Die Bri­ten wol­len bis 2040 alle Die­sel- und Ben­zin­au­tos von ihren Stra­ßen ver­dam­men. Der Voll­stän­dig­keit hal­ber auch die Autos mit Hybridmotoren.

Die kur­ze Zeit­span­ne soll aus­rei­chen, um die Lücken der neu­en Tech­no­lo­gie zu schlie­ßen, um danach die Luft über den bri­ti­schen Inseln gesün­der zu machen.

Mer­kels Ener­gie­wen­de stieß rasch auf Kri­tik und Ableh­nung, sobald es kon­kret (teu­er für die Ver­brau­cher) wur­de. Es wäre also nicht schwie­rig, sich die hie­si­gen Reak­tio­nen aus­zu­ma­len, wenn die Regie­rung auch uns den ver­bren­nungs­mo­tor­frei­en Lebens­raum ver­ord­nen würde.

Ob Motor­rä­der und Moped eben­falls betrof­fen wären. In den Pres­se­mel­dun­gen war davon kei­ne Rede [sic?].

Sogar auf dem Land äch­zen Men­schen (unter­stützt auch hier von den all­ge­gen­wär­ti­gen NGO’s) wegen der schlech­ten Luft­qua­li­tät. Es leuch­tet ein, dass die schlech­te Luft nicht in den Bal­lungs­räu­men kle­ben bleibt, son­dern – der Mobi­li­tät sei Dank – auch unse­re Nah­erho­lungs­ge­bie­te und Feri­en­or­te erreicht. Wochen­tags fah­ren die Land­be­woh­ner zur Arbeit in die Städ­te und am Wochen­en­de fah­ren die Städ­ter aufs Land. So wird die Luft gleich­mä­ßig verpestet.

Wie schön, dass wir die Schul­di­gen für all das gera­de rich­tig beim Wickel haben.

In Nor­we­gen sind ein Drit­tel aller Kfz-Neu­zu­las­sun­gen E-Autos. Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en wol­len ab 2040 Ben­zin- und…

Posted by ZDF heu­te on Mitt­woch, 26. Juli 2017


Die böse Auto­mo­bil­in­dus­trie erlaubt sich mit dem arg­lo­sen Volk die schlimms­ten Din­ge. Sie ver­kau­fen uns Jahr für Jahr Mil­lio­nen Autos, und wir glau­ben der Wer­bung die­ser Gangs­ter. Das war schließ­lich schon immer so.

Kniff­li­ger­wei­se war es so – wie wir zu unse­rer Über­ra­schung erfah­ren muss­ten -, dass die Kapi­ta­lis­ten im Zuge ihrer Betrü­ge­rei­en dafür gesorgt haben, dass all die tol­len elek­tro­ni­schen Fea­tures uns nicht nur das Fah­ren erleich­tert haben, son­dern dass just die­se Tei­le dafür sorg­ten, dass wir unse­ren per­sön­li­chen Anteil an den bekla­gens­wer­ten Schad­stoff­emis­sio­nen glatt über­se­hen konn­ten. Wie hin­ter­häl­tig von denen, uns ein gutes Gewis­sen zu ver­pas­sen. Gequalmt und gerußt haben immer nur „die anderen“.

Als der Die­sel­skan­dal ans Licht kam, war die Auf­re­gung nicht sehr groß. Ich ken­ne Leu­te, die sich mit zwei Arten von Kom­men­ta­ren beru­higt haben:

1.) Das machen doch alle ande­ren (Fabri­ka­te im In- und Aus­land) auch

2.) Glaubst du, dass des­halb ein Die­sel weni­ger gekauft wird?

Gemein­sa­mes Rußen macht nicht nur krank. Außer­dem ist die Auto­in­dus­trie so etwas wie der Augen­stern der Deut­schen. Für vie­le Men­schen ist das Auto ver­mut­lich immer noch nicht nur Sta­tus Sym­bol, son­dern es gewährt ihnen Mobi­li­tät und damit Lebens­qua­li­tät. Es ist schwer zu erken­nen, dass es plötz­lich für das genaue Gegen­teil ver­ant­wort­lich sein soll.

