Gesellschaft - 2bier.de https://2bier.de Jetzt mach aber mal 'nen Punkt Wed, 29 Mar 2017 20:34:17 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.7.3 https://2bier.de/wp-content/uploads/2017/02/2beer-65x65.png Gesellschaft - 2bier.de https://2bier.de 32 32 Bei Amazon kriegste alles — bald auch Lebensmittel. Toll, nicht? https://2bier.de/bei-amazon-kriegste-alles-bald-auch-lebensmittel-toll-nicht/ https://2bier.de/bei-amazon-kriegste-alles-bald-auch-lebensmittel-toll-nicht/#comments_reply Wed, 29 Mar 2017 19:34:26 +0000 https://2bier.de/?p=35325 You Are Wanted wurde aufwändig von Amazon beworben. Matthias Schweighöfer hat sich, wenn es nach manchen Kritikern geht, mit dieser von ihm gemachten Serie von seinem bisherigen Image emanzipiert. Typisch deutsche Miesmacherei, wenn es um die Beurteilung der wenigen Stars…

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You Are Wanted wurde aufwändig von Amazon beworben. Matthias Schweighöfer hat sich, wenn es nach manchen Kritikern geht, mit dieser von ihm gemachten Serie von seinem bisherigen Image emanzipiert.

Typisch deutsche Miesmacherei, wenn es um die Beurteilung der wenigen Stars geht, die wir hierzulande haben. Schweighöfer hat zwar in einer ganzen Menge von deutschen Komödien mitgespielt. Aber nett ist es nicht, wenn ihm dafür attestiert wird, zumindest kurz davor gestanden zu haben, die Karikatur seiner selbst zu werden.

Ich habe auch in diesem Fall eine andere Wahrnehmung. Zum Beispiel fand ich, dass er die Rolle des Marcel Reich-Ranicki sehr gut gespielt hat. Für diese Rolle hat er 2009 die «Goldene Kamera» erhalten. Unter den vielen TV- und Kinofilmen waren garantiert ein paar andere gute Sachen dabei.

Beim Durchlesen des Wikipedia-Eintrages sah ich, dass Schweighöfer schon seit 1997 im Beruf unterwegs ist. Ich hätte nicht gedacht, dass er das schon 20 Jahre macht.

Nicht nur deshalb kann man mit Fug und Recht von ihm behaupten — allen Kritikern zum Trotze — dass der Mann ein Vollprofi ist. Dafür muss man seine Filme nicht toll gefunden haben. Aber Profession ist Profession. Mancher Kritiker sollte sich an Schweighöfer eher ein Beispiel nehmen, als ätzende Sätze über ihn zu schreiben.

Er hat mit «You Are Wanted» was riskiert, und er ist mit dieser Produktion wohl auch persönlich voll ins Obligo gegangen. Schön, dass sich der Aufwand und das Risiko offenbar gelohnt haben. Ich las, dass die Einschaltquoten der ersten Episode erfolgreicher gewesen sein soll, als alle anderen Amazon — Eigenproduktionen. Folgerichtig hat Amazon gleich eine 2. Staffel bei Schweighöfer in Auftrag gegeben.

Mich freut das, denn die Serie hat mir gefallen.

Geschäftsmodelle Amazon

Ich finde es faszinierend. Besser gesagt, ich bin irritiert über die Tatsache, dass Amazon Exklusivserien in Reihe produziert und diese unter «Amazon Prime» vermarktet. Ist es nicht so, dass die Prime-Nutzer für das ganze Paket jährlich 69 Euro bzw. 8,90 Euro im Monat bezahlen? Wie mag Amazon die Kosten für solche doch wohl nicht gerade preisgünstigen Serien hereinholen? Schließlich stecken in den 69 Euro doch eine ganze Menge anderer Leistungen mit drin.

Mir ist das Geschäftsmodell von Amazon von jeher etwas unheimlich gewesen, mitunter sogar fragwürdig. Ich befinde mich noch in der Lernphase. Die Kurve ist steil, und ich muss sehen, dass ich nicht «rausfliege».

Ich verstehe ja auch nicht, wie manche (neuen) und schon recht große Unternehmen extrem an Wert gewinnen und trotzdem riesige Verluste einfahren.

Damit ist Amazon nicht gemeint. Aber wenn ich an Uber, Spotify und etliche andere in diesem Bereich denke, machen diese Firmen zwar satte Umsätze, die dazu auch von Jahr zu Jahr gesteigert werden. Aber sie haben kaum mal die schwarze Null geschrieben — wenn überhaupt.

Die Werte der Unternehmen steigen immer weiter und damit gibts genügend Kohle für weitere aggressive Modelle. Es fehlt ihnen nicht das Geld, um ihre Wettbewerber das Fürchten zu lehren.

Sie erwirtschaften kein Geld, aber kriegen so viel Geld von ihren Aktionäre, dass sie trotz der Verluste ihren expansiven Kurs fortsetzen können. Die Geldgeber sind nur deshalb auf diese Züge ins Nirgendwo aufgesprungen, weil so viele andere es halt auch getan haben und natürlich, weil die Damen und Herren Analysten ihnen das Invest ans Herz gelegt haben. So nach dem Motto: «In dieser Aktie steckt viel Phantasie». Kennt man ja.

Auch Lebensmittel

Der neue Rewe — Vorstand bereitet sich derweil darauf vor, einen neuen Wettbewerber im Lebensmittelhandel zu bekommen. Amazon arbeitet an dieser Front sehr intensiv und die durchgeführten Feldversuche in Teilen Europas war erfolgreich. Es ist also davon auszugehen, dass das Angebot bald auch bei uns auf Lebensmittel ausgeweitet wird.

Es wird nicht nur bequemer, leichter und vielleicht sogar preiswerter (?). Dieses neue Engagement von Amazon wird Folgen haben. Folgen, die kaum jemand wirklich einschätzen kann.

Bekannt arbeitet Amazon mit Hochdruck an der Automatisierung der Logistik.

Infografik: Amazon hat 45.000 Roboter im Einsatz | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Dazu hatte ich vor einiger Zeit einen Beitrag verfasst.  Inwieweit die fortschreitende Entwicklung tatsächlich zu gravierenden Arbeitsplatzverlusten führen wird — die Rede ist von einem Zeitraum von 20 — 25 Jahren, nach dem ungefähr die Hälfte aller Arbeitsplätze durch die Digitalisierung verloren gehen sollen — wird man sehen. Wenn ich auf Amazon schaue oder auf das Geschäftsgebaren mancher Startups, habe ich kein gutes Gefühl.

