Ich Freue Mich Mit Allen Schwulen Und Lesben

Es ist schön, wenn ich mich mit ande­ren mit­freu­en kann. So vie­le Anläs­se sich zu freu­en haben wir im Moment lei­der nicht.

Es mag für man­che immer noch befremd­lich sein, wenn sich zwei Män­ner oder zwei Frau­en küs­sen. Ich hof­fe, dass dies kein Grund dafür sein wird, gegen die „Ehe für alle“ zu sein.

Bun­des­tag beschließt Ehe für alle

So viel Auf­re­gung im Vor­feld. So viel Ernst­haf­tig­keit heu­te. Ein his­to­ri­scher Tag, so emp­fin­den es vie­le. Denn künf­tig steht die Ehe auch Homo­se­xu­el­len offen: „Die Akzep­tanz kann begin­nen“: http://ly.zdf.de/F8gk/

Posted by ZDF heu­te on Frei­tag, 30. Juni 2017

 

Es ist ein­fach rich­tig, wenn gesagt wird, dass durch die heu­ti­ge Ent­schei­dung vie­le gewin­nen aber kei­ner etwas ver­lie­ren wird. 

Es exis­tie­ren nun die glei­chen Vor­aus­set­zung, wie sie in vie­len ande­ren euro­päi­schen Län­dern schon gel­ten.

Viel­leicht ist ein Argu­ment gegen die über­stürzt wir­ken­de Ent­schei­dung des Bun­des­ta­ges nicht von der Hand zu wei­sen. Ich mei­ne, die im Moment noch nicht exis­tie­ren­den tech­ni­schen Durch­füh­rungs­be­stim­mun­gen für bestimm­te behörd­li­che Vor­gän­ge mag es noch nicht geben. Aber das kann man nach­ar­bei­ten, wenn man es will.

Eini­ge Ein­wän­de ent­spre­chen einem Welt­bild, das Gott sei Dank unzeit­ge­mäß ist. Die­se Sicht­wei­se tei­len die meis­ten Men­schen im Land. Längst muss sich in der heu­ti­gen Zeit nie­mand mehr wegen feh­len­der gesetz­li­cher Vor­aus­set­zun­gen noch dar­auf ein­las­sen, sei­ner Umge­bung etwas vor­zu­spie­len.

TIPP:  Arbeit ist nur in Deutschland ein Stressfaktor?

Sie oder er leben ihre natür­li­chen sexu­el­len Nei­gun­gen aus. Die gesetz­li­chen Lebens­part­ner­schaf­ten waren mal ein guter Anfang. Jetzt ist die Gleich­stel­lung gleich­ge­schlecht­li­cher Bezie­hun­gen durch die Ehe für alle der logi­sche nächs­te Schritt.

Ich bin kon­ser­va­tiv und gehö­re nicht zu denen, die sich leicht auf den Zeit­geist ein­las­sen. Aber die heu­ti­ge Ent­schei­dung war schon lan­ge über­fäl­lig, und ich bin rich­tig froh dar­über, dass sie jetzt end­lich getrof­fen wur­de. Ich freue mich mit allen Schwu­len und Les­ben.

Und hier noch was zur Pfle­ge all­ge­mei­ner Vor­ur­tei­le gegen … Es geht um die „Kom­men­ta­re“:

AKTUELL — Bun­des­tag beschließt die Ehe für alle. Mer­kel stimmt dage­gen.

Posted by DAILY SABAH Deutsch on Frei­tag, 30. Juni 2017


Und Herr Uhl – über­schat­tet mit sei­ner über­aus schlüs­si­gen Argu­men­ta­ti­on alles:

Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Ich schreibe über alle möglichen Themen. Politik, Medien und Gesellschaft dominieren dabei.