Zuerst sah es so aus, als ob die, die den Skan­dal nicht so wich­tig fan­den, Recht behal­ten wür­den. VW konn­te den Umsatz sogar leicht stei­gern, die Akti­en­wer­te erhol­ten sich wie­der. Dann aber kamen wei­te­re Aspek­te hin­zu, und es zeig­te sich, dass die Ame­ri­ka­ner für die Betrü­ge­rei­en groß­zü­gig ent­schä­digt wur­den, wäh­rend die euro­päi­schen und deut­schen VW-Die­sel­fah­rer mit dum­men Sprü­chen abge­speist wur­den. Die Stim­mung schien zu kippen.

Wir wis­sen inzwi­schen mehr über die kri­mi­nel­le Ener­gie deut­scher Auto­bau­er. Dass es die­se auch im Aus­land geben könn­te, wird ange­sichts des Umfan­ges und der Bedro­hung für die gesam­te deut­sche Wirt­schaft kei­ne Rol­le spie­len. Wir haben Läu­se im Pelz. Die Akti­en der deut­schen Auto­bau­er gehen auf Talfahrt.

VW hebt heu­te die Umsatz­pro­gno­se für das lau­fen­de Geschäfts­jahr an. Auch die Gewin­ne stei­gen dem­ge­mäß. Trotz­dem wir­ken die Betrü­ge­rei­en nach.

An die eigene Nase fassen

Wie stehts mit unse­rem Teil an der Ver­ant­wor­tung? Natür­lich mei­ne ich nicht die Ver­ant­wor­tung für die kri­mi­nel­len Machen­schaf­ten der Auto­in­dus­trie, son­dern der Ver­ant­wor­tung für die Ver­schmut­zung unse­rer Luft durch zu vie­le Autos? Zwei Autos je Fami­lie? Kom­men das noch hin oder sind es inzwi­schen drei?

Wahr­schein­lich erfreu­en wir uns an den Wachs­tums­zah­len, die das Kraft­fahrt­bun­des­amt regel­mä­ßig ver­öf­fent­licht. Jeden­falls dann, wenn sie ab und an mal eine brei­te­re Öffent­lich­keit erreichen.

Oder fra­gen wir uns manch­mal auch, wie lan­ge es wohl noch gut gehen kann, dass immer und immer mehr Autos gebaut und mit dem einen oder ande­ren Trick tat­säch­lich auch ver­kauft wer­den? Der Anteil von Lea­sing-Fahr­zeu­gen beträgt bei den Neu­zu­las­sun­gen seit Jah­ren um die 30 %. Wel­che Aus­wir­kun­gen es wohl hät­te, wür­de der Staat in die­ses spe­zi­el­le Geschäft ein­grei­fen, in dem er die steu­er­li­chen Vor­tei­le die­ser Finan­zie­rung redu­ziert oder abschafft? Aber davor beschüt­zen die Auto­in­dus­trie gute Ver­bin­dun­gen zur Regierung.

Vor allem aber, dass all die­se Autos unse­re Stra­ßen ver­stop­fen und – wie wir ler­nen – unse­re Umwelt verpesten?

1955 – 0,42 Mio. Neuzulassungen

1970 – 2,11 Mio. Neuzulassungen

1980 – 2,43 Mio. Neuzulassungen

1990 – 3,04 Mio. Neuzulassungen

2000 – 3,38 Mio. Neuzulassungen

2017 – 3,66 Mio. Neu­zu­las­sun­gen (Pro­gno­se)

Quel­le

Die Auto­in­dus­trie ist der wich­tigs­te Indus­trie­zweig Deutsch­lands. 2016 waren dort inkl. der Zulie­fer­in­dus­trie 808k Men­schen beschäf­tigt. In Deutsch­land erreich­ten die Auto­her­stel­ler laut VDA in 2014 einen Umsatz von ca. 131 Mrd. Euro. Expor­te tru­gen wei­te­re ca. 237 Mrd. Euro zum Umsatz­er­geb­nis bei.  Der VDA jubi­lier­te: „Die deut­sche Auto­mo­bil­in­dus­trie hat ihren Umsatz 2014 erneut gestei­gert“. Volks­wa­gen lag 2016 auf Platz 2 des welt­wei­ten Mar­ken­rankings und erziel­te glo­bal einen Umsatz von 217 Mrd. Euro. Trotz des Skan­dals gab es für VW eine Umsatz­stei­ge­rung ggü. 2015, die sich sehen las­sen konn­te (+4 Mrd. Euro).

