Die Kor¬≠rekt¬≠heit der Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len in Deutsch¬≠land ist immer wie¬≠der The¬≠ma. Aktu¬≠ell greift Autor Hans-Die¬≠ter Rie¬≠ve¬≠ler von Hei¬≠se online spe¬≠zi¬≠ell den Ver¬≠gleich zwi¬≠schen Deutsch¬≠land und √Ėster¬≠reich her¬≠aus und zeigt auf, wie krass wir angeb¬≠lich von unse¬≠rer Regie¬≠rung und den ‚ÄěQua¬≠li¬≠t√§ts¬≠me¬≠di¬≠en‚Äú hin¬≠ters Licht gef√ľhrt wer¬≠den.

Die √Ėster¬≠rei¬≠cher sei¬≠en ehr¬≠li¬≠cher im Umgang mit den Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len. Sol¬≠che Behaup¬≠tun¬≠gen sind nicht sehr ori¬≠gi¬≠nell. Hier¬≠nach hat Deutsch¬≠land √§hn¬≠lich schlech¬≠te Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len vor¬≠zu¬≠wei¬≠sen wie √Ėster¬≠reich. Abge¬≠se¬≠hen davon, dass die Metho¬≠de der √Ėster¬≠rei¬≠cher ja viel¬≠leicht wirk¬≠lich bes¬≠ser ist, stellt sich grund¬≠s√§tz¬≠lich die Fra¬≠ge, wes¬≠halb auch in die¬≠sem Fall mit dem Ein¬≠druck ‚Äěgespielt‚Äú wird, die ‚ÄěMachen¬≠schaf¬≠ten‚Äú unse¬≠rer Regie¬≠rung wer¬≠de von den deut¬≠schen Medi¬≠en gedeckt.

Satireshows zur Wissensvermittlung

Bei ‚ÄěMann, Sie¬≠bert‚Äú einer ZDF-Sati¬≠re¬≠show wur¬≠de erst im Novem¬≠ber 2016 der Umgang der deut¬≠schen Poli¬≠tik mit dem The¬≠ma Arbeits¬≠lo¬≠sig¬≠keit nett auf¬≠be¬≠rei¬≠tet. Unter¬≠halt¬≠sam und inhalt¬≠lich zutref¬≠fend. M√ľs¬≠sen wir uns also unser Detail¬≠wis¬≠sen des¬≠halb √ľber Sati¬≠re¬≠shows (wie z.B. ‚ÄěDie Anstalt) erwer¬≠ben, weil unse¬≠re Medi¬≠en die¬≠sen fun¬≠da¬≠men¬≠ta¬≠len Auf¬≠trag so man¬≠gel¬≠haft erf√ľl¬≠len, wie man¬≠che es st√§n¬≠dig behaup¬≠ten? Hei¬≠se Online ist nur ein Bei¬≠spiel von vie¬≠len, die vor allem im Web kein gutes Haar an der ‚ÄěL√ľgen¬≠pres¬≠se‚Äú, ‚ÄěL√ľcken¬≠pres¬≠se‚Äú, dem ‚ÄěStaats¬≠funk‚Äú oder den ‚ÄěQua¬≠li¬≠t√§ts¬≠me¬≠di¬≠en‚Äú las¬≠sen.

Die Tages¬≠schau, dies gibt auch der Hei¬≠se-Redak¬≠teur in sei¬≠nem Bei¬≠trag zu, erl√§u¬≠tert mit umfang¬≠rei¬≠chen Hin¬≠ter¬≠grund¬≠in¬≠for¬≠ma¬≠tio¬≠nen genau die Din¬≠ge, die angeb¬≠lich von den ‚ÄěQua¬≠li¬≠t√§ts¬≠me¬≠di¬≠en‚Äú in Deutsch¬≠land ver¬≠schwie¬≠gen wer¬≠den.

