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Die Kor¬≠rekt¬≠heit der Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len in Deutsch¬≠land ist immer wie¬≠der The¬≠ma. Aktu¬≠ell greift Autor Hans-Die¬≠ter Rie¬≠ve¬≠ler von Hei¬≠se online spe¬≠zi¬≠ell den Ver¬≠gleich zwi¬≠schen Deutsch¬≠land und √Ėster¬≠reich her¬≠aus und zeigt auf, wie krass wir angeb¬≠lich von unse¬≠rer Regie¬≠rung und den ¬ęQua¬≠li¬≠t√§ts¬≠me¬≠di¬≠en¬Ľ hin¬≠ters Licht gef√ľhrt wer¬≠den.

Die √Ėster¬≠rei¬≠cher sei¬≠en ehr¬≠li¬≠cher im Umgang mit den Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len. Sol¬≠che Behaup¬≠tun¬≠gen sind nicht sehr ori¬≠gi¬≠nell. Hier¬≠nach hat Deutsch¬≠land √§hn¬≠lich schlech¬≠te Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len vor¬≠zu¬≠wei¬≠sen wie √Ėster¬≠reich. Abge¬≠se¬≠hen davon, dass die Metho¬≠de der √Ėster¬≠rei¬≠cher ja viel¬≠leicht wirk¬≠lich bes¬≠ser ist, stellt sich grund¬≠s√§tz¬≠lich die Fra¬≠ge, wes¬≠halb auch in die¬≠sem Fall mit dem Ein¬≠druck ¬ęgespielt¬Ľ wird, die ¬ęMachen¬≠schaf¬≠ten¬Ľ unse¬≠rer Regie¬≠rung wer¬≠de von den deut¬≠schen Medi¬≠en gedeckt.

Satireshows zur Wissensvermittlung

Bei ¬ęMann, Sie¬≠bert¬Ľ einer ZDF-Sati¬≠re¬≠show wur¬≠de erst im Novem¬≠ber 2016 der Umgang der deut¬≠schen Poli¬≠tik mit dem The¬≠ma Arbeits¬≠lo¬≠sig¬≠keit nett auf¬≠be¬≠rei¬≠tet. Unter¬≠halt¬≠sam und inhalt¬≠lich zutref¬≠fend. M√ľs¬≠sen wir uns also unser Detail¬≠wis¬≠sen des¬≠halb √ľber Sati¬≠re¬≠shows (wie z.B. ¬ęDie Anstalt) erwer¬≠ben, weil unse¬≠re Medi¬≠en die¬≠sen fun¬≠da¬≠men¬≠ta¬≠len Auf¬≠trag so man¬≠gel¬≠haft erf√ľl¬≠len, wie man¬≠che es st√§n¬≠dig behaup¬≠ten? Hei¬≠se Online ist nur ein Bei¬≠spiel von vie¬≠len, die vor allem im Web kein gutes Haar an der ¬ęL√ľgen¬≠pres¬≠se¬Ľ, ¬ęL√ľcken¬≠pres¬≠se¬Ľ, dem ¬ęStaats¬≠funk¬Ľ oder den ¬ęQua¬≠li¬≠t√§ts¬≠me¬≠di¬≠en¬Ľ las¬≠sen.

Die Tages¬≠schau, dies gibt auch der Hei¬≠se-Redak¬≠teur in sei¬≠nem Bei¬≠trag zu, erl√§u¬≠tert mit umfang¬≠rei¬≠chen Hin¬≠ter¬≠grund¬≠in¬≠for¬≠ma¬≠tio¬≠nen genau die Din¬≠ge, die angeb¬≠lich von den ¬ęQua¬≠li¬≠t√§ts¬≠me¬≠di¬≠en¬Ľ in Deutsch¬≠land ver¬≠schwie¬≠gen wer¬≠den.

Es gibt also au√üer der Tages¬≠schau kei¬≠ne wei¬≠te¬≠ren Medi¬≠en, die uns, sofern wir auch inter¬≠es¬≠siert dar¬≠an sind, mit die¬≠sen Details ver¬≠sor¬≠gen? Quatsch!