2015 hat­te der welt­wei­te Auto­mo­bil­markt ein Volu­men von 1,5 Bil­lio­nen Euro erreicht.

Poli­ti­ker spra­chen davon, dass in Deutsch­land jeder 7. Job direkt und indi­rekt von der Auto­in­dus­trie abhän­gig ist. Die­se heu­te infra­ge gestell­te „Infor­ma­ti­on“ stammt aus der guten alten Zeit (2009). Ange­sichts der Betrü­ge­rei­en die­ser Indus­trie beru­hi­gen Rela­ti­vie­run­gen ein wenig. Aber sie kön­nen den­noch nicht dar­über hin­weg­täu­schen, wie wich­tig die­se Indus­trie für unser Land ist.

Es ist kein Geheim­nis, dass VDA – Chef Mat­thi­as Wiss­mann (ehe­ma­li­ger Minis­ter unter Mer­kel) einen sehr engen und freund­schaft­li­chen Draht zur Kanz­le­rin unter­hält. Er redet im Han­dels­blatt-Inter­view von Null-Feh­ler-Tole­ranz für Com­pli­an­ce. Das klingt gera­de so, als hät­te er den Begriff Com­pli­an­ce gera­de erfun­den. Jedes Unter­neh­men, das etwas auf sich hält – und das sind etwa 120% aller Unter­neh­men – hat sich vor Ewig­kei­ten sol­che Regeln gege­ben. Was sol­che Regeln in der Pra­xis wert sind, beka­men wir ein­dring­lich vor Augen geführt.

Kürz­lich wur­de der aktu­el­le Inno­va­ti­ons­at­las ver­öf­fent­licht. NRW kam (wie gewöhn­lich) rela­tiv schlecht dar­in weg. Wenn ich mir die dun­kel ein­ge­zeich­ne­ten Regio­nen (ins­be­son­de­re bei den Patent­an­mel­dun­gen) anse­he, fällt auf, dass die­se fast aus­schließ­lich in Auto­län­dern lie­gen. Ist mei­ne Schluss­fol­ge­rung falsch, wenn ich dar­aus schlie­ße, dass die meis­ten Inno­va­tio­nen rund ums Auto und damit in Regio­nen ent­ste­hen, in denen die­se Din­ger gebaut wer­den? Scha­de, dass wir „nur“ Ford haben und nicht VW, Daim­ler oder Audi.

Ja, die Auto­in­dus­trie ist und bleibt sehr wich­tig. In Deutsch­land sind sehr inno­va­ti­ve Unter­neh­men (in jeder Hin­sicht!) tätig.

Groß­bri­tan­ni­ens Indus­trie genießt nicht das höchs­te Anse­hen. Es ver­blüfft mich, dass die bri­ti­sche Regie­rung in umwelt­tech­ni­scher Hin­sicht so vor­an schrei­tet und Ver­bren­nungs­mo­to­ren inner­halb der nächs­ten 23 Jah­re abschaf­fen will. 1,7 Mio. Autos wur­den in Groß­bri­tan­ni­en im letz­ten Jahr her­ge­stellt. Die ca. 9% Stei­ge­rung ggü. dem Vor­jahr ent­sprach dem bes­ten Ergeb­nis seit 2000. 80% der her­ge­stell­ten Autos gehen in den Export. Deutsch­land expor­tiert etwa 60% aller im Land pro­du­zier­ten Autos. Ob der hohe bri­ti­sche Export­an­teil ein Grund für die geplan­te rigo­ro­se Umstel­lung sein könn­te? Wie schwie­rig wird es sein, das Port­fo­lio inner­halb sol­cher Zeit­span­nen auf­zu­tei­len zwi­schen Elek­tro- und Ver­bren­nungs­mo­to­ren? Ist es zu erwar­ten, dass die gro­ßen Absatz­märk­te in Asi­en den Schritt der Bri­ten (der Euro­pä­er) hin­sicht­lich des Kom­plett­ver­zichts auf Ver­bren­nungs­mo­to­ren auch aus Kos­ten­grün­den mit­ma­chen? Ich den­ke, dass dies nicht der Fall ist.

