Gesellschaft – 2Bier https://2bier.de Eins für Sie! Wed, 28 Jun 2017 11:07:41 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.8 https://2bier.de/wp-content/uploads/2017/02/2beer-270x250.png Gesellschaft – 2Bier https://2bier.de 32 32 Troll im realen wie im virtuellen Leben https://2bier.de/troll-im-realen-wie-im-virtuellen-leben/ https://2bier.de/troll-im-realen-wie-im-virtuellen-leben/#comments_reply Fri, 23 Jun 2017 14:40:24 +0000 https://2bier.de/?p=36707 Ich darf sagen, mein Verhalten ist nicht internet-spezifisch. Ich bin nämlich quasi Troll im realen wie im virtuellen Leben. Das kristallisiert sich – vielleicht aufgrund des beginnenden Wahlkampfes, immer stärker heraus. Für mich würde es schwierig sein, mit dieser Bestandsaufnahme zu…

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Ich darf sagen, mein Verhalten ist nicht internet-spezifisch. Ich bin nämlich quasi Troll im realen wie im virtuellen Leben. Das kristallisiert sich – vielleicht aufgrund des beginnenden Wahlkampfes, immer stärker heraus.

Für mich würde es schwierig sein, mit dieser Bestandsaufnahme zu leben, wenn sie nicht immer von der Seite käme, mit der ich permanent über Kreuz liege.

Das hat man davon, wenn man sich aus der selbstgewählten Isolation (der so genannten Filterblase) ausgräbt und sozusagen »den vergeblichen Kampf« aufnimmt.

Ich bemühe mich nach bestem Wissen und Gewissen zwar darum, dabei nicht allzu bösartig zu sein. Aber das ist wohl Ansichtssache.

Für solche Dialoge strafen mich die AfD – Scharfmacher prompt ab:

Solche Frechheiten lassen die nicht auf sich sitzen. Prompt hat man mich befördert. Ich wurde nicht geblockt, sondern kam auf die Liste »vorlauteaffenohnehirn«.  Wer da wohl noch alles drauf steht?

 

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Wenn die Relevanz der Antwort vom Alter abhängt https://2bier.de/wenn-die-relevanz-der-antwort-vom-alter-abhaengt/ https://2bier.de/wenn-die-relevanz-der-antwort-vom-alter-abhaengt/#comments_reply Thu, 22 Jun 2017 09:43:26 +0000 https://2bier.de/?p=36658 Vor ein paar Tagen hatte ich nach längerer Zeit mal wieder die GFK (früher Gesellschaft für Konsumgüterforschung) am Telefon. Der freundliche Herr wollte wissen, ob ich an einer kleinen Umfrage über die Leistungen von Geldinstituten teilnehmen wolle? Normalerweise drücke ich mich…

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Vor ein paar Tagen hatte ich nach längerer Zeit mal wieder die GFK (früher Gesellschaft für Konsumgüterforschung) am Telefon.

Der freundliche Herr wollte wissen, ob ich an einer kleinen Umfrage über die Leistungen von Geldinstituten teilnehmen wolle? Normalerweise drücke ich mich und lehne es ab. Aber dieser Herr war nett und die Zeit (früher Abend) war günstig.

Die erste und einzige Frage:

»Darf ich fragen, wie alt Sie sind?«
»63«.

Schweigen. Ich empfand es sogar als betretenes Schweigen. Nach längerer Pause hörte ich:

»Ähm, ähm, in Ihrer Altersklasse haben wir schon einige befragt. Dann würde ich sagen, machen wir irgendwann mal was anderes…«

»OK. Danke. Auf Wiederhören«.


Menschen ab einem bestimmten Alter sind eben nicht nur für die »freie Wirtschaft« außen vor! Allem parteipolitischen, interessengesteuertem Gezänk über die Rente mit 63 zum Trotz: Die meisten Unternehmen sind einfach froh, wenn sie die teuren Alten los werden. Das ist die Realität in unserem Land. Die Krokodilstränen mancher Funktionäre, denen ältere Fachkräfte angeblich so sehr fehlen, sind in meinen Augen echte Ausnahmen.

Für die Werbewirtschaft beginnt dieses Draußen-Sein noch viel früher und wenn es um Banken geht: von manchen kriegt man, wenn ein bestimmtes Alter überschritten ist, nicht mal mehr »ne Mark«.

Mich hat dieses Herumgedruckse des GFK-Mitarbeiters tatsächlich amüsiert. Der Mann zeigte wenigstens so etwas wie den Anflug eines schlechten Gewissens. Die sollten für solche Fälle endlich mal ein Script schreiben, damit das Rumgeeiere nicht ganz so peinlich ist.

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Nicht mit uns? Ok! https://2bier.de/nicht-mit-uns-ok/ https://2bier.de/nicht-mit-uns-ok/#comments_reply Tue, 20 Jun 2017 12:43:57 +0000 https://2bier.de/?p=36635 Ist der folgende Satz Ausdruck eines gesunden Selbstbewusstseins oder belegt er nicht vielmehr die wachsende Kluft zwischen Muslimen und der übrigen Gesellschaft? »Nicht mit uns!«-Demo in Köln wird zum Reinfall – Muslime lassen sich nicht herumkommandieren«? (Quelle) Ich bin kein…

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Ist der folgende Satz Ausdruck eines gesunden Selbstbewusstseins oder belegt er nicht vielmehr die wachsende Kluft zwischen Muslimen und der übrigen Gesellschaft?

»Nicht mit uns!«-Demo in Köln wird zum Reinfall – Muslime lassen sich nicht herumkommandieren«? (Quelle)

Ich bin kein Psychologe. Aber für mich klingt dieser Satz nicht selbstbewusst, sondern eher wie das Gegenteil.

Onkel-Tom-Türken, wie Augstein in seiner Spiegelkolumne schrieb, hätte ich in Köln nicht gesehen, selbst wenn 100.000 Muslime mit demonstriert hätten. Selbstbewusste, souveräne Menschen legen sich fest und ziehen sich nicht hinter Positionen zurück, die – wie ich jedenfalls stark vermute – weitgehend nicht die eigenen sind.

Herumkommandiert werden Menschen in der Türkei. Aber bestimmt hier nicht in Deutschland! Wahr ist, dass Migranten leider Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen machen. Vielleicht haben diese seit dem der islamistische Terror so präsent ist zugenommen. Das ist traurig aber wahrscheinlich. Wäre das nicht eher ein Grund, den Schulterschluss mit der so genannten Mehrheitsgesellschaft zu suchen und nicht genau das Gegenteil zu machen?

Der Einfluss, den auch türkische Medien und Websites der Ditib zugeschrieben haben, zeigt nach welcher Pfeife die Türken tanzen. Oder etwa nicht? Das quasi als Akt der »Selbstbefreiung« zu feiern ist schon echt besonders.

Der Einfluss der Ditib und somit der türkischen Regierung auf die deutschen Türken und die türkischstämmigen Deutschen ist längst offensichtlich. Hoffentlich werden unsere Politiker aus dieser Erkenntnis endlich Lehren ziehen und die Ditib von ihren Aufgaben in Deutschland entbinden. Jedenfalls, solange der Einfluss der türkischen Regierung unter Präsident Erdogan in dieser Form und in diesem Umfang wirkt. Diesen Einfluss hatten unsere Kirchen übrigens auch. Aber das ist längst vorbei.

Eigentlich ging es bei der geplanten Demo ja übrigens nicht nur um die Türken und Deutschtürken. Wo waren denn eigentlich die anderen Muslime, die Nichttürken, von denen bestimmt mehr als ein paar hundert in Köln und Umgebung leben dürften?

Ich wehre mich nach Kräften gegen Lügen und Vorurteile, die die Rechten in Deutschland verbreiten. Das tun die Sprecher, die Sachwalter der Muslime auch. Aber ist die Art und Weise, in der von muslimischer Seite gegen unser Land und unsere Lebensart gehetzt wird, tatsächlich nur die Reaktion auf die Entwicklung in Deutschland oder gab es die Tendenz innerhalb der muslimischen Community schon länger? Ich werde immer unsicherer.

Die Hetze gegen Deutschland und unser Lebensart dürfen wir nicht länger hinnehmen! 

Der Ton, der in der aktuellen Debatte gesetzt wird, hätte ich mir anders gewünscht. Er wurde nicht, wie türkische Medien, Politiker und Funktionäre ständig behaupten, durch uns gesetzt, sondern vor allem durch die türkische Regierung und ihnen nahestehende Medien und Personen.


Die Teilnahme an der Demo gegen islamistischen Terror wurde mit dem Argument abgelehnt, dass die damit verbundene Distanzierung eine Nähe zu den Terroristen voraussetzt hätte. Oder, siehe Ditib, weil es Menschen während des Ramadan nicht zugemutet werden könne, stundenlang in der Sonne zu demonstrieren.