Alles Fake

Viel¬≠leicht ist es ange¬≠sichts von Fake¬≠news, Fake¬≠nach¬≠rich¬≠ten zu viel ver¬≠langt, sich selbst ein¬≠ge¬≠hen¬≠der √ľber die Fak¬≠ten zu infor¬≠mie¬≠ren bevor man dazu aus¬≠holt, Fun¬≠da¬≠men¬≠tal¬≠kri¬≠tik zu √ľben? ¬ęHat ja alles kei¬≠nen Sinn, weil die¬≠se Medi¬≠en ja doch alle gleich¬≠ge¬≠schal¬≠tet sind.¬Ľ So reden heu¬≠te doch vie¬≠le!

Pr√ľfung der Masse

Ich habe gepr√ľft, ob es bei den gro¬≠√üen Online‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČAnge¬≠bo¬≠ten deut¬≠scher Zei¬≠tun¬≠gen detail¬≠lier¬≠te Infor¬≠ma¬≠tio¬≠nen √ľber das Zustan¬≠de¬≠kom¬≠men unse¬≠rer Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len zu fin¬≠den gibt.

Zun√§chst habe ich jedoch nahe¬≠lie¬≠gen¬≠der¬≠wei¬≠se mal beim zust√§n¬≠di¬≠gen Bun¬≠des¬≠mi¬≠nis¬≠te¬≠ri¬≠um danach gesucht und viel Lese¬≠stoff gefun¬≠den. Da wird nun nicht gera¬≠de der Ver¬≠gleich mit √Ėster¬≠reich her¬≠aus¬≠ge¬≠ar¬≠bei¬≠tet. Aber man kann gut ver¬≠ste¬≠hen, wie die¬≠se Zah¬≠len, mit denen wir regel¬≠m√§¬≠√üig kon¬≠fron¬≠tiert wer¬≠den, zustan¬≠de kom¬≠men.

Direkt auf der ers¬≠ten Sta¬≠tis¬≠tik¬≠sei¬≠te der Bun¬≠des¬≠agen¬≠tur f√ľr Arbeit fin¬≠den sich Details √ľber Details. Man liest dort die Begrif¬≠fe ¬ęArbeits¬≠lo¬≠sig¬≠keit und Unter¬≠be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gung¬Ľ und einen Link zu einer 2sei¬≠ti¬≠gen PDF-Datei, die dem Inter¬≠es¬≠sier¬≠ten alle m√∂g¬≠li¬≠chen Fra¬≠gen beant¬≠wor¬≠ten d√ľrf¬≠te.

Jede Menge Lesestoff zu Arbeitslosenzahlen

Zum April 2017 hei√üt es dort:

Die Ar¬≠beits¬≠lo¬≠sig¬≠keit sinkt im Ver¬≠gleich zum Vor¬≠mo¬≠nat um 3,5% und sinkt zum Vor¬≠jah¬≠res¬≠mo¬≠nat um 6,4% auf 2,6 Mio. Die Un¬≠ter¬≠be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gung ohne Kurz¬≠ar¬≠beit sinkt im Ver¬≠gleich zum Vor¬≠mo¬≠nat um 2,3% und steigt zum Vor¬≠jah¬≠res¬≠mo¬≠nat um 0,2%. Sie liegt bei 3,6 Mio. Die Ar¬≠beits¬≠lo¬≠sen¬≠quo¬≠te be¬≠tr√§gt 5,8%, die Un¬≠ter¬≠be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gungs¬≠quo¬≠te 8,0%.Quel¬≠le: Sta¬≠tis¬≠tik der Bun¬≠des¬≠agen¬≠tur f√ľr Arbeit‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČstatistik.arbeitsagentur.de | LINK

Die Unter¬≠be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gungs¬≠quo¬≠te betr√§gt also 8,0 %. Wird das The¬≠ma ¬ęUnter¬≠be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gung¬Ľ, das im Hei¬≠se‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČBei¬≠trag so kri¬≠tisch hin¬≠ter¬≠fragt wird, nur auf den staat¬≠li¬≠chen Sei¬≠ten behan¬≠delt, w√§h¬≠rend die Qua¬≠li¬≠t√§ts¬≠me¬≠di¬≠en dar¬≠√ľber nichts berich¬≠ten?

