2Bier https://2bier.de Eins für Sie! Sun, 25 Jun 2017 19:39:33 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.8 https://2bier.de/wp-content/uploads/2017/02/2beer-270x250.png 2Bier https://2bier.de 32 32 Menschen im Beruf https://2bier.de/menschen-im-beruf/ https://2bier.de/menschen-im-beruf/#view_comments Sat, 24 Jun 2017 13:47:01 +0000 https://2bier.de/?p=36741 Ein Freitag im Spätsommer 1995 war mein erster Arbeitstag in der neuen Firma. Nach über einem halben Jahr Jobsuche hatte ich es endlich geschafft. Damals war ich 42 Jahre alt und hatte die letzten 17 Jahre und damit den größten…

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Ein Freitag im Spätsommer 1995 war mein erster Arbeitstag in der neuen Firma. Nach über einem halben Jahr Jobsuche hatte ich es endlich geschafft.

Damals war ich 42 Jahre alt und hatte die letzten 17 Jahre und damit den größten Teil meiner beruflichen Laufbahn in einer Firma mit tollen Menschen und guten beruflichen Perspektiven verbracht. Ich war zuständig für den Innendienst (Vertrieb), EDV und die Logistik. Ich hatte Prokura für zwei Unternehmen.

Der Niedergang hatte verschiedene Ursachen. Mich beschäftigt bis heute die Frage, was wir an der einen oder anderen Stelle hätten anders machen müssen, um uns in diesem Markt zu behaupten und nicht am Ende mit leeren Händen dazustehen. Die 1990er Jahre waren für sehr viele Unternehmen keine gute Zeit. Die Zahl der Insolvenzen stieg von Jahr zu Jahr, und mit ihr auch die Arbeitslosigkeit.


Ich war aufgeregt. Wie würden die neuen Kolleginnen und Kollegen in der neuen Firma sein? Ob ich mich mit meinen Vorgesetzten verstehen würde? Ich war verwöhnt. Mein bisheriger Chef hatte großes Vertrauen zu mir. Es gab in all den Jahren nicht ein böses Wort zwischen uns. Das Verhältnis war von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt. Es war wirklich so, wie viele sich das heute wünschen. Ich höre oft davon, dass viele finden, Respekt und Wertschätzung seien abhanden gekommen.

Meine Vorstellung in der neuen Firma war gut vorbereitet. Ich hatte früh am Tag ein gutes Gefühl. Meine Nervosität legte sich schnell.

Wir hatten in meiner neuen Abteilung begonnen. Ich wurde den Mitarbeiter/innen vorgestellt. Ich erfuhr erst an diesem Tag, dass mein Vorgänger noch im Unternehmen tätig war. Er hatte sein Büro für mich geräumt. Mir war das etwas unangenehm. Aber ich fragte mich auch, wie man diese Lage anders hätte lösen sollen.

In den folgenden Tagen führte ich mit allen MitarbeiterInnen in meiner Abteilung Einzelgespräche, um uns kennenzulernen. Dabei erfuhr ich, dass mein Vorgänger gekündigt worden ist, weil er »die Abteilung nicht im Griff« gehabt hätte.

So etwas wurde bei einem der Vorstellungsgespräche mit den Geschäftsführern des Unternehmens zwar angedeutet. Aber ich hatte keine Ahnung, dass dieses Wissen in dieser wertenden Art und Weise auch bei den Mitarbeitern »angekommen« war. Wie unangenehm muss das für den Mann gewesen sein? Er war deutlich jünger als ich. Vielleicht fehlte es ihm noch an Erfahrung? Wie auch immer, ich mochte ihn. Er gab sich Mühe, mir die zum Teil komplexen Prozesse im Unternehmen zu erläutern. Dafür war ich ihm dankbar.

In den folgenden zehn Jahren hat sich in diesem Unternehmen viel getan. Während dieser Zeit habe ich es mit acht direkten Vorgesetzten (Geschäftsführer, Geschäftsbereichsleiter) und etlichen strukturellen Anpassungen zu tun bekommen.

Die Anforderungen an die MitarbeiterInnen im Vertriebsinnendienst wuchsen ständig. Die unterschiedliche Sichtweise der jeweiligen Vorgesetzten und ihr individuelles (Un-)Verständnis – auch was den Stellenwert eines Innendienstes in einem modernen vertriebsorientierten Unternehmens anlangte, waren große Herausforderungen für meine MitarbeiterInnen und mich.

Trotz der häufigen Wechsel und der Tatsache, dass der Einsparungsdruck zeitweise eminent war, habe ich meine »Truppe« zusammengehalten. Es gab Versetzungen und Beförderungen aber in meinem Verantwortungsbereich wurde niemand entlassen. Anders als in anderen Abteilungen des Unternehmens.

In den ersten Wochen meiner Tätigkeit habe ich die jeweiligen Zuständigkeitsbereich aller MitarbeiterInnen analysiert und bewertet. Danach folgte eine Rochade, die nicht nur auf Begeisterung stieß. Wir haben viel diskutiert und gestritten. Am Ende haben wir Lösungen gefunden, die für alle tragbar und vor allem – rückblickend gesehen – erfolgreich waren.

Im Zuge weiterer Reorganisationsmaßnahmen, die von der Geschäftsleitung gefordert wurden, habe ich gemeinsam mit meinen MitarbeiterInnen ein Kundendienst-Steuerungsprogramm entwickelt und programmiert (nach Feierabend!).

Mit dessen Hilfe waren wir in der Lage, die in unsere Abteilung integrierten neuen Zuständigkeiten (Kundendienst) zu meistern. Die Vorteile der unter anderem damit geschaffenen Transparenz erkannten die Beteiligten unmittelbar, so dass die strukturellen Änderungen von Beginn an mitgetragen wurden.

Wir haben so die Voraussetzung dafür geschaffen, die notwendigen Änderungen erfolgreich zu bewältigen.

Einer meiner jungen Mitarbeiter wurde später Geschäftsleiter Vertrieb und mein Chef. Ich habe ihn gefördert und sehr unterstützt. Zum Dank hat er mich später entlassen. Die Firma wurde liquidiert.

Inzwischen war ich 53. Ich hatte noch einmal Glück. Einer meiner vielen Chefs war inzwischen Vertriebsleiter bei dem Unternehmen, für das ich die letzten 8 Jahre meines Berufslebens gearbeitet habe. Er schuf dort, quasi extra mich mich, eine neue Stabsstelle. Klar, dass ich ihm dafür sehr dankbar bin!


Meine Laufbahn unterscheidet sich aufgrund veränderter Anforderungen stark von dem, was gegenwärtig normal ist.

Mit meiner Ausbildung (Hauptschule, Lehre) wird man heute kaum eine Chance haben, Abteilungsleiter zu werden oder eine leitende Position bekommen.

Von meinen Kolleginnen und Kollegen unter den Abteilungsleitern hatten schon 1995 die meisten eine akademische Ausbildung. Als ich 2007 die letzte Stelle meiner Laufbahn antrat, gab es im Bereich der Vertriebsleitung außer mir niemanden mehr, der kein Studium abgeschlossen hatte.

Darüber hinaus sollte eine Botschaft auch in der heutigen Zeit Bestand haben:

Ich glaube daran, dass die erfolgversprechendsten Lösungen gemeinsam entwickelt werden. Hierarchien können nützlich sein. Aber worauf es ankommt, ist – unabhängig von der Position -, dass man als Mensch überzeugt. Es ist unklug, einmal den Chef herauskehren und ein anderes Mal den Kumpel. So kann man MitarbeiterInnen nicht überzeugen!