Wir sind ja inzwischen einiges von muslimischen Funktionären gewöhnt und unsere Toleranzgrenze scheint mir persönlich so hochschwellig zu sein, dass wir eher bereit sind, solche jede Zumutung und Dummheit zu überhören, als endlich Tacheles zu sprechen.

Die Sprechblasen werden direkt aus Istanbul importiert. Sie stammen aus der derzeit größten englisch- und deutschsprachigen Zeitung des Landes.  »Daily Sabah« steht Präsident Erdogan sehr nah.

Der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des türkischen Parlaments, Mustafa Yeneroğlu twitterte dazu:
„Ich begrüße die Haltung der großen Islamischen Religionsgemeinschaften. Die Bezeichnung »islamistischer Terrorismus« diffamiert Muslime.«Quelle: „Nicht mit uns!“-Demo in Köln wird zum Reinfall – Muslime lassen sich nicht herumkommandieren – Daily Sabah | LINK

Mir liegt mir wirklich fern, hier über Türken oder Muslime herzuhalten. Aber bei mir ist mittlerweile die Schmerzgrenze überschritten. Damit, dass das kaum jemanden interessieren dürfte, ist mir schon bewusst. Aber ich empfinde es so, dass unsere Gesellschaft an einem Punkt angekommen ist, der allen Sorgen machen sollte.


Wenn, was ich vermute, »Daily Sabah« eine große Leserschaft bei erwachsenen Türken hat, dürften die jüngeren sich vielleicht mehr von solchen Websites wie GI (Generation Islam) intellektuell beeinflussen lassen. Die Seite hat bei Facebook derzeit ca. 54.000 Follower.  Die Schärfe der dort vertretenen Standpunkte lässt an Klarheit keinen Mangel erkennen. Kurz gesagt: Der Westen in an allem Schuld. Eine andere Botschaft vertritt »Daily Sabah« auch nicht.

Viele Leute, nicht nur Linke und nicht nur in Deutschland, sehen durchaus selbstkritisch auf die Politik des Westens bis zurück in die Kolonialzeit. Kann mit dem Verweis auf die schweren Fehler, die der Westen gemacht hat, die Verantwortung der Muslime für Terroranschläge gegen Unschuldige, die Namen des Islam erfolgen, einfach so negiert werden?

Der Inhalt eines Artikeln wie beispielsweise »Wie der Westen zu seinem Reichtum kam« entlarvt ein Stück weit die Autoren und eine Sicht auf die Dinge, die bei Muslimen scheinbar verbreitet ist!

GI vertritt die Auffassung, dass auch die Bevölkerung der westlichen Länder Verantwortung für die Kriege des Westens trägt. Schließlich habe diese ihre Regierungen durch Wahlentscheidungen hieran nicht gehindert. So einfach ist es, Verantwortung für Mord und Totschlag zu delegieren.

Dieses Video ist beispielhaft für das was die GI – Leute sich vorstellen:

Und so steht es um das Selbstverständnis dieser Anlaufstelle für junge Muslime:

Das Team von Generation Islam hat heute eine Kampagne gestartet: #GemeinsamGegenHetze. Der Bruder Umar Qadir appelliert in der Videobotschaft an den Verstand und das Gewissen der Bevölkerung in Deutschland, ganz egal ob Muslim oder nicht! Er zählt die zwei wesentlichen Ziele auf, die mit der Kampagne angestrebt werden:
1. Ein kollektives Bewusstsein in Bezug auf die gefährliche Agenda der Regierungen und Medien des Westens zu schaffen, mit welcher sie die Muslime seit über einem Jahrzehnt verteufeln und als Ursache allen Übels in der öffentlichen Wahrnehmung darzustellen.
2. Lösungsansätze und Impulse zur Veränderung den Muslimen nahezulegen, um das gemeinsame Zusammenleben in Deutschland zu wahren.

Die Opferrolle liegt diesen Leuten und so ist es nur konsequent, wenn sie die Schuld für alles, was ihnen an Bösem widerfährt, »den anderen«, also uns, in die Schuhe schieben.

Dass die Verbrechen der Nazi-Diktatur an Millionen von Juden, an der muslimische Glaubensbrüder übrigens aktiv mitgewirkt haben, durch den Vergleich mit getöteten Indianern in Nord- und Südamerika relativiert werden, ist nur ein Beleg für den dort grassierenden Antisemitismus. Den kriegen wir in Deutschland und anderen europäischen Ländern ebenfalls immer stärker zu spüren.

Mich würde eine solche Haltung schon dann empfindlich stören, wenn wir nicht in diesen von islamischem Terror beherrschten Zeiten leben würden. Millionen von Moslems leben hier mit uns in Deutschland und noch viel mehr in Europa zusammen.

Vermutlich denken manche von ihnen, sie seien besonders raffiniert, wenn sie das Trennende betonen und das Verbindende bestreiten. Ich mag mir nicht ausmalen, was diese Strategie, die mit der der Terroristen übereinstimmt, für das künftige Zusammenleben bedeuten könnte.

Dass unser Land solche Machenschaften als hinzunehmende Randerscheinung und womöglich als Ausdruck der freien Meinungsäußerung betrachtet, stört mich inzwischen.

Ich weiß nicht, ob diese Leute – sofern sie überhaupt in Deutschland leben – vom Verfassungsschutz überwacht oder wenigstens beobachtet werden. Wahrscheinlich verhält es sich bei diesen ähnlich, wie bei den radikalen Islamisten, die in Moscheen ihren Hass unter Muslime bringen und die deshalb jahrelang oft folgenlos vom Verfassungsschutz beobachtet wurden.


Der Name Yeneroğlu ist in Deutschland nicht nur Türken bekannt. Er erweist sich leider längst nicht mehr als Mittler (als den ich ihn früher wahrgenommen habe), sondern inzwischen ist er ein effektiver Spalter.

Yeneroğlu müssen in seiner Zeit in Deutschland schlimme Dinge (Diskriminierung und Ablehnung) widerfahren sein. Was ich aber eher vermute, ist, dass es am Job bzw. an seiner ausgesprochenen Nähe zum türkischen Präsidenten Erdogan liegt.


Wie andere türkische Funktionäre verdreht er (übrigens sehr geschickt) die Gründe für die Entfremdung zwischen der Türkei (besser gesagt, der dortigen Regierung) und Deutschland. Ich finde es sehr seltsam, dass er als Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses im türkischen Parlament und als Deutschlandkenner massiv gegen uns, unsere Regierung und unser Land wettert.

Allein der Westen trägt die schuld

Es gibt das oben verlinkte türkisches Online Portal »Daily Sabah«, dem man komfortabler Weise sogar in deutscher Sprache entnehmen kann, was viele Türken heute über uns denken.

Der größte Terror herrscht in den muslimischen Ländern von denen viele durch westliche Mächte destabilisiert worden sind. Ob es nun der Irak ist oder Afghanistan, überall kann man die Spuren westlicher Politik erkennen. Erst durch die Missstände, die maßgeblich durch die westliche Politik entstanden sind, konnte der Terror einen Nährboden für sich finden. Wenn die USA keinen Irak-Krieg geführt hätten, würde es heute wahrscheinlich Daesh überhaupt nicht geben.Quelle: „Nicht mit uns!“-Demo in Köln wird zum Reinfall – Muslime lassen sich nicht herumkommandieren – Daily Sabah | LINK

 

Mehr Stimmen zum Demo-Misserfolg, die ich zum Teil mit meinen Kommentaren versehen habe:

Friedensmarsch in Köln: Am Ende kamen viel weniger Teilnehmer als erwartet | Quelle

CDU-Politikerin stellt Zusammenarbeit mit Ditib infrage | domradio.de | Quelle

ZdK-Präsident zur geringen Teilnehmerzahl beim Friedensmarsch in Köln | domradio.de | Quelle


Köln: Fatih Cevikkollu vom mangelnden Zuspruch bei Anti-Terror-Demo enttäuscht | Express.de | Quelle

Freie Meinungsäußerung oder Hass – Kommentar eines Users namens Smiths bei RP Online:

und davon waren 100 Moslems…einfach nur erbärmlich! Ihr seid die Pest! Alle die nicht demonstriert haben und dem islamischen Glauben frönen ihr alle seid die Pest!