Dieser Beitrag hat 16 Kommentare
  1. Mensch, wir leben in 2017 in einem auf­ge­klär­ten Land. Da war die­ses Gesetz lan­ge über­fäl­lig. Das sehe ich wie du. Ich glaub, die Stan­des­äm­ter haben in Bäl­de mehr zu tun. Inso­fern hof­fe ich, dass sich etwai­ge büro­kra­ti­sche Hür­den schnell und prak­ti­ka­bel bei­sei­te schaf­fen las­sen.
    HG Hans

    1. @Hans
      Auf­ge­klärt genug, die Geset­ze zu ken­nen bzw. die Gefah­ren zu erken­nen, wenn sich ein­sei­tig all­zu leicht­fer­tig über bestehen­de Geset­ze hin­weg gesetzt wird?
      Nicht DIESES Gesetz war lan­ge über­fäl­lig, son­dern eine Ände­rung des Grund­ge­set­zes.

      1. Viel­leicht erweist es sich ja, dass die Ände­rung not­wen­dig ist. Es gibt Stim­men (Papier), die das glau­ben und ande­re (Prantl) die gegen­tei­li­ger Ansicht sind. Ich ver­mag das nicht zu beur­tei­len. Auch hier habe ich mit dem Bauch ent­schie­den. Nach all den Jah­ren des ver­geb­li­chen Rin­gens um die kom­plet­te Gleich­stel­lung ist sie jetzt end­lich Rea­li­tät.

  2. Vor­ab: Mir ist das alles ziem­lich wurscht.
    Was mir aber nicht egal ist: Wenn Abge­ord­ne­te aller Par­tei­en außer der AfD sich leicht­fer­tig über das GG und Ent­schei­dun­gen des BVerfG hin­weg set­zen.
    Gleich­ge­schlecht­li­che und Hete­ro-Part­ner­schaf­ten sind NICHT gleich und wer­den es nie sein.
    Da hat die Natur einen Rie­gel vor­ge­scho­ben.
    Mei­nes Wis­sens ging es nur noch um die Adop­ti­on von Kin­dern – und selbst hier fan­den sich Rege­lun­gen, dass adop­tier­te Kin­der in gleich­ge­schl. Bezie­hun­gen auf­wach­sen konn­ten.
    Unter die­sem Aspekt hät­te man mit den bis­he­ri­gen Rege­lun­gen gut zumin­dest noch so lan­ge leben kön­nen, bis in Sachen GG eine Klä­rung oder Ände­rung her­bei­ge­führt wur­de.
    Dem stan­den par­tei­po­li­ti­sche Rän­ke­spie­le ent­ge­gen, und was küm­mert die Poli­ti­ker oder den Jus­tiz­mi­nis­ter da das Grund­ge­setz.

    1. Die­ses Geze­ter über die Geset­zes­un­treue aktu­el­ler Poli­tik (die AfD natür­lich immer aus­ge­nom­men) geht mir wirk­lich auf den Zei­ger. Viel­leicht zu Unrecht. Immer lese ich davon, dass es zu all den auf dem Tisch lie­gen­den Fra­gen auch ande­re Mei­nun­gen von Juris­ten gibt. Dass die Sicht­wei­sen der einen Sei­te grund­sätz­lich höher gewich­tet wer­den als die der ande­ren gibt nur mir zu Den­ken? Bei mir hat die­ser fort­ge­setz­te Streit dar­über dazu geführt, dass ich mich an sol­chen Debat­ten kaum noch betei­li­ge. Ich räu­me ein, dass es mir bes­ser gefal­len hät­te, wenn die Poli­tik nicht, wie so oft in den letz­ten Jah­ren, die Prü­fung der von ihr geschaf­fe­nen Geset­ze nicht so oft vom BVerfG hät­te abseg­nen las­sen. Viel­leicht auch des­halb hat die Rech­te es heu­te leicht, jedem unlieb­sa­men Gesetz den Stem­pel einer ille­ga­len Hand­lung auf­zu­drü­cken. Aber das ist nur so ein Gedan­ke.

  3. Es ist ein­fach rich­tig, wenn gesagt wird, dass durch die heu­ti­ge Ent­schei­dung vie­le gewin­nen aber kei­ner etwas ver­lie­ren wird.