Mit dem Duzen habe ich es übrigens nicht. Erst nach fast 10 Jahren habe ich meine MitarbeiterInnen fast alle geduzt. Meine Empfehlung: Man sollte das nach einem Wechsel schnell klären. Entweder alle oder keinen duzen! Das spart Reibungsverluste

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Troll im realen wie im virtuellen Leben https://2bier.de/troll-im-realen-wie-im-virtuellen-leben/ https://2bier.de/troll-im-realen-wie-im-virtuellen-leben/#comments_reply Fri, 23 Jun 2017 14:40:24 +0000 https://2bier.de/?p=36707 Ich darf sagen, mein Verhalten ist nicht internet-spezifisch. Ich bin nämlich quasi Troll im realen wie im virtuellen Leben. Das kristallisiert sich – vielleicht aufgrund des beginnenden Wahlkampfes, immer stärker heraus. Für mich würde es schwierig sein, mit dieser Bestandsaufnahme zu…

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Ich darf sagen, mein Verhalten ist nicht internet-spezifisch. Ich bin nämlich quasi Troll im realen wie im virtuellen Leben. Das kristallisiert sich – vielleicht aufgrund des beginnenden Wahlkampfes, immer stärker heraus.

Für mich würde es schwierig sein, mit dieser Bestandsaufnahme zu leben, wenn sie nicht immer von der Seite käme, mit der ich permanent über Kreuz liege.

Das hat man davon, wenn man sich aus der selbstgewählten Isolation (der so genannten Filterblase) ausgräbt und sozusagen »den vergeblichen Kampf« aufnimmt.

Ich bemühe mich nach bestem Wissen und Gewissen zwar darum, dabei nicht allzu bösartig zu sein. Aber das ist wohl Ansichtssache.

Für solche Dialoge strafen mich die AfD – Scharfmacher prompt ab:

Solche Frechheiten lassen die nicht auf sich sitzen. Prompt hat man mich befördert. Ich wurde nicht geblockt, sondern kam auf die Liste »vorlauteaffenohnehirn«.  Wer da wohl noch alles drauf steht?

 

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Hass im Netz – Also doch internet-spezifisches Verhalten!? https://2bier.de/hass-im-netz-also-doch-internet-spezifisches-verhalten/ https://2bier.de/hass-im-netz-also-doch-internet-spezifisches-verhalten/#comments_reply Thu, 22 Jun 2017 14:56:51 +0000 https://2bier.de/?p=36668 In Diskussionen über die Entwicklung im Internet wird mir wird immer erzählt, dass die Auswüchse im Internet letztlich nur so etwas wie ein Spiegel unserer Gesellschaft wären. Nach diesem Beitrag über Trolle (in jedem schlummert vielleicht einer) stimmt das ganz…

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In Diskussionen über die Entwicklung im Internet wird mir wird immer erzählt, dass die Auswüchse im Internet letztlich nur so etwas wie ein Spiegel unserer Gesellschaft wären.

Nach diesem Beitrag über Trolle (in jedem schlummert vielleicht einer) stimmt das ganz und gar nicht. Es handelt sich demnach um ein Phänomen, das nach Meinung eines in diesem Beitrag zu Wort kommenden Psychologen vielleicht so etwas wie ein in uns schlummernder menschlicher Dämon sein könnte. Interessante Theorie, nicht wahr? Und vor allem so ausbaufähig.

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Wenn die Relevanz der Antwort vom Alter abhängt https://2bier.de/wenn-die-relevanz-der-antwort-vom-alter-abhaengt/ https://2bier.de/wenn-die-relevanz-der-antwort-vom-alter-abhaengt/#comments_reply Thu, 22 Jun 2017 09:43:26 +0000 https://2bier.de/?p=36658 Vor ein paar Tagen hatte ich nach längerer Zeit mal wieder die GFK (früher Gesellschaft für Konsumgüterforschung) am Telefon. Der freundliche Herr wollte wissen, ob ich an einer kleinen Umfrage über die Leistungen von Geldinstituten teilnehmen wolle? Normalerweise drücke ich mich…

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Vor ein paar Tagen hatte ich nach längerer Zeit mal wieder die GFK (früher Gesellschaft für Konsumgüterforschung) am Telefon.

Der freundliche Herr wollte wissen, ob ich an einer kleinen Umfrage über die Leistungen von Geldinstituten teilnehmen wolle? Normalerweise drücke ich mich und lehne es ab. Aber dieser Herr war nett und die Zeit (früher Abend) war günstig.

Die erste und einzige Frage:

»Darf ich fragen, wie alt Sie sind?«
»63«.

Schweigen. Ich empfand es sogar als betretenes Schweigen. Nach längerer Pause hörte ich:

»Ähm, ähm, in Ihrer Altersklasse haben wir schon einige befragt. Dann würde ich sagen, machen wir irgendwann mal was anderes…«

»OK. Danke. Auf Wiederhören«.


Menschen ab einem bestimmten Alter sind eben nicht nur für die »freie Wirtschaft« außen vor! Allem parteipolitischen, interessengesteuertem Gezänk über die Rente mit 63 zum Trotz: Die meisten Unternehmen sind einfach froh, wenn sie die teuren Alten los werden. Das ist die Realität in unserem Land. Die Krokodilstränen mancher Funktionäre, denen ältere Fachkräfte angeblich so sehr fehlen, sind in meinen Augen echte Ausnahmen.

Für die Werbewirtschaft beginnt dieses Draußen-Sein noch viel früher und wenn es um Banken geht: von manchen kriegt man, wenn ein bestimmtes Alter überschritten ist, nicht mal mehr »ne Mark«.

Mich hat dieses Herumgedruckse des GFK-Mitarbeiters tatsächlich amüsiert. Der Mann zeigte wenigstens so etwas wie den Anflug eines schlechten Gewissens. Die sollten für solche Fälle endlich mal ein Script schreiben, damit das Rumgeeiere nicht ganz so peinlich ist.

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Nicht mit uns? Ok! https://2bier.de/nicht-mit-uns-ok/ https://2bier.de/nicht-mit-uns-ok/#comments_reply Tue, 20 Jun 2017 12:43:57 +0000 https://2bier.de/?p=36635 Ist der folgende Satz Ausdruck eines gesunden Selbstbewusstseins oder belegt er nicht vielmehr die wachsende Kluft zwischen Muslimen und der übrigen Gesellschaft? »Nicht mit uns!«-Demo in Köln wird zum Reinfall – Muslime lassen sich nicht herumkommandieren«? (Quelle) Ich bin kein…

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Ist der folgende Satz Ausdruck eines gesunden Selbstbewusstseins oder belegt er nicht vielmehr die wachsende Kluft zwischen Muslimen und der übrigen Gesellschaft?

»Nicht mit uns!«-Demo in Köln wird zum Reinfall – Muslime lassen sich nicht herumkommandieren«? (Quelle)

Ich bin kein Psychologe. Aber für mich klingt dieser Satz nicht selbstbewusst, sondern eher wie das Gegenteil.

Onkel-Tom-Türken, wie Augstein in seiner Spiegelkolumne schrieb, hätte ich in Köln nicht gesehen, selbst wenn 100.000 Muslime mit demonstriert hätten. Selbstbewusste, souveräne Menschen legen sich fest und ziehen sich nicht hinter Positionen zurück, die – wie ich jedenfalls stark vermute – weitgehend nicht die eigenen sind.

Herumkommandiert werden Menschen in der Türkei. Aber bestimmt hier nicht in Deutschland! Wahr ist, dass Migranten leider Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen machen. Vielleicht haben diese seit dem der islamistische Terror so präsent ist zugenommen. Das ist traurig aber wahrscheinlich. Wäre das nicht eher ein Grund, den Schulterschluss mit der so genannten Mehrheitsgesellschaft zu suchen und nicht genau das Gegenteil zu machen?

Der Einfluss, den auch türkische Medien und Websites der Ditib zugeschrieben haben, zeigt nach welcher Pfeife die Türken tanzen. Oder etwa nicht? Das quasi als Akt der »Selbstbefreiung« zu feiern ist schon echt besonders.