Aber derweil freue ich mich auf die zweite Staffel von «We Are Wanted» mit Matthias Schweighöfer.

Interessanter Artikel bei Horizont zum Thema.

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NGOs mit Eigeninteressen? https://2bier.de/ngos-mit-eigeninteressen/ https://2bier.de/ngos-mit-eigeninteressen/#view_comments Thu, 02 Mar 2017 11:35:02 +0000 https://2bier.de/?p=34623 Die hier als Kritiker der aktuellen Regierungsbeschlüsse der Abschiebepolitik genannten NGOs gehören zu denen, die von Rechtsnationalen als Sozialmafia diffamiert werden. Jeder dürfte zwar verstehen, dass ein so breit angelegtes Engagement hohe Finanzmittel erfordert. Aber wer kann auf der anderen Seite schon ausschließen, dass die Verantwortlichen…

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Die hier als Kritiker der aktuellen Regierungsbeschlüsse der Abschiebepolitik genannten NGOs gehören zu denen, die von Rechtsnationalen als Sozialmafia diffamiert werden.

Jeder dürfte zwar verstehen, dass ein so breit angelegtes Engagement hohe Finanzmittel erfordert. Aber wer kann auf der anderen Seite schon ausschließen, dass die Verantwortlichen nicht ebenso darauf achten, dass die einmal geschaffenen Strukturen auch in Zukunft durch mehr Finanzmittel erhalten werden? Es scheint deshalb nicht ausgeschlossen zu sein, dass hohes Engagement durchaus auch dem Eigeninteresse dienen könnte.

Gibt es keine Möglichkeit, solche immer wiederkehrenden Vorwürfe zu entkräften? Arbeiten diese NGOs transparent genug oder gibt es Vorbilder hierfür, die wir nutzen könnten?

Argumente

Ich finde es übel, dass diejenigen, die möglichst gar keine Flüchtlinge im Land haben wollen, ständig mit solchen Unterstellungen arbeiten und diese nicht ohne weiteres zu entkräftet sind.

Das eigentliche Problem ist aber, dass sich die NGOs gegen die neue miese Flüchtlingspolitik dieser Bundesregierung wehren müssen und das nicht aus der Gesellschaft heraus kommt. Dazu hier ein positives Beispiel, das ich gern verlinke.

Die NGOs sollten ihre Arbeit machen und nicht für eine menschenwürdige Politik Opposition machen müssen!

Armut in Deutschland

Es kommt dazu, dass diese Verbände diejenigen sind, die naturgemäß am lautesten schreien, wenn der Armutbericht erscheint. Das ist auch Wasser auf die Mühlen, weil «all das schöne Geld», das die NGOs für die Flüchtlingsarbeit kassieren, für die Bekämpfung der Armut nicht zur Verfügung steht.

Reiche leben 10 Jahre länger als Arme. Bericht der Tagesschau zum Armutsbericht.

Die Chance, solche Zusammenhänge herzustellen, nehmen die Rechten immer sofort auf und münzen sie in die ihr dienlich scheinende Agitation gegen Flüchtlinge und ihre politischen Gegner um. Dagegen sollte man etwas tun.

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Gekränkte Patrioten gegen Deniz Yücel https://2bier.de/gekraenkte-patrioten-gegen-deniz-yuecel/ https://2bier.de/gekraenkte-patrioten-gegen-deniz-yuecel/#comments_reply Wed, 01 Mar 2017 17:38:01 +0000 https://2bier.de/?p=34615 Mit den Texten von Deniz Yücel habe ich mich in den vergangenen Jahren an verschiedenen Stellen ab und zu kritisch auseinandergesetzt. Es muss einem nicht gefallen, was der Mann schreibt. Ich habe hier ein paar Musterbespiele, auf die man in…

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Mit den Texten von Deniz Yücel habe ich mich in den vergangenen Jahren an verschiedenen Stellen ab und zu kritisch auseinandergesetzt. Es muss einem nicht gefallen, was der Mann schreibt.

Ich habe hier ein paar Musterbespiele, auf die man in diesen Tagen häufig stößt:

In der Mitte Europas entsteht bald ein Raum ohne Volk. Schade ist das aber nicht. Denn mit den Deutschen gehen nur Dinge verloren, die keiner vermissen wird. […]

Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite.Quelle: Kolumne Geburtenschwund: Super, Deutschland schafft sich ab! — taz.de | LINK

Der Artikel ist von 2011. Interessant, dass viele «Antworten» der geneigten und politisch einschlägigen Leserschaft erst im Jahr 2013 nachgereicht worden sind. Mit welcher Entwicklung in unserem Land das wohl zu tun hat?

Deutsche Patrioten gegen Deniz Yücel

Vermutlich trauen sich halt wieder mehr Patrioten Nationalisten sich für Deutschland ins Zeug zu legen. Patriotismus Nationalismus ist schließlich wieder im Kommen. Was schreibt (schrieb) Yücel gern in die Taz, um uns zu treffen? Sowas wie: Kolumne Deutschenfeindlichkeit: Mir brauche Lichterkedde — taz.de | Quelle Ob er das heute bei Springer immer noch so hält, weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau.

Und wer wird den Streit mit Thilo Sarrazin vergessen haben, der schließlich bei Gericht gelandet ist und der die Taz 20.000 Euro gekostet hat?

Nachdem Yücel in seiner Kolumne „Der Ausländerschutzbeauftragte“ geschrieben hatte, dass man dem teilweise im Gesicht gelähmten Thilo Sarrazin „nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten“, sprach der Deutsche Presserat im Dezember 2012 eine Missbilligung aus.
Der Presserat hielt es für unvereinbar mit der Menschenwürde Sarrazins, ihm eine schwere Krankheit oder Schlimmeres zu wünschen, und stellte fest, dass der Beitrag über eine kritische Meinungsäußerung weit hinausgehe.Quelle: Deniz Yücel – Wikipedia | LINK

So geschliffen Yücels Texte oft sind, so drastisch formuliert er mitunter.

Rechts macht Stimmung

Dass nun gerade dieses unseren Freunden von der Rechtsfront nicht passt, liegt auf der Hand. Seit Yücel verhaftet wurde und verstärkt, nachdem er sich in türkischer Untersuchungshaft befindet, haben die Wortmeldungen des rechten Lagers noch einmal an Lautstärke zugenommen. Alle sind dabei, das ganze Nazipack macht Alarm. Eine Google — Abfrage etwa mit diesem Inhalt «Schlaganfall Sarrazin Yücel» zeigt, was ich meine. Die Huffington Post befasste sich dieser Tage damit, wie AfD Mitglieder mit Yücels Inhaftierung umgehen.