Es gibt also au√üer der Tages¬≠schau kei¬≠ne wei¬≠te¬≠ren Medi¬≠en, die uns, sofern wir auch inter¬≠es¬≠siert dar¬≠an sind, mit die¬≠sen Details ver¬≠sor¬≠gen? Quatsch!

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Alles Fake

Viel¬≠leicht ist es ange¬≠sichts von Fake¬≠news, Fake¬≠nach¬≠rich¬≠ten zu viel ver¬≠langt, sich selbst ein¬≠ge¬≠hen¬≠der √ľber die Fak¬≠ten zu infor¬≠mie¬≠ren bevor man dazu aus¬≠holt, Fun¬≠da¬≠men¬≠tal¬≠kri¬≠tik zu √ľben? ‚ÄěHat ja alles kei¬≠nen Sinn, weil die¬≠se Medi¬≠en ja doch alle gleich¬≠ge¬≠schal¬≠tet sind.‚Äú So reden heu¬≠te doch vie¬≠le!

Pr√ľfung der Masse

Ich habe gepr√ľft, ob es bei den gro¬≠√üen Online ‚Äď Ange¬≠bo¬≠ten deut¬≠scher Zei¬≠tun¬≠gen detail¬≠lier¬≠te Infor¬≠ma¬≠tio¬≠nen √ľber das Zustan¬≠de¬≠kom¬≠men unse¬≠rer Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len zu fin¬≠den gibt.

Zun√§chst habe ich jedoch nahe¬≠lie¬≠gen¬≠der¬≠wei¬≠se mal beim zust√§n¬≠di¬≠gen Bun¬≠des¬≠mi¬≠nis¬≠te¬≠ri¬≠um danach gesucht und viel Lese¬≠stoff gefun¬≠den. Da wird nun nicht gera¬≠de der Ver¬≠gleich mit √Ėster¬≠reich her¬≠aus¬≠ge¬≠ar¬≠bei¬≠tet. Aber man kann gut ver¬≠ste¬≠hen, wie die¬≠se Zah¬≠len, mit denen wir regel¬≠m√§¬≠√üig kon¬≠fron¬≠tiert wer¬≠den, zustan¬≠de kom¬≠men.

Direkt auf der ers¬≠ten Sta¬≠tis¬≠tik¬≠sei¬≠te der Bun¬≠des¬≠agen¬≠tur f√ľr Arbeit fin¬≠den sich Details √ľber Details. Man liest dort die Begrif¬≠fe ‚ÄěArbeits¬≠lo¬≠sig¬≠keit und Unter¬≠be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gung‚Äú und einen Link zu einer 2seitigen PDF-Datei, die dem Inter¬≠es¬≠sier¬≠ten alle m√∂g¬≠li¬≠chen Fra¬≠gen beant¬≠wor¬≠ten d√ľrf¬≠te.

Jede Menge Lesestoff zu Arbeitslosenzahlen

Zum April 2017 heißt es dort:

Die Ar¬≠beits¬≠lo¬≠sig¬≠keit sinkt im Ver¬≠gleich zum Vor¬≠mo¬≠nat um 3,5% und sinkt zum Vor¬≠jah¬≠res¬≠mo¬≠nat um 6,4% auf 2,6 Mio. Die Un¬≠ter¬≠be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gung ohne Kurz¬≠ar¬≠beit sinkt im Ver¬≠gleich zum Vor¬≠mo¬≠nat um 2,3% und steigt zum Vor¬≠jah¬≠res¬≠mo¬≠nat um 0,2%. Sie liegt bei 3,6 Mio. Die Ar¬≠beits¬≠lo¬≠sen¬≠quo¬≠te be¬≠tr√§gt 5,8%, die Un¬≠ter¬≠be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gungs¬≠quo¬≠te 8,0%.Quel¬≠le: Sta¬≠tis¬≠tik der Bun¬≠des¬≠agen¬≠tur f√ľr Arbeit ‚Äď statistik.arbeitsagentur.de | LINK

Die Unter¬≠be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gungs¬≠quo¬≠te betr√§gt also 8,0 %. Wird das The¬≠ma ‚ÄěUnter¬≠be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gung‚Äú, das im Hei¬≠se ‚Äď Bei¬≠trag so kri¬≠tisch hin¬≠ter¬≠fragt wird, nur auf den staat¬≠li¬≠chen Sei¬≠ten behan¬≠delt, w√§h¬≠rend die Qua¬≠li¬≠t√§ts¬≠me¬≠di¬≠en dar¬≠√ľber nichts berich¬≠ten?