Bei Raumschiff Enterprise würde der Befehl lauten: Scotty beam sie alle up zurück ans Schwarze Meer…da könnt ihr dann wieder Haselnüsse ernten. Ihr seid durch euer Fernbleiben die unwillkommensten Gäste gleich nach den Flüchtlingen… und die waren nur für ein paar Monate willkommen!!! Ginge es in der deutschen Politik normal zu dann würdet ihr bei der nächten Visumsverlängerung abgewiesen werden und was das für euch bedeutet wisst ihr bestimmt…Das geht ganz einfach…ein kleiner Behördengang und ihr seid raus! Freut euch auf erdogan für den ihr alle demonstriert habt…nun werdet ihr ihm bald schon ganz nahe sein….
Quelle: Friedensmarsch in Köln: Am Ende kamen viel weniger Teilnehmer als erwartet | LINK

Demo in Köln: Muslime für den Frieden – Panorama – Süddeutsche.de | Quelle

Köln: So verlief die Friedensdemo gegen islamistischen Terror in Köln | Kölner Stadt-Anzeiger | Quelle

Aiman Mazyek: Es wäre besser gewesen, wenn wir zusammen ein Signal der Geschlossenheit ausgesandt hätten.Quelle: Vor Anti-Terror-Demo in Köln: Mazyek: »Muslime sind für Frieden« – heute-Nachrichten | LINK

Ein paar Zeilen, die die Bezeichnung »Kommentar« nicht verdient haben, erschien im Kölner Stadt-Anzeiger. Die Wirkung der Ditib – Hörigkeit gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan zeigt Wirkung. Das kann man an den über 100 bösen Kommentaren sehen, die dieser »Kommentar« erhalten hat:

Kommentar zum Friedensmarsch in Köln: Die Botschaft der Ditib ist angekommen | Kölner Stadt-Anzeiger | Quelle

Die Ditib hat mit ihrer radikalen Verweigerungshaltung das Motto der Veranstaltung („Nicht mit uns“) ins Gegenteil verkehrt. Dass Köln die Keimzelle einer neuen unabhängigen Bewegung werden, die Muslime im gemeinsamen Kampf gegen den Terror hinter sich vereint, ist wenig wahrscheinlich, selbst wenn es weitere Demonstrationen in Berlin, Hamburg, Hannover, Stuttgart und Oldenburg geben soll.Quelle: Demo in Köln: Die Macht der Verbände | Frankfurter Rundschau | LINK

Wenn man mal nicht die »falsche« Botschaft gewesen ist:

Kölner Friedensmarsch: »Was zählt, ist doch die Botschaft« | ZEIT ONLINE | Quelle

Diesen PR-Gau könnten sich Rechte zunutze machenQuelle: Kölner Friedensmarsch – Ein PR-Gau für die islamischen Verbände | LINK

… könnten Rechte sich zunutze machen? Das ist ein Witz – oder?

Wenn kluge Leute Mist reden:

Friedensdemo der Muslime in Köln – »Ich halte das für kontraproduktiv« | Quelle

 

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Muslimischer Terror ist schuld des Westens? https://2bier.de/muslimischer-terror-ist-schuld-des-westens/ https://2bier.de/muslimischer-terror-ist-schuld-des-westens/#comments_reply Sun, 18 Jun 2017 09:43:24 +0000 https://2bier.de/?p=36629 Mich macht es wütend, die fadenscheinigen Gründe zu lesen, die Muslime hatten, um die Demo gegen den Terror #Nichtmituns abzulehnen. Lamya Kaddor, eine der Initiatorinnen der Kölner Anti-Terror-Demo ist, nicht zuletzt aufgrund ihres selbstbewussten Auftretens, nicht nur bei der deutschen…

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Mich macht es wütend, die fadenscheinigen Gründe zu lesen, die Muslime hatten, um die Demo gegen den Terror #Nichtmituns abzulehnen.

Lamya Kaddor, eine der Initiatorinnen der Kölner Anti-Terror-Demo ist, nicht zuletzt aufgrund ihres selbstbewussten Auftretens, nicht nur bei der deutschen Rechten unbeliebt, sondern auch bei vielen Muslimen.

Selbstbewusste Frauen passen nicht ins Weltbild.

Die islamkritische Soziologin Necla Kelek erklärte in der Zeitschrift »Emma«, weshalb sie die Demo als »verlogene« Veranstaltung betrachtet. Sie unterstellt Kaddor, es ginge ihr mehr um die »Reinwaschung« des Islam als um das Bekenntnis gegen islamistischen Terror. Ihre Argumentation ist einerseits nachzuvollziehen, andererseits wiederholt sie die Vorwürfe an Kaddors Adresse, die darauf abzielen, dass fünf ihrer Schüler aus der deutschen Salafisten-Hochburg Dinslaken sich dem IS in Syrien angeschlossen haben. Diesen Vorwurf erheben rechte Publizisten fast immer, wenn der Name Lamya Kaddor an prominenter Stelle auftaucht.

Ich empfinde die Massivität der Vorwürfe gegen Kaddor als den Versuch, eine liberale Muslima zu diffamieren. Bei solchen Gelegenheiten wird ihr auch gern einmal die Qualifikation abgesprochen. Und was Frau Kelek mit ihren Vorwürfen am Schluss ihres Artikels insinuiert, muss ich nicht zu erklären.

Vielleicht gehört Kaddor ja auch nur zum »falschen Zweig« des Islam. Zudem ist sie eine Frau. Kritische Frauen sind im Islam nicht populär. Btw: wie ist das bei uns?

Das mag erklären, weshalb auf Männer wie den türkischen Politiker Mustafa Yeneroğlu  gehört wird. Der Mann war früher in federführender Position bei Millî Görüş und steht Präsident Erdogan und seiner Politik nahe.

Für die »gute Sache« des türkischen Präsidenten demonstrierten zehntausende von muslimischen Türken. Wie das abgegangen ist haben wir stauend bis entsetzt zur Kenntnis genommen. Sie protestierten auf dem Platz, auf den sich gestern gerade einmal ein paar hundert Muslime bemühten. Die Ditib konnte das vorher schon erklären, wie selbstverständlich auch Herr Yeneroğlu.

Was ich darüber denke, habe ich hier schon in einem anderen Beitrag geschrieben.

Ich verstehe natürlich, dass die Muslime völlig andere Probleme haben, als dieser Gesellschaft zu zeigen, dass sie zu ihr gehören. Ob der Ramadan wirklich eine Rolle spielt, vermag ich nicht zu beurteilen.

Ich verstehe den Standpunkt vieler Muslime, die es anmaßend und falsch finden, dass manche Mitbürgerinnen und Mitbürger von ihnen fordern, sich von Gewalt und Terror zu distanzieren, obwohl sie – wie ihre Funktionäre nicht müde werden zu betonen – mit den Taten von Terroristen überhaupt nichts zu tun haben.

Es ist mir eine Qual, die Freude der Rechten nach dem Demo-Desaster von Köln, die sich nicht zuletzt in den sozialen Medien Bahn bricht, mitzuerleben. Da laufen die Hetzer zur Hochform auf, während sich die, die die Demo richtig und wichtig fanden, wieder mal als Gutmenschenidioten beschimpfen lassen müssen.

Wahrscheinlich hätten selbst tausende von Demonstranten diese und andere erwartbare »Reaktionen« nicht verhindert. Denn solche Hetzer finden immer was, was sie »bemängeln« und für ihre Zwecke gegen den Strich bügeln können.

Notfalls sind es abfällige Mutmaßungen darüber, wie viele Menschen überhaupt an einer Veranstaltung  teilgenommen haben.  Jeder neue Zweifel spielt ihnen in die Hände.


Wenn ich mich in der muslimischen Community umschaue, ist mein Vertrauensvorschuss auch nicht übergroß. Die »Generation Islam« wird in diesem Beispiel durch ein ziemlich jung aussehendes, dafür aber umso aggressiver auftretendes schreiendes Jüngelchen repräsentiert.

Auf dieser Twitter-Seite fand ich ein Video, in dem erklärt wird, weshalb die Muslime nicht mehr willens sind, an solchen Demos teilzunehmen. Man hält es für unnötig, sich vom Terror zu distanzieren und hält die passende Erklärung bereit:

Die westliche Politik, die Maßnahmen gegen islamistischen Terror (Krieg gegen den Terror), ist an allem schuld. Vorher, so die Meinung mancher Muslime, habe es keine Terroranschläge von Muslimen gegeben. Gab es sie wirklich nicht, diese feige, mörderische Art von Anschlägen gegen Zivilisten, wie wir sie in Europa seit Jahren erleben müssen?

Viele Menschen und Regierungen waren gegen den Irak-Krieg! Auch Deutschland. Das hat uns vor den Verbrechen islamischen Terrors nicht bewahrt und so funktioniert das Spiel der Terroristen auch nicht. Sie verfolgen eine Strategie, die neben dem Töten, darauf abzielt, die westlichen Gesellschaften zu destabilisieren. Dabei spielen die hier lebenden Muslime als »Manipulationsmasse« eine noch bedeutendere Rolle als die einheimischen Bevölkerungen. Wer sagt uns, dass dieses Kalkül nicht aufgehen wird?

Dafür, dass wir den Amerikanern in Afghanistan beigestanden haben, als islamistische Terroristen in einer nie dagewesenen Unmenschlichkeit unschuldige Menschen töteten, wird von solchen Jüngelchen wie ein Revanchefoul beim Fußball verstanden.