Der Einfluss der Ditib und somit der türkischen Regierung auf die deutschen Türken und die türkischstämmigen Deutschen ist längst offensichtlich. Hoffentlich werden unsere Politiker aus dieser Erkenntnis endlich Lehren ziehen und die Ditib von ihren Aufgaben in Deutschland entbinden. Jedenfalls, solange der Einfluss der türkischen Regierung unter Präsident Erdogan in dieser Form und in diesem Umfang wirkt. Diesen Einfluss hatten unsere Kirchen übrigens auch. Aber das ist längst vorbei.

Eigentlich ging es bei der geplanten Demo ja übrigens nicht nur um die Türken und Deutschtürken. Wo waren denn eigentlich die anderen Muslime, die Nichttürken, von denen bestimmt mehr als ein paar hundert in Köln und Umgebung leben dürften?

Ich wehre mich nach Kräften gegen Lügen und Vorurteile, die die Rechten in Deutschland verbreiten. Das tun die Sprecher, die Sachwalter der Muslime auch. Aber ist die Art und Weise, in der von muslimischer Seite gegen unser Land und unsere Lebensart gehetzt wird, tatsächlich nur die Reaktion auf die Entwicklung in Deutschland oder gab es die Tendenz innerhalb der muslimischen Community schon länger? Ich werde immer unsicherer.

Die Hetze gegen Deutschland und unser Lebensart dürfen wir nicht länger hinnehmen! 

Der Ton, der in der aktuellen Debatte gesetzt wird, hätte ich mir anders gewünscht. Er wurde nicht, wie türkische Medien, Politiker und Funktionäre ständig behaupten, durch uns gesetzt, sondern vor allem durch die türkische Regierung und ihnen nahestehende Medien und Personen.


Die Teilnahme an der Demo gegen islamistischen Terror wurde mit dem Argument abgelehnt, dass die damit verbundene Distanzierung eine Nähe zu den Terroristen voraussetzt hätte. Oder, siehe Ditib, weil es Menschen während des Ramadan nicht zugemutet werden könne, stundenlang in der Sonne zu demonstrieren.

Wir sind ja inzwischen einiges von muslimischen Funktionären gewöhnt und unsere Toleranzgrenze scheint mir persönlich so hochschwellig zu sein, dass wir eher bereit sind, solche jede Zumutung und Dummheit zu überhören, als endlich Tacheles zu sprechen.

Die Sprechblasen werden direkt aus Istanbul importiert. Sie stammen aus der derzeit größten englisch- und deutschsprachigen Zeitung des Landes.  »Daily Sabah« steht Präsident Erdogan sehr nah.

Der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des türkischen Parlaments, Mustafa Yeneroğlu twitterte dazu:
„Ich begrüße die Haltung der großen Islamischen Religionsgemeinschaften. Die Bezeichnung »islamistischer Terrorismus« diffamiert Muslime.«Quelle: „Nicht mit uns!“-Demo in Köln wird zum Reinfall – Muslime lassen sich nicht herumkommandieren – Daily Sabah | LINK

Mir liegt mir wirklich fern, hier über Türken oder Muslime herzuhalten. Aber bei mir ist mittlerweile die Schmerzgrenze überschritten. Damit, dass das kaum jemanden interessieren dürfte, ist mir schon bewusst. Aber ich empfinde es so, dass unsere Gesellschaft an einem Punkt angekommen ist, der allen Sorgen machen sollte.


Wenn, was ich vermute, »Daily Sabah« eine große Leserschaft bei erwachsenen Türken hat, dürften die jüngeren sich vielleicht mehr von solchen Websites wie GI (Generation Islam) intellektuell beeinflussen lassen. Die Seite hat bei Facebook derzeit ca. 54.000 Follower.  Die Schärfe der dort vertretenen Standpunkte lässt an Klarheit keinen Mangel erkennen. Kurz gesagt: Der Westen in an allem Schuld. Eine andere Botschaft vertritt »Daily Sabah« auch nicht.

Viele Leute, nicht nur Linke und nicht nur in Deutschland, sehen durchaus selbstkritisch auf die Politik des Westens bis zurück in die Kolonialzeit. Kann mit dem Verweis auf die schweren Fehler, die der Westen gemacht hat, die Verantwortung der Muslime für Terroranschläge gegen Unschuldige, die Namen des Islam erfolgen, einfach so negiert werden?

Der Inhalt eines Artikeln wie beispielsweise »Wie der Westen zu seinem Reichtum kam« entlarvt ein Stück weit die Autoren und eine Sicht auf die Dinge, die bei Muslimen scheinbar verbreitet ist!

GI vertritt die Auffassung, dass auch die Bevölkerung der westlichen Länder Verantwortung für die Kriege des Westens trägt. Schließlich habe diese ihre Regierungen durch Wahlentscheidungen hieran nicht gehindert. So einfach ist es, Verantwortung für Mord und Totschlag zu delegieren.

Dieses Video ist beispielhaft für das was die GI – Leute sich vorstellen:

Und so steht es um das Selbstverständnis dieser Anlaufstelle für junge Muslime:

Das Team von Generation Islam hat heute eine Kampagne gestartet: #GemeinsamGegenHetze. Der Bruder Umar Qadir appelliert in der Videobotschaft an den Verstand und das Gewissen der Bevölkerung in Deutschland, ganz egal ob Muslim oder nicht! Er zählt die zwei wesentlichen Ziele auf, die mit der Kampagne angestrebt werden:
1. Ein kollektives Bewusstsein in Bezug auf die gefährliche Agenda der Regierungen und Medien des Westens zu schaffen, mit welcher sie die Muslime seit über einem Jahrzehnt verteufeln und als Ursache allen Übels in der öffentlichen Wahrnehmung darzustellen.
2. Lösungsansätze und Impulse zur Veränderung den Muslimen nahezulegen, um das gemeinsame Zusammenleben in Deutschland zu wahren.

Die Opferrolle liegt diesen Leuten und so ist es nur konsequent, wenn sie die Schuld für alles, was ihnen an Bösem widerfährt, »den anderen«, also uns, in die Schuhe schieben.

Dass die Verbrechen der Nazi-Diktatur an Millionen von Juden, an der muslimische Glaubensbrüder übrigens aktiv mitgewirkt haben, durch den Vergleich mit getöteten Indianern in Nord- und Südamerika relativiert werden, ist nur ein Beleg für den dort grassierenden Antisemitismus. Den kriegen wir in Deutschland und anderen europäischen Ländern ebenfalls immer stärker zu spüren.

Mich würde eine solche Haltung schon dann empfindlich stören, wenn wir nicht in diesen von islamischem Terror beherrschten Zeiten leben würden. Millionen von Moslems leben hier mit uns in Deutschland und noch viel mehr in Europa zusammen.

Vermutlich denken manche von ihnen, sie seien besonders raffiniert, wenn sie das Trennende betonen und das Verbindende bestreiten. Ich mag mir nicht ausmalen, was diese Strategie, die mit der der Terroristen übereinstimmt, für das künftige Zusammenleben bedeuten könnte.

Dass unser Land solche Machenschaften als hinzunehmende Randerscheinung und womöglich als Ausdruck der freien Meinungsäußerung betrachtet, stört mich inzwischen.

Ich weiß nicht, ob diese Leute – sofern sie überhaupt in Deutschland leben – vom Verfassungsschutz überwacht oder wenigstens beobachtet werden. Wahrscheinlich verhält es sich bei diesen ähnlich, wie bei den radikalen Islamisten, die in Moscheen ihren Hass unter Muslime bringen und die deshalb jahrelang oft folgenlos vom Verfassungsschutz beobachtet wurden.


Der Name Yeneroğlu ist in Deutschland nicht nur Türken bekannt. Er erweist sich leider längst nicht mehr als Mittler (als den ich ihn früher wahrgenommen habe), sondern inzwischen ist er ein effektiver Spalter.

Yeneroğlu müssen in seiner Zeit in Deutschland schlimme Dinge (Diskriminierung und Ablehnung) widerfahren sein. Was ich aber eher vermute, ist, dass es am Job bzw. an seiner ausgesprochenen Nähe zum türkischen Präsidenten Erdogan liegt.