TIPP:  Was ich getan habe, um den zickenden Amazon Fire TV Stick zu bes√§nftigen

  1. Arbeits¬≠lo¬≠sig¬≠keit: Zeich¬≠net die offi¬≠zi¬≠el¬≠le Sta¬≠tis¬≠tik ein gesch√∂n¬≠tes Bild? ‚Äď SPIEGEL ONLINE | Quel¬≠le
  2. Tiefs­ter Stand seit 25 Jah­ren: Arbeits­lo­sen­zahl sinkt im Okto­ber auf 2,54 Mil­lio­nen FAZ | Quel­le
  3. So vie¬≠le Arbeits¬≠lo¬≠se gibt es wirk¬≠lich in Deutsch¬≠land ‚Äď FOCUS Online | Quel¬≠le
  4. Arbeits¬≠lo¬≠sig¬≠keit sinkt auf nied¬≠rigs¬≠ten April-Wert seit 1991 ‚Äď Kar¬≠rie¬≠re-News S√ľddeutsche.de | Quel¬≠le
  5. Sen¬≠sa¬≠tio¬≠nel¬≠le Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len im April ‚Äď Zah¬≠len zei¬≠gen nicht die gan¬≠ze Wahr¬≠heit ‚Äď Wirt¬≠schaft ‚Äď Bild.de | Quel¬≠le
  • Unter¬≠be¬≠sch√§f¬≠ti¬≠gung | bpb | Quel¬≠le
  • DIE LINKE: Tat¬≠s√§ch¬≠li¬≠che Arbeits¬≠lo¬≠sig¬≠keit | Quel¬≠le
  • Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len ‚Äď ZDFme¬≠dia¬≠thek | Quel¬≠le
  • #DeinD: Kos¬≠me¬≠tik bei der Arbeits¬≠lo¬≠sen-Sta¬≠tis¬≠tik ‚Äď heu¬≠te-Nach¬≠rich¬≠ten | Quel¬≠le
  • 5,8 % Arbeits¬≠lo¬≠se ‚Äď eine ‚ÄúZahl f√ľr Dum¬≠me‚ÄĚ | Quel¬≠le

Jeder will glauben, was er will ‚Äď auch bei den Arbeitslosenzahlen

Ich ten¬≠die¬≠re zu neu¬≠tra¬≠len Ver¬≠glei¬≠chen, die nicht so schnell in den Geruch gera¬≠ten, f√ľr eine bestimm¬≠te poli¬≠ti¬≠sche Sei¬≠te Par¬≠tei zu ergrei¬≠fen. Was spricht also dage¬≠gen, die OECD beim Ver¬≠gleich zwi¬≠schen Deutsch¬≠land und √Ėster¬≠reich zu ber√ľck¬≠sich¬≠ti¬≠gen? Ich den¬≠ke, die Ant¬≠wort ist sehr klar. Die Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠zah¬≠len in Deutsch¬≠land haben sich seit der Finanz¬≠kri¬≠se g√ľns¬≠ti¬≠ger ent¬≠wi¬≠ckelt als die in √Ėster¬≠reich. Die Sta¬≠tis¬≠ti¬≠ken wur¬≠den ‚Äď das ver¬≠mu¬≠te ich jetzt mal, seit 2008 hin¬≠sicht¬≠lich ihres Zustan¬≠de¬≠kom¬≠mens weder dort noch hier gro√ü¬≠ar¬≠tig ver¬≠√§n¬≠dert.

Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Ich schreibe √ľber alle m√∂glichen Themen. Politik, Medien und Gesellschaft dominieren dabei.