Im Grunde gegen sich selbst

Was mich belustigt ist die Tatsache, dass die Rechten immer ganz schnell Zensur schreien, wenn einer ihrer Wortführer mal wieder Nazivokabular oder anderes menschenverachtendes Zeug abgesondert hat. Oft geht dieses Jammern damit einher, dass laut über die ach so elende politische Korrektheit geklagt wird.

Wenn dann allerdings ein politisch gar nicht so korrekter Journalist, zumal mit türkischen Wurzeln, vom Erdogan-Regime unter fadenscheinigen Gründen eingelocht wird, dann sind die Rechten plötzlich so drauf, wie sie es jetzt demonstriert haben. Elendes Gesocks halt.

Wie oft denn noch

Ciceros Constantin Wißmann gibt dem Affen Zucker. Er tischt seiner Leserschaft, weils gerade so schön in die Zeit passt, noch einmal die Geschichte vom schlimmen Flüchtlingsdeal mit der Türkei auf, mit der Merkel sich von Erdogans Gnade abhängig gemacht habe.

Wißmann tut gerade so, als ob er nicht wüsste, dass bedeutende Teile seiner national gesinnten Leserschaft mit dem vorläufigen Ergebnis dieses «Deals» voll zufrieden sind.

Schließlich kommen doch fast keine Flüchtlinge mehr! Oder sollte vielleicht die Statistik wieder mal nicht stimmen, weil — wie immer immer noch behauptet wird — bei Nacht und Nebel und an jeder Öffentlichkeit vorbei mit Flüchtlingen gefüllte Flugzeuge in Deutschland landen?

Cicero benutzt die Situation um Deniz Yücel, um — zum wie vielen Mal eigentlich — die schwere Schuld Angela Merkels zu betonen. Und diesmal geht es um einen Kollegen, für den Merkels Regierung nur deshalb nichts erreicht, weil sie sich mit dem Flüchtlingsdeal «ausgeliefert» habe.

Wahrscheinlich müssen wir uns darauf einstellen, dass bei allen weiteren Konflikten mit der Türkei dieses ach so dienliche Szenarium benutzt wird. Wie hinterfotzig und bigott muss man eigentlich sein?

Worin besteht eigentlich der Unterschied, ob wir Orbans Maschendraht oder den von Erdogan für unsere Zwecke nutzen? Ah, ich weiß. Orban ist der christliche Heilsbringer, während Erdogan der böse Muslim ist.

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Das waren ja mal hübsche Motivwagen in den Rosenmontagszügen https://2bier.de/das-waren-ja-mal-huebsche-motivwagen-in-den-rosenmontagszuegen/ https://2bier.de/das-waren-ja-mal-huebsche-motivwagen-in-den-rosenmontagszuegen/#view_comments Tue, 28 Feb 2017 11:45:10 +0000 https://2bier.de/?p=34591 Den Rosenmontagsumzug in Köln oder Düsseldorf haben wir uns schon lange nicht mehr live angesehen. Wenn wir Lust drauf haben, schauen wir uns lieber die regionalen Umzüge an. Die Großstädte sind uns selbst an Karneval zu stressig. Aber es gibt ja…

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Den Rosenmontagsumzug in Köln oder Düsseldorf haben wir uns schon lange nicht mehr live angesehen. Wenn wir Lust drauf haben, schauen wir uns lieber die regionalen Umzüge an. Die Großstädte sind uns selbst an Karneval zu stressig.

Aber es gibt ja das Fernsehen. Dieses Jahr haben uns manche der Karnevalswagen besonders gut gefallen. Dazu gehörte ein Motiv aus — Achtung, liebe Kölner! — aus Düsseldorf.

Es geht — natürlich — um Trump. Ein Wagen zeigte ihn als Vergewaltiger der Freiheitsstatue. Wobei — kann man das Bild nicht auch anders interpretieren? Lassen wir das, denn besser kann man in meinen Augen die aktuelle Befindlichkeit der USA gar nicht treffen.

Die Sichtweisen auf Trumps bisherige Amtszeit soll aus europäischer bzw. speziell deutscher Sicht schon ein wenig anders sein als in den Vereinigten Staaten. Denn dort wurde ein neuer Held geboren — jedenfalls, wenn man Jan Fleischhauer vom Spiegel glauben soll.

Manchen, so scheint es, war der erwähnte Karnevalswagen politisch eine Ecke zu inkorrekt. Satire darf ja angeblich alles. Aber alles hat halt Grenzen. Das haben wir im Fall Böhmermann gelernt.

Im Kölner Stadt-Anzeiger wurde sogar gefragt, ob und wie Washington darauf reagieren würde. Sollten wir ggf. vorsichtshalber unsere Korrespondenten aus Washington abziehen? Sonst sperrt man die am Ende noch wegen terroristischer Umtriebe ins Gefängnis.

Sollten die Kritiker der Karnevalswagen Recht haben erlässt Trump vielleicht eine «einstweilige Verfügung». Diese Bilder werden bestimmt auch dort irgendwo zu sehen sein. In der Washingtonpost gab es Anfang Februar 2016 einen Vorgeschmack. Den fraglichen Wagen hat man offenbar noch nicht entdeckt. Auch die NYT berichtete noch nicht darüber.

Der Daily Express ist näher dran und berichtet auf seine Art über die Umzüge. Die Hetzer von der Insel sprechen von einer «abscheulichen Parade». Mit Humor haben diese Briten offensichtlich nichts am Hut. Das Schlimme an diesen Berichten der britischen Anti-EU-Presse ist, dass sie weitaus größere Verbreitung finden als die deutschsprachigen Medien. Aber das nur nebenbei.

Bis es soweit ist, dass Trump und Bannon davon erfahren, sind die Wagen wahrscheinlich längst demontiert und in ihre Einzelteile zerlegt? Ob so’n Kopf von Trump nicht was fürs Museum wäre? Da nutzt auch eine «einstweilige Verfügung» nicht mehr viel.

Mir haben neben dem Trump-Wagen vor allem auch die Darstellung der europäischen Rechtsausleger super gefallen. Alle gleich blond, die Damen und Herren.