Die Dis­kus­si­on über den Ver­zicht auf Ver­bren­nungs­mo­to­ren (bis 2030) ist auch bei uns im Gan­ge (s. Abstim­mung). Mit der Vor­stel­lung kön­nen sich also der­zeit noch mehr als die Hälf­te der Teil­neh­mer die­ser Umfra­ge nicht anfreun­den. Initi­iert wur­de die­se Dis­kus­si­on von den Grü­nen und vom Bun­des­rat. Aller­dings haben sich in die­ser Insti­tu­ti­on inzwi­schen die Mehr­hei­ten etwas verändert.

Aston Mar­tin“, „Jagu­ar“ flit­zen laut­los über die Stra­ße. Hat das was oder wirds dann noch gefährlicher? :-/

 

Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Es sind nur wenige Jahre vergangen. Trotzdem bin ich in diesem Geschäft ein alter Hase.

Ich schreibe über gesellschaftliche und politische Themen. Hin und wieder gibt es bei 2bier auch was zum Thema Bloggen und Wordpress zu lesen.

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare
  1. Nach gegen­wär­ti­gem Stand hat GB im Gegen­satz zu D immer­hin eine Chan­ce, dies Ziel zu erreichen.
    Seit etwa 20 Jah­ren inter­es­sie­ren mein Mann und ich uns für einen elek­tro­an­ge­trie­be­nen Pkw. Für unse­re Situa­ti­on wäre das ide­al: Sel­ten fah­ren wir Stre­cken über 40 km und all­abend­lich könn­ten wir in der haus­ei­ge­nen Gara­ge den Akku auf­la­den. Jeden Moment könn­te die Anschaf­fung eines neu­en Autos für uns wie­der anste­hen, unser Ford Fies­ta hat inzwi­schen 13 Jah­re auf dem Buckel; wir fürch­ten, auch die­ses Mal wird es wie­der nichts. Unser Auto­haus hat uns aus­ge­lacht und auf wei­te­re ca. 10 – 15 Jah­re ver­trös­tet. Auch sind wir nicht bereit, für einen Klein­wa­gen eini­ge Tau­send Euro mehr zu berap­pen (die Staats­prä­mie ist witzlos).

    Nun geht es nicht um uns, son­dern um die Mehr­heit der Bevöl­ke­rung, man den­ke auch an all die Lkw, die die Luft unse­rer Stra­ßen nicht uner­heb­lich ver­pes­ten. Und hier liegt das Pro­blem und der Unter­schied zu GB, die über einen ande­ren Ener­gie­mix incl. Kern­kraft verfügen:
    Wenn Mil­lio­nen Ver­brau­cher abends an die Steck­do­sen zwecks Auf­la­dung ihrer Pkw-Akkus kom­men, die Son­ne nicht scheint und der Wind nicht weht, ist Deutsch­land schnell am Ende sei­ner Ener­gie-Kapa­zi­tät ange­kom­men. Was auch nie the­ma­ti­siert wird (spe­zi­ell von den Grü­nen, die ken­nen nur eine Rich­tung bei den Kos­ten, näm­lich nach oben): Wie hoch wür­den die Strom­kos­ten in D im Fal­le eines solch immens erhöh­ten Strom­be­dar­fes noch stei­gen? Die weni­gen in der Öffent­lich­keit befind­li­chen Strom-Zapf­säu­len sol­len jetzt bereits über­mä­ßig teu­er sein.
    Erst wenn die Pro­ble­me unse­rer halb­ga­ren Ener­gie­wen­de gelöst sind, kann man über Elek­tro­fahr­zeu­ge im 7- oder 8-stel­li­gen Bereich nachdenken.

