FlĂŒchtlinge

FlĂŒchtlinge: Falsche Signale đŸŽâ€â˜ ïž und effektive Abschreckung

Merkel hat die mondĂ€ne Urlaubsgarderobe abgestreift. Wieder in Berlin findet sie: »Die EU verkraftet doppelt so viele FlĂŒchtlinge«. Ihre Fans rasen vor Begeisterung.

Dabei hatte sie wĂ€hrend ihres Urlaubs (wegen des Outfits❗?) erheblich an Zustimmung eingebĂŒĂŸt. SchĂ€uble ist jetzt der beliebteste deutsche Politiker. Oha. Und Gabriel liegt auf dem 3. Platz. Es gibt einfach Dinge, die muss ich nicht wissen und verstehen schon gar nicht! Warum ist Martin Schulz jetzt Kanzlerkandidat? Waren es nicht Gabriels schlechte Sympathiewerte, die mit denen des aktuellen Kandidaten nicht zu vergleichen waren? Ich muss das falsch verstanden haben.

»Am Geld soll diese Arbeit nicht scheitern«, sagte Merkel heute und stellte ihren Besuchern vom UNHCR und IOM einen Scheck ĂŒber 50 Mio. Euro in Aussicht. In diesem Bericht der Regierung wird erwĂ€hnt, dass Deutschland einer der grĂ¶ĂŸten Geldgeber fĂŒr UNHCR und IOM sind. Das UNHCR erhielt 2016 von Deutschland 360 Mio. Euro. Insgesamt zahlten wir in 2016 1,3 Milliarden Euro fĂŒr humanitĂ€re Hilfsmaßnahmen. Bisher hat die Regierung 77 Millionen Dollar an das UNHCR gezahlt. Die USA haben 777 Mio. Dollor berappt. Danke Donald! Japan und Schweden liegen mit je 101 Mio. Dollar vor Deutschland. Ob die ZurĂŒckhaltung Deutschlands, das mit den zusĂ€tzlichen 50 Mio. € von heute ein wenig besser dasteht, mit der halben Million syrischer FlĂŒchtlinge in Zusammenhang steht, von denen deutsche Medien angeblich nichts berichten?

Mehr als 600.000 syrische FlĂŒchtlinge sind laut UN zwischen Januar und Juli in ihre Heimatorte in dem BĂŒrgerkriegsland zurĂŒckgekehrt. Mehr als 80 Prozent der Menschen seien innerhalb Syriens auf der Flucht gewesen, teilte die Internationale Organisation fĂŒr Migration am Freitag in Genf mit. Die restlichen Menschen seien aus den NachbarlĂ€ndern TĂŒrkei, Libanon, Jordanien und Irak nach Syrien heimgekehrt. Sie waren vor der Gewalt in Syrien in die Anrainerstaaten geflohen.Quelle: Syrien: Mehr als 600.000 Syrer in ihre Heimat zurĂŒckgekehrt – WELT | LINK

Wie Sie erkennen, berichtet die BBC bereits am 30.6.2017 ĂŒber diesen Vorgang, die deutsche »Welt« hat es heute, am 11.8., auch schon aufgegriffen. Auch der österr. Kurier bringt auch erst heute diese Nachricht.

Warum erwÀhnt die Regierung von dieser guten Nachricht eigentlich nichts? Die IOM wird Merkel beim heutigen Treffen doch sicher auch etwas dazu gesagt haben!?

Oder brauchen wir Geld fĂŒr Erdogan, um den Deal wenigstens teilweise zu erfĂŒllen? Das mit den Visa hat ja bekanntlich nicht funktioniert. Haben wir die 3 Milliarden Euro an Erdogans Regierung eigentlich schon bezahlt oder sind wir dabei, das Geld immer noch zusammenzukratzen. Man hört dazu Unterschiedliches.