Wie andere türkische Funktionäre verdreht er (übrigens sehr geschickt) die Gründe für die Entfremdung zwischen der Türkei (besser gesagt, der dortigen Regierung) und Deutschland. Ich finde es sehr seltsam, dass er als Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses im türkischen Parlament und als Deutschlandkenner massiv gegen uns, unsere Regierung und unser Land wettert.

Allein der Westen trägt die schuld

Es gibt das oben verlinkte türkisches Online Portal »Daily Sabah«, dem man komfortabler Weise sogar in deutscher Sprache entnehmen kann, was viele Türken heute über uns denken.

Der größte Terror herrscht in den muslimischen Ländern von denen viele durch westliche Mächte destabilisiert worden sind. Ob es nun der Irak ist oder Afghanistan, überall kann man die Spuren westlicher Politik erkennen. Erst durch die Missstände, die maßgeblich durch die westliche Politik entstanden sind, konnte der Terror einen Nährboden für sich finden. Wenn die USA keinen Irak-Krieg geführt hätten, würde es heute wahrscheinlich Daesh überhaupt nicht geben.Quelle: „Nicht mit uns!“-Demo in Köln wird zum Reinfall – Muslime lassen sich nicht herumkommandieren – Daily Sabah | LINK

 

Mehr Stimmen zum Demo-Misserfolg, die ich zum Teil mit meinen Kommentaren versehen habe:

Friedensmarsch in Köln: Am Ende kamen viel weniger Teilnehmer als erwartet | Quelle

CDU-Politikerin stellt Zusammenarbeit mit Ditib infrage | domradio.de | Quelle

ZdK-Präsident zur geringen Teilnehmerzahl beim Friedensmarsch in Köln | domradio.de | Quelle


Köln: Fatih Cevikkollu vom mangelnden Zuspruch bei Anti-Terror-Demo enttäuscht | Express.de | Quelle

Freie Meinungsäußerung oder Hass – Kommentar eines Users namens Smiths bei RP Online:

und davon waren 100 Moslems…einfach nur erbärmlich! Ihr seid die Pest! Alle die nicht demonstriert haben und dem islamischen Glauben frönen ihr alle seid die Pest!

Bei Raumschiff Enterprise würde der Befehl lauten: Scotty beam sie alle up zurück ans Schwarze Meer…da könnt ihr dann wieder Haselnüsse ernten. Ihr seid durch euer Fernbleiben die unwillkommensten Gäste gleich nach den Flüchtlingen… und die waren nur für ein paar Monate willkommen!!! Ginge es in der deutschen Politik normal zu dann würdet ihr bei der nächten Visumsverlängerung abgewiesen werden und was das für euch bedeutet wisst ihr bestimmt…Das geht ganz einfach…ein kleiner Behördengang und ihr seid raus! Freut euch auf erdogan für den ihr alle demonstriert habt…nun werdet ihr ihm bald schon ganz nahe sein….
Quelle: Friedensmarsch in Köln: Am Ende kamen viel weniger Teilnehmer als erwartet | LINK

Demo in Köln: Muslime für den Frieden – Panorama – Süddeutsche.de | Quelle

Köln: So verlief die Friedensdemo gegen islamistischen Terror in Köln | Kölner Stadt-Anzeiger | Quelle

Aiman Mazyek: Es wäre besser gewesen, wenn wir zusammen ein Signal der Geschlossenheit ausgesandt hätten.Quelle: Vor Anti-Terror-Demo in Köln: Mazyek: »Muslime sind für Frieden« – heute-Nachrichten | LINK

Ein paar Zeilen, die die Bezeichnung »Kommentar« nicht verdient haben, erschien im Kölner Stadt-Anzeiger. Die Wirkung der Ditib – Hörigkeit gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan zeigt Wirkung. Das kann man an den über 100 bösen Kommentaren sehen, die dieser »Kommentar« erhalten hat:

Kommentar zum Friedensmarsch in Köln: Die Botschaft der Ditib ist angekommen | Kölner Stadt-Anzeiger | Quelle

Die Ditib hat mit ihrer radikalen Verweigerungshaltung das Motto der Veranstaltung („Nicht mit uns“) ins Gegenteil verkehrt. Dass Köln die Keimzelle einer neuen unabhängigen Bewegung werden, die Muslime im gemeinsamen Kampf gegen den Terror hinter sich vereint, ist wenig wahrscheinlich, selbst wenn es weitere Demonstrationen in Berlin, Hamburg, Hannover, Stuttgart und Oldenburg geben soll.Quelle: Demo in Köln: Die Macht der Verbände | Frankfurter Rundschau | LINK

Wenn man mal nicht die »falsche« Botschaft gewesen ist:

Kölner Friedensmarsch: »Was zählt, ist doch die Botschaft« | ZEIT ONLINE | Quelle

Diesen PR-Gau könnten sich Rechte zunutze machenQuelle: Kölner Friedensmarsch – Ein PR-Gau für die islamischen Verbände | LINK

… könnten Rechte sich zunutze machen? Das ist ein Witz – oder?

Wenn kluge Leute Mist reden:

Friedensdemo der Muslime in Köln – »Ich halte das für kontraproduktiv« | Quelle

 

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Muslimischer Terror ist schuld des Westens? https://2bier.de/muslimischer-terror-ist-schuld-des-westens/ https://2bier.de/muslimischer-terror-ist-schuld-des-westens/#comments_reply Sun, 18 Jun 2017 09:43:24 +0000 https://2bier.de/?p=36629 Mich macht es wütend, die fadenscheinigen Gründe zu lesen, die Muslime hatten, um die Demo gegen den Terror #Nichtmituns abzulehnen. Lamya Kaddor, eine der Initiatorinnen der Kölner Anti-Terror-Demo ist, nicht zuletzt aufgrund ihres selbstbewussten Auftretens, nicht nur bei der deutschen…

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Mich macht es wütend, die fadenscheinigen Gründe zu lesen, die Muslime hatten, um die Demo gegen den Terror #Nichtmituns abzulehnen.

Lamya Kaddor, eine der Initiatorinnen der Kölner Anti-Terror-Demo ist, nicht zuletzt aufgrund ihres selbstbewussten Auftretens, nicht nur bei der deutschen Rechten unbeliebt, sondern auch bei vielen Muslimen.

Selbstbewusste Frauen passen nicht ins Weltbild.

Die islamkritische Soziologin Necla Kelek erklärte in der Zeitschrift »Emma«, weshalb sie die Demo als »verlogene« Veranstaltung betrachtet. Sie unterstellt Kaddor, es ginge ihr mehr um die »Reinwaschung« des Islam als um das Bekenntnis gegen islamistischen Terror. Ihre Argumentation ist einerseits nachzuvollziehen, andererseits wiederholt sie die Vorwürfe an Kaddors Adresse, die darauf abzielen, dass fünf ihrer Schüler aus der deutschen Salafisten-Hochburg Dinslaken sich dem IS in Syrien angeschlossen haben. Diesen Vorwurf erheben rechte Publizisten fast immer, wenn der Name Lamya Kaddor an prominenter Stelle auftaucht.

Ich empfinde die Massivität der Vorwürfe gegen Kaddor als den Versuch, eine liberale Muslima zu diffamieren. Bei solchen Gelegenheiten wird ihr auch gern einmal die Qualifikation abgesprochen. Und was Frau Kelek mit ihren Vorwürfen am Schluss ihres Artikels insinuiert, muss ich nicht zu erklären.

Vielleicht gehört Kaddor ja auch nur zum »falschen Zweig« des Islam. Zudem ist sie eine Frau. Kritische Frauen sind im Islam nicht populär. Btw: wie ist das bei uns?

Das mag erklären, weshalb auf Männer wie den türkischen Politiker Mustafa Yeneroğlu  gehört wird. Der Mann war früher in federführender Position bei Millî Görüş und steht Präsident Erdogan und seiner Politik nahe.