 

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Von wegen gleicher Lohn für gleiche Arbeit https://2bier.de/von-wegen-gleicher-lohn-fuer-gleiche-arbeit/ https://2bier.de/von-wegen-gleicher-lohn-fuer-gleiche-arbeit/#view_comments Wed, 01 Feb 2017 16:17:18 +0000 https://2bier.de/?p=34233 Wer schon etwas länger im Arbeitsleben steht, dem werden Streitigkeiten über unterschiedliche hohe Gehälter für die gleiche Arbeit schon begegnet sein. Vielleicht wart ihr sogar schon selbst betroffen? Zu einer merkwürdigen Feststellung ließ sich der Vorsitzende Richter hinreißen, als sich im…

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Wer schon etwas länger im Arbeitsleben steht, dem werden Streitigkeiten über unterschiedliche hohe Gehälter für die gleiche Arbeit schon begegnet sein. Vielleicht wart ihr sogar schon selbst betroffen?

Zu einer merkwürdigen Feststellung ließ sich der Vorsitzende Richter hinreißen, als sich im Vergleich zu männlichen Kollegen unterbezahlte ZDF-Mitarbeiterin auf dem Klageweg an das Gericht wandte:

Es gab nach einem «Spiegel» — Bericht zwei bemerkenswerte Aussagen:

1.) Die Vergütung der freien und festen Mitarbeiter werde weitgehend durch Tarifverträge bestimmt, sagte ein Sprecher. «Geschlecht, Alter, Religion etc. spielen hierbei keine Rolle.»

2.) In der Verhandlung zeigte sich, wie verhärtet die Positionen sind. Als die Klägerin fragte, warum Männer in der Redaktion mit weniger Berufserfahrung trotzdem mehr verdienten als sie, antwortete der Vorsitzende Richter: «Weil die Kollegen besser verhandelt haben? Das nennt man Kapitalismus.»

Quelle: Berlin: Gericht lehnt Klage von ZDF-Reporterin wegen Gehaltsdiskriminierung ab — SPIEGEL ONLINE | LINK

Ich kann die Angelegenheit, wenn Sie sich so wie im Spiegel — Beitrag geschildert zugetragen hat, nur mit Unverständnis und Verärgerung quittieren. Dass die Gleichbezahlung der gleichen Arbeit heutzutage immer noch ein Thema zwischen den Geschlechtern ist, kann man angesichts der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft nur als einen sehr schlechten Witz auffassen.

Ob eigentlich eine Richterin ähnlich dumme Bemerkungen zu diesem Sachverhalt gemacht hätte? Oder sind solche «Verfahrensweisen» letzten Endes in den Zeiten freier Märkte und der Globalisierung angemessen? Dagegen sollten unsere Politiker endlich mal radikal vorgehen. Wie wärs, Herr Schulz?

Fakt ist immer noch dieser: Frauen verdienten im Jahr 2015 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. | Quelle

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Gefühlte Armut in Deutschland https://2bier.de/gefuehlte-armut-in-deutschland/ https://2bier.de/gefuehlte-armut-in-deutschland/#comments_reply Mon, 30 Jan 2017 19:01:01 +0000 https://2bier.de/?p=34205 Wenn ich solche Beiträge sehe kommen mir Zweifel. Zweifel an meiner Objektivität, an liebgewonnenen Sichtweisen, an den Medien und überhaupt an den Menschen. Die Arbeitslosigkeit ist verhältnismäßig gering (lassen wir die sich an diese Feststellung grundsätzlich anschließenden Aussagen mal beiseite,…

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Wenn ich solche Beiträge sehe kommen mir Zweifel. Zweifel an meiner Objektivität, an liebgewonnenen Sichtweisen, an den Medien und überhaupt an den Menschen.

Die Arbeitslosigkeit ist verhältnismäßig gering (lassen wir die sich an diese Feststellung grundsätzlich anschließenden Aussagen mal beiseite, dass die Statistik falsch wäre, weil ja…), wir haben 43 Millionen Erwerbstätige und die Löhne befinden sich auf einem akzeptablen Niveau (sagen die Arbeitgebervertreter, die Gewerkschaften meinen das eher nicht).

Zudem ist die Umverteilung, die die Mitte-Links-Regierung Deutschlands durchgeführt hat, nicht von Pappe, sagen die einen. Die anderen meinen, es müsste viel mehr umverteilt werden. Aber schauen wir mal auf den Sozialetat, der seit Jahrzehnten wächst — auch nach Einführung von Hartz IV. Die Spielräume für Politik (Struktur, Bildung) werden dadurch nicht gerade größer.

Viele sagen, Deutschland ginge es gut. Vor allem in der Politik und in der Wirtschaft. Aber Deutschland sind nicht ein paar Wirtschaftsbosse oder die führenden Politiker unseres Landes. Deutschland ist vielschichtig. Es gibt einige wenige Reiche, viele Arme und noch viel mehr Menschen, die in finanzieller Hinsicht mittelmäßig ausgestattet sind.

Damit wären wir auch gleich bei der so genannten Mittelschicht.

Krieg der Institute (das W macht offenbar den Unterschied)

Das DIW sagt seit Jahren, die Mittelschicht in Deutschland würde schrumpfen. (In der Reportage — siehe Video — behauptet Prof. Dr. Fratzscher das erneut). Das IW mit Prof. Hüther sagt — ebenfalls seit Jahren — das genaue Gegenteil davon. Die Mittelschicht sei (bemerkenswert) stabil, und es gäbe keine Anzeichen dafür, dass sich die Lage verschlechtert.

Wir dürfen uns also aussuchen, woran wir glauben. Interessant ist übrigens, dass das DIW im letzten Jahr seinerseits feststellte, dass die Mittelschicht in den USA sich ähnlich entwickelt wie die Deutsche und zwar in etwa gleich schnell. Haben wir nicht gerade gelernt, dass es der Mittelschicht in den USA so schlechte gehe, dass dies als Hauptursache für den Aufstieg des unsäglichen Herrn Trump war? Da könnte uns ja was bevorstehen.

Was soll man glauben?

Naheliegend ist, dass man sich, um sich ein Bild zu machen, an der eigenen Familie orientiert und an Freunden. Und siehe da. Auch hier ist der Eindruck gespalten. Es gibt Menschen, die zufrieden sind und optimistisch in die Zukunft schauen. Ich erinnere an die Umfragen, die besagen, dass eine Mehrheit in Deutschland mit ihrer persönlichen und beruflichen Situation sehr zufrieden sind. Und das gibt es welche, die sehr skeptisch sind und ihre eigene Lage gar nicht so positiv beschreiben.

Das Fernsehen bringt Klarheit?

Folgerichtig kommt das ZDF um die Ecke und bringt im Vorfeld des Superwahljahres 2017 Reportagen über die «Armut in Deutschland».