Ungläubige haben heiligen Boden betreten. Das reicht machen Muslime, um Terror zu begründen. Damit drücken sich junge Muslime, die in unserem Land leben, um ihre Verantwortung herum – was viel schlimmer ist – sie tun nichts anderes, als die Mordtaten ihrer Glaubensbrüder und -Schwestern zu verteidigen oder gutzuheißen?

Ich verstehe, dass Muslime sich in Deutschland und sicher ebenso in anderen Ländern Europas zunehmend ausgegrenzt fühlen, weil sie sich unter Generalverdacht sehen. Aber Ausgrenzungs- oder Diskriminierungserfahrungen haben leider auch schon vorher ganze Generationen von Menschen gemacht, die aus den verschiedensten Gründen eine neue Heimat finden mussten. Das sind keine speziell muslimischen Erfahrungen und selbst wenn das der Fall wäre: Nichts entschuldigt Terror!

Auf meine Nachfrage bei »Generation Islam« kriege ich die »Information«, dass wir, die Bevölkerung der westlichen Länder, gemeinsam mit unseren Regierungen verantwortlich sind, weil wir ja nicht dagegen protestiert hätten. Geil – oder?

Die abstruse und wirre Schlussfolgerung lautet demnach: Wenn westliche Demos gegen die Anti-Terror-Kriege nicht stattgefunden oder nix genutzt haben, warum sollten Muslime dann für Frieden und gegen den Terror auf die Straße gehen?


Erweitern wir das Blickfeld ein wenig: In meinen Augen hatten die vorwiegend von Muslimen verübten Angriffe auf Frauen an Silvester 2015/2016 einen terroristischen Charakter. Ich schrieb das schon vor langer Zeit und wurde – was mich nicht gewundert hat – dafür kritisiert. Trotzdem halte ich meine Sicht auf dieses unglaubliche Massenverbrechen aufrecht. Ich weiß, dass sich alle muslimischen Verbände, jeder anständige Mensch damals davon distanziert hat.

Aber die Medien berichten immer häufiger von Verbrechen, von denen sich oft erst im Nachhinein (Pressecodex) herausstellt, dass sie von Muslimen begangen wurden. Es wird zunächst nicht explizit gesagt, aber es handelt sich vielfach um Flüchtlinge, von denen jeder weiß, dass sie zum überwiegenden Teil Muslime sind.

Ist eigentlich allen klar, welche Eskalation dieser langsam wachsende »Erkenntnisgewinn« mit sich bringen kann? In der öffentlichen Wahrnehmung spielt es, so fürchte ich, keine Rolle, dass – warum auch immer – die meisten Flüchtlinge junge Männer sind und dass jede Kriminalstatistik belegt, dass die überwiegende Zahl von verschiedensten Delikten von jungen Männern begangen werden, unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion. 

Der Antisemitismus, den Muslime in verstärkter Form in die Republik tragen, ist ein anderes Thema. Er tritt so drastisch zutage, dass mich interessieren würde, wem die Muslime die Verantwortung für diese Entwicklung zuweisen.

Die Täter waren keine Terroristen. Aber sie waren Muslime, die hier im Land mit ihrem Verhalten dafür sorgen, dass Juden nach Jahrzehnten mit dem Gedanken spielen, das Land zu verlassen. Das findet in Deutschland, Österreich und Frankreich statt.

Auch dagegen könnten Muslime demonstrieren. Damit diese Gesellschaft weiß, wie Muslime insgesamt dazu stehen.

Köln wäre dafür eine Gelegenheit gewesen. Stolz und Dummheit haben diese Chance verstreichen lassen.

 

 

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Gemeinsamkeiten mit Muslimen https://2bier.de/gemeinsamkeiten-mit-muslimen/ https://2bier.de/gemeinsamkeiten-mit-muslimen/#comments_reply Mon, 12 Jun 2017 12:49:20 +0000 https://2bier.de/?p=36513 Heute, 12.06. veröffentlicht FAZ Online den kurzen Beitrag »Wir Muslime müssen den Extremismus entlarven« von Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland. Die prominent vorgetragene Forderung von Marek Lieberberg an die Muslime in Deutschland, deutlich gegen den islamischen…

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Heute, 12.06. veröffentlicht FAZ Online den kurzen Beitrag »Wir Muslime müssen den Extremismus entlarven« von Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland.

Die prominent vorgetragene Forderung von Marek Lieberberg an die Muslime in Deutschland, deutlich gegen den islamischen Terror zu protestieren, ist aber nun wirklich nichts Neues. In rechten Blogs und Foren ist das ein Dauerthema und in den Mainstream-Medien wird die Kritik nach jedem Anschlag aufgetischt. Als ob eine Lichtkette oder eine Demo an der Mordlust der IS-Mörder irgendwas ändern würde? Ernsthaft?

Also machen wir halt ein bisschen Politik. Symbolpolitik, um genauer zu sein.

Was sich derweil zusehends verschlechtert – im wahren Leben – , ist das Klima zwischen den Muslimen und den anderer Menschen in unserem Land. Als Indiz dafür nehme ich nicht das ärgerliche Postulieren von Mazyek, das offenbar unausweichlich mit jeder Äußerung zum Thema verbunden ist. Jeder, der mit wachen Sinnen unterwegs ist, sieht und fühlt, was im Land vor sich geht, weiß das die Vorbehalte gegen Muslime stark zugenommen haben.


Update: 13.6.2017 — Kölner Stadt-Anzeiger
Der Zentralrat der Muslime wird sich beteiligen. Der Islamrat (deutlich mitgliederstärker) will nicht teilnehmen. Ich frage mich, ob diese Zurückhaltung bei der Pro-Erdogan – Demo ebenfalls existiert hat. Gestern wurde vom Zentralrat die Meldung veröffentlicht, dass am 9.6. in Hannover eine Demo stattfindet. Von der Kölner Demonstration, die am 17.6. erfolgt, ist dort immer noch nichts zu lesen.

DITIB macht sich einen schlanken Fuß - Meldung vom 14.06.2017


Natürlich hat Ditib heute dazu auch was auf der Homepage verlauten lassen:

Muslime sind darüber hinaus keine Verhandlungsmasse, die sich nach Belieben hierhin oder dorthin zitieren lässt – die DITIB hätte sich statt Ansprache über die Medien zumindest Gespräche im Vorfeld gewünscht.

Dies zeigt uns, dass die Initiative entweder zu kurz gedacht war oder vordergründig um eine mediale und politische Effekthascherei bemüht, und nicht etwa, wie behauptet, um die Bedürfnisse und Wünsche der Muslime. Öffentlich wirksame Aktionen begrüßen wir, lehnen jedoch die Art und Weise, wie dieser angekündigte Marsch organisiert wurde, ab. Diese Form ist eine öffentliche Vereinnahmung und Instrumentalisierung.Quelle: DITIB Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. | LINK

Die »Verlautbarung« sagt viel über das Selbstverständnis einiger Funktionärsmuslime in Deutschland aus. Vor allem aber gibt sie Aufschluss über die Haltung der Ditib und ihrer politischen Führung. Das klingt doch genauso, als sie die Feder vom großen AKP-Vorsitzenden in Ankara geführt worden. Zumindest in Gedanken hat hier ein im vorauseilenden Gehorsam handelnder Funktionär der Ditib die Sicht des türkischen Staatspräsidenten sehr deutlich gemacht.

Ich frage mich, wie lange das noch so weitergehen soll!

Hat die Ditib eigentlich nicht mit dafür gesorgt, dass bei den Pro-Erdogan – Demos in Deutschland so viele Zehntausende von Türken mitgemacht haben?

Das war 2014 die Haltung der Ditib. Was ist jetzt anders? Ich denke, diese Frage kann sich jeder selbst beantworten.

25.000 ziehen durch Köln: Moslem-Demo gegen Terror – n-tv.de | Quelle

Spalten statt integrieren: Einblick bei DITIB | NDR.de – Fernsehen – Sendungen A-Z – Panorama 3 | Quelle


Diskriminierungserfahrungen machen nicht allein Muslime. Juden und Christen machen sie auch, und die Angehörigen anderer Religionen ebenso. Und zwar durch Muslime. Nicht durch Terroristen, sondern durch Muslime! Da greift die Theorie, der Terror habe nichts mit dem Islam zu tun, spätestens nicht mehr.

Diese Wahrheit blendet Mazyek bei allen Statements aus. Dafür jammert er umso mehr über schlechte Behandlung, die Muslimen in diesem Land widerfährt.

Das ist ein Fehler!

Einerseits natürlich deshalb, weil es vermutlich fast jeden irgendwann auf die Palme bringt und von Rechten gnadenlos für Propagandazwecke eingesetzt wird.  Aber vor allem deshalb, weil Mayzek den Muslimen damit keinen Gefallen tut. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mayzek’s larmoyantes Auftreten allen Muslimen, wenn sie sich von ihm denn überhaupt vertreten fühlen, so gut gefallen wird. Der Zentralrat der Muslime vertritt in Deutschland lt. Wikipedia 10. bis 20.000 Muslime (!) Hier leben gemäß Statistik ca. 4.5 Millionen Muslime. In dieser Zahl sind also die seit 2015 hinzugekommenen Flüchtlinge muslimischen Glaubens nicht berücksichtigt.