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare
  1. Das Sie­ber-Video ist nett, auch wenn die erwähn­ten Mani­pu­la­tio­nen und Zwangs­ver­ren­tun­gen seit Jah­ren bekannt sind.
    Erin¬≠nert mich an den Mann, der einen 1-Euro-Job zum Gr√ľn¬≠an¬≠la¬≠gen-Rei¬≠ni¬≠gen aus¬≠ge¬≠rech¬≠net dort zuge¬≠wie¬≠sen bekam, wo die Mit¬≠ar¬≠bei¬≠ter der Fir¬≠ma, in der er bis vor kur¬≠zem in lei¬≠ten¬≠der Stel¬≠lung t√§tig war, vor¬≠bei¬≠ka¬≠men.
    Und sich ent­spre­chend zu Tode schäm­te. Wäh­rend unse­re Zuwan­de­rer vor Lan­ge­wei­le auf dum­me Gedan­ken kom­men.
    Das ist die Art von sozia¬≠ler Gerech¬≠tig¬≠keit, wie sie die SPD ‚Äď √ľber Jahr¬≠zehn¬≠te in Regie¬≠rungs¬≠be¬≠tei¬≠li¬≠gung ‚Äď ver¬≠steht. Aber das wird ja mit Mar¬≠tin Schulz bekannt¬≠lich alles bes¬≠ser ūüėČ

    In Wirk­lich­keit ist die Lage erheb­lich erns­ter.
    Die Aus¬≠sa¬≠ge ‚ÄěIm Jahr x wur¬≠den in Deutsch¬≠land erneut x Men¬≠schen mehr in Arbeit gebracht‚Äú ist so nat√ľr¬≠lich rich¬≠tig. Wer w√ľr¬≠de hier plump f√§l¬≠schen?
    Es pas¬≠siert weit¬≠aus sub¬≠ti¬≠ler, denn die¬≠se Zah¬≠len geben weder Aus¬≠kunft √ľber die Stabilit√§t/Qualit√§t unse¬≠rer Wirt¬≠schaft noch dar¬≠√ľber, wie gut oder schlecht es den Men¬≠schen geht. Es reicht, wenn der Ein¬≠druck ent¬≠steht, uns geht es gut, es geht immer wei¬≠ter berg¬≠auf mit D.
    Aus¬≠schlag¬≠ge¬≠bend aber ist allein die Zahl der geleis¬≠te¬≠ten Arbeits¬≠stun¬≠den, und die ist seit Jah¬≠ren r√ľck¬≠l√§u¬≠fig und wird gra¬≠vie¬≠rend in den kom¬≠men¬≠den Jah¬≠ren (Digi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠rung) wei¬≠ter sin¬≠ken.
    Es gibt so vie­le Mög­lich­kei­ten, Infor­ma­tio­nen zu ver­pa­cken, zu for­mu­lie­ren und an die Men­schen zu brin­gen…

  2. Wer w√ľr¬≠de sich um die Aus¬≠wir¬≠kun¬≠gen der lau¬≠fen¬≠den (begin¬≠nen¬≠den) Digi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠run¬≠gen nicht sor¬≠gen, der ent¬≠spre¬≠chen¬≠de Infor¬≠ma¬≠tio¬≠nen und Dis¬≠kus¬≠sio¬≠nen zum The¬≠ma ver¬≠folgt hat? Als Nach¬≠weis f√ľr man¬≠gel¬≠haf¬≠te Poli¬≠tik kann man dies kri¬≠ti¬≠sie¬≠ren. Aller¬≠dings gebe ich zu beden¬≠ken, dass -soweit ich wei√ü- in kei¬≠nem Land der Erde dies¬≠be¬≠z√ľg¬≠lich irgend¬≠ei¬≠ne Vor¬≠sor¬≠ge getrof¬≠fen wird. Die The¬≠ma¬≠tik wird ‚Äď mit Aus¬≠nah¬≠me eini¬≠ger All¬≠ge¬≠mein¬≠pl√§t¬≠ze viel¬≠leicht ‚Äď in der Poli¬≠tik ein¬≠fach aus¬≠ge¬≠spart.