Und was kriegen wir da zu sehen?  Mitunter schlimme Schicksale von Menschen, die einem wirklich zu Herzen gehen. Am Ende solcher Reports hat man einen Klos im Hals und denkt sich vielleicht manchmal: Hab ich ein Glück, das mir das bisher nicht passiert ist. Auf das Wörtchen «bisher» kommt es an.

Ist es vernünftig, sich mit dem Gedanken verrückt zu machen, dass man angesichts der durch vielerlei Quellen der Unordnung eingetretenen Unsicherheit, die jeder von uns in der einen oder anderen Weise spüren wird, ständig Sorgen um die Zukunft zu machen? Um die eigene, die unserer Kinder oder Enkelkinder? Kann man so leben oder zerstören wir uns damit nicht die Freude am Leben?

Ich glaube, die meisten werden zustimmen und lieber der alten Weisheit «Carpe diem» (Genieße den Tag, genauer «Pflücke den Tag») nachfolgen.

Manchmal zeigt das Fernsehen Reportagen, bei denen ich tief durchatmen muss. Ich sage euch auch warum das in diesem Fall so gewesen ist.

Beide hier vorgestellte Familien verfügen über ein Nettoeinkommen, das sich sehen lassen kann. Viele werden mir beipflichten. Eine Familie hat 3000, die andere 4000 Euro monatlich netto zur Verfügung.

Darüber kann man vielleicht unterschiedlicher Meinung sein. Es läuft am Ende immer auf die eigenen Ansprüche hinaus, auf die Erwartungshaltung, die man an sein Leben und seine Möglichkeiten hat.

Eine sechsköpfige Familie zu unterhalten ist auch finanziell ein recht schwieriges Unterfangen. Mit einem Nettoeinkommen von ca. 3000 Euro (inkl. 800 Euro Kindergeld) sollte sich aber ein gutes Leben führen lassen.

Da heißt es, Kosten sparen

Wie gesagt, man mag das anders sehen als ich. Wenn man sich aber — wie in diesem Fall — einerseits ein Haus kauft und allein dessen Unterhalt monatlich 1.500 Euro kostet, hat man in meinen Augen den Grundstein für ein Finanzproblem schon gelegt.

Die Familie lebt auf dem Land, und es sollte sich dort eine ausreichend große Wohnung finden lassen, die eben deutlich billiger wäre. Auch, wenn es im Moment vornehmlich im großstädtischen Bereich auf dem Wohnungsmarkt nicht so gut aussieht. Auf dem Land (Niedersachsen?) wird es einfacher sein, etwas Adäquates zu finden.

Außerdem geht die Frau im Moment nicht arbeiten, weil sie sich um das kleinste ihrer Kinder kümmert. Das heißt, der finanzielle Engpass dürfte zeitlich befristet sein. Mit einem Jahr gibt es die Möglichkeit, das Kind in die Kita zu geben. Meine Nichte hat das so gemacht, weil sie nicht solange aus dem Beruf aussteigen wollte. Das ist sicher nicht schön, und man kann das selbstverständlich anders entscheiden. Aber dann gilt es, sich einzuschränken. Ist meine Denke falsch?

Auch wenn das für manche vielleicht komisch klingen mag, mir gefällt an dieser Familie nicht, mit welcher Anspruchshaltung die eigene, selbstgewählte Lage beklagt wird. So nach dem Motto: Der Staat müsste mehr für uns tun.

Persönlich wünsche ich dieser Familie durchaus, dass sie mehr Unterstützung durch Kindergeld oder durch Steuererleichterungen und Senkung von Sozialausgaben erhalten würde.

Aber daraus einen Fall zum Thema Niedergang der Mittelschicht zu machen ist schon etwas eigenartig, liebes ZDF.

Zweite Familie — Eltern beide mit Dr.-Titel

Bei der zweiten Familie mit zwei Kindern ging die Klage darum, dass zwar beide Eltern über eine Promotion, jedoch nur einer über eine unbefristete Arbeit verfügt. Der Mann ist als Doktor der Informatik selbständig, die Frau, ebenfalls mit Doktortitel, arbeitete in den vergangen Jahren stets in befristeten Arbeitsverhältnissen an Unis.

Sie verfügen aktuell über ein Einkommen von netto 4.000 Euro monatlich. Die Unsicherheit lag in diesem Fall in der zeitlichen Befristung der Arbeitsstellen. Das kann wohl auch jeder nachvollziehen, und hier sollte der Gesetzgeber endlich mal zu anderen, arbeitnehmerfreundlicheren Regeln kommen.

Fazit

Mein Fazit zu dieser Reportage ist, dass die hier gezeigten Beispiele nicht das gezeigt haben, was ich persönlich unter dem Titel «Armes reiches Deutschland» erwartet hatte.

Um es ganz klar zu sagen, diese Menschen sind nicht arm. Jedenfalls nicht nach meiner persönlichen Vorstellung.

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Werden uns die Roboter ausbooten? https://2bier.de/werden-uns-die-roboter-ausbooten/ https://2bier.de/werden-uns-die-roboter-ausbooten/#comments_reply Thu, 05 Jan 2017 18:19:55 +0000 https://2bier.de/?p=33945 Ist die Frage danach, wie schnell sich das dreht, also bis wann die Roboter uns Menschen in den Hallen von Amazon ersetzt haben werden, nicht lediglich dialektischer Natur? In der Moderation des Beitrages mit der Amazon-Grafik meinen die Statista-Leute, dass ein diesbezüglicher…

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Ist die Frage danach, wie schnell sich das dreht, also bis wann die Roboter uns Menschen in den Hallen von Amazon ersetzt haben werden, nicht lediglich dialektischer Natur?

In der Moderation des Beitrages mit der Amazon-Grafik meinen die Statista-Leute, dass ein diesbezüglicher Trend aus den Zahlen nicht abzuleiten wäre.

Infografik: Amazon hat 45.000 Roboter im Einsatz | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Unsere Diskussionen über die Folgen von Industrie 4.0 für unser aller Leben sind noch nicht richtig in Gang gekommen. Dennoch gibt es bereits ziemlich schrille Töne.

Dieser erste Beitrag enthält Hinweise darauf, dass — jedenfalls in der Logistik — alles nicht so schlimm kommt. Menschen werden demnach immer noch gebraucht.

Ich bin hingegen überzeugt davon, dass die Dynamik, die nicht nur im Amazon-System, sondern in allen gut geführten Unternehmen steckt, darauf die zutreffendere Antwort gibt.