Vielleicht ist es nicht ganz verkehrt, wenn ich davon ausgehe, dass es momentan knapp 6 Mio. Muslime in Deutschland gibt? Vielleicht hat jemand neuere Zahlen zur Hand?

Warum gehen wir diesen Voraussetzungen überhaupt davon aus, dass der Zentralrat der Muslime eine Rolle für den gesellschaftlichen Dialog spielt? Gibt es nicht klügere Positionen als die, die von diesem Verband vertreten werden? Also stellt sich diese gleiche Frage bei anderen Vertretern der Muslime in unserem Land ganz genauso. Auch sie repräsentieren lediglich kleine Teile der muslimischen Bevölkerung Deutschlands.


Am 17. Juni wird in Köln eine geplante Großdemo deutscher Muslime unter dem Motto »Nicht mit uns!» stattfinden, danach auch in anderen Großstädten. Von Mayzek dazu übrigens kein einziges Wort in seinem heute veröffentlichten Statement!

Mitinitiatorin ist die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. Frau Kaddor ist nicht gerade unumstritten. Vor allem die üblichen Blogs haben sich an ihr in der ihnen eigenen Art und Weise »abgearbeitet«. Insofern geht es ihr kein bisschen anders als Herrn Mayzek.

Es wäre albern, aus dieser Gemeinsamkeit die Möglichkeit ableiten zu wollen, dass der Zentralrat der Muslime seine maximal 20.000 Mitglieder für diese Demo aktivieren würde. Mitnichten! Auf der Website des Zentralrates der Muslime wird die Demo in Köln nicht erwähnt (bisher jedenfalls).

 

Auf folgenden muslimischen Seiten finde ich (heute, 12.6.) keinen Hinweis auf die Demo vom 17.06.:

(Der Zentralrat der Muslime in Deutschland e. V. (ZMD) wird in der Öffentlichkeit stark wahr- genommen, vertritt jedoch nur ein bis zwei Prozent der Muslime. Einige der derzeit 24 Mitgliedsverbände des ZMD stehen der Muslim Bruderschaft und somit dem islamistischen Spektrum nahe. Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung, 2015)

Auch der Generalsekretär der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), Bekir Alboga, sprach sich laut der Zeitung für die Unterstützung der Großdemo von Muslimen gegen den islamistischen Terror aus: „Wir haben schon bisher jeden Anschlag aufs Schärfste verurteilt. Wenn diese Initiative dazu beiträgt, dass dies künftig auch in der breiten Öffentlichkeit besser wahrgenommen wird, wäre ich sehr glücklich“, sagte Alboga.Quelle: (1) Friedensmarsch in Köln: Islamwissenschaftlerin Kaddor ruft Muslime zu Demo gegen Terror auf – Politik – Tagesspiegel | LINK

Ich finde das eigenartig. Schließlich soll diese Großdemo in wenigen Tagen über die Bühne gehen. Ich bin gespannt darauf, ob sich die Teilnehmer ähnlich klar bekennen, wie die, die anlässlich Erdogans Referendum so massiv demonstriert haben. Vielleicht beruht meine Erinnerung aber auch lediglich auf selektiver Wahrnehmung, die von Vorurteilen geprägt ist?

Ich wünsche der Veranstaltung sehr viele Teilnehmer und die öffentliche Beachtung, die sie verdient!

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Die Lügerei nervt nur noch https://2bier.de/die-luegerei-nervt-nur-noch/ https://2bier.de/die-luegerei-nervt-nur-noch/#view_comments Sat, 03 Jun 2017 13:32:21 +0000 https://2bier.de/?p=36390 Die meisten nehmen die Abschiebeexzesse, die in unserem Rechtsstaat stattfinden, mit lakonischem Gleichmut hin. Ja, alles schlimm, alles furchtbar. Andere, die neutralen Gutmeinenden, finden: dieser Staat macht erst gar nichts und dann trifft es die falschen. Viele finden es richtig, dass abgeschoben…

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Die meisten nehmen die Abschiebeexzesse, die in unserem Rechtsstaat stattfinden, mit lakonischem Gleichmut hin. Ja, alles schlimm, alles furchtbar.

Andere, die neutralen Gutmeinenden, finden: dieser Staat macht erst gar nichts und dann trifft es die falschen. Viele finden es richtig, dass abgeschoben wird, wenn die entsprechenden rechtsstaatlichen Verfahren durchlaufen sind. Das ist auch meine Meinung. Es gibt Regeln, die beachtet werden müssen Punkt

Dann gibt es noch die, die am liebsten alle Flüchtlinge und Migranten abschieben würden. Am besten auch noch die Türken, die für Erdogans Reform gestimmt haben. Schon deshalb, weil die ja Muslime sind. Und mit denen hat man eh nix als Ärger. Ja! So denken viele. Nicht nur dieser alte Mann von der AfD. Aber auch das ist klar. Schließlich hat er es ja deshalb überhaupt thematisiert.

Und dann gibt aber auch noch die, die gar nicht abschieben wollen. Die Idealisten, die Menschenfreunde, diese schrecklichen Gutmenschen, die einst in den Bahnhöfen mit Plüschbären geholfen haben, als die ankamen, die andere so partout hier nicht haben wollen.

Ich schweife schon wieder ab. Es geht um die Abschiebungen von Asef S. nach Afghanistan und von Bivsi und ihren Eltern nach Nepal.

Vielleicht regen sich ein paar Blogger noch darüber auf. Manche nutzen die Gelegenheit für linke oder rechte Agitation. Ich wohl auch.

Für die betroffenen Menschen interessieren sich nach meinem Eindruck nicht so viele. Es geht ja ums Eingemachte, um die übergeordnete Bedeutung oder besser Deutungshoheit solcher Vorgänge. Da sind wir lieber etwas zurückhaltend. Genauso wie bei den Todesopfern im Mittelmeer oder den Zuständen an der geschlossenen Grenze zum Balkan und auf griechischen Inseln. Von den Flüchtlingslagern gar nicht zu reden. Hauptsache, sie verschwinden aus unserem Blickfeld, behelligen uns nicht mehr.

Warum wollen die auch alle zu uns?!

Junge Leute neigen zum Idealismus. Vielleicht ist die Zielsetzung objektiv nicht immer gut oder »richtig«. Mir gibt die Tatsache an sich Hoffnung.

Heute lese ich Dinge über Asef N., den 20jährigen Afghanen, die nicht zu dem Bild passen, das staatliche Stellen von ihm zeichnen. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sprach davon, Asef habe die deutschen Behörden seit Jahren getäuscht und belogen.

Der CSU-Politiker sieht bei dem Betroffenen in Nürnberg allerdings auch eine Mitschuld für die Entwicklung. „Der junge Afghane hat über Jahre hinweg getrickst, getäuscht und gelogen“, sagte Herrmann.

„Er hat lange Zeit angegeben, keine Papiere zu haben, und zuletzt dann einen afghanischen Reisepass aus dem Jahr 2007 vorgezeigt.“

Auch habe er 7000 Dollar an Schleuser bezahlt und wolle jetzt einen Job, um das Geld zurückzahlen zu können. „Dieses typische Modell krimineller Schleuserorganisationen dürfen wir nicht auch noch fördern.“Quelle: Abschiebung in Nürnberg: „Afghane hat jahrelang getrickst, getäuscht und gelogen“ – WELT | LINK

Bitte lesen Sie die Kommentare zu diesem Welt Online – Artikel. Schon klar, dass die sich dort wohlfühlen und insofern gehäuft auftreten. Es fällt mir immer schwerer daran zu glauben, dass ein Austausch mit denen etwas bringen könnte. Sie sind von etwas überzeugt, was ich ablehne. Radikal ablehne. Da ist einfach kein Sinn und auch kein Platz mehr für Dialog. Da kann Sascha Lobo sich noch so abmühen.

Ich kategorisiere solche Aussagen übrigens als Meinungsäußerung, nicht als Hatespeech. Dennoch behaupte ich, dass diese Leute von ihrem Hass gegen alles Fremde aufgefressen werden.

Andere Kommentatoren gehen weiter. Sie bezeichnen Asef N. als gewalttätig. Woher diese »Informationen« kommen, bleibt im Dunklen.

Seine Mitschüler in der Berufsschule scheinen Asef N. zu schätzen. Jedenfalls habe ich aus diesem Bereich nur Gutes über ihn gelesen. Hier noch einmal die Links zu den beiden Augenzeugenberichten (1,2).