  1. Arbeits¬≠lo¬≠sig¬≠keit: Zeich¬≠net die offi¬≠zi¬≠el¬≠le Sta¬≠tis¬≠tik ein gesch√∂n¬≠tes Bild?‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČSPIEGEL ONLINE | Quel¬≠le
  2. Tiefs­ter Stand seit 25 Jah­ren: Arbeits­lo­sen­zahl sinkt im Okto­ber auf 2,54 Mil­lio­nen FAZ | Quel­le
  3. So vie¬≠le Arbeits¬≠lo¬≠se gibt es wirk¬≠lich in Deutsch¬≠land‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČFOCUS Online | Quel¬≠le
  4. Arbeits¬≠lo¬≠sig¬≠keit sinkt auf nied¬≠rigs¬≠ten April-Wert seit 1991‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČKar¬≠rie¬≠re-News S√ľddeutsche.de | Quel¬≠le
  5. Sen¬≠sa¬≠tio¬≠nel¬≠le Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len im April‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČZah¬≠len zei¬≠gen nicht die gan¬≠ze Wahr¬≠heit‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČWirt¬≠schaft‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČBild.de | Quel¬≠le
  • Unter¬≠be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gung | bpb | Quel¬≠le
  • DIE LINKE: Tat¬≠s√§ch¬≠li¬≠che Arbeits¬≠lo¬≠sig¬≠keit | Quel¬≠le
  • Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČZDFme¬≠dia¬≠thek | Quel¬≠le
  • #DeinD: Kos¬≠me¬≠tik bei der Arbeits¬≠lo¬≠sen-Sta¬≠tis¬≠tik‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČheu¬≠te-Nach¬≠rich¬≠ten | Quel¬≠le
  • 5,8 % Arbeits¬≠lo¬≠se ‚Äď eine ‚ÄúZahl f√ľr Dum¬≠me‚ÄĚ | Quel¬≠le

Jeder will glauben, was er will‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČauch bei den Arbeitslosenzahlen

Ich ten¬≠die¬≠re zu neu¬≠tra¬≠len Ver¬≠glei¬≠chen, die nicht so schnell in den Geruch gera¬≠ten, f√ľr eine bestimm¬≠te poli¬≠ti¬≠sche Sei¬≠te Par¬≠tei zu ergrei¬≠fen. Was spricht also dage¬≠gen, die OECD beim Ver¬≠gleich zwi¬≠schen Deutsch¬≠land und √Ėster¬≠reich zu ber√ľck¬≠sich¬≠ti¬≠gen? Ich den¬≠ke, die Ant¬≠wort ist sehr klar. Die Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len in Deutsch¬≠land haben sich seit der Finanz¬≠kri¬≠se g√ľns¬≠ti¬≠ger ent¬≠wi¬≠ckelt als die in √Ėster¬≠reich. Die Sta¬≠tis¬≠ti¬≠ken wur¬≠den‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČdas ver¬≠mu¬≠te ich jetzt mal, seit 2008 hin¬≠sicht¬≠lich ihres Zustan¬≠de¬≠kom¬≠mens weder dort noch hier gro√ü¬≠ar¬≠tig ver¬≠√§n¬≠dert.

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Ich freue mich wirk¬≠lich rie¬≠sig √ľber man¬≠che E-Mails von Lese¬≠rIn¬≠nen und noch viel mehr √ľber‚Ķ 
Krankenversicherungen
Wie soll man einem Ame¬≠ri¬≠ka¬≠ner die Fra¬≠ge beant¬≠wor¬≠ten, wie vie¬≠le Deut¬≠sche gegen eine Kran¬≠ken¬≠ver¬≠si¬≠che¬≠rung sind? W√ľr¬≠de die¬≠se‚Ķ

Dan¬≠ke f√ľrs Tei¬≠len

Horst Schulte

Ich bin Horst Schulte und blogge seit 2004. Am liebsten schreibe ich √ľber gesellschaftliche und politische Fragen. Aber ab und an gibt es hier auch etwas zum Thema Bloggen, Wordpress und ein paar Fotos.