Die Statista — Schlussfolgerung, dass die vergleichsweise niedrige Steigerung von 2015 auf 2016 bei den Robotern (+33%) und die bei den dort eingesetzten Menschen (+50%) anhand des vorgenommenen 3-Jahresvergleiches kaum geeignet sei, um hieraus einen Trend abzuleiten, überzeugt mich nicht. Oder anders herum gesagt, es könnte noch eine Weile dauern. Aber die Maschinen werden die Menschen an sehr vielen Stellen verdrängen. Einfach, weil sie billiger und leider auch zuverlässiger sind. Sie stellen keine Ansprüche, werden nicht krank und lassen sich hinsichtlich ihrer Rentabilität so planen, dass jeder Controller feuchte Augen bekommt.

Ich fürchte, dass die Haupttätigkeiten in den Hallen von Amazon nur noch eine Weile von Menschen getan werden und diese sehr schnell und radikal von Maschinen ersetzt werden.

Auf die Folgen der Globalisierung für viele Menschen haben nationale Parlamente bisher kaum Antworten gegeben. Wenn Politiker in diesen Fragen weiterhin so lahm und uninspiriert agieren, werden wir ein Fiasko erleben.

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A Ruah is — Mich erstaunt, wie viele so sicher sind https://2bier.de/a-ruah-is-mich-erstaunt-wie-viele-so-sicher-sind/ https://2bier.de/a-ruah-is-mich-erstaunt-wie-viele-so-sicher-sind/#view_comments Tue, 03 Jan 2017 17:20:28 +0000 https://2bier.de/?p=33931 Viele finden die Hetze der «Bild»-Zeitung gegen Simone Peter richtig klasse. Es geht dabei nicht nur um sie, sondern um die Grünen allgemein. Der Ton von «Bild» trifft die Stimmung im Land sehr gut. Es war ätzend und es bleibt auch im neuen…

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Viele finden die Hetze der «Bild»-Zeitung gegen Simone Peter richtig klasse. Es geht dabei nicht nur um sie, sondern um die Grünen allgemein. Der Ton von «Bild» trifft die Stimmung im Land sehr gut. Es war ätzend und es bleibt auch im neuen Jahr so.

Jeder, der es wagt, eine etwas abweichende Meinung zu äußern, wird virtuell frikassiert. Das bleibt also unser Hobby — auch im neuen Jahr.


Don Alphonso erzählte uns die Geschichte der Ereignisse. Man möchte glauben, wie es irgendeiner im Kölner Express geschrieben hat, das Eingreifen der Polizei sei alternativlos gewesen.

Die Deutschen kaufen das, sogar mit dieser kontaminierten Vokabel. Das Ansehen der Autorin ist in gewissen Kreisen (#Merkelmussweg) verbrannt, ihre Wortwahl kaum noch vermittelbar (Neujahrsrede).

Don Alphonso verlässt sich bei seiner Schilderung der Geschichte von Silvester 2016 höchstwahrscheinlich auf Informationen von Medien und Polizei. Ein gut geschriebener Artikel ist immer hilfreich, wenn es um Stimmungsmache geht. Der Wahrheitsgehalt ist zweitrangig. Und das haben wir nicht erst in 2016 gelernt (Fakenews).

Aber es bleibt eine Geschichte. Die Leserschaft betrachtet die Geschichte als Vorgabe für Schlussfolgerungen des gesunden Menschenverstandes.


Ob die ca. 1.700 jungen arabisch aussehenden jungen Männer wirklich zum Vergewaltigen und Klauen nach Köln gekommen sind, weiß keiner so genau.

Klar war nur, dass sich ähnliche Ereignisse wie vor einem Jahr nicht wiederholen dürfen.

Das kollektive Trauma konnte nicht aufgearbeitet werden, weil staatliche Behörden bisher nur 4 Täter ermitteln und verurteilen konnten. Mit diesen ernüchternden Erfahrungen auf den Schultern mussten die Verantwortlichen für Silvester 2016 auf Prävention setzen. Also wurde Silvester 2016 in Köln unter Einsatz massiver Polizeipräsenz gefeiert.

Wie wir das von Fußballspielen schon lange kennen, wurden mögliche Störenfriede frühzeitig identifiziert und erhielten Platzverweise (über 900).

Es ist immer wieder zu lesen, dass die Gruppen von jungen Männern besonders aggressiv aufgetreten seien. Viele waren bereits bei der Ankunft alkoholisiert. Gab es neutrale Augenzeugen? Ich habe keine Aussagen finden können?

«größere Gruppen von Männern im Alter von 18 bis 35 Jahren, die mitunter bereits alkoholisiert und oder mit einer gewissen Grundaggressivität» anreisten.Quelle: Köln: Polizei prüft, ob Täter aus Silvesternacht wiederkamen — FOCUS Online | LINK

Diese Aussagen beruhen ausschließlich auf Aussagen der Polizei. Alle Presseberichte, die ich gelesen habe, stützen sich rein auf polizeiliche Einschätzungen.

Die Polizei fängt an, die Neuankömmlinge aufzuteilen. Wer nicht dem Profil «Nordafrikaner» entspricht, darf einen anderen Ausgang zum Dom verwenden. Alle anderen werden durch einen Ausgang geleitet, der in eine Personenkontrolle führt. Diese wiederum dürfen die Nordafrikaner nur dann vorzeitig verlassen, wenn sie gleich wieder in den Hauptbahnhof zurückgehen.Quelle: Silvesternacht 2016 in Köln: Normal war das nicht | LINK

Die Polizei hat deutlich gemacht, dass das Gewaltmonopol in Deutschland vom Staat ausgeht. Dabei wurden Mittel zur Identifikation von Personen angewendet, die vermutlich nicht so ganz verschieden von denen sind, die bei Großdemonstrationen oder zu den schon erwähnten Fußballspielen eingesetzt werden.

Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies legt Wert darauf, dass diese Identifikation von Personen aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten und nicht aufgrund des Aussehens erfolgte. Wäre es nämlich so, dass von der Polizei «racial profiling» angewendet wurde, stünde dies mit deutscher Rechtsprechung nicht im Einklang.

Die Polizei wusste nach eigenen Berichten bereits im Vorfeld, welche Leute mit Zügen nach Köln kommen. Es handelte sich um Gruppen junger Männer, die demnach also nicht etwa arabisch ausgesehen haben, sondern die bereits in den Zügen nach Köln betrunken gewesen sind und die sich aggressiv aufgeführt haben.