  2. Vor 20 Jah­ren habe ich Elek­tro­mo­bi­li­tät noch für eine Uto­pie gehal­ten. Ich habe erst vor weni­gen Jah­ren begon­nen, mich dafür zu inter­es­sie­ren. Bis 2015 hat­te ich einen län­ge­ren Weg zur Arbeit (150 km eine Stre­cke). Des­halb hat­te ich mir 2007, als ich die­se Stel­le anfing, ein Die­sel­fahr­zeug gekauft (erst­mals). Das Hin­der­nis ist wohl für vie­le Leu­te immer noch die Reich­wei­te die­ser Fahr­zeu­ge. Mei­nes Wis­sens sind die Fort­schrit­te in die­sem Bereich noch über­sicht­lich. Sind uns Frank­reich und GB in die­ser Hin­sicht denn vor­aus? Oder geht es bei die­ser Fra­ge nur um den Anteil am gesam­ten Port­fo­lio der Auto­her­stel­ler? Wahr­schein­lich ist das der Fall. 

    Die ideo­lo­gisch begrün­de­ten Vor­be­hal­te hin­sicht­lich der Ver­sor­gung mit Strom aus der Steck­do­se möch­te ich nicht kom­men­tie­ren. Dafür weiß ich zu wenig über den Bedarf und wie die Kos­ten im Ver­gleich zu ande­ren Län­dern tat­säch­lich aus­se­hen. Nach Auto­papst Duden­hö­fer scheint das Haupt­pro­blem bei den Her­stel­lern zu lie­gen. Von Pro­ble­men bei der Deckung oder den Kos­ten des Strom­be­darf hat er nicht gespro­chen. Er hat schon gar kei­nen Zusam­men­hang zwi­schen der Ener­gie­wen­de und dem Hin­ter­her­hin­ken beschrie­ben. Die Her­stel­ler haben es ver­mut­lich ver­schla­fen. Sie hät­ten sich auch um die Infra­struk­tur für Lade­sta­tio­nen küm­mern müs­sen. Duden­hö­fer macht aller­dings auch die Poli­tik mit­ver­ant­wort­lich. Bezüg­lich der Lade­kos­ten ver­such ich mich mal kun­dig zu machen.

  3. Die Autos sind ja noch gar nicht rich­tig da. Aber die Betrü­ge­rei­en mit den Ver­brauchs­zah­len sind bei E-Autos schon nachgewiesen:
    E-Autos ver­brau­chen viel mehr Strom als ange­ge­ben | hei­se online | Quel­le

    Nach die­sem Bei­trag aus Juli 2016 hat der E-Wagen die Nase vorn. Danach spart man bei einer durch­schnitt­li­chen Jah­res­leis­tung von 20k Kilo­me­tern immer­hin 600 Euro. Inter­es­sant ist, wer die­sen Test gemacht hat 🙂

    Kos­ten­ver­gleich: Golf gegen e-Golf – stromschnell.de | Quel­le

    Schlecht schnei­den die E-Autos im Ver­gleich auch in Deutsch­land nicht ab.
    Lohnt sich ein Elek­tro­au­to? | Quel­le

    Aus die­ser Sicht her­aus wür­de ich mei­nen, dass die ideo­lo­gi­sche Sicht­wei­se sich erst noch bestä­ti­gen muss, wenn tat­säch­lich eine hohe Zahl von E-Autos auf der Stra­ße fah­ren. Der höhe­re Strom­be­darf dürf­te im Nor­mal­fall zu Preis­stei­ge­run­gen füh­ren. Aller­dings gilt ver­mut­lich nur die Regel, dass die Ver­brau­cher nur dann vom Ver­bren­nungs­mo­tor weg­ge­lotst wer­den kön­nen, wenn die Alter­na­ti­ve attrak­tiv ist. Sonst wird es garan­tiert nichts.