Eine Sozialarbeiterin verzweifelt am Zerrbild, das manche jetzt von ihrem Schützling zeichnen. Asef N. sei kriminell, ein Schulversager – für Barbara Fraaß sind das »ganz üble Gerüchte«. Nichts davon sei wahr. Sie hat den 21-Jährigen drei Jahre lang an der Berufsschule betreut. So gut es eben ging. »Ich bin hier leider allein«, sagt die 60-Jährige, die ständig mit bedrückenden Schülerschicksalen konfrontiert ist.

»Asef hat alles richtig gemacht«, sagt sie. Deutschkurs, Berufsschul-Vorklasse, Mittelschulabschluss, Berufsschule für Bautechnik. Der junge Afghane (»Er wollte nicht nur herumsitzen«) hatte Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Doch ihm ging es wie vielen jungen Geflüchteten, die nur geduldet sind: Arbeiten durfte er nicht.Quelle: Abschiebeprotest in Nürnberg: Wer ist Asef N. wirklich? – Politik – nordbayern.de | LINK

Dass der Richter beim Amtsgericht keine Abschiebehaft angeordnet hat, kann doch nur, wie ich schon schrieb, ein Beweis dafür sein, dass die Vorhaltungen, die gegen Asef N. erhoben wurden, haltlos sind.

Derweil läuft die Diskussion über einen eventuellen Abschiebestopp von Afghanen weiter. Neben einem zynischen Argument, das schon länger aus den Reihen der Union zu hören ist, gesellt sich jetzt ein zweites. Das heißt: »Ein Abschiebestopp wäre ein Sieg für die Terroristen«.  Dieser Satz ist von der gleichen »Qualität« wie die sinngemäße Aussage führender Unionspolitiker, dass man unsere Soldaten nicht  in ein Land zum Kampfeinsatz entsenden dürfe, in das wir keine Flüchtlinge abschieben würden.

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Dank an die Nürnberger Berufsschüler https://2bier.de/dank-an-die-nuernberger-berufsschueler/ https://2bier.de/dank-an-die-nuernberger-berufsschueler/#view_comments Thu, 01 Jun 2017 11:21:36 +0000 https://2bier.de/?p=36349 Gestern wurde berichtet, dass ca. 300 Nürnberger Mitschüler eines 20jährigen afghanischen Flüchtlinges dessen Abschiebung verhindern wollten. Es war keine geplante Aktion von Abschiebegegnern oder NGO’s. Wie jeder weiß finden die Polizeiaktionen unangekündigt (auch nachts) statt. Die Proteste der Mitschüler wurden also durch persönliche Anteilnahme ausgelöst,…

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Gestern wurde berichtet, dass ca. 300 Nürnberger Mitschüler eines 20jährigen afghanischen Flüchtlinges dessen Abschiebung verhindern wollten.

Es war keine geplante Aktion von Abschiebegegnern oder NGO’s. Wie jeder weiß finden die Polizeiaktionen unangekündigt (auch nachts) statt. Die Proteste der Mitschüler wurden also durch persönliche Anteilnahme ausgelöst, eine Reaktion auf staatliche Willkür und Ungerechtigkeit.

Die Polizei ging massiv gegen die jungen Leute vor. Inwieweit die Grundlage für diesen Auftrag an die Polizei ethisch-moralischen Anforderungen entsprochen hat, wird im folgenden Diskurs nicht die Rolle spielen. Eher so etwas, wie der Zufall, dass ausgerechnet an jenem Tag eine riesige Autobombe in Kabul explodierte, die mindestens 80 Menschen getötet und ca. 300 verletzt hat.

Inzwischen gibt es zwei Augenzeugenberichte.

Hier die Links:

  1. Schülerproteste gegen Abschiebung: »Und dann fängt auf einmal diese krasse Aggression an.« | Themen | PULS | Quelle
  2. Bericht vom gewalttätigen Abschiebe-Protest in Nürnberg – Politik – jetzt.de | Quelle

Andere, neuere Erkenntnisse, sind ebenso interessant wie die Kommentare zu diesem Beitrag.


Die Regierung findet, dass dieser Anschlag an den Voraussetzungen dafür, Afghanistan zum sicheren Herkunftsland zu machen, nichts verändert habe. Das soll wohl heißen: nur, weil in Kabul mal eine Bombe hochgeht, heißt es ja nicht, dass es überall im Land so zugeht. Es soll in Afghanistan sichere Provinzen geben…

Es gibt allerdings Leute, die das glatte Gegenteil behaupten. In Afghanistan herrscht ein grausamer Bürgerkrieg. Deutschland schiebt auch dorthin ab, weil die Regierung sich von den Rechten treiben lässt.

Die Behandlung von Afghanistan als »sicheres Herkunftsland« ist für meine Begriffe ebenso schizophren, wie die weitere Stationierung unserer Soldaten. Nichts wird die Taliban und die anderen Kriegsparteien aufhalten. Irgendwann werden sie die Macht wieder an sich reißen. Bis dahin wird das Morden dort weitergehen. Jede Intervention in muslimischen Staaten hat am Ende nur dazu geführt, dass die Zahlen muslimischer Terroranschlägen weiter gestiegen sind. Dieser Zusammenhang ist zwar evident, er wird aber in der Diskussion um den »Kampf gegen den Terror« viel zu wenig beachtet.

Wir sitzen auf einem hohen moralischen Ross. Alle westlichen Interventionen haben für die Menschen in den Krisenregionen nie etwas Gutes, sondern dauerhaft Tod und Verwüstung gebracht.

Dass die Polizei dem 20jährigen Afghanen nach den Tumulten etwas anhängen will, obwohl er sich, wie es offiziell hieß, zunächst »kooperativ« zeigte und obwohl er sich nach Zeitungsberichten erst unter dem Eindruck der von seinen Mitschülern begonnenen Proteste gewehrt hat, passt ins Bild.

Ebenso übrigens, wie der Bericht im »ZDF Auslandsjournal«, der sich mit dem Leben von Flüchtlingen befasste, die in der Zwischenzeit aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben wurden. Ebenso eindeutig, wie manche Medien sich gegen die (neue) deutsche Abschiebepraxis postionieren, tun andere das exakte Gegenteil.

Wenn ich zudem die abfälligen und von Null Empathie zeugenden Reaktionen in den Sozialen Netzwerken betrachte, scheint es so, als würde Nürnberg am anderen Ende der Welt liegen. Aber zum Glück ist die Realität offenbar eine andere.

Dass Menschen spontan auf die Polizei-Methoden bei Abschiebungen reagieren, gibt mir Hoffnung und Motivation. Ich kann heute die rechten Hetzer etwas besser ertragen als sonst. Mein tief empfundener Dank an die Berufsschüler in Nürnberg!

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Bei Spuren von Digitalisierung fragen sie ihren Abgeordneten https://2bier.de/bei-spuren-von-digitalisierung-fragen-sie-ihren-abgeordneten/ https://2bier.de/bei-spuren-von-digitalisierung-fragen-sie-ihren-abgeordneten/#view_comments Sat, 20 May 2017 15:54:24 +0000 https://2bier.de/?p=36185 Wahrscheinlich ist es gut, wenn sich Philosophen wie Richard David Precht mit als erste aufkommenden gesellschaftlichen Veränderungen wie der Digitalisierung so intensiv widmen. Und zum Glück ist es so, dass auch Wirtschaftswissenschaftler das Thema aufgegriffen haben, ebenso wie Politiker. Der Furor mit dem…

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Wahrscheinlich ist es gut, wenn sich Philosophen wie Richard David Precht mit als erste aufkommenden gesellschaftlichen Veränderungen wie der Digitalisierung so intensiv widmen.

Und zum Glück ist es so, dass auch Wirtschaftswissenschaftler das Thema aufgegriffen haben, ebenso wie Politiker. Der Furor mit dem Precht das Thema angegangen ist, beunruhigt mich nämlich zusätzlich.

[fb-post href=«https://www.facebook.com/ZDFheute/videos/1255203371265108/«]

Panisch und gelassen

Ich schwanke ein bisschen zwischen aufkommender Panik und einer für meine Verhältnisse erstaunlichen aber auch etwas unterentwickelten Gelassenheit. Letztere könnte damit zu tun haben, dass ich meine Berufstätigkeit hinter mir habe. Dennoch! Wer möchte schon sehenden Auges die vierte industrielle Revolution kommen sehen, ohne gedanklich auch nur im mindesten auf die gesellschaftlichen Auswirkungen vorbereitet zu sein? Also höre ich hin, was die Damen und Herren Experten zum Thema zu sagen haben.

Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema gab es hier bei 2bier bisher nicht. Immerhin habe ich schon mal was von der begonnenen neuen Zeitrechnung gehört und bin – Ehrensache für einen Linken – voller Skepsis.

Prechts Kritik an der Politik, die sich seiner Meinung nach mit dem Thema bisher kaum auseinandergesetzt hat, teile ich bedingt. Ich habe Verständnis für die Zurückhaltung, weil der richtige Zeitpunkt für eine politische Debatte womöglich verfrüht sein könnte. Das war jetzt ironisch gemeint.