Kann sein, kann nicht sein. Den Kölner und alle anderen Deutschen war das im Detail wohl ziemlich schnuppe. Hauptsache, sie mussten zu Beginn des neuen Jahres nicht ein neues Trauma bewältigen.

Und dass die Polizei zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit viele Hundert junge Männer mit überwiegend arabischer Abstammung einkesselte und prophylaktisch polizeiliche Maßnahmen gegen sie ergriff, stört überhaupt niemanden. Im Gegenteil. Die Polizei wird für ihre Arbeit gelobt.

Nur vereinzelt sind kritische Stimmen zu hören. Bürgerrechte gelten halt für Deutsche. Die anderen haben es sich schließlich selbst zuzuschreiben, wenn sie aufgrund des «schlechten Benehmens» von «ihren» Leuten in Sippenhaft genommen werden. Das Wort wird zwar nicht gewendet. Aber ist das etwas anderes?

Aber irgendwie haben die ja auch Recht, die das Vorgehen der Polizei jetzt in den höchsten Tönen loben.

Wer hätte schon verantworten wollen oder können, wenn es bei weniger Polizei und weniger Repressalien gegen mutmaßliche Intensivtäter, Gruppenvergewaltiger oder Diebe erneut zu Übergriffen auf Frauen im bekannten Ausmaß gekommen wäre?

Mich erstaunt, wie eindeutig und wie sicher alle sind.


Es ist kaum zu sagen, was in diesem Moment skurriler wirkt: Dass mitten in Deutschland Männer aufgrund ihres Aussehens als Straftäter verdächtigt werden. Oder dass diese Männer jetzt wieder in einer riesigen Gruppe dort stehen, wo vor genau einem Jahr eine riesige Gruppe von Männern Frauen missbraucht hat.Quelle: Die andere Nacht — Süddeutsche Zeitung — Blendle | LINK

Da sich zum Thema eine größere Diskussion bei Facebook entwickelt hat, bette ich diese an dieser Stelle in meinen Artikel ein:

Da sich zum Thema eine größere Diskussion bei Facebook entwickelt hat, bette ich diese an dieser Stelle in meinen Artikel ein:

Hier ein entlarvender Kommentar, der im WDR 2 abgegeben wurde:

Diesmal tat die Polizei, was sie tun musste: Sie hielt die Nordafrikaner fest, prüfte Personalien, sprach Platzverweise aus. Nicht auszudenken, wenn auch nur einige der jungen Männer aufs Neue Frauen angegriffen hätten.Quelle: WDR 2 Klartext — WDR 2 Klartext — Programm — WDR 2 — Radio — WDR | LINK

Die Polizei tat also, was sie tun musste und verhängte Maßnahmen gegen Nordafrikaner. Nicht gegen Täter, nicht mal gegen Verdächtige, sondern gegen Nordafrikaner. Nicht auszudenken, wenn man in diesem Land noch an die eigenen Werte glauben würde.

Leseempfehlungen zum Thema:
Die andere Nacht — Süddeutsche Zeitung — Blendle | Quelle
Im Meinungskessel von Köln | Übermedien | Quelle
Schön wieder “Köln”: Ist politisch nur noch der in der Mitte, der gar nichts sagt? – Medium | Quelle
Simone Peter: Das muss man doch noch fragen dürfen | ZEIT ONLINE | Quelle

Wie Rechtsextreme das sehen und wie viel Zustimmung das bringt…

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In den USA verboten, in Deutschland gehts: Racial Profiling https://2bier.de/in-den-usa-verboten-in-deutschland-gehts-racial-profiling/ https://2bier.de/in-den-usa-verboten-in-deutschland-gehts-racial-profiling/#comments_reply Mon, 02 Jan 2017 16:32:35 +0000 https://2bier.de/?p=33923 Nach dem Berliner Terror kurz vor Weihnachten herrschte überwiegend Einigkeit. Die meisten wollen ihr Leben so weiterführen, wie sie es bisher gewöhnt waren. Seitdem hat sich daran vermutlich nichts geändert. Silvester liegt hinter uns. In Köln ist kaum was passiert. Man könnte vielleicht…

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Nach dem Berliner Terror kurz vor Weihnachten herrschte überwiegend Einigkeit. Die meisten wollen ihr Leben so weiterführen, wie sie es bisher gewöhnt waren.

Seitdem hat sich daran vermutlich nichts geändert. Silvester liegt hinter uns. In Köln ist kaum was passiert. Man könnte vielleicht sagen, nichts, was über ein Normalmaß von Störungen an solchen hinausgehen würde.

Aber die Meldungen zur Silvesternacht in Köln und die Reaktionen haben mich eines anderen belehrt.

Wir waren uns im Klaren darüber, dass als Reaktion auf die schwerwiegenden sexuellen Übergriffe und die anderen Delikte durch überwiegend nordafrikanische Flüchtlinge die Sicherheitsbehörden alles für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger tun würden. Dass diese Silvesterfeier unter dem Eindruck des Terrors stehen würde, wird in den Planungen wohl noch keine Rolle gespielt haben. In den Köpfen der Menschen jedoch umso mehr. Die Verantwortlichen in Köln werden noch nervöser gewesen sein. Ich kann mir vorstellen, dass diese Verantwortung zentnerschwer auf den Schultern lastete.

Es gab wieder Zwischenfälle, an denen nach Medienberichten auch Flüchtlinge beteiligt gewesen sein sollen. Aber insgesamt blieb es «ruhig» in der Stadt.

Diese Zusammenfassung wirkt auf mich als Provinzler allerdings eigenartig:

Es kam zu keinen Vergewaltigungen. 92 Personen wurden in Gewahrsam, 27 vorläufig festgenommen. Die Beamten überprüften die Personalien von 650 Menschen, 1080 Platzverweise wurden erteilt.Quelle: Kölner Silvesternacht: Eine Nacht zwischen Traumwelt und Polizeieinsatz am Kölner Hauptbahnhof | Kölner Stadt-Anzeiger | LINK

Die Silvesterfeier Kölns fand unter Polizeischutz statt. Viele scheint das nicht gestört zu haben. Und wenn wussten sie ja, bei wem sie sich dafür zu bedanken hatten!

Alle wussten, es geht nicht anders. Der Staat muss seine Bürgerinnen und Bürger schützen. Es war klar, dass das nur mit einem großen Polizeiaufgebot und sorgsamer Vorbereitungsplanung gehen würde.