Meine ersten Gehversuche als Blogger machte ich mit den Blogs finger.zeig.net, später mit querblog.de und noch etwas später mit netzexil.de

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare
  1. Das Sie­ber-Video ist nett, auch wenn die erwähn­ten Mani­pu­la­tio­nen und Zwangs­ver­ren­tun­gen seit Jah­ren bekannt sind.
    Erin¬≠nert mich an den Mann, der einen 1-Euro-Job zum Gr√ľn¬≠an¬≠la¬≠gen-Rei¬≠ni¬≠gen aus¬≠ge¬≠rech¬≠net dort zuge¬≠wie¬≠sen bekam, wo die Mit¬≠ar¬≠bei¬≠ter der Fir¬≠ma, in der er bis vor kur¬≠zem in lei¬≠ten¬≠der Stel¬≠lung t√§tig war, vor¬≠bei¬≠ka¬≠men.
    Und sich ent­spre­chend zu Tode schäm­te. Wäh­rend unse­re Zuwan­de­rer vor Lan­ge­wei­le auf dum­me Gedan­ken kom­men.
    Das ist die Art von sozia¬≠ler Gerech¬≠tig¬≠keit, wie sie die SPD‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČ√ľber Jahr¬≠zehn¬≠te in Regie¬≠rungs¬≠be¬≠tei¬≠li¬≠gung‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČver¬≠steht. Aber das wird ja mit Mar¬≠tin Schulz bekannt¬≠lich alles bes¬≠ser ūüėČ

    In Wirk­lich­keit ist die Lage erheb­lich erns­ter.
    Die Aus¬≠sa¬≠ge ¬ęIm Jahr x wur¬≠den in Deutsch¬≠land erneut x Men¬≠schen mehr in Arbeit gebracht¬Ľ ist so nat√ľr¬≠lich rich¬≠tig. Wer w√ľr¬≠de hier plump f√§l¬≠schen?
    Es pas¬≠siert weit¬≠aus sub¬≠ti¬≠ler, denn die¬≠se Zah¬≠len geben weder Aus¬≠kunft √ľber die Stabilit√§t/‚ÄčQualit√§t unse¬≠rer Wirt¬≠schaft noch dar¬≠√ľber, wie gut oder schlecht es den Men¬≠schen geht. Es reicht, wenn der Ein¬≠druck ent¬≠steht, uns geht es gut, es geht immer wei¬≠ter berg¬≠auf mit D.
    Aus¬≠schlag¬≠ge¬≠bend aber ist allein die Zahl der geleis¬≠te¬≠ten Arbeits¬≠stun¬≠den, und die ist seit Jah¬≠ren r√ľck¬≠l√§u¬≠fig und wird gra¬≠vie¬≠rend in den kom¬≠men¬≠den Jah¬≠ren (Digi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠rung) wei¬≠ter sin¬≠ken.
    Es gibt so vie­le Mög­lich­kei­ten, Infor­ma­tio­nen zu ver­pa­cken, zu for­mu­lie­ren und an die Men­schen zu brin­gen…

  2. Wer w√ľr¬≠de sich um die Aus¬≠wir¬≠kun¬≠gen der lau¬≠fen¬≠den (begin¬≠nen¬≠den) Digi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠run¬≠gen nicht sor¬≠gen, der ent¬≠spre¬≠chen¬≠de Infor¬≠ma¬≠tio¬≠nen und Dis¬≠kus¬≠sio¬≠nen zum The¬≠ma ver¬≠folgt hat? Als Nach¬≠weis f√ľr man¬≠gel¬≠haf¬≠te Poli¬≠tik kann man dies kri¬≠ti¬≠sie¬≠ren. Aller¬≠dings gebe ich zu beden¬≠ken, dass -soweit ich wei√ü- in kei¬≠nem Land der Erde dies¬≠be¬≠z√ľg¬≠lich irgend¬≠ei¬≠ne Vor¬≠sor¬≠ge getrof¬≠fen wird. Die The¬≠ma¬≠tik wird‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČmit Aus¬≠nah¬≠me eini¬≠ger All¬≠ge¬≠mein¬≠pl√§t¬≠ze viel¬≠leicht‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČin der Poli¬≠tik ein¬≠fach aus¬≠ge¬≠spart.

