬≠ge¬≠weg errei¬≠chen, dass alle ver¬≠f√§lsch¬≠ten Fotos von Face¬≠book ent¬≠fernt werden.

Sel¬≠fie brach¬≠te viel √Ąrger und Frust

Der Anwalt Adas Moda¬≠ma¬≠nis, Chan-Jo Jun, erkl√§r¬≠te nach dem Urteil, er woll¬≠te den Fall nicht wei¬≠ter ver¬≠fol¬≠gen, weil der Rechts¬≠streit ihm und auch sei¬≠ner Fami¬≠lie sehr an die Sub¬≠stanz gegan¬≠gen sei.

Face¬≠book muss nach dem Gerichts¬≠ur¬≠teil des Land¬≠ge¬≠richts W√ľrz¬≠burg des¬≠halb nicht aktiv wer¬≠den, weil ‚Äď so der Rich¬≠ter ‚Äď sich das Sozia¬≠le Netz¬≠wer¬≠ke die Ver¬≠leum¬≠dun¬≠gen selbst nicht zu eigen gemacht habe.

Ange¬≠sichts der zahl¬≠lo¬≠sen men¬≠schen¬≠ver¬≠ach¬≠ten¬≠den und ver¬≠het¬≠zen¬≠den Bei¬≠tr√§¬≠ge, die wir bei Face¬≠book und ande¬≠ren Sozia¬≠len Netz¬≠wer¬≠ken sehen, d√ľrf¬≠te die¬≠se Erkl√§¬≠rung nicht allen gefal¬≠len. Schlie√ü¬≠lich stel¬≠len die Sozia¬≠len Netz¬≠wer¬≠ke die Infra¬≠struk¬≠tur f√ľr die Ver¬≠brei¬≠tung der ‚ÄěKom¬≠mu¬≠ni¬≠ka¬≠ti¬≠on‚Äú bereit ‚Äď auch wenn sie aus purem Hass besteht. Und nun sol¬≠len sie von ihrer Ver¬≠ant¬≠wor¬≠tung befreit sein, die man¬≠che ‚Äď nicht nur Poli¬≠ti¬≠ker ‚Äď dar¬≠in sehen?

‚ÄěIch lie¬≠be Face¬≠book, ich habe √ľber das Netz¬≠werk eine Woh¬≠nung gefun¬≠den. Aber ich has¬≠se Face¬≠book auch, weil die¬≠se Pho¬≠to¬≠shop-Sache ein¬≠fach nicht auf¬≠h√∂rt.‚ÄěQuel¬≠le: Ange¬≠la-Mer¬≠kel-Sel¬≠fie: Face¬≠book muss Hass¬≠pos¬≠tings nicht aktiv suchen ‚Äď SPIEGEL ONLINE | LINK

Ich fra¬≠ge mich, was die¬≠ses Urteil f√ľr die Akti¬≠vi¬≠t√§¬≠ten unse¬≠rer Bun¬≠des¬≠re¬≠gie¬≠rung (Maas) bedeu¬≠ten wird. Mein letz¬≠ter Stand ist, dass Jus¬≠tiz¬≠mi¬≠nis¬≠ter Hei¬≠ko Maas Face¬≠book mehr an die Kan¬≠da¬≠re neh¬≠men will, damit sol¬≠che Mel¬≠dun¬≠gen (unter ande¬≠rem auch Fake News genann¬≠te) schnell und voll¬≠st√§n¬≠dig vom Netz genom¬≠men werden.

Dass es sich bei den geteil¬≠ten Bil¬≠dern auf Face¬≠book um kla¬≠re Rechts¬≠ver¬≠let¬≠zun¬≠gen han¬≠del¬≠te, war nicht strei¬≠tig. Der Knack¬≠punkt war jedoch, ob der Wer¬≠be¬≠kon¬≠zern nur die gemel¬≠de¬≠ten Pos¬≠tings blo¬≠ckie¬≠ren muss oder gene¬≠rell in Deutsch¬≠land oder EU-weit zu l√∂schen hat. Zun√§chst hat¬≠te Face¬≠book nur blo¬≠ckiert und nicht aktiv wei¬≠te¬≠re vor¬≠han¬≠de¬≠ne Bil¬≠der gel√∂scht.Quel¬≠le: Gerichts¬≠ur¬≠teil: Kei¬≠ne einst¬≠wei¬≠li¬≠ge Ver¬≠f√ľ¬≠gung gegen Face¬≠book im Mer¬≠kel-Sel¬≠fie-Fall | netzpolitik.org | LINK

Auf der Basis die¬≠ses Gerichts¬≠ur¬≠tei¬≠les wird das also nicht funk¬≠tio¬≠nie¬≠ren. BJM Maas soll¬≠te zu sei¬≠nem Vor¬≠ha¬≠ben nach die¬≠sem, f√ľr vie¬≠le ja doch eher nie¬≠der¬≠schmet¬≠tern¬≠den Urteil, bald Stel¬≠lung nehmen!