    Nat√ľr¬≠lich ist die Pro¬≠ble¬≠ma¬≠tik der Arbeits¬≠lo¬≠sen¬≠sta¬≠tis¬≠tik seit Jah¬≠ren bekannt. Und zwar aus¬≠dr√ľck¬≠lich auch durch die ‚ÄěL√ľgen¬≠pres¬≠se‚Äú bzw. unse¬≠re ‚ÄěSys¬≠tem¬≠me¬≠di¬≠en‚Äú. Inso¬≠fern sind die Schluss¬≠fol¬≠ge¬≠run¬≠gen, die gewis¬≠se Krei¬≠se aus bestimm¬≠ten Fak¬≠to¬≠ren zie¬≠hen, dar¬≠auf ange¬≠legt, nega¬≠ti¬≠ve Stim¬≠mung zu ver¬≠brei¬≠ten. Dar¬≠in sind man¬≠che viel bes¬≠ser als ande¬≠re.

    Au√üer der SPD hat wohl nie¬≠mand behaup¬≠tet, dass durch Schulz etwas bes¬≠ser w√ľr¬≠de. Aber Sie schei¬≠nen die Tat¬≠sa¬≠che zu unter¬≠dr√ľ¬≠cken, dass die Fehl¬≠ent¬≠wick¬≠lun¬≠gen in unse¬≠rem Land zun√§chst ein¬≠mal benannt und offen¬≠ge¬≠legt wer¬≠den m√ľs¬≠sen. Und zwar vor allem auf der poli¬≠ti¬≠schen Ebe¬≠ne. Das hat Mar¬≠tin Schulz zumin¬≠dest ver¬≠sucht. Wenn er das als Mit¬≠glied einer Par¬≠tei tut, der wir die Agen¬≠da 2010 (also die Fehl¬≠stel¬≠lun¬≠gen, die Sie in Ihrem Bei¬≠spiel beklagt haben) zu ver¬≠dan¬≠ken haben, ist das umso bemer¬≠kens¬≠wer¬≠ter. Dass die SPD sich nicht l√§ngst klar distan¬≠ziert hat, ist aus mei¬≠ner Sicht kri¬≠tik¬≠w√ľr¬≠dig, ande¬≠rer¬≠seits aber auch nicht √ľber¬≠ra¬≠schend.

    Ich habe ein lan¬≠ges Berufs¬≠le¬≠ben hin¬≠ter mir (47 Jah¬≠re). W√§h¬≠rend die¬≠ser lan¬≠gen Zeit habe ich erfah¬≠ren, was es bedeu¬≠tet, f√ľr l√§n¬≠ge¬≠re Zeit arbeits¬≠los zu sein und wel¬≠che √Ąngs¬≠te die¬≠ser Zustand mit sich bringt. Aber immer nur der Poli¬≠tik an allem die Schuld zu geben, greift irgend¬≠wie etwas zu kurz. Damals fand ich Schr√∂¬≠ders Ansa¬≠ge (in der Reg.-Erkl√§rung zur Ein¬≠f√ľh¬≠rung der Agen¬≠da 2010), dass wir mehr Eigen¬≠ver¬≠ant¬≠wor¬≠tung √ľber¬≠neh¬≠men m√ľs¬≠sen, voll und ganz rich¬≠tig. In die¬≠ser Hin¬≠sicht d√ľrf¬≠ten wir m.E. ruhig etwas mehr von den Ame¬≠ri¬≠ka¬≠nern haben. Aber wir (Euro¬≠p√§¬≠er) sind halt ‚ÄěPro¬≠duk¬≠te‚Äú unse¬≠rer Sozi¬≠al¬≠staa¬≠ten. Wir glau¬≠ben tat¬≠s√§ch¬≠lich immer noch dar¬≠an, dass der Staat es f√ľr uns rich¬≠ti¬≠gen m√ľs¬≠se.
    Par¬≠al¬≠lel dazu haben sich neo¬≠li¬≠be¬≠ra¬≠le Struk¬≠tu¬≠ren welt¬≠weit in einer Wei¬≠se ver¬≠fes¬≠tigt, die die¬≠se Grund¬≠√ľber¬≠zeu¬≠gun¬≠gen eigent¬≠lich l√§ngst ad absur¬≠dum gef√ľhrt haben. Wer sich den Blick auf die Rea¬≠li¬≠t√§t dadurch ver¬≠kleis¬≠tert, die Welt aus ideo¬≠lo¬≠gi¬≠schen Gr√ľn¬≠den in gut und b√∂se zu unter¬≠tei¬≠len, wird die vor uns lie¬≠gen¬≠den Auf¬≠ga¬≠ben auch nicht leich¬≠ter l√∂sen als die ande¬≠ren.