  4. Als wir uns zuletzt dafür inter­es­sier­ten, gab es die Ener­gie­wen­de noch nicht und das Öl war noch wesent­lich teu­rer. Der Haupt­grund war für uns, Ben­zin- und Repa­ra­tur­kos­ten zu sparen.
    Ent­schei­dend für die Umwelt­ver­träg­lich­keit ist, wie der hohe Strom­be­darf erzeugt wird. Die Bilanz kann also nega­tiv aus­fal­len. Durch die Ener­gie­wen­de und bei erhöh­ter Strom­nach­fra­ge fürch­te ich, kein gutes Geschäft mehr im Ver­gleich Ben­zin­kos­ten zu Strom­kos­ten zu machen.
    Über das Ange­bot an guten E-Fahr­zeu­gen in F oder GB ist mir wenig bekannt, ich weiß aber, dass für sehr statt­li­ches Geld (Stich­wort Tes­la) schon gute Leis­tung, auch was die Reich­wei­te angeht, zu bekom­men ist. Auch aus Japan. Gera­de las ich, dass ein Akku bei Tes­la stol­ze 800 kg wiegt. Also kaum weni­ger als mein dama­li­ger Flit­zer von Hon­da komplett.
    In Deutsch­land hat m. W. jeder Her­stel­ler ein (Alibi-)Modell in der Schub­la­de. VW vor Jah­ren sogar mal ein Fahr­zeug in gerin­ger Stück­zahl pro­du­ziert, hät­te die Bevöl­ke­rung aber nicht ange­nom­men. Davon abge­se­hen, dass ich damals gar nichts davon mit­be­kom­men habe, war der Wagen pott­häss­lich und viel zu teu­er, also kein Wunder.
    Ich weiß von eini­gen Pri­vat­leu­ten und Unter­neh­men (Post, Stadt­wer­ke), dass sie in Eigen­in­itia­ti­ve umge­rüs­tet bzw. selbst gebaut haben. Sie sind alle­samt hochzufrieden.
    Weder von der dt. Auto­mo­bil­in­dus­trie noch von der Poli­tik wur­de das The­ma for­ciert. Man woll­te den Käu­fern gar nichts schmack­haft machen, was mit hohen Ent­wick­lungs­kos­ten und Risi­ken behaf­tet ist. Elek­tro­fahr­zeu­ge sind extrem war­tungs- und Ersatz­teil-arm. Die Ein­bu­ßen der Werk­stät­ten und Zulie­fer­be­trie­be wie Bosch etc. wären enorm. Auch dort wur­de eine Wei­chen­stel­lung in die Moder­ne ver­schla­fen. Duden­hö­fer hat dies mal genau so aus­ge­drückt und für mich klingt das plausibel.
    Was die Prä­mie der BuReg angeht: Sie soll angeb­lich von den Händ­lern auf die Ver­kaufs­prei­se auf­ge­schla­gen wor­den sein. Die Akkus, heißt es, sei­en kurz­le­big und der Neu­preis liegt etwa in Höhe der Prä­mie. Das alles macht es für einen poten­zi­el­len Käu­fer uninteressant.

  5. Dass Sie das befürch­ten, hat­ten Sie im ers­ten Kom­men­tar nicht geschrie­ben. Hier­nach war davon aus­zu­ge­hen, dass die Ener­gie­wen­de die Ver­su­che, E-Autos zu eta­blie­ren, zunich­te machen wür­de. Ich bin per­sön­lich kein Anhän­ger von der The­se, dass Ange­bot und Nach­fra­ge schon alles regeln. Wahr­schein­lich ist der Rück­stand des Ange­bo­tes in Deutsch­land auf die zu star­ke Lob­by der Auto­in­dus­trie zurück­zu­füh­ren. Das könn­te sich nach den unglaub­li­chen Skan­da­len die­ses Wirt­schafts­zwei­ges jetzt erle­digt haben. Aber wer weiß schon, was die Regie­rung für uns plant?
    Ich glau­be, dass Ihre Beschrei­bung der Aus­wir­kun­gen für den Indus­trie­stand­ort Deutsch­land zutrifft. Die­ser Switch wird gra­vie­ren­de Aus­wir­kun­gen haben. Ob das – los­ge­löst vom ande­ren Ener­gie­mix – in ande­ren euro­päi­schen Län­dern wirk­lich so viel anders wäre?