    Nat√ľr¬≠lich ist die Pro¬≠ble¬≠ma¬≠tik der Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠sta¬≠tis¬≠tik seit Jah¬≠ren bekannt. Und zwar aus¬≠dr√ľck¬≠lich auch durch die ¬ęL√ľgen¬≠pres¬≠se¬Ľ bzw. unse¬≠re ¬ęSys¬≠tem¬≠me¬≠di¬≠en¬Ľ. Inso¬≠fern sind die Schluss¬≠fol¬≠ge¬≠run¬≠gen, die gewis¬≠se Krei¬≠se aus bestimm¬≠ten Fak¬≠to¬≠ren zie¬≠hen, dar¬≠auf ange¬≠legt, nega¬≠ti¬≠ve Stim¬≠mung zu ver¬≠brei¬≠ten. Dar¬≠in sind man¬≠che viel bes¬≠ser als ande¬≠re.

    Au√üer der SPD hat wohl nie¬≠mand behaup¬≠tet, dass durch Schulz etwas bes¬≠ser w√ľr¬≠de. Aber Sie schei¬≠nen die Tat¬≠sa¬≠che zu unter¬≠dr√ľ¬≠cken, dass die Fehl¬≠ent¬≠wick¬≠lun¬≠gen in unse¬≠rem Land zun√§chst ein¬≠mal benannt und offen¬≠ge¬≠legt wer¬≠den m√ľs¬≠sen. Und zwar vor allem auf der poli¬≠ti¬≠schen Ebe¬≠ne. Das hat Mar¬≠tin Schulz zumin¬≠dest ver¬≠sucht. Wenn er das als Mit¬≠glied einer Par¬≠tei tut, der wir die Agen¬≠da 2010 (also die Fehl¬≠stel¬≠lun¬≠gen, die Sie in Ihrem Bei¬≠spiel beklagt haben) zu ver¬≠dan¬≠ken haben, ist das umso bemer¬≠kens¬≠wer¬≠ter. Dass die SPD sich nicht l√§ngst klar distan¬≠ziert hat, ist aus mei¬≠ner Sicht kri¬≠tik¬≠w√ľr¬≠dig, ande¬≠rer¬≠seits aber auch nicht √ľber¬≠ra¬≠schend.

    Ich habe ein lan¬≠ges Berufs¬≠le¬≠ben hin¬≠ter mir (47 Jah¬≠re). W√§h¬≠rend die¬≠ser lan¬≠gen Zeit habe ich erfah¬≠ren, was es bedeu¬≠tet, f√ľr l√§n¬≠ge¬≠re Zeit arbeits¬≠los zu sein und wel¬≠che √Ąngs¬≠te die¬≠ser Zustand mit sich bringt. Aber immer nur der Poli¬≠tik an allem die Schuld zu geben, greift irgend¬≠wie etwas zu kurz. Damals fand ich Schr√∂¬≠ders Ansa¬≠ge (in der Reg.-Erkl√§rung zur Ein¬≠f√ľh¬≠rung der Agen¬≠da 2010), dass wir mehr Eigen¬≠ver¬≠ant¬≠wor¬≠tung √ľber¬≠neh¬≠men m√ľs¬≠sen, voll und ganz rich¬≠tig. In die¬≠ser Hin¬≠sicht d√ľrf¬≠ten wir m.E. ruhig etwas mehr von den Ame¬≠ri¬≠ka¬≠nern haben. Aber wir (Euro¬≠p√§¬≠er) sind halt ¬ęPro¬≠duk¬≠te¬Ľ unse¬≠rer Sozi¬≠al¬≠staa¬≠ten. Wir glau¬≠ben tat¬≠s√§ch¬≠lich immer noch dar¬≠an, dass der Staat es f√ľr uns rich¬≠ti¬≠gen m√ľs¬≠se.
    Par¬≠al¬≠lel dazu haben sich neo¬≠li¬≠be¬≠ra¬≠le Struk¬≠tu¬≠ren welt¬≠weit in einer Wei¬≠se ver¬≠fes¬≠tigt, die die¬≠se Grund¬≠√ľber¬≠zeu¬≠gun¬≠gen eigent¬≠lich l√§ngst ad absur¬≠dum gef√ľhrt haben. Wer sich den Blick auf die Rea¬≠li¬≠t√§t dadurch ver¬≠kleis¬≠tert, die Welt aus ideo¬≠lo¬≠gi¬≠schen Gr√ľn¬≠den in gut und b√∂se zu unter¬≠tei¬≠len, wird die vor uns lie¬≠gen¬≠den Auf¬≠ga¬≠ben auch nicht leich¬≠ter l√∂sen als die ande¬≠ren.