Für die »gute Sache« des türkischen Präsidenten demonstrierten zehntausende von muslimischen Türken. Wie das abgegangen ist haben wir stauend bis entsetzt zur Kenntnis genommen. Sie protestierten auf dem Platz, auf den sich gestern gerade einmal ein paar hundert Muslime bemühten. Die Ditib konnte das vorher schon erklären, wie selbstverständlich auch Herr Yeneroğlu.

Was ich darüber denke, habe ich hier schon in einem anderen Beitrag geschrieben.

Ich verstehe natürlich, dass die Muslime völlig andere Probleme haben, als dieser Gesellschaft zu zeigen, dass sie zu ihr gehören. Ob der Ramadan wirklich eine Rolle spielt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Ich verstehe den Standpunkt vieler Muslime, die es anmaßend und falsch finden, dass manche Mitbürgerinnen und Mitbürger von ihnen fordern, sich von Gewalt und Terror zu distanzieren, obwohl sie – wie ihre Funktionäre nicht müde werden zu betonen – mit den Taten von Terroristen überhaupt nichts zu tun haben.

Es ist mir eine Qual, die Freude der Rechten nach dem Demo-Desaster von Köln, die sich nicht zuletzt in den sozialen Medien Bahn bricht, mitzuerleben. Da laufen die Hetzer zur Hochform auf, während sich die, die die Demo richtig und wichtig fanden, wieder mal als Gutmenschenidioten beschimpfen lassen müssen.

Wahrscheinlich hätten selbst tausende von Demonstranten diese und andere erwartbare »Reaktionen« nicht verhindert. Denn solche Hetzer finden immer was, was sie »bemängeln« und für ihre Zwecke gegen den Strich bügeln können.

Notfalls sind es abfällige Mutmaßungen darüber, wie viele Menschen überhaupt an einer Veranstaltung  teilgenommen haben.  Jeder neue Zweifel spielt ihnen in die Hände.


Wenn ich mich in der muslimischen Community umschaue, ist mein Vertrauensvorschuss auch nicht übergroß. Die »Generation Islam« wird in diesem Beispiel durch ein ziemlich jung aussehendes, dafür aber umso aggressiver auftretendes schreiendes Jüngelchen repräsentiert.

Auf dieser Twitter-Seite fand ich ein Video, in dem erklärt wird, weshalb die Muslime nicht mehr willens sind, an solchen Demos teilzunehmen. Man hält es für unnötig, sich vom Terror zu distanzieren und hält die passende Erklärung bereit:

Die westliche Politik, die Maßnahmen gegen islamistischen Terror (Krieg gegen den Terror), ist an allem schuld. Vorher, so die Meinung mancher Muslime, habe es keine Terroranschläge von Muslimen gegeben. Gab es sie wirklich nicht, diese feige, mörderische Art von Anschlägen gegen Zivilisten, wie wir sie in Europa seit Jahren erleben müssen?

Viele Menschen und Regierungen waren gegen den Irak-Krieg! Auch Deutschland. Das hat uns vor den Verbrechen islamischen Terrors nicht bewahrt und so funktioniert das Spiel der Terroristen auch nicht. Sie verfolgen eine Strategie, die neben dem Töten, darauf abzielt, die westlichen Gesellschaften zu destabilisieren. Dabei spielen die hier lebenden Muslime als »Manipulationsmasse« eine noch bedeutendere Rolle als die einheimischen Bevölkerungen. Wer sagt uns, dass dieses Kalkül nicht aufgehen wird?

Dafür, dass wir den Amerikanern in Afghanistan beigestanden haben, als islamistische Terroristen in einer nie dagewesenen Unmenschlichkeit unschuldige Menschen töteten, wird von solchen Jüngelchen wie ein Revanchefoul beim Fußball verstanden.

Ungläubige haben heiligen Boden betreten. Das reicht machen Muslime, um Terror zu begründen. Damit drücken sich junge Muslime, die in unserem Land leben, um ihre Verantwortung herum – was viel schlimmer ist – sie tun nichts anderes, als die Mordtaten ihrer Glaubensbrüder und -Schwestern zu verteidigen oder gutzuheißen?

Ich verstehe, dass Muslime sich in Deutschland und sicher ebenso in anderen Ländern Europas zunehmend ausgegrenzt fühlen, weil sie sich unter Generalverdacht sehen. Aber Ausgrenzungs- oder Diskriminierungserfahrungen haben leider auch schon vorher ganze Generationen von Menschen gemacht, die aus den verschiedensten Gründen eine neue Heimat finden mussten. Das sind keine speziell muslimischen Erfahrungen und selbst wenn das der Fall wäre: Nichts entschuldigt Terror!

Auf meine Nachfrage bei »Generation Islam« kriege ich die »Information«, dass wir, die Bevölkerung der westlichen Länder, gemeinsam mit unseren Regierungen verantwortlich sind, weil wir ja nicht dagegen protestiert hätten. Geil – oder?

Die abstruse und wirre Schlussfolgerung lautet demnach: Wenn westliche Demos gegen die Anti-Terror-Kriege nicht stattgefunden oder nix genutzt haben, warum sollten Muslime dann für Frieden und gegen den Terror auf die Straße gehen?


Erweitern wir das Blickfeld ein wenig: In meinen Augen hatten die vorwiegend von Muslimen verübten Angriffe auf Frauen an Silvester 2015/2016 einen terroristischen Charakter. Ich schrieb das schon vor langer Zeit und wurde – was mich nicht gewundert hat – dafür kritisiert. Trotzdem halte ich meine Sicht auf dieses unglaubliche Massenverbrechen aufrecht. Ich weiß, dass sich alle muslimischen Verbände, jeder anständige Mensch damals davon distanziert hat.

Aber die Medien berichten immer häufiger von Verbrechen, von denen sich oft erst im Nachhinein (Pressecodex) herausstellt, dass sie von Muslimen begangen wurden. Es wird zunächst nicht explizit gesagt, aber es handelt sich vielfach um Flüchtlinge, von denen jeder weiß, dass sie zum überwiegenden Teil Muslime sind.

Ist eigentlich allen klar, welche Eskalation dieser langsam wachsende »Erkenntnisgewinn« mit sich bringen kann? In der öffentlichen Wahrnehmung spielt es, so fürchte ich, keine Rolle, dass – warum auch immer – die meisten Flüchtlinge junge Männer sind und dass jede Kriminalstatistik belegt, dass die überwiegende Zahl von verschiedensten Delikten von jungen Männern begangen werden, unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion. 

Der Antisemitismus, den Muslime in verstärkter Form in die Republik tragen, ist ein anderes Thema. Er tritt so drastisch zutage, dass mich interessieren würde, wem die Muslime die Verantwortung für diese Entwicklung zuweisen.

Die Täter waren keine Terroristen. Aber sie waren Muslime, die hier im Land mit ihrem Verhalten dafür sorgen, dass Juden nach Jahrzehnten mit dem Gedanken spielen, das Land zu verlassen. Das findet in Deutschland, Österreich und Frankreich statt.

Auch dagegen könnten Muslime demonstrieren. Damit diese Gesellschaft weiß, wie Muslime insgesamt dazu stehen.

Köln wäre dafür eine Gelegenheit gewesen. Stolz und Dummheit haben diese Chance verstreichen lassen.

 

 

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Kreative Wortwahl der taz. zum Tode Helmut Kohls https://2bier.de/kreative-wortwahl-der-taz-zum-tode-helmut-kohls/ https://2bier.de/kreative-wortwahl-der-taz-zum-tode-helmut-kohls/#view_comments Sat, 17 Jun 2017 11:12:46 +0000 https://2bier.de/?p=36617 Das geschmacklose, widerliche Titelbild, das die »taz. am Wochenende« aus Anlass von Helmut Kohls Tod zeigt, ist für mich der Anlass, darüber zu schreiben. Diese Zeilen sind kein Nachruf auf Helmut Kohl, sondern eine weitere Klage darüber, wie wir, sogar…

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Das geschmacklose, widerliche Titelbild, das die »taz. am Wochenende« aus Anlass von Helmut Kohls Tod zeigt, ist für mich der Anlass, darüber zu schreiben. Diese Zeilen sind kein Nachruf auf Helmut Kohl, sondern eine weitere Klage darüber, wie wir, sogar über den Tod hinaus, miteinander umzugehen pflegen.

