Geteilte Standpunkt Sind Ok, Nur Abschreiben Sollte Man Sie Nicht

Als »Gutmensch« frage ich mich natürlich, wie sich die Menschen mit anderer Herkunft angesichts der Diskussionen fühlen werden, die hier seit gefühlten Ewigkeiten in dieser häßlichen Art und Weise geführt werden.

Wir beklagen uns gegenseitig darüber, wie schlimm wir die Entwicklung finden, machen uns jedoch kaum die Mühe,  daran etwas zu ändern. Ich finde es gut und wichtig, dass Migranten ihre Sicht öffentlich machen. Leider geschieht das nicht so häufig wie ich es mir wünschen würde.

Interessant fand ich den Beitrag »Ich kenne das schon! – Was nach dem Berlin-Anschlag für mich als schwarzen Deutschen zu tun ist«, den ich – wie es sich gehört – in den sozialen Netzwerke geteilt habe.


Heute lese ich im Leserforum des Kölner Stadt-Anzeigers unter der Rubrik »Mein Standpunkt« genau den Artikel, den ich unter anderem Namen, von einem anderen Autor, kurz vor Weihnachten bei Migazin.de gelesen hatte.

In diesem Fall hat ihn der 41 jährige Sohn türkischer Eltern aus Kerpen geschrieben. Er ist Marketing-Manager und Dozent an der FH in Köln und offenbart nachvollziehbare, nur zu verständliche und durchaus bittere Erfahrungen mit unserem Deutschland.

Ich verstehe, dass man solche Erfahrungen und Ansichten teilen kann. Das ist sogar sehr wahrscheinlich. Auch die zugrundeliegende, sehr kritische Haltung zur Entwicklung unserer Gesellschaft gehört mit dazu.

Aber es bleibt falsch einen Text als seinen eigenen auszugeben, der offenbar von einer anderen Person verfasst wurde. Es ist falsch und es schwächt die Wirkung dieses aus meiner Sicht wichtigen Textes.

Den Kölner Stadt-Anzeiger werde ich per Leserbrief um Aufklärung bitten.

Ausschnitt Kölner Stadt-Anzeiger (Klick zum Vergrößern)

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare
  1. Der Stadt-Anzeiger hat mir trotz 2-facher Erinnerung nicht geantwortet. Auch die Nachfrage bei Twitter ergab keine Reaktion. Ist schon stark. Ich glaube, ich kündige mein 40jähriges Abo bei dem Verein. Die sind doof.

  2. Der Urheber kam nicht zu Wort. MiGAZIN befand, man nehme das sportlich. Seltsame Einstellung bei einem solchen Blog. Fand ich jedenfalls. Vielleicht ist es ihnen auch nur wichtig, dass so ein Text möglichst von vielen gelesen wird – auch wenn er unter verschiedenen Autorenschaften erscheint.

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