    1. Was die Digi­ta­li­sie­rung angeht, sehe ich ver­schie­de­ne The­men im Zusam­men­hang:
      Fach¬≠kr√§f¬≠te¬≠man¬≠gel; die Art, wie die Par¬≠tei¬≠en die Zuwan¬≠de¬≠rung ohne ver¬≠n√ľnf¬≠ti¬≠ges Ein¬≠wan¬≠de¬≠rungs¬≠ge¬≠setz hand¬≠ha¬≠ben; durch¬≠aus spielt hier auch eine Rol¬≠le, dass vie¬≠le Arbeit¬≠ge¬≠ber ihre Arbeits¬≠pl√§t¬≠ze nicht attrak¬≠tiv genug f√ľr hoch¬≠qua¬≠li¬≠fi¬≠zier¬≠te Zuwan¬≠de¬≠rer gestal¬≠ten ‚Äď die¬≠se bevor¬≠zu¬≠gen eng¬≠lisch¬≠spra¬≠chi¬≠ge Ein¬≠wan¬≠de¬≠rungs¬≠l√§n¬≠der mit wesent¬≠lich bes¬≠ser dotier¬≠ten Stel¬≠len ‚Äď und durch¬≠aus auch die grund¬≠s√§tz¬≠li¬≠che √úber¬≠le¬≠gung, ob der hohe Bev√∂l¬≠ke¬≠rungs¬≠stand tat¬≠s√§ch¬≠lich so erstre¬≠bens¬≠wert ist, wie man es uns immer erkl√§rt (das The¬≠ma hat¬≠ten wir hier in Ihrem Forum schon).
      K√ľrz¬≠lich las ich, wel¬≠che L√§n¬≠der sich wie auf die Digi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠rung vor¬≠be¬≠rei¬≠ten, lei¬≠der habe ich es nicht behal¬≠ten ūüôĀ ‚Äď ledig¬≠lich dass man sie an einer Hand abz√§h¬≠len konn¬≠te, Schwer¬≠punkt war Asi¬≠en. Von den Japa¬≠nern wis¬≠sen wir, dass sie das The¬≠ma Schrump¬≠fen der Bev√∂l¬≠ke¬≠rung g√§nz¬≠lich anders ange¬≠hen als die Euro¬≠p√§¬≠er. Manch¬≠mal habe ich daher Sor¬≠ge, dass Deutsch¬≠land in der Zukunft wirt¬≠schaft¬≠lich ins Hin¬≠ter¬≠tref¬≠fen gera¬≠ten k√∂nn¬≠te, denn auch die hohen Export¬≠√ľber¬≠sch√ľs¬≠se wer¬≠den dau¬≠er¬≠haft nicht mehr hin¬≠ge¬≠nom¬≠men wer¬≠den.