Helmut Kohl war sehr lange Kanzler. Als er 1982 durch das erfolgreiche der beiden überhaupt durchgeführten Misstrauensvoten an die Macht kam, ging für mich die hoffnungsvollste politische Periode, also die der sozial-liberalen Koalition, abrupt zu Ende.

Heute würde ich meine Gefühle von damals wohl mit dem Hashtag #nichtmeinkanzler »ausdrücken«.

Was ich mir unter der damals proklamierten  »geistig moralischen« Wende vorstellen sollte, erschloss sich mir bis 1998, dem Ende der Kohl Ära, zu keinem Zeitpunkt. Meine Differenzen mit jenem Politikentwurf, für den die neue Regierung gestanden hat, haben sich erst in späteren Jahren ein Stück weit aufgelöst.

Aus heutiger Sicht würde ich meinen, dass mein festes linkes Weltbild vielleicht ein wenig zu lange bestand. Für mich galt meine simple Version der Wahrheit: Union und die »neue« FDP als Vertreter des Kapitals sind unwählbar.

Es gab wenige Geschichten und Szenen, in denen Kohl meine persönliche Sympathie hatte. Dazu zählt auf jeden Fall, wie er sich auf Demonstranten »stürzen« wollte, die ihn anlässlich einer Kundgebung in Halle mit Eiern beworfen hatten. Helmut Kohl besuchte in den 1980er Jahren gemeinsam mit seiner Büroleiterin, Juliane Weber, wie ich, gern das Kerpener Restaurant »Die Glocke«. Dort gab es Fleisch vom offenen Buchenfeuer. Seine Besuche waren durch Fotos im Lokal belegt. Ein Mensch, der nach der Arbeit solche Wegstrecken für ein gutes Essen zurücklegte, konnte nicht verkehrt sein.

Der tragische Tod von Kohls Ehefrau Hannelore scheint für viele Menschen in der Bewertung der Person des Alt-Kanzlers bedeutungsvoller zu sein, als seine Verstrickung in die Flick-Affäre, die er folgenlos überstanden hat. Vielleicht wurde ihm sein hierdurch entstandenes Selbstverständnis Jahre später bei der erneuten CDU-Spendenaffäre zum Verhängnis. Mit dem Tode von Helmut Kohl dürften die Geheimnisse um dieses Thema wohl ungelöst bleiben.

Dass die taz. nach dem Tode Helmut Kohls ihr einziges Interview mit ihm »hervorgekramt« hat, wirft ein bezeichnendes Licht auf das Verhältnis, das Kohl zu manchen Medien hatte.

Das Titelbild der taz. prägen die Kränze und Blumen an Helmut Kohls Haus [sic?]. Darüber prangen die beiden Worte: »Blühende Landschaften«. Das ist niveau- und geschmacklos. Diese Art von »Kreativität« widert mich an. Und viele andere ebenfalls.

Die Titelseite der taz.am wochenende von morgen: Blühende Landschaften

Posted by taz. die tageszeitung on Freitag, 16. Juni 2017

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Gemeinsamkeiten mit Muslimen https://2bier.de/gemeinsamkeiten-mit-muslimen/ https://2bier.de/gemeinsamkeiten-mit-muslimen/#comments_reply Mon, 12 Jun 2017 12:49:20 +0000 https://2bier.de/?p=36513 Heute, 12.06. veröffentlicht FAZ Online den kurzen Beitrag »Wir Muslime müssen den Extremismus entlarven« von Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland. Die prominent vorgetragene Forderung von Marek Lieberberg an die Muslime in Deutschland, deutlich gegen den islamischen…

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Heute, 12.06. veröffentlicht FAZ Online den kurzen Beitrag »Wir Muslime müssen den Extremismus entlarven« von Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland.

Die prominent vorgetragene Forderung von Marek Lieberberg an die Muslime in Deutschland, deutlich gegen den islamischen Terror zu protestieren, ist aber nun wirklich nichts Neues. In rechten Blogs und Foren ist das ein Dauerthema und in den Mainstream-Medien wird die Kritik nach jedem Anschlag aufgetischt. Als ob eine Lichtkette oder eine Demo an der Mordlust der IS-Mörder irgendwas ändern würde? Ernsthaft?

Also machen wir halt ein bisschen Politik. Symbolpolitik, um genauer zu sein.

Was sich derweil zusehends verschlechtert – im wahren Leben – , ist das Klima zwischen den Muslimen und den anderer Menschen in unserem Land. Als Indiz dafür nehme ich nicht das ärgerliche Postulieren von Mazyek, das offenbar unausweichlich mit jeder Äußerung zum Thema verbunden ist. Jeder, der mit wachen Sinnen unterwegs ist, sieht und fühlt, was im Land vor sich geht, weiß das die Vorbehalte gegen Muslime stark zugenommen haben.


Update: 13.6.2017 — Kölner Stadt-Anzeiger
Der Zentralrat der Muslime wird sich beteiligen. Der Islamrat (deutlich mitgliederstärker) will nicht teilnehmen. Ich frage mich, ob diese Zurückhaltung bei der Pro-Erdogan – Demo ebenfalls existiert hat. Gestern wurde vom Zentralrat die Meldung veröffentlicht, dass am 9.6. in Hannover eine Demo stattfindet. Von der Kölner Demonstration, die am 17.6. erfolgt, ist dort immer noch nichts zu lesen.

DITIB macht sich einen schlanken Fuß - Meldung vom 14.06.2017


Natürlich hat Ditib heute dazu auch was auf der Homepage verlauten lassen:

Muslime sind darüber hinaus keine Verhandlungsmasse, die sich nach Belieben hierhin oder dorthin zitieren lässt – die DITIB hätte sich statt Ansprache über die Medien zumindest Gespräche im Vorfeld gewünscht.

Dies zeigt uns, dass die Initiative entweder zu kurz gedacht war oder vordergründig um eine mediale und politische Effekthascherei bemüht, und nicht etwa, wie behauptet, um die Bedürfnisse und Wünsche der Muslime. Öffentlich wirksame Aktionen begrüßen wir, lehnen jedoch die Art und Weise, wie dieser angekündigte Marsch organisiert wurde, ab. Diese Form ist eine öffentliche Vereinnahmung und Instrumentalisierung.Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. | LINK

Die »Verlautbarung« sagt viel über das Selbstverständnis einiger Funktionärsmuslime in Deutschland aus. Vor allem aber gibt sie Aufschluss über die Haltung der Ditib und ihrer politischen Führung. Das klingt doch genauso, als sie die Feder vom großen AKP-Vorsitzenden in Ankara geführt worden. Zumindest in Gedanken hat hier ein im vorauseilenden Gehorsam handelnder Funktionär der Ditib die Sicht des türkischen Staatspräsidenten sehr deutlich gemacht.

Ich frage mich, wie lange das noch so weitergehen soll!

Hat die Ditib eigentlich nicht mit dafür gesorgt, dass bei den Pro-Erdogan – Demos in Deutschland so viele Zehntausende von Türken mitgemacht haben?

Das war 2014 die Haltung der Ditib. Was ist jetzt anders? Ich denke, diese Frage kann sich jeder selbst beantworten.

25.000 ziehen durch Köln: Moslem-Demo gegen Terror – n-tv.de | Quelle

Spalten statt integrieren: Einblick bei DITIB | NDR.de – Fernsehen – Sendungen A-Z – Panorama 3 | Quelle


Diskriminierungserfahrungen machen nicht allein Muslime. Juden und Christen machen sie auch, und die Angehörigen anderer Religionen ebenso. Und zwar durch Muslime. Nicht durch Terroristen, sondern durch Muslime! Da greift die Theorie, der Terror habe nichts mit dem Islam zu tun, spätestens nicht mehr.