ErklĂ€ren diese Details vielleicht Merkels »frohe Botschaft«, dass Europa doppelt so viele FlĂŒchtlinge, wie bisher zugesagt, aufnehmen wird? Was sind 40k FlĂŒchtlinge im Vergleich zu ĂŒber 800k. Da könnte man schon ĂŒbermĂŒtig werden. Merkel sagt, Deutschland sei bereit, seinen Teil zu leisten. Deutschland? Wie kann sie da nur so sicher sein? Ich kenne viele…

Die rechtspopulistische Zeitung »Junge Freiheit« hat im Juli einen »investigativen« Beitrag veröffentlicht, der zeigen sollte, wie die schwarzen Horden Europa mithilfe unserer im Regierungsamt befindlichen konspirativen Politiker ĂŒberrennen werden. Solche »Nachrichten« speisen noch immer die Vorstellungen unserer Verschwörungstheoretiker, dass jede Nacht Flugzeuge vollgepackt mit schwarzafrikanischen FlĂŒchtlingen aus Sizilien/Italien in Deutschland landen und auf Kosten der Allgemeinheit versorgt werden.

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Fokus meldet heute, dass aktuell ĂŒber Spanien eventuell mehr Leute geflĂŒchtet sind als nach Griechenland. Das widerspricht der vielfach aufgestellten Behauptung, dass die spanischen Grenzen im Gegensatz zu den italienischen sicher seien. Schaut man sich die wehrhaften Abwehranlagen in Ceuta und anderswo an, könnte man diesen Eindruck gewinnen. Aber wie wir inzwischen wissen, lassen sich die Menschen auch von solchen Sicherungsanlagen nicht wirklich von ihren Zielen abbringen. Dass dieser Angriff auf schwer befestigte Grenzanlagen nicht zum ersten Mal passiert ist, ist bekannt.

Anhand dieser Situation sollten unsere Politiker ihre fragwĂŒrdigen Ansichten und Lösungsvorstellungen grĂŒndlich ĂŒberprĂŒfen. Höchstgrenzen und Grenzanlagen werden im Zweifel nicht ausreichen, um diese verzweifelten Menschen aufzuhalten. Im Zweifel wird der von der AfD angedachte Schießbefehl als Ultima Ratio in Betracht gezogen werden mĂŒssen. Vielleicht schaffen wir es, dass Schlepper uns die Arbeit abnehmen, wenn wir nur genĂŒgend »Druck« aufbauen. Vor Jemen hat das schließlich ansatzweise schon geklappt.

Sie finden das zynisch? Klar, ist es das. Aber was ist es anderes, wenn Merkel und ihre Mitstreiter, inkl. der Kollaborateure von der SPD, die Ansicht vertreten, man dĂŒrfte durch zuviel Hilfe im Mittelmeer keine falschen Signale setzen? Andere sagen, wir mĂŒssten die Leistungen unserer Sozialsysteme fĂŒr FlĂŒchtlinge heruntersetzen, damit diese keine ungewollten Anreize setzen, zu uns ins gelobte Land zu kommen. Ernsthaft?

Da werden Menschen als Schlepper bezeichnet, weil sie aktiv und dankenswerterweise anderen Menschen helfen, am Leben zu bleiben. Wenn rechte Zeitungen wie die »JF« diese Menschen kriminalisieren, in dem sie ihnen – ohne Beweise dafĂŒr zu erbringen – kriminelle Machenschaften nachsagt, ist das mehr als schĂ€big.

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Da wir in Deutschland mit den FlĂŒchtlingen ja so ĂŒberaus gut umgehen und -nebenbei gesagt- ja auch alle so nett sind zu ihnen, ist doch zu erwarten, dass auch die hier lebenden FlĂŒchtlinge unser Land wieder verlassen werden, jedenfalls, sobald sich die VerhĂ€ltnisse in Syrien nur halbwegs gebessert haben. DafĂŒr sprechen die oben erwĂ€hnten Zahlen der IOM. Diejenigen, die glauben, dass die FlĂŒchtlinge lieber ohne ihre Heimat, Familie und Freunde ihr Leben in der Diaspora auf unsere Kosten fristen, können das von mir aus weiter glauben. Die Zahlen sagen etwas anderes. Und fĂŒr die WirtschaftsflĂŒchtlinge, um diesen Scheißbegriff auch mal zu benutzen, gilt ohnehin, dass sie keine Chance auf den Verbleib in unserem Land haben. Wenn bloß diese Regierung mal bisschen Tempo beim Zuwanderungsgesetz machen wĂŒrde, wĂ€re manches leichter.