  3. Was die Digi­ta­li­sie­rung angeht, sehe ich ver­schie­de­ne The­men im Zusam­men­hang:
    Fach¬≠kr√§f¬≠te¬≠man¬≠gel; die Art, wie die Par¬≠tei¬≠en die Zuwan¬≠de¬≠rung ohne ver¬≠n√ľnf¬≠ti¬≠ges Ein¬≠wan¬≠de¬≠rungs¬≠ge¬≠setz hand¬≠ha¬≠ben; durch¬≠aus spielt hier auch eine Rol¬≠le, dass vie¬≠le Arbeit¬≠ge¬≠ber ihre Arbeits¬≠pl√§t¬≠ze nicht attrak¬≠tiv genug f√ľr hoch¬≠qua¬≠li¬≠fi¬≠zier¬≠te Zuwan¬≠de¬≠rer gestal¬≠ten‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČdie¬≠se bevor¬≠zu¬≠gen eng¬≠lisch¬≠spra¬≠chi¬≠ge Ein¬≠wan¬≠de¬≠rungs¬≠l√§n¬≠der mit wesent¬≠lich bes¬≠ser dotier¬≠ten Stel¬≠len‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČund durch¬≠aus auch die grund¬≠s√§tz¬≠li¬≠che √úber¬≠le¬≠gung, ob der hohe Bev√∂l¬≠ke¬≠rungs¬≠stand tat¬≠s√§ch¬≠lich so erstre¬≠bens¬≠wert ist, wie man es uns immer erkl√§rt (das The¬≠ma hat¬≠ten wir hier in Ihrem Forum schon).
    K√ľrz¬≠lich las ich, wel¬≠che L√§n¬≠der sich wie auf die Digi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠rung vor¬≠be¬≠rei¬≠ten, lei¬≠der habe ich es nicht behal¬≠ten ūüôĀ‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČledig¬≠lich dass man sie an einer Hand abz√§h¬≠len konn¬≠te, Schwer¬≠punkt war Asi¬≠en. Von den Japa¬≠nern wis¬≠sen wir, dass sie das The¬≠ma Schrump¬≠fen der Bev√∂l¬≠ke¬≠rung g√§nz¬≠lich anders ange¬≠hen als die Euro¬≠p√§¬≠er. Manch¬≠mal habe ich daher Sor¬≠ge, dass Deutsch¬≠land in der Zukunft wirt¬≠schaft¬≠lich ins Hin¬≠ter¬≠tref¬≠fen gera¬≠ten k√∂nn¬≠te, denn auch die hohen Export¬≠√ľber¬≠sch√ľs¬≠se wer¬≠den dau¬≠er¬≠haft nicht mehr hin¬≠ge¬≠nom¬≠men wer¬≠den.