  6. D’acord!
    Lei­der weiß ich zu wenig über die Auto­mo­bil­in­dus­trie in z. B. GB oder F. Von Frank­reich ist mir ledig­lich bekannt, dass sie nicht all­zu fle­xi­bel sein soll. Nur: Offen­sicht­lich schaut in den ande­ren Län­dern auch nie­mand so genau hin wie in Deutsch­land. Was wür­de sich dort fin­den? Das Inter­es­se ande­rer EU-Län­der, spe­zi­ell Frank­reichs, der dt. A-Indus­trie zu scha­den, ist auch nicht so neu.

    Zu Ihrem Link fin­de ich kein Datum, der Arti­kel scheint schon etwas älter zu sein. Inter­es­sant die franz. Par­al­le­le zu den deut­schen E-Mobi­len der Post.

    Die dt. Auto­bau­er waren immer füh­rend. Die Akku-For­schung haben sie aus der Hand gege­ben, in ande­re Tech­no­lo­gi­en nicht aus­rei­chend inves­tiert. Mitt­ler­wei­le ist nicht ein­mal mehr ein­deu­tig, ob Elek­tro über­haupt die Tech­no­lo­gie der Zukunft sein wird. Mit Igno­ranz und Weg­du­cken vor EU-Richt­li­ni­en wird sich die deut­sche Erfolgs­ge­schich­te nicht fort­set­zen lassen.

    Die Ener­gie­wen­de ist übri­gens für mich kei­nes­wegs ideo­lo­gisch behaf­tet. Ich kom­me aus einem Inge­nieurs­haus­halt (Elek­tro­tech­nik, Kraftwerkstechnik).
    Wenn ich aus die­sen Krei­sen höre, wie schnell die Spei­che­rung und Ver­tei­lung der neu­en Ener­gi­en mach­bar sein wird und zu wel­chen Kos­ten, bin ich recht ernüch­tert. Letzt­end­lich aber ver­traue ich der Mei­nung von mit der Mate­rie befaß­ten Tech­ni­kern mehr als z. B. Grü­nen-Poli­ti­kern oder den Kir­chen (Ethik­kom­mis­si­on).

  7. Ich glau­be auch, dass in Deut­sche genau­er hin­ge­se­hen wird als in ande­ren Län­dern. Das den­ke ich manch­mal sogar, wenn ich mir irgend­wel­che sta­tis­ti­schen Wer­te anse­he. Mir kommt der Gedan­ke vor allem in den Sinn, wenn wir mal wie­der beson­ders schlecht daste­hen (Pisa war so ein Bei­spiel). Wer weiß schon so genau, ob die ande­ren Län­der das alles so akri­bisch durch­ge­führt haben, wie uns Deut­schen (wie ja man­che immer noch sagen) es „im Blut“ liegt 🙂

    Das mit der Post fand ich rich­tig gut. Ich glau­be, sie haben hier inzwi­schen doch einen Her­stel­ler gefun­den, der ihre Eigen­in­itia­ti­ve unter­stützt. Mei­ne ich irgend­wo gele­sen zu haben.

    Ich gebe auf die Aus­sa­gen von Tech­ni­kern eben­falls mehr als auf die von Poli­ti­kern. Anders rum wäre wirk­lich schlecht. Ver­wir­rend wird es, wenn Tech­ni­ker sowohl die eine als auch die ande­re Posi­ti­on unter­stüt­zen. Wenn dann eine Sei­te noch mehr als die ande­re Unter­stüt­zung durch Poli­tik erfährt, wird es kom­pli­ziert. Vom Ein­fluss der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­macht inter­es­sen­ge­steu­er­ter Ver­bän­de wird sich kaum einer rich­tig frei­ma­chen kön­nen. Leider.

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