Die Regie¬≠rungs¬≠ko¬≠ali¬≠ti¬≠on hat das Pro¬≠blem rechts¬≠ver¬≠let¬≠zen¬≠der √Ąu√üe¬≠run¬≠gen in sozia¬≠len Netz¬≠wer¬≠ken erkannt. Noch in die¬≠sem Monat will sie einen Gesetz¬≠ent¬≠wurf vor¬≠le¬≠gen, der zumin¬≠dest die schnel¬≠le Reak¬≠ti¬≠on auf Ver¬≠leum¬≠dun¬≠gen bei ein¬≠zel¬≠nen Usern vor¬≠sieht. So sol¬≠len die Netz¬≠wer¬≠ke Beschwer¬≠de¬≠stel¬≠len ein¬≠rich¬≠ten, die in Deutsch¬≠land ans√§s¬≠sig und t√§g¬≠lich erreich¬≠bar sind.Quel¬≠le: Fake-News-Pro¬≠zess in W√ľrz¬≠burg: Face¬≠book muss Hetz-Bei¬≠tr√§¬≠ge nicht suchen und l√∂schen ‚Äď heu¬≠te-Nach¬≠rich¬≠ten | LINK

F√ľr mich hat die¬≠ser Satz im Arti¬≠kel von Con¬≠stan¬≠ze Kurz bei Netzpolitik.org einen immer noch selt¬≠sa¬≠men Zungenschlag:

Unab¬≠h√§n¬≠gig von der kon¬≠kre¬≠ten Ent¬≠schei¬≠dung des Land¬≠ge¬≠richts heu¬≠te ber√ľhrt der Fall grund¬≠s√§tz¬≠li¬≠che Fra¬≠gen wie das Out¬≠sour¬≠cing von Zensur.

Wie¬≠so ist es m√∂g¬≠lich, dass man¬≠che Maas und ande¬≠re dif¬≠fa¬≠mie¬≠ren, weil sie die Ver¬≠brei¬≠tung von Falsch¬≠mel¬≠dun¬≠gen oder Ver¬≠leum¬≠dun¬≠gen ande¬≠rer Men¬≠schen ver¬≠hin¬≠dern m√∂ch¬≠ten? War¬≠um wer¬≠den prak¬≠ti¬≠sche Bem√ľ¬≠hun¬≠gen, dem Pro¬≠blem bei¬≠zu¬≠kom¬≠men, so leicht als Zen¬≠sur diskreditiert?

Einer¬≠seits sehe ich, dass die bis¬≠he¬≠ri¬≠gen Vor¬≠stel¬≠lun¬≠gen aus der Poli¬≠tik f√ľr Kri¬≠tik offen waren wie ein Scheu¬≠nen¬≠tor. Allein die zahl¬≠rei¬≠chen Bei¬≠spie¬≠le, in denen offi¬≠zi¬≠el¬≠le ‚ÄěNach¬≠rich¬≠ten‚Äú unse¬≠rer geb√ľh¬≠ren¬≠fi¬≠nan¬≠zier¬≠ten TV-Sen¬≠der im Nach¬≠hin¬≠ein als Fake News iden¬≠ti¬≠fi¬≠ziert wur¬≠den, erz√§h¬≠len viel √ľber die Pro¬≠ble¬≠ma¬≠tik die¬≠ser Vorhaben.

Aber allein damit, die Quel­len­kri­tik der Netz­nut­zer auf ein gutes, jeden­falls bes­se­res Niveau zu brin­gen, wer­den wir der nega­ti­ven Ent­wick­lung im Inter­net aus mei­ner Sicht kaum bei­kom­men können.

Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Ich schreibe √ľber alle m√∂glichen Themen. Politik, Medien und Gesellschaft dominieren dabei.

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