    Eben. Das ist für mich heu­te (schon so früh) der Kom­men­tar des Tages!

    Es mag Men­schen geben, in deren Welt­bild kein Platz für gleich­ge­schlecht­li­che Ehen mit adop­tier­ten Kin­dern ist. Grund­ge­setz hin, Grund­ge­setz her, es ist ein­zig ein Pro­blem ihres (pri­va­ten) Welt­bil­des, nicht das gleich­ge­schlecht­li­cher Part­ner­schaf­ten.

    Ich jeden­falls weiß Kin­der lie­ber auf­wach­send in sol­chen jetzt legi­ti­mier­ten Part­ner­schaf­ten als in solch „tra­di­tio­nel­len“ mit der­ar­ti­gen pri­va­ten Welt­bild­pro­ble­men.

    (Und wenn ich jetzt schon wie­der Poli­ti­ker rech­ter (Uni­ons-) Cou­leur mit der Grund­ge­setz-Keu­le schwa­do­nie­ren höre, die sonst für gewöhn­lich das­sel­be ger­ne abschät­zig mit Füßen tre­ten…)

    1. Viel­leicht liegt es an mir (bestimmt), dass ich den unter­schwel­li­gen Vor­wurf von Ille­ga­li­tät demo­kra­tisch legi­ti­mier­ter Ent­schei­dun­gen schäd­lich für unse­re Gesell­schaft hal­te. Aber mit sowas lässt sich spä­tes­tens seit 2015 so was von toll Stim­mung gegen die Demo­kra­tie machen. Inter­es­sant, dass die Kon­ser­va­ti­ven und allen vor­an natür­lich die AfD die die Füße nicht still hal­ten. Der Scha­den, der damit ange­rich­tet wird, ist jeden­falls enorm. Ich muss nur die Kom­men­ta­re in sozia­len Netz­wer­ken lesen, um das zu erken­nen.

      1. Das ist genau der Ker­n­irr­tum.
        Die Demo­kra­tie und der Rechts­staat wer­den nach­weis­lich (mehr oder weni­ger) schlei­chend von den Par­tei­en aus­ge­he­belt.
        Statt hier anzu­set­zen und dem einen Rie­gel vor­zu­schie­ben, wer­den lie­ber die Men­schen, die sich für die Demo­kra­tie ein­set­zen und Kri­tik üben, als schäd­lich für die Gesell­schaft hin­ge­stellt.
        Man kann Geset­zes­brü­che nicht gut­hei­ßen, weil einem viel­leicht gera­de die Ent­schei­dun­gen beha­gen. So etwas kann sich sehr schnell wen­den und man ist selbst betrof­fen.
        Wenn auf das GG kein Ver­laß mehr ist, ent­steht in der Gesell­schaft Ver­un­si­che­rung und DAS ist der Bruch, den wir bemer­ken und der täg­lich schlim­mer wird.
        Die Kom­men­ta­re in den sozia­len Netz­wer­ken zei­gen, dass immer mehr Men­schen Lug, Trug und Eigen­nutz der Par­tei­en erken­nen und begin­nen, sich gegen die Gän­ge­lei auf­zu­leh­nen.
        Irgend­wie kommt mir das alles bekannt vor: Der Über­brin­ger der schlech­ten Nach­richt wird bestraft.
        Die mah­nen­de Min­der­heit wur­de in der deut­schen Geschich­te nie gehört oder ernst genom­men.