Diese Wahrheit blendet Mazyek bei allen Statements aus. Dafür jammert er umso mehr über schlechte Behandlung, die Muslimen in diesem Land widerfährt.

Das ist ein Fehler!

Einerseits natürlich deshalb, weil es vermutlich fast jeden irgendwann auf die Palme bringt und von Rechten gnadenlos für Propagandazwecke eingesetzt wird.  Aber vor allem deshalb, weil Mayzek den Muslimen damit keinen Gefallen tut. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mayzek’s larmoyantes Auftreten allen Muslimen, wenn sie sich von ihm denn überhaupt vertreten fühlen, so gut gefallen wird. Der Zentralrat der Muslime vertritt in Deutschland lt. Wikipedia 10. bis 20.000 Muslime (!) Hier leben gemäß Statistik ca. 4.5 Millionen Muslime. In dieser Zahl sind also die seit 2015 hinzugekommenen Flüchtlinge muslimischen Glaubens nicht berücksichtigt.

Vielleicht ist es nicht ganz verkehrt, wenn ich davon ausgehe, dass es momentan knapp 6 Mio. Muslime in Deutschland gibt? Vielleicht hat jemand neuere Zahlen zur Hand?

Warum gehen wir diesen Voraussetzungen überhaupt davon aus, dass der Zentralrat der Muslime eine Rolle für den gesellschaftlichen Dialog spielt? Gibt es nicht klügere Positionen als die, die von diesem Verband vertreten werden? Also stellt sich diese gleiche Frage bei anderen Vertretern der Muslime in unserem Land ganz genauso. Auch sie repräsentieren lediglich kleine Teile der muslimischen Bevölkerung Deutschlands.


Am 17. Juni wird in Köln eine geplante Großdemo deutscher Muslime unter dem Motto »Nicht mit uns!» stattfinden, danach auch in anderen Großstädten. Von Mayzek dazu übrigens kein einziges Wort in seinem heute veröffentlichten Statement!

Mitinitiatorin ist die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. Frau Kaddor ist nicht gerade unumstritten. Vor allem die üblichen Blogs haben sich an ihr in der ihnen eigenen Art und Weise »abgearbeitet«. Insofern geht es ihr kein bisschen anders als Herrn Mayzek.

Es wäre albern, aus dieser Gemeinsamkeit die Möglichkeit ableiten zu wollen, dass der Zentralrat der Muslime seine maximal 20.000 Mitglieder für diese Demo aktivieren würde. Mitnichten! Auf der Website des Zentralrates der Muslime wird die Demo in Köln nicht erwähnt (bisher jedenfalls).

 

Auf folgenden muslimischen Seiten finde ich (heute, 12.6.) keinen Hinweis auf die Demo vom 17.06.:

(Der Zentralrat der Muslime in Deutschland e. V. (ZMD) wird in der Öffentlichkeit stark wahr- genommen, vertritt jedoch nur ein bis zwei Prozent der Muslime. Einige der derzeit 24 Mitgliedsverbände des ZMD stehen der Muslim Bruderschaft und somit dem islamistischen Spektrum nahe. Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung, 2015)

Auch der Generalsekretär der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), Bekir Alboga, sprach sich laut der Zeitung für die Unterstützung der Großdemo von Muslimen gegen den islamistischen Terror aus: „Wir haben schon bisher jeden Anschlag aufs Schärfste verurteilt. Wenn diese Initiative dazu beiträgt, dass dies künftig auch in der breiten Öffentlichkeit besser wahrgenommen wird, wäre ich sehr glücklich“, sagte Alboga.Quelle: (1) Friedensmarsch in Köln: Islamwissenschaftlerin Kaddor ruft Muslime zu Demo gegen Terror auf – Politik – Tagesspiegel | LINK

Ich finde das eigenartig. Schließlich soll diese Großdemo in wenigen Tagen über die Bühne gehen. Ich bin gespannt darauf, ob sich die Teilnehmer ähnlich klar bekennen, wie die, die anlässlich Erdogans Referendum so massiv demonstriert haben. Vielleicht beruht meine Erinnerung aber auch lediglich auf selektiver Wahrnehmung, die von Vorurteilen geprägt ist?

Ich wünsche der Veranstaltung sehr viele Teilnehmer und die öffentliche Beachtung, die sie verdient!

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Sascha Lobos 100% https://2bier.de/sascha-lobos-100/ https://2bier.de/sascha-lobos-100/#comments_reply Fri, 09 Jun 2017 20:38:01 +0000 https://2bier.de/?p=36500 Große Klasse, wie sich manche drum bemühen, das Vertrauen in unseren gebeutelten Staat zu stärken. Gerade jetzt, angesichts der allgemeinen Lage, finde ich diesen Artikel nicht hilfreich. Sein Informationsgehalt ist es ebenso wenig. Die Arglosigkeit, in der Lobo in seinem…

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Große Klasse, wie sich manche drum bemühen, das Vertrauen in unseren gebeutelten Staat zu stärken.

Gerade jetzt, angesichts der allgemeinen Lage, finde ich diesen Artikel nicht hilfreich. Sein Informationsgehalt ist es ebenso wenig. Die Arglosigkeit, in der Lobo in seinem Beitrag den Analytiker und in gewisser Weise gleichzeitig den Verschwörungstheoretiker gibt, ist schon besonders.

Ich mag den Mann, und ich mag seine Kolumnen. Aber das war nix!

Als ob wir nicht längst und zwar auf allen Kanälen darüber informiert wurden, dass muslimische Gefährder existieren – in großer und zunehmender Anzahl. Neben dem Reservoir der ca. 600 bekannten Gefährder gibt es hier zirka 10.000 Salafisten.

200 dieser Gefährder befinden sich per Anfang März 2017 in Deutschland. Die anderen sind entweder im Gefängnis oder befinden sich in anderen Teilen Europas und der Welt.

Die Zahl der Menschen, die diesen Kreisen hinzuzurechnen wäre, wächst, wenn ich die Berichte richtig verstanden habe, immer schneller und wie viele Personen aus dieser Gruppe ins Lager der Gefährder übergehen könnten, ist wohl auch mit dem besten Geheimdienst kaum zu ermitteln.

Erstaunlich finde ich, dass Lobo in seinem seinem Artikel die oben genannten Gesamtzahlen überhaupt nicht erwähnt. Immer geht es lediglich um die Täter, die in die letzten Attentate verwickelt gewesen sind. Und natürlich um die aus Lobos Sicht als kritisch zu betrachtenden staatlichen Maßnahmen.

Aber mein Vertrauen ist gering. Nicht trotz der Realität, sondern wegen: 100 Prozent der Attentäter waren gewaltaffin und behördenbekannt, und ich komme darüber kaum hinweg.Quelle: Islamistischer Terror in Europa: Unsere Sicherheit ist eine Inszenierung – SPIEGEL ONLINE | LINK

Mal ehrlich: wir können uns doch sicher vorstellen, dass hunderte von Gefährdern + X Personen aus dem Kreis der Sympathisanten nicht dauerhaft und effizient überwacht werden können. Ich habe von Vertretern der Sicherheitsbehörden schon in Talkshows und Interviews gehört, dass dort das Problem liegt. Für eine lückenlose Überwachung dieser vielen Personen stehen die notwendigen Ressourcen nicht zur Verfügung. Das Gegenteil will Lobo mit seinen Zahlen suggerieren. Sorry, das ist unfair.

Zu berücksichtigen ist zudem, dass man nachher weiß, wer die Täter waren und dann auch, dass sie zuvor »auffällig« gewesen sind. Aber wer weiß, welche der anderen Gefährder und Sympathisanten nicht ebenso für diese Taten infrage gekommen wären? Auf diese Logik reflektiert Lobo in seiner Kolumne mit keinem Wort.