      Schr√∂¬≠ders ‚ÄěFor¬≠dern und F√∂r¬≠dern‚Äú habe ich noch gut in den Ohren, dach¬≠te damals auch: Jawohl, mehr per¬≠s√∂n¬≠li¬≠che Bem√ľ¬≠hun¬≠gen und Fle¬≠xi¬≠bi¬≠li¬≠t√§t k√∂nn¬≠ten uns nicht scha¬≠den.
      Aber: Der Staat soll¬≠te f√ľr eine gute Basis sor¬≠gen, so weit es in sei¬≠nem Ein¬≠flu√ü¬≠be¬≠reich liegt. Die ist m. E. f√ľr For¬≠dern oder Ren¬≠te mit 67 bis heu¬≠te nicht gege¬≠ben. Letz¬≠te¬≠res haben Sie ja auch am eige¬≠nen Lei¬≠be erfah¬≠ren, n√§m¬≠lich wie dif¬≠fi¬≠zil es jen¬≠seits der 45 mit der Job¬≠su¬≠che wird.

      ‚ÄěGewis¬≠se Krei¬≠se‚Äú, ‚Äěposi¬≠ti¬≠ve oder nega¬≠ti¬≠ve Stim¬≠mung‚Äú sind weni¬≠ger mein Gebiet. Benen¬≠nen und offen¬≠le¬≠gen hal¬≠te ich f√ľr eine Pflicht eines jeden B√ľr¬≠gers. Fal¬≠sche R√ľck¬≠sicht¬≠nah¬≠men, pc, gar Ver¬≠schwei¬≠gen wird uns nicht wei¬≠ter¬≠brin¬≠gen. Die Par¬≠tei¬≠en wer¬≠den es nicht zuver¬≠l√§s¬≠sig f√ľr uns tun. Da ste¬≠hen zu vie¬≠le Inter¬≠es¬≠sen im Wider¬≠spruch.
      Volks¬≠ver¬≠tre¬≠ter wer¬≠den gew√§hlt, um UNSERE Inter¬≠es¬≠sen zu ver¬≠tre¬≠ten; sobald sich Fehl¬≠ent¬≠wick¬≠lun¬≠gen bemerk¬≠bar machen, sind wir alle gehal¬≠ten, die¬≠se nicht nur zu benen¬≠nen, son¬≠dern auch daf√ľr zu sor¬≠gen, dass gegen¬≠ge¬≠steu¬≠ert wird. Eine Gesell¬≠schaft, die M√§n¬≠gel nicht mehr laut benennt, aus Angst‚Ķ Sie wis¬≠sen schon‚Ķ wird Still¬≠stand erfah¬≠ren statt Wei¬≠ter¬≠ent¬≠wick¬≠lung.

      Abschlie¬≠√üend viel¬≠leicht noch die klei¬≠ne Anmer¬≠kung, dass auch ich mit den Ideo¬≠lo¬≠gi¬≠en mei¬≠ne Pro¬≠ble¬≠me habe, h√§u¬≠fig bei der jun¬≠gen Gene¬≠ra¬≠ti¬≠on, aber nat√ľr¬≠lich nicht nur. Man kennt zwar kaum den Unter¬≠schied zwi¬≠schen rechts, kon¬≠ser¬≠va¬≠tiv oder einem Natio¬≠nal-Sozia¬≠lis¬≠ten, aber ein Mensch mit ande¬≠rer Mei¬≠nung ist mit Sicher¬≠heit bei den ‚ÄěB√∂sen‚Äú. Schwarz-wei√ü-Den¬≠ken hat Platz gegrif¬≠fen; geur¬≠teilt wird nicht aus WISSEN, Bil¬≠dung oder Lebens¬≠er¬≠fah¬≠rung her¬≠aus, son¬≠dern aus GLAUBEN; Kri¬≠te¬≠ri¬≠um scheint zu sein, was man irgend¬≠wo geh√∂rt hat, was ankommt, Main¬≠stream ist. Indi¬≠vi¬≠du¬≠el¬≠le Mei¬≠nun¬≠gen erfor¬≠dern inzwi¬≠schen Mut. Beun¬≠ru¬≠hi¬≠gend.