        1. Damit sind die „unzäh­li­gen Geset­zes­ver­stös­se“ gemeint, die seit 2005 von der Bun­des­re­gie­rung began­gen wor­den sein sol­len?! Ich weiß. Wie wäre es, wenn wir die BTW abwar­ten. Mal gucken, wie vie­le Leu­te das kri­tisch sehen. Aber ich weiß schon, wel­ches Argu­ment dann kommt. So etwas wie „die dümms­ten Käl­ber wäh­len ihre … Es ver­trägt sich nicht, wenn einer­seits mehr Volks­ab­stim­mun­gen oder über­haupt ple­bis­zi­tä­re Ele­men­te gewünscht wer­den, gleich­zei­tig aber das Ver­trau­en in die Mün­dig­keit der Bür­ger so kri­tisch betrach­tet wird.
          Prin­zi­pi­ell stim­me ich aller­dings zu. Natür­lich müs­sen unse­re Geset­ze immer ange­wen­det wer­den und nicht einer wie auch immer zustan­de­ge­kom­me­nen Will­kür unter­lie­gen.

          Die Äuße­run­gen in den sozia­len Netz­wer­ken sind viel­leicht aber nicht unbe­dingt Aus­druck der damit ver­bun­de­nen Unzu­frie­den­heit. Bei man­chen Leu­ten sind sie das. Bei ande­ren spie­len ganz ande­re Absich­ten eine Rol­le (Wie vie­le Trol­le mögen wohl aktiv sein?).
          Dass mit der Min­der­heit, auf die nicht gehört wur­de, kann man doch immer sagen. Je nach Gus­to. Das über­zeugt mich nicht. Im Moment kom­men wie­der vie­le Stim­men hoch, die behaup­ten, es wür­de alles ganz schreck­lich wer­den. Mei­ne Güte. Wir leben im 21. Jahr­hun­dert. Was ist schon alles Schreck­li­ches in der Geschich­te der Mensch­heit pas­siert. Was soll­te uns schon davor bewah­ren, nicht wie­der Feh­ler zu machen und dadurch gra­vie­ren­de Fol­gen in Kauf neh­men zu müs­sen? Dass aber aus­ge­rech­net die Sicht der Min­der­heit die rich­ti­ge sein muss, erschließt sich mir ehr­lich gesagt nicht.

  4. Ob ich mich auch freue? Jein – das muß ich aber etwas erklä­ren:

    - ob Leu­te es mit dem ande­ren, dem glei­chen oder sons­ti­gen Geschlech­tern trei­ben – das muß jeder sel­ber wis­sen, ich habe da kei­ne Berüh­rungs­ängs­te. Eini­ge von mei­nen guten Net-Bekann­ten ste­hen nur/eher auf das glei­che Geschlecht, so what.

    - was mich ein biß­chen stört, ist das Wort „Ehe“ mit „für alle“. Es ist eben ein bio­lo­gi­scher Unter­schied zwi­schen Mann+ Frau, Mann+Mann und Frau+Frau – nur die ers­te Kom­bi­na­ti­on kann auf nor­ma­lem Wege Kin­der zeu­gen…

    …also kann das nicht exakt das glei­che sein. Und eigent­lich soll­te das auch in der Bezeich­nung irgend­wie zum Aus­druck kom­men.

    Aber jetzt kön­nen sich eben alle „Ehe„lichen, Ganz gleich, bis auf…aber das steht schon oben.

    Viel­leicht kommt ja dem­bald ein Antrag von den Sozis, zur Viel­ehe? Das sich Grup­pen von X-Per­so­nen hei­ra­ten kön­nen? Fra­gen wir doch mal den Herrn Schulz mit sei­ner schö­nen, roten Kra­wat­te, grins.

    1. Das mit dem Begriff kann ich schon nach­voll­zie­hen. Ich weiß nicht, ob das nicht nur so etwas wie der „öffent­li­che Kampf­be­griff“ für das The­ma ist. Es geht nicht dar­um, wie das Teil heißt, son­dern was damit in gesell­schaft­li­cher Hin­sicht ver­bun­den ist. Aber mir ist schon klar, dass man das auch anders sehen kann.