Könnte man nicht ein paar TV-Spots drehen? Es sollten darin – natĂŒrlich 1:1 in die jeweilige Landessprache ĂŒbersetzte Tweets, Statusmeldungen bei FB und ein paar GesprĂ€che an Stammtischen und AfD WahlkampfstĂ€nden aufzeichnen und diese Filmchen dann in den HeimatlĂ€ndern als Werbung fĂŒr unser Land abspielen. Das wĂ€ren dann garantiert die richtigen Signale. Wer dann noch kommt, der hat sich unsere Sozialleistungen redlich verdient.

Horst Schulte

Ich bin Horst Schulte und blogge seit 2004. Am liebsten schreibe ich ĂŒber gesellschaftliche und politische Fragen. Aber ab und an gibt es hier auch etwas zum Thema Bloggen, Wordpress und ein paar Fotos.

Meine ersten Gehversuche als Blogger machte ich mit den Blogs finger.zeig.net, spÀter mit querblog.de und noch etwas spÀter mit netzexil.de

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Diese verblendete, grĂ¶ĂŸenwahnsinnige Frau hat 2 »Kleinigkeiten« außer acht gelassen:
    – Sie kann nicht fĂŒr die EU sprechen; D und seine selbstherrliche FĂŒhrerin sind innerhalb der EU lĂ€ngst isoliert
    – Deutschland hat seinen Teil bereits geleistet.
    HĂ€tte es vorher eine sinnvolle Politik mit gesicherten Grenzen gegeben, hĂ€tten wir nur FlĂŒchtlinge nach dem Asylgesetz eingelassen anstatt wahllos alle, gĂ€be es heute Spielraum.

    1. @Corinna Friedrich: Da muss ich Ihnen zustimmen. Nicht unbedingt, was die »Bewertung« der Person anlangt. Aber sie kann definitiv nicht fĂŒr die EU sprechen, weil Deutschland, wie Sie richtig sagen, in der EU gerade in dieser Frage isoliert ist. Spielraum gĂ€be es vermutlich. Und wir hĂ€tten jede Menge schlimme Bilder gesehen und Tote an den EU-Grenzen. Aber das wollten Sie sicher so auch nicht. Es wĂ€re nur unvermeidlich gewesen. Zumindest in der Zeit, in der Merkel ihre Entscheidungen traf.

  2. SchÀuble ist jetzt der beliebteste deutsche Politiker. Oha. Und Gabriel liegt auf dem 3. Platz. Es gibt einfach Dinge, die muss ich nicht wissen und verstehen schon gar nicht! Warum ist Martin Schulz jetzt Kanzlerkandidat? Waren es nicht Gabriels schlechte Sympathiewerte, die mit denen des aktuellen Kandidaten nicht zu vergleichen waren? Ich muss das falsch verstanden haben.

    Wahrscheinlich hast du das sogar. Wahrscheinlich nimmst du an, dass es bei dieser Umfrage-Frage darum geht, den/die beliebteste Politiker/in zu ermitteln. Dem ist aber nicht so. TatsĂ€chlich wird eine nur scheinbare Beliebtheitsreihenfolge ermittelt, die lediglich einen momentanen Aufmerksamkeitsfokus darstellt, aus dem zurĂŒckgeschlossen werden kann, wer im gerade aktuellen Moment (ich vermute, das erstreckt sich bestenfalls ĂŒber ein paar wenige Stunden) positiv oder negativ medial prĂ€sent ist. Wechselt der Fokus, wechselt das Ergebnis. Das Ergebnis wechselt jedoch jeweils etwas zĂ€her, weil bestimmte personenbezogene Beliebtheits-PrĂ€ferenzen eine – darunterliegende – Rolle spielen.

    Auf diesen wöchentlichen Umfrage-Unsinn, der nur sinnleeren Schaum schlĂ€gt, gebe ich seit langem gar nichts mehr, aber ich will dabei nicht in die allgemeine (herdengetriebene) Mainstreammedien-Schelte einstimmen, denn die ist immer noch dĂŒmmer als das, was sie beschimpft.

    1. @Boris: Wie diese Daten zu bewerten sind, steht ja immer dabei. Insofern bin ich nicht so ĂŒberrascht. Aber veröffentlicht werden sie schließlich und das war mir die ErwĂ€hnung in dem Zusammenhang wert. Übrigens hatte das ZDF gestern Abend Merkel schon wieder ganz vorn stehen. Alle wollen Mutti. Sehr merkwĂŒrdiges Volk, diese Deutschen.

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