      1. Vol¬≠le Zustim¬≠mung. Ich habe auf der CDU-Web¬≠site gele¬≠sen, dass sie nun ihre Hal¬≠tung zu einem Zuwan¬≠de¬≠rungs¬≠ge¬≠setz ver¬≠√§n¬≠dert hat. Ob die CSU das noch nach¬≠ho¬≠len wird? F√ľr das Land w√§re es gut, wenn wir bald ein ordent¬≠li¬≠ches Zuwan¬≠de¬≠rungs¬≠ge¬≠setz h√§t¬≠ten. Die Gr√ľn¬≠de daf√ľr haben Sie rich¬≠tig beschrie¬≠ben.

        Vie¬≠le Men¬≠schen in Deutsch¬≠land machen sich Gedan¬≠ken dar¬≠√ľber, was durch die Digi¬≠ta¬≠li¬≠sie¬≠rung ent¬≠ste¬≠hen wird. Viel¬≠fach sind damit √Ąngs¬≠te ver¬≠bun¬≠den, die in Rich¬≠tung Arbeits¬≠platz¬≠ver¬≠lus¬≠te gehen. Die Ein¬≠stel¬≠lung der Deut¬≠schen wird immer wie¬≠der mit einer gewis¬≠sen Tech¬≠nik¬≠feind¬≠lich¬≠keit begr√ľn¬≠det. Da sind die Asia¬≠ten anders drauf (nicht nur in Japan). Ich mag mir nicht vor¬≠stel¬≠len, was auf der Welt los sein wird, wenn in vllt. 20‚Äď25 Jah¬≠ren mehr als die H√§lf¬≠te der heu¬≠ti¬≠gen Arbeits¬≠pl√§t¬≠ze ver¬≠lo¬≠ren gegan¬≠gen sein wer¬≠den. Sol¬≠che gera¬≠de¬≠zu apo¬≠ka¬≠lyp¬≠ti¬≠schen Visio¬≠nen h√∂rt man zeit¬≠wei¬≠se.
        Ich habe mit √ľber 53 nach dem Kon¬≠kurs mei¬≠nes Arbeit¬≠ge¬≠bers eine neue Arbeit suchen m√ľs¬≠sen. Das war noch schwe¬≠rer als unge¬≠f√§hr 10 Jah¬≠re zuvor. Da habe ich die¬≠se Pro¬≠ze¬≠dur zum ers¬≠ten Mal durch¬≠lau¬≠fen. Es war sehr ner¬≠vig und mit viel Zukunfts¬≠angst ver¬≠bun¬≠den. Ich hat¬≠te viel Gl√ľck, obwohl ich zuletzt finan¬≠zi¬≠ell eini¬≠ges ver¬≠lo¬≠ren habe. √úber sol¬≠che indi¬≠vi¬≠du¬≠el¬≠len Erfah¬≠run¬≠gen wird nicht viel gespro¬≠chen. Geschimpft daf√ľr umso mehr. Aber das ist unter sol¬≠chen Bedin¬≠gun¬≠gen eigent¬≠lich nicht anders zu erwar¬≠ten.
        Die Dis¬≠kus¬≠sio¬≠nen um Fake¬≠news, Hate¬≠speech etc. haben sich des¬≠halb zu einem Stak¬≠ka¬≠to ent¬≠wi¬≠ckelt, weil jede Sei¬≠te nur eins im Auge hat: Recht zu behal¬≠ten. Im Inter¬≠net hat die¬≠se Eigen¬≠art des Men¬≠schen (?) durch die Anony¬≠mi¬≠t√§t eine beson¬≠de¬≠re Dimen¬≠si¬≠on erreicht. Das macht viel kaputt. Gesell¬≠schaft¬≠li¬≠cher Dia¬≠log ‚Äď so w√ľn¬≠schens¬≠wert er ist ‚Äď kann so destruk¬≠tiv sein, dass die meis¬≠ten Leu¬≠te ihre Freu¬≠de dar¬≠an ver¬≠lie¬≠ren.

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