      Wir haben gelernt, dass es unter­schied­li­che sexu­el­le Ori­en­tie­run­gen gibt. Dem Bewusst­sein fol­gen die not­wen­di­gen Ein­sich­ten. Wie vie­le Men­schen haben in den Jahr­hun­der­ten zuvor mit Iso­la­ti­on und Ille­ga­li­tät her­um­ge­quält? Gut, dass das ein Ende fin­det. Auch wenn jetzt so getan wird, als hät­ten die Ent­schei­dun­gen nur mit dem „Zeit­geist“ zu tun, es ist ein rich­ti­ger zivi­li­sa­to­ri­scher Schritt, der über­fäl­lig war.
      Des­halb fürch­te ich mich nicht davor, dass in der Fol­ge ande­re Lebens­ent­wür­fe (Viel­ehe etc.) unse­re Moral in Gefahr brin­gen wer­den. Die­se Furcht steckt ja expli­zit in den Argu­men­ten, die du, lie­ber Herr Hugo, ein­ge­führt hast. Poli­ti­ker sind oft Oppor­tu­nis­ten. Aber es gab eine Gewis­sens­ent­schei­dung und was (außer einer Volks­ab­stim­mung) besitzt eine höhe­re Legi­ti­mie­rung?

  5. Der Unter­schied zwi­schen der BTW und einer Volks­ab­stim­mung ist m. E. die Alter­na­tiv­lo­sig­keit, die Vie­le bei der BTW sehen. Man möch­te durch­aus Ver­än­de­run­gen, wie auch in ande­ren euro­päi­schen Län­dern zu beob­ach­ten. Ver­mut­lich wer­den des­halb sehr Vie­le ohne wirk­li­che Über­zeu­gung die FDP wäh­len. Seit Mona­ten wird die FDP von den­sel­ben Medi­en gepusht, die sie Jah­re zuvor fal­len ließ. Aus Angst, die AfD könn­te sonst zu vie­le Stim­men bekom­men. Es wird funk­tio­nie­ren: die Mas­se sieht in der AfD kei­ne Alter­na­ti­ve, weil ihr zu vie­le nega­ti­ve Eti­ket­ten anhaf­ten.

    Sicher kön­nen Volks­ab­stim­mun­gen im eige­nen Sin­ne „nach hin­ten los gehen“. Das muß jedem bewußt sein. Vor­aus­set­zun­gen sind immer zuvor gute Infor­ma­ti­on über das zur Abstim­mung ste­hen­de The­ma und Medi­en, die das Ergeb­nis nicht durch ein­sei­ti­ge Bericht­erstat­tung zu mani­pu­lie­ren ver­su­chen. Z. Z. hier schwer vor­stell­bar.

    Die Min­der­heit, die mir im Kopf her­um­geis­tert, ist eine gut infor­mier­te Éli­te aus Intel­lek­tu­el­len und Wis­sen­schaft­lern. Irgend­wie ist mein Ver­trau­en da immer noch grö­ßer als zu der brei­ten, viel­leicht nicht so gut infor­mier­ten Mas­se. Aller­dings muß man bei jedem Ein­zel­nen hin­ter­fra­gen, wie unab­hän­gig ist er/sie wirk­lich, wel­che poli­ti­schen Abhän­gig­kei­ten bestehen?
    Vor­ges­tern nacht eine sehr gute Doku­men­ta­ti­on auf Phoe­nix gese­hen: Mensch.Macht.Klima. Dort wur­de u. a. genau dies mit Bezug auf die Kli­ma­dis­kus­si­on the­ma­ti­siert: Die immer grö­ße­re Poli­ti­sie­rung der Wis­sen­schaft­ler und deren damit nicht mehr vor­han­de­ne Neu­tra­li­tät und Wahr­haf­tig­keit.