Politik und Digitalisierung

Die FDP hat sich mit dem Thema Digitalisierung auseinandergesetzt. Es existiert ein zwanzig Seiten starker Parteitagsbeschluss zum Thema, die ich noch nicht fertig durchgearbeitet habe.

Wenn dieses Papier das »Konzept für die Digitalisierung« ist, für das die FDP in den Medien gelobt wurde, ist sie meiner Einschätzung nach allerdings auch noch nicht viel weiter als die anderen. Vielleicht kennt jemand von Ihnen weitere Konzepte oder Papiere von anderen Parteien oder hat zu den folgenden Informationen eine eigene Meinung? Die würde mich sehr interessieren!

SPD: Unsere Zukunft in der digitalen Gesellschaft | Quelle
CDU/CSU: Suchergebnis: Digitalisierung | Christlich Demokratische Union Deutschlands | Quelle
Grüne: Chancen der Digitalisierung nutzen – Offener Staat und lebendige Demokratie | Quelle
Linke: Suchergebnis: DIE LINKE: Digitalisierung | Quelle
AfD: Leider nichts gefunden.


Rechtzeitig denken und planen

Wenn Precht all die Facetten der Veränderungen im Positiven wie im Negativen darlegt, kommt mir unwillkürlich der CDU – Politiker Kurt Biedenkopf in den Sinn, der bereits in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre die sich abzeichnende Bevölkerungsentwicklung in Deutschland mit ihren negativen Wirkungen auf unsere Sozialsysteme thematisiert hat.

Die Parallele ist interessant, denn – vorausgesetzt, der politische Wille dafür wäre vorhanden gewesen – hätten wir genügend Zeit zur Verfügung gehabt, tragfähige Kompromisse für notwendige Anpassungen zu finden. So leben wir damit, dass viele Bürger ihr Vertrauen in die Gestaltungskraft der Politik verloren haben, weil zwar jede Menge Reförmchen stattfanden aber keine wirklich Reform. Ein Vorwurf, der immer wieder erhoben wird.

Digitalisierung und Beruf

Es gibt Berufe, die sich im Lauf der letzten Jahrzehnte stark verändert haben oder die ganz verschwunden sind. Aber natürlich beschränkt sich das, was wir unter dem Begriff Digitalisierung kennen, nicht nur auf die Inhalte unserer Jobs, auf die Einteilung unserer Arbeitszeit oder die Gestaltung der Arbeitsplätze. Nach manchen Prognosen sollen in viele Branchen massive Arbeitsplatzverluste mit der Digitalisierung verbunden sein. Es werden teilweise so konkrete Angaben gemacht, dass ich mich frage, durch welche Glaskugel Leute wie Precht in die Lage gesetzt wurden, derart konkrete und erschreckende Bilder zu zeichnen. Prognosen sollen doch deshalb so schwierig sein, weil sie i.d.R. die Zukunft betreffen, nicht wahr?

Weltuntergang durch Digitalisierung?

Auf der anderen Seite sehe ich einen technischen Fortschritt, der Dystopien durchaus beflügeln kann. Schließlich leben wir im fortschrittsfreundlichen Deutschland

Nur ein Beispiel wären die selbstfahrenden Autos.

Oder — was passiert hier, wenn mehr und mehr Autos ohne Verbrennungsmotoren nachgefragt werden, und wir wissen, dass dafür nur noch ein Bruchteil der heute eingesetzten Personalkapazitäten erforderlich sind? Wir reden allein bei diesem Beispiel über Millionen von Arbeitsplätzen – hier bei uns!

Wir haben erlebt, wie schwer es Nordrhein-Westfalen fällt, das zu gestalten, was wir einen »Strukturwandel« nennen. Er ist trotz der Jahrzehnte, die ins Land gegangen sind, nur in Teilen gelungen bzw. immer noch im Gange. Welche Chancen auf einen erfolgreich gestalteten Wandel haben wir, wenn wir an die Digitalisierung denken? Wie ist die Ausgangslage? Wie gut sind oder werden Infrastruktur, Bildung und Wissenschaft vorbereitet? Oder anders gefragt: wie viel schwieriger dürfte es im Vergleich zum NRW-Strukturwandel werden, die notwendigen Anpassungen und Veränderungen erfolgreich zu managen?


Auswirkungen der Digitalisierung, die heute sichtbar sind

Wieso stehen so viele Geschäfte leer? Hier auf dem Land fällt mir das in zunehmendem Maße auf. Bedburg, Bergheim, Grevenbroich. Überall zeigen sich erschreckende Lücken in den Einkaufsstraßen. Viele Geschäfte, die in früher in den kleinen Einkaufszentren aktiv waren, haben aufgegeben. Die Lücken führen an manchen Stellen dazu, dass weitere Geschäfte (Gastronomie) Probleme bekommen. Nur in bescheidenem Maße werden die Flächen neu vermietet. Oft bleiben sie über einen längeren Zeitraum leer.

Bestimmt fragen sich die lokal verantwortlichen Politiker aller Parteien, welche Maßnahmen gegen solche Entwicklungen helfen könnten. Niedrigere Mieten vielleicht, ein attraktiveres Umfeld?

Ich fürchte, wir sehen an solchen Beispielen, dass die Digitalisierung längst in einer Weise Wirkung zeigt, die bereits einen Eindruck von der Dimension vermittelt, mit der wir es zu tun bekommen.

Kürzlich las ich, dass die Aktionäre, die zu Beginn der 2000er Jahre Amazon-Aktionen für 2000 $ gekauft hätten, heute Millionäre wären.

Amazon wird jetzt auch in den Lebensmittelhandel einstiegen. Wie schön! Dieses sympathische kleine Familienunternehmen (im Verhältnis zum chinesischen Pendant ist es das) macht inzwischen 2016: 14,15 Mrd. US$ Umsatz (2015: 11,8 Mrd. US$). Weltweit liegt der Amazon – Umsatz mit 136 Mrd. US$ etwas unter dem Umsatz von Alibaba (China). Diese Firma hat in 2014 ca. 250 Mrd. US$ Umsatz erzielt. Wenn es gut läuft, macht Alibaba in 5 Minuten 1 Mrd. US$ Umsatz. Das sind Dimensionen, die wir uns in Deutschland nicht vorstellen können. Der größte deutsche Versender (Otto) erzielte im letzten Jahr weltweit einen Umsatz von 12,5 Mrd. Euro.

Wenn ich lesen muss, dass ein bekanntes Spielzeugfachgeschäft in unserer Gegend nach ca. 70 Jahren schließt, wird das bestimmt nicht nur mich traurig machen. Die Geschäftsführung nannte als Grund für die Geschäftsaufgabe, dass »die Leute« sich im Geschäft beraten ließen und dann im Internet bestellen würden. Das ist kein neues Phänomen und an die Fairness der Menschen zu appellieren wäre schlicht lächerlich. Wir sind schließlich nicht blöd!

So gehen sie dahin, die Fachhändler. Die Ketten halten sich noch etwas länger, weil deren Geschäftsmodelle ein wenig mehr Spielräume bieten. Wohl in jeder Hinsicht, denke ich.


Zukunft und Digitalisierung

Die wenigsten wären bereit, auf Amazon oder die Dienstleistungen anderer Internetgiganten zu verzichten, die mit dazu beitragen, dass sich unsere Welt so rapide verändert. Ich auch nicht.

Solange die eigene Existenz nicht bedroht ist und solange alles prompt und zuverlässig geliefert wird, besteht für Nachdenklichkeit kein Anlass.

Noch sind es nur Gedanken, die eine Idee von dem geben, was in den nächsten 2 Jahrzehnten über uns hinwegrollen könnte. Erfahrungsgemäß dürfte keiner diesen Zug langsamer machen oder stoppen können. Uns bleibt uns wie den Generationen vor uns nichts weiter übrig, als uns darauf einzustellen, uns anzupassen und darauf zu hoffen, dass »die Politik« es schon richten wird. Wer glaubt heute noch an sowas?

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Menschliche Abgründe https://2bier.de/menschliche-abgruende/ https://2bier.de/menschliche-abgruende/#view_comments Thu, 04 May 2017 12:07:46 +0000 https://2bier.de/?p=35966 Leute, deren Asylverfahren rechtsgültig abgeschlossen sind und die kein Bleiberecht besitzen, sollen abgeschoben werden. Das ist nach alldem, was vorgefallen ist, Allgemeingut. Wenn ich bei Pro Asyl und anderen NGOs etwas darüber lese, was dieser Vorgang für die betroffenen Menschen…

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Leute, deren Asylverfahren rechtsgültig abgeschlossen sind und die kein Bleiberecht besitzen, sollen abgeschoben werden. Das ist nach alldem, was vorgefallen ist, Allgemeingut.