So waren die Reaktionen auf die polizeilichen Maßnahmen entsprechend positiv. Aber wir sind in Deutschland. So hätte man darauf wetten können, dass es bei den positiven Kritiken der Polizeiarbeit nicht bleiben würde.

Eine einzelne kritische Stimmung kam von — na! von wem wohl? — von der Grünen Chefin, Simone Peters. Inzwischen wurde sie dazu aufgefordert, sich hierfür bei der Kölner Polizei zu entschuldigen.

Ein offensichtlich sehr erzürnter Redakteur des Kölner Stadt-Anzeiger schreibt heute in der Online-Ausgabe der Zeitung:

Der Polizeieinsatz war, nach den massenhaften sexuellen Übergriffen von Männern aus dem nordafrikanischen Raum im Vorjahr, nicht rassistisch, sondern konsequent. Viele der überprüften Männer reisten in großen Gruppen an und verhielten sich zum Teil aggressiv. Die Polizei hatte nach eigenen Aussagen Erkenntnisse darüber, dass Straftaten wie im Vorjahr möglich waren.Quelle: Rassismus-Vorwurf nach der Silvsternacht von Köln: Grünen-ChefinSimone Peter sollte sich bei Kölner Polizei entschuldigen | Kölner Stadt-Anzeiger | LINK

 

Frau Peters hat ihre Äußerungen korrigiert (?) und sich auf ihrer Facebook-Seite aktuell dazu wie folgt geäußert:

So richtig zufriedengestellt sind damit längst nicht alle:

(Ich habe einen Screenshot)

Die arme Frau muss solche zornigen Ausfälle nun über sich ergehen lassen. Allerdings haben wir uns ja an verbale Gewalt schon so gewöhnt, dass wir sie — inbesondere in diesem speziellen Fall — locker, flockig unterstützen. Wie viele justiziable Äußerungen in so einem Thread wohl stecken mögen?

In Zeiten, in denen der Polizei- und Überwachungsstaat mehr und mehr Einfluss erhält, ist kein Platz mehr für Bürgerrechte. Vor allem dann nicht, wenn es sich nicht um Inländer sondern um Ausländer handelt.

In diesen unsicheren Zeiten muss die Polizei alles aus dem Verkehr ziehen, was nicht weiß ist oder was hier nicht hingehört —  unserer der Sicherheit zuliebe. Scheiß auf den Rechtsstaat und seine liberalen Vertreter.

Der Tenor überall: Die (also die Flüchtlinge oder die «Nafris» halt) haben sich ihre Ausgrenzung selbst zuzuschreiben. Nach Ansicht der «Verantwortlichen» handelte es arabisch aussehende Männer, die — um mit meinen Worten zu sprechen — auch in diesem Jahr wohl nix anderes im Sinn hatten, als deutsche Mädchen und Frauen anzugrapschen, zu vergewaltigen oder zu klauen. Und das wieder in Köln. Ist schon allerhand, nicht?

Früh haben die Einsatzkräfte den immer größeren werdenden Pulk ins Visier genommen. Die arabisch aussehenden Männer wurden „eingekesselt“ und kontrolliert. Der Polizeipräsident sagte, sie ähnelten äußerlich „der Klientel vom vergangenen Jahr“. Und die Verantwortlichen waren sich sicher, dass es ohne die enorme Polizeipräsenz womöglich zu ähnlichen Zuständen wie im vergangenen Jahr gekommen wäre.Quelle: Silvesternacht in Köln: Warum wollten erneut so viele Nordafrikaner zum Dom? | Express.de | LINK

Naiv und komplett verblödeter Gutmensch. So nennt man mich gern und auch nicht so selten. Und da muss auch was dran sein.

Denn ich stimme nicht in den Chor der neuen Fans unserer Polizei ein. Ich habe ja auch gut reden hier vor meiner Tastatur. Die Polizei hatte schließlich Verantwortung und musste handeln.

Genau das tat sie — unter dem Beifall ordnungs- und sicherheitsliebenden Deutschen. Dass dies alles auch einen Preis hat, dafür interessiert sich nach der Feier unter Polizeibeobachtung kaum einer. Und wenn doch, dann gibts was auf die Fresse.

Bisher gab es ganze 4 Verurteilungen der Täter von Köln. Das ist eine Bilanz, die als vertrauensbildende Maßnahme kaum getaugt hat. Präventionsarbeit war also angesagt. Überkompensation würde ich das Ergebnis nennen. Aber wen interessiert das? Und richtig: wer weiß schon, was passiert wäre, wenn die Polizei wieder so einen Job gemacht hätte, wie am letzten Silvester?

Racial Profiling – Wikipedia | Quelle

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Statistik — so oder so https://2bier.de/statistik-so-oder-so/ https://2bier.de/statistik-so-oder-so/#comments_reply Sat, 26 Nov 2016 15:05:30 +0000 https://2bier.de/?p=33511 Der Satz: «Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast» hat weiter Gültigkeit. Pikant ist, dass er nicht von Winston Churchill stammen soll, dem er zugeschrieben wird, sondern aus dem Hause Joseph Goebbels. Passt ja irgendwie auch besser in…

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Der Satz: «Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast» hat weiter Gültigkeit. Pikant ist, dass er nicht von Winston Churchill stammen soll, dem er zugeschrieben wird, sondern aus dem Hause Joseph Goebbels. Passt ja irgendwie auch besser in unsere Zeit. 🙂

Die erste Statistik ist eine, deren Aussage viele glauben werden. Dabei funktioniert das Verbot in Frankreich gar nicht so gut, wie die Farbe signalisieren mag. Aber ich kann mich täuschen. In der Schweiz hat man angeblich gute Erfahrungen mit dem Burkaverbot gemacht.

Pro
Tessin: Keine Probleme mit Burkaverbot — FOCUS Online | Quelle
Contra
Burka-Verbot: Ein Gesetz, das ins Leere geht | ZEIT ONLINE | Quelle

Statista

Die 2. Statistik, die Merkels Zustimmungswerte zeigt (Wie viel Prozent der Deutschen beurteilen die Arbeit der Kanzlerin als «sehr gut»), wird — vermute ich mal — von den #MerkelMussWeg — Vertretern bestimmt als Fake betrachtet. Nach dem Motto: Was, es kann doch nicht sein, dass diese Frau immer noch fast 50% Zustimmung in Deutschland finden? Für die Lösung geben uns von Rechten gern gelesene Blogs Inspiration.

Statista, Zufriedenheit Merkel

Aktuelles ZDF-Politbarometer von gestern, 25.11.2016

Aktuelles ZDF-Politbarometer von gestern, 25.11.2016

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