    Schr√∂¬≠ders ¬ęFor¬≠dern und F√∂r¬≠dern¬Ľ habe ich noch gut in den Ohren, dach¬≠te damals auch: Jawohl, mehr per¬≠s√∂n¬≠li¬≠che Bem√ľ¬≠hun¬≠gen und Fle¬≠xi¬≠bi¬≠li¬≠t√§t k√∂nn¬≠ten uns nicht scha¬≠den.
    Aber: Der Staat soll¬≠te f√ľr eine gute Basis sor¬≠gen, so weit es in sei¬≠nem Ein¬≠flu√ü¬≠be¬≠reich liegt. Die ist m. E. f√ľr For¬≠dern oder Ren¬≠te mit 67 bis heu¬≠te nicht gege¬≠ben. Letz¬≠te¬≠res haben Sie ja auch am eige¬≠nen Lei¬≠be erfah¬≠ren, n√§m¬≠lich wie dif¬≠fi¬≠zil es jen¬≠seits der 45 mit der Job¬≠su¬≠che wird.

    ¬ęGewis¬≠se Krei¬≠se¬Ľ, ¬ęposi¬≠ti¬≠ve oder nega¬≠ti¬≠ve Stim¬≠mung¬Ľ sind weni¬≠ger mein Gebiet. Benen¬≠nen und offen¬≠le¬≠gen hal¬≠te ich f√ľr eine Pflicht eines jeden B√ľr¬≠gers. Fal¬≠sche R√ľck¬≠sicht¬≠nah¬≠men, pc, gar Ver¬≠schwei¬≠gen wird uns nicht wei¬≠ter¬≠brin¬≠gen. Die Par¬≠tei¬≠en wer¬≠den es nicht zuver¬≠l√§s¬≠sig f√ľr uns tun. Da ste¬≠hen zu vie¬≠le Inter¬≠es¬≠sen im Wider¬≠spruch.
    Volks¬≠ver¬≠tre¬≠ter wer¬≠den gew√§hlt, um UNSERE Inter¬≠es¬≠sen zu ver¬≠tre¬≠ten; sobald sich Fehl¬≠ent¬≠wick¬≠lun¬≠gen bemerk¬≠bar machen, sind wir alle gehal¬≠ten, die¬≠se nicht nur zu benen¬≠nen, son¬≠dern auch daf√ľr zu sor¬≠gen, dass gegen¬≠ge¬≠steu¬≠ert wird. Eine Gesell¬≠schaft, die M√§n¬≠gel nicht mehr laut benennt, aus Angst‚Ķ Sie wis¬≠sen schon‚Ķ wird Still¬≠stand erfah¬≠ren statt Wei¬≠ter¬≠ent¬≠wick¬≠lung.

    Abschlie¬≠√üend viel¬≠leicht noch die klei¬≠ne Anmer¬≠kung, dass auch ich mit den Ideo¬≠lo¬≠gi¬≠en mei¬≠ne Pro¬≠ble¬≠me habe, h√§u¬≠fig bei der jun¬≠gen Gene¬≠ra¬≠ti¬≠on, aber nat√ľr¬≠lich nicht nur. Man kennt zwar kaum den Unter¬≠schied zwi¬≠schen rechts, kon¬≠ser¬≠va¬≠tiv oder einem Natio¬≠nal-Sozia¬≠lis¬≠ten, aber ein Mensch mit ande¬≠rer Mei¬≠nung ist mit Sicher¬≠heit bei den ¬ęB√∂sen¬Ľ. Schwarz-wei√ü-Den¬≠ken hat Platz gegrif¬≠fen; geur¬≠teilt wird nicht aus WISSEN, Bil¬≠dung oder Lebens¬≠er¬≠fah¬≠rung her¬≠aus, son¬≠dern aus GLAUBEN; Kri¬≠te¬≠ri¬≠um scheint zu sein, was man irgend¬≠wo geh√∂rt hat, was ankommt, Main¬≠stream ist. Indi¬≠vi¬≠du¬≠el¬≠le Mei¬≠nun¬≠gen erfor¬≠dern inzwi¬≠schen Mut. Beun¬≠ru¬≠hi¬≠gend.