Wenn ich bei Pro Asyl und anderen NGOs etwas darüber lese, was dieser Vorgang für die betroffenen Menschen mit sich bringt, kommen mir Zweifel an diesen Prinzipien. Zweifel an der Recht- und Sinnhaftigkeit sind es nicht, die mich in dieser Beziehung beschäftigen. Eher geht es darum, welche Auswirkungen die Verfahren für die betroffenen Menschen haben. Die, die das wissen wollen, die die entsprechenden Berichte in Zeitungen oder im TV mit offenen Augen verfolgen, werden die Lage, das Leiden dieser Menschen nachempfinden und ihre eigene Haltung dazu entwickelt haben. Und es wird ihnen egal sein, wenn sie dafür als Gutmenschen diffamiert werden. Aber die Mehrheit in Deutschland ist wie sie ist. Für Mitmenschlichkeit ist es eng geworden.


In der Nacht klingelt es an der Wohnungstür. Eine Gruppe von Polizisten, teils in Uniform, teils in Zivil informiert den Familienvater, dass die Abschiebung aus Deutschland jetzt vollzogen werde. Die älteste Tochter wendet sich entsetzt an ihren Vater: »Das können die doch nicht machen«. »Doch, können die«, antwortet dieser.

Die verängstigte Familie packt in aller Eile einige Sachen zusammen und wird von einem uniformierten Beamten darauf hingewiesen, dass ein Gepäckstück mehr als 20 kg schwer sei. Es müsse etwas ausgepackt werden. Wenn ich den Gesichtsausdruck richtig erkannt und gedeutet habe, hat es dem Polizisten Spaß gemacht, die Leute damit zusätzlich unter Druck zu setzen.

Lange hat mich ein Fernsehfilm nicht mehr so gefesselt wie »Toter Winkel« von Hans W. Geißendörfer.

Die bereits erwähnte älteste Tochter der Familie entkam den Polizisten und suchte Unterschlupf bei einem Klassenkameraden. Während ihrer Flucht wurde ein Verfolger von einem LKW überfahren.

Am nächsten Morgen beginnt die Geschichte mit dem Blick auf ein kleinstädtisches Idyll. Es spricht sich schnell herum, dass der Sohn eines örtlichen Geschäftsmannes bei einem Verkehrsunfall durch einen LKW getötet wurde. Die Frage danach, was der Mann nachts zu Fuß auf dieser Landstraße zu suchen hatte, löste beim Zuschauer unmittelbar einen bösen Verdacht aus.

Mein erster Gedanke war, dass die Polizisten sich für ihre nächtliche Abschiebe – Aktion einige befreundete Zivilisten zur Unterstützung mitgenommen hätten… Nun ja.

Nachdem die ständigen Versuche der ältesten Tochter der kosovarischen Familie telefonischen Kontakt mit ihren Eltern aufzunehmen bis auf wenige und verdächtige Textnachrichten gescheitert waren, kam in mir der schreckliche Verdacht auf, der sich im weiteren Verlauf des Films zur mörderischen Gewissheit entwickelte.

Die tragische Familiengeschichte, die den Mittelpunkt dieser Geschichte bildete, hat mich schon auch in Atem gehalten. Aber die monströsen menschlichen Abgründe, die sich im Film zeigten, haben mich viel stärker bewegt.

Die Fiktion war erschreckend. Meine Frau fragte, ob potenzielle Täter durch solche Filme nicht erst zu solchen Taten »inspiriert« würden. Wer kann das ausschließen?Die Taten des NSU haben gezeigt, dass Monster existieren, die aus kruden Überzeugungen heraus Dinge tun, die sich die wenigsten von uns überhaupt vorstellen können.

Die Provinznazis (alles gute Jungs) im Film haben eine komplette Familie ausgelöscht. Nachdem durch den Vater (Herbert Knaup – gut wie nie) eines Mittäters die monströse Tat aufgedeckt wurde, war die Gruppe entschlossen, auch das noch lebende letzte Mitglied der unglücklichen Familie in ihrem Naziwahns zu töten. Man wollte ja nicht mehr nur reden, sondern endlich etwas tun.

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Erdogan Fans und die Grenzen des gesunden Menschenverstandes https://2bier.de/grenzen-des-gesunden-menschenverstandes/ https://2bier.de/grenzen-des-gesunden-menschenverstandes/#view_comments Sun, 16 Apr 2017 17:28:59 +0000 https://2bier.de/?p=35562 In den letzten Monaten habe ich viele Artikel über Erdogans Vorhaben gelesen, die Türkei zur Präsidialdemokratie umzugestalten. Sogar die Schriftstücke über die geplante Verfassungsänderung habe ich mir auf der Website von Prof. Rumpf heruntergeladen und sie gelesen. Ich behaupte nicht, alles…

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In den letzten Monaten habe ich viele Artikel über Erdogans Vorhaben gelesen, die Türkei zur Präsidialdemokratie umzugestalten. Sogar die Schriftstücke über die geplante Verfassungsänderung habe ich mir auf der Website von Prof. Rumpf heruntergeladen und sie gelesen.

Ich behaupte nicht, alles verstanden zu haben. Schließlich bin ich kein Jurist. Aber ich denke, die Bedenken, die von verschiedenen unabhängigen Stellen vorgebracht wurden, darf man teilen. Es könnte auch die Regel gelten, dass es uns Deutschen gut anstünde, uns nicht in die Belange eines anderen Landes einzumischen.

Aber umgekehrt muss das auch gelten. Auch, wenn es schwierig ist, bei den besonderen Beziehungen beider Länder, die Nichteinmischung zu befolgen. Erdogan und seine Mitstreiter aber haben sich in den vergangen Monaten (und schon davor) aus unseren Belangen nicht herausgehalten. Sie haben in unflätiger Art und Weise gegen Deutschland und seine Regierung agitiert.

Das schreit nach Auflehnung.

Die Erdogan-Anhänger, die im Deutschen Fernsehen zahlreich zu Wort kamen, haben es an Kritik nicht mangeln lassen. Immer wieder betonten sie, dass es für die Vorbehalte der deutschen Politik und unserer Medien keinen Anlass gäbe. Man hatte häufig den Eindruck, diese Leute sprechen von einem anderen Land, und wir wären einmal mehr auf unsere »Lügenpresse« hereingefallen.

Diese miese Tour der Rechten haben viele Türken auch längst drauf. Die im TV auffällig häufig vorkommenden Verfechter von Erdogans Plänen vermittelten dem Zuschauer das Gefühl, Deutschland ginge schändlich mit den Türken um. Die Opferhaltung kam auch in dieser Debatte schnell zum Vorschein.

Alle internationale Kritik, die aus Deutschland sowieso, urteile einseitig, wenn nicht ganz und gar tendenziös, wenn es um das Referendum Erdogans ginge. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, die Meinungsfreiheit, dies alles sei nach wie vor gewährleistet – auch nach Einführung des Präsidialsystems.

Es galt das Motto: was kümmert uns die Aussagen der Venedig-Kommission der EU, dass die Türkei vor der Einführung einer Autokratie stehe?

Erdogan hat in den letzten nervösen Tagen vor dem Referendum endgültig die Beherrschung verloren. Er sagte nämlich in einem Interview zu einer Auslieferung von Deniz Yücel an Deutschland etwas abgrundtief Dummes: »Auf keinen Fall, solange ich in diesem Amt bin niemals.«

Außerdem stellte er fest: »Wenn einer von denen uns in die Hände fällt, werden sie dieselbe Behandlung erfahren.« Diese Warnung an andere Journalisten oder »Verschwörer« ist wohl völlig unmissverständlich. Ob seine Fans dazu immer noch applaudieren? Natürlich werden sie das, denn ihnen ist nicht zu helfen. Sie stehen schließlich in der Schuld des kommenden Sultans eines neuen osmanischen Reiches.

Die Tragweite dieser beiden Kernsätze im Interview hat er entweder selbst nicht bemerkt, weil er den Blick für die Realitäten verloren hat, oder es war ihm egal. Sie stellen jedenfalls bloß, wie weit sich dieser Herr über all das stellt, was einmal die Umschreibung des Begriffs »türkischer Rechtsstaates« verdient gehabt hatte.

Wenn in Diskussionen im hiesigen TV danach gefragt wurde, welche Vorwürfe man Yücel denn exakt mache, kam die nicht unbegründete Antwort der Erdogan-Fans, man solle die türkischen Gerichte doch zuerst einmal in Ruhe ihre Arbeit machen lassen. Dann werde man weitersehen.

Wie wenig ernst zu nehmen solche propagandistischen Hinweise auf die vorgeblich intakte Rechtsstaatlichkeit der Türkei sind, erkennt man an den schon erwähnten Sätzen des türkischen Staatspräsidenten, weil er sich damit über alle dort existierenden Instanzen gestellt hat!

Welcher Polizist, Staatsanwalt oder Richter soll Erdogan in diesem konkreten Fall denn entgegentreten?

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