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Vertrauen in die 📃 Medien? https://2bier.de/vertrauen-in-die-medien/ https://2bier.de/vertrauen-in-die-medien/#view_comments Thu, 08 Jun 2017 14:47:04 +0000 https://2bier.de/?p=36490 Meine Kritik an pauschalen Manipulationsvorwürfen gegen die Medien war schon mal lauter! Sowas macht einen das auf Dauer echt mürbe. Geht mein Vertrauen dahin? Zumal ich weiß, wie leicht wir zu manipulieren sind und wie stark die Versuchung ist, genehme Propaganda statt guter und…

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Meine Kritik an pauschalen Manipulationsvorwürfen gegen die Medien war schon mal lauter! Sowas macht einen das auf Dauer echt mürbe. Geht mein Vertrauen dahin?

Zumal ich weiß, wie leicht wir zu manipulieren sind und wie stark die Versuchung ist, genehme Propaganda statt guter und im besten Fall neutraler Information zu nutzen, um für die eigene Sache das »beste« herauszuholen. Du sollst nicht Lügen! Wen interessiert heute schon noch das 8. Gebot? Oder die anderen 9?

Die Lügen – Tools dafür werden immer raffinierter und undurchschaubarer. Zwar werden die Begriffe mit denen operiert wird (Filterblase, Fake News etc.) inflationär benutzt, aber – wenn wir ehrlich sind – wie oft stellen deren Wirksamkeit infrage, weil wir erfahren und klug genug sind und deshalb keine Gefahr sehen, selbst »Opfer« zu werden und in solche Fallen zu tappen. Es sind die anderen, die »dumm« genug sind, auf moderne Formen der Beeinflussung hereinzufallen. Wir doch nicht!

Instrumente der Beeinflussung

Dabei gibt es in meinen Augen ein deutliches Indiz dafür, dass viele von uns Gefangene solcher Tools sind. Die Verunsicherung vieler Leute hat extrem zugenommen. Das belegen nicht nur Statistiken oder Studien, sondern vor allem der Zorn, der aus dieser Verunsicherung entsprungen ist und der sich vor allem im Internet Bahn bricht.

Manche schauen keine Talkshows mehr. Das hat nicht den Grund, dass die Themen oder die Gäste langweilig wären. Manche passen, weil sie nachher gar nichts mehr wissen. »Irgendwie hat ja jeder von denen Recht…« Andere können die Teilnehmer nicht mehr ertragen, weil sie deren Meinung scheiße finden und diese nicht aushalten können. Wer der Befund nicht ganz falsch ist, wundert man sich darüber, dass so viele Online – Medien am gleichen Abend oder am Vormittag des Folgetages nicht selten durchgängig abwertende Berichte über die Talkshows veröffentlichen. Da spielt die politische Seite kaum noch eine Rolle. Irgendeiner ist immer unter den Talkgästen, der das Fett der Kommentatoren abkriegt. Talkgäste sind ein gefundenes Fressen für viele Medien.

Mea Culpa

In der letzten Zeit bin ich gleich mehrfach auf Propaganda hereingefallen. Ich könnte die Beispiele hier anführen. Ich lasse das, weil es nur ablenken würde.

Ich würde mich schon wohler fühlen, wenn wir diese überbordende und auf mich destruktiv wirkende Skepsis soweit wieder einfangen könnten, dass wir von »den« Journalisten nicht Sachen fordern würden, die wir selbst nicht ansatzweise beherzigen.

Ich denke an Objektivität und Fairness.

In den Diskussionen darüber wird das Zitat von Hajo Friedrichs oft bemüht:

Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.Quelle: „Cool bleiben, nicht kalt“ – DER SPIEGEL 13/1995 | LINK

Wahrheit?

Es gibt tendenziöse, fehlerhafte und unvollständige oder einfach nur falsche Berichte wahrscheinlich in allen Medien auf der ganzen Welt. Übrigens auch lange vor 1995 (dem Jahr des Friedrichs-Zitats).

Ebenso wie es gute, schlechte und beschissene Blogs gibt, die derart tendenziös sind bei fast allen Themen, die sie behandeln, dass es einen – wenn man drauf stößt, geradezu sprachlos machen kann. Oder eben mürbe.

Aber an die eigene Nase fassen diese Blogger oder Journalisten sich scheinbar nie. Kann das sein, dass ein Blog wie »Propagandashow« von Leuten geschrieben wird, die nie Zweifel an ihrem Tun haben? Wer ihn kennt wird jetzt nur lachen können. So dumm sind Menschen nicht. Diese Blogger fühlen sich berufen. Der Erfolg gibt ihnen doch Recht? Ja, wer sich so richtig verarschen lassen möchte, ist dort bestens aufgehoben. Seltsam finde ich, dass es diesen ausgeprägten Hang dazu gibt.

Richtigstellung – eigene Fehler

Ich habe dort und auch anderswo nie eine Korrektur oder Richtigstellung gelesen. Das ist ein weiteres Problem in der heutigen Zeit. Zeitungen müssen Gegendarstellungen bringen. Die Art in der sie dies und an welcher Stelle ihres Blattes sie dies tun, ist häufig fragwürdig. Auch TV-Sender bringen solche Gegendarstellungen – meistens am Ende der Sendung. In Blogs findet man solche Korrekturen oder Gegendarstellungen eigentlich nie.

Oder irre ich mich? Wie sind in dieser Hinsicht Ihre Erfahrungen?

Es gibt nicht wenige Blogs, die sich voll und ganz auf Verschwörungstheorien konzentrieren, dem Kampf gegen den Islam oder gegen Linke, Grüne oder Andersdenkende und die bei ihren Leserinnen/Lesern eine ungeheure hohe Wertschätzung genießen. Dort ist das Programm, was die Verantwortlichen den so genannten Mainstream Medien unentwegt vorhalten. Das ist fast witzig. Leider spricht genau diese Methode so unglaubliche viele Menschen an. Ich kann mir das nur mit der großen Verunsicherung erklären, von der ich schon geschrieben habe.

Vieles von dem, was im Internet behauptet und ständig (an unterschiedlichsten Stellen) wiederholt wird, wurde zwar (eindeutig) widerlegt. Die ursprüngliche Stelle, von der die Fake News ausgegangen ist, lässt sich kaum identifizieren – wenn überhaupt. Wie gesagt, Gegendarstellungen oder Richtigstellungen finden sich in der Regel nicht.

Vertrauensverlust

Es geht nicht nur um den Vertrauensverlust der Medien. Mir fällt auf Anhieb keine Instanz mehr ein, von der ich behaupten würde, sie genösse noch ein besonderes Vertrauen in der Bevölkerung.

  • Gott
  • Religion
  • Kirche
  • Bischöfe
  • Pfarrer
  • Ärzte
  • Lehrer
  • Professoren
  • Unternehmen
  • Unternehmer
  • Journalisten
  • (die Liste ist bestimmt nicht vollständig)

Als ich  jung war hatte ich ein paar Idole. Willy Brandt war eins davon, Egon Bahr war das bis zuletzt. Einstein, Ghandi, Schweitzer, später Mandela – sind die Namen meiner Helden.

Fällt mir eine aktuelle Politikerin, Politiker, Bischof oder so ein, über die es im Internet nicht irgendwelche herabwürdigen Bildchen oder Kommentare zu finden gibt? Wir machen uns lustig über alles und jeden und nennen es im Zweifel Satire. Die darf ja angeblich alles. Straffrei bleibt, wenn einer Katholiken »Kinderfickersekte« nennt.

Zeitgeist

Das ist der Zeitgeist oder wie man diese Scheiße nennen soll, in der wir waten! Lohnt es sich überhaupt noch die Frage zu stellen, wohin uns das alles führt? Wenn wir zu nichts und niemanden mehr Vertrauen haben und selbst eifrig dazu beitragen, dass kein neues entstehen kann?

Infografik: EU-Bürger haben wenig Vertrauen in die Medien | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

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