  4. Vol¬≠le Zustim¬≠mung. Ich habe auf der CDU-Web¬≠site gele¬≠sen, dass sie nun ihre Hal¬≠tung zu einem Zuwan¬≠de¬≠rungs¬≠ge¬≠setz ver¬≠√§n¬≠dert hat. Ob die CSU das noch nach¬≠ho¬≠len wird? F√ľr das Land w√§re es gut, wenn wir bald ein ordent¬≠li¬≠ches Zuwan¬≠de¬≠rungs¬≠ge¬≠setz h√§t¬≠ten. Die Gr√ľn¬≠de daf√ľr haben Sie rich¬≠tig beschrie¬≠ben.

    Vie¬≠le Men¬≠schen in Deutsch¬≠land machen sich Gedan¬≠ken dar¬≠√ľber, was durch die Digi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠rung ent¬≠ste¬≠hen wird. Viel¬≠fach sind damit √Ąngs¬≠te ver¬≠bun¬≠den, die in Rich¬≠tung Arbeits¬≠platz¬≠ver¬≠lus¬≠te gehen. Die Ein¬≠stel¬≠lung der Deut¬≠schen wird immer wie¬≠der mit einer gewis¬≠sen Tech¬≠nik¬≠feind¬≠lich¬≠keit begr√ľn¬≠det. Da sind die Asia¬≠ten anders drauf (nicht nur in Japan). Ich mag mir nicht vor¬≠stel¬≠len, was auf der Welt los sein wird, wenn in vllt. 20‚ÄČ‚Äď‚ÄČ25 Jah¬≠ren mehr als die H√§lf¬≠te der heu¬≠ti¬≠gen Arbeits¬≠pl√§t¬≠ze ver¬≠lo¬≠ren gegan¬≠gen sein wer¬≠den. Sol¬≠che gera¬≠de¬≠zu apo¬≠ka¬≠lyp¬≠ti¬≠schen Visio¬≠nen h√∂rt man zeit¬≠wei¬≠se.
    Ich habe mit √ľber 53 nach dem Kon¬≠kurs mei¬≠nes Arbeit¬≠ge¬≠bers eine neue Arbeit suchen m√ľs¬≠sen. Das war noch schwe¬≠rer als unge¬≠f√§hr 10 Jah¬≠re zuvor. Da habe ich die¬≠se Pro¬≠ze¬≠dur zum ers¬≠ten Mal durch¬≠lau¬≠fen. Es war sehr ner¬≠vig und mit viel Zukunfts¬≠angst ver¬≠bun¬≠den. Ich hat¬≠te viel Gl√ľck, obwohl ich zuletzt finan¬≠zi¬≠ell eini¬≠ges ver¬≠lo¬≠ren habe. √úber sol¬≠che indi¬≠vi¬≠du¬≠el¬≠len Erfah¬≠run¬≠gen wird nicht viel gespro¬≠chen. Geschimpft daf√ľr umso mehr. Aber das ist unter sol¬≠chen Bedin¬≠gun¬≠gen eigent¬≠lich nicht anders zu erwar¬≠ten.
    Die Dis¬≠kus¬≠sio¬≠nen um Fake¬≠news, Hate¬≠speech etc. haben sich des¬≠halb zu einem Stak¬≠ka¬≠to ent¬≠wi¬≠ckelt, weil jede Sei¬≠te nur eins im Auge hat: Recht zu behal¬≠ten. Im Inter¬≠net hat die¬≠se Eigen¬≠art des Men¬≠schen (?) durch die Anony¬≠mi¬≠t√§t eine beson¬≠de¬≠re Dimen¬≠si¬≠on erreicht. Das macht viel kaputt. Gesell¬≠schaft¬≠li¬≠cher Dia¬≠log‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČso w√ľn¬≠schens¬≠wert er ist‚ÄČ‚ÄĒ‚ÄČkann so destruk¬≠tiv sein, dass die meis¬≠ten Leu¬≠te ihre Freu¬≠de dar¬≠an ver¬≠lie¬≠ren.

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