  6. So schlimm? Mir wür­de die ame­ri­ka­ni­sche oder tür­ki­sche Alter­na­tiv­lo­sig­keit wahr­schein­lich mehr zuset­zen. Immer­hin wird es wohl im nächs­ten Bun­des­tag zwei „neue“ Par­tei­en zusätz­lich geben. Das müss­te die Alt-Par­tei­en-Kri­ti­ker doch auf­bau­en?! Dass das eher nicht der Fall ist, habe ich zwar ver­stan­den aber ich tei­le die­se dunk­le Sicht auf unser Land nicht. Selbst nicht, nach­dem, was wir jetzt in Ham­burg erle­ben müs­sen. Aber das ist ja auch ein ande­res The­ma.
    Übri­gens auch eines, dem man – wenn man unbe­dingt will – durch­aus Posi­ti­ves abge­win­nen könn­te. Schließ­lich gehen vie­le Deut­sche auf die Stra­ße und pro­tes­tie­ren gegen etwas. Sicher, dass sind nicht die Zie­le der AfD aber immer­hin… 🙂
    Ich per­sön­lich bin für Volks­ab­stim­mun­gen, weil sie dem Zer­set­zungs­pro­zess etwas Bele­ben­des ent­ge­gen­set­zen wür­den. Dass dabei Ergeb­nis­se gezei­tigt wer­den, die mir und ande­ren nicht pas­sen wür­den, wäre natür­lich unver­meid­lich.
    Ihr Vor­schlag klingt so ein biss­chen nach dem, was „frü­her“ ohne Mur­ren der Bevöl­ke­rung abge­lau­fen ist. Da hat man auf alte, erfah­re­ne Leu­te gehört bzw. die­sen zumin­dest ver­traut. Aber das mit dem Ver­trau­en ist schlicht ein für alle mal vor­über. Wer hat heu­te schon noch in irgend­was Ver­trau­en? Egal, wor­um es auch gehen mag.

    Was die Kli­ma­kis­te anlangt, kommt es mir so vor, als sei auf die Offen­si­ve der Kli­ma­schüt­zer in fast schon nor­ma­ler Gegen­re­ak­ti­on die der Skep­ti­ker gefolgt. Ich durch­schaue die Grün­de (auch nicht die sicher vor­lie­gen­den öko­no­mi­schen Grün­de) nicht, wes­halb Leu­te so vehe­ment für mehr Kli­ma­schutz ein­tre­ten wür­den, wenn ihre Sicht auf die Din­ge wirk­lich so ein­deu­tig falsch wäre. Das leuch­tet mir nicht ein.
    So ist es lei­der wie bei allem: Die einen sind dafür, die ande­ren dage­gen.
    Übri­gens soll ich Ihnen aus­drück­lich schö­ne Grü­ße von mei­nem Schwa­ger aus­rich­ten. Ihre Bei­trä­ge sind sehr inspi­rie­rend für ihn – sagt er.

  7. Nun, ich ver­traue Men­schen mit gesun­dem Men­schen­ver­stand. Die müs­sen nicht alt sein.
    Oft ver­su­che ich mich in die Lage jun­ger Men­schen zu ver­set­zen, die in die­se Welt, so wie sie jetzt ist, hin­ein gebo­ren wur­den, sie nicht anders ken­nen. Es stimmt schon: oft wün­sche ich mir, dass sie den Älte­ren zumin­dest zuhö­ren, um zu ver­ste­hen, dass die auf immer mehr Gebie­ten von Deutsch­land vor­ge­ge­be­ne Alter­na­tiv­lo­sig­keit nicht der Wahr­heit ent­spricht. Denn Älte­re wis­sen um die Alter­na­ti­ven. Als jun­ger Mensch habe ich oft genug gedacht: „Was faselt der alte Sack (die Säc­kin) da?“ Zumin­dest aber habe ich es auf­ge­nom­men, das Reflek­tie­ren kam spä­ter.

    Hier kön­nen Sie sich gut ein Bild machen, wie die Staa­ten der Welt mit dem The­ma „Welt­kli­ma­ret­tung“ im Gegen­satz zu Deutsch­land und trotz Pari­ser Kli­ma­schutz-Kon­fe­renz umge­hen, wer den rich­ti­gen Weg für das Wohl der Bevöl­ke­rung beschrei­tet, Mer­kel oder Trump, ob es Popu­lis­mus oder Schar­la­ta­ne­rie oder Bei­des ist:
    https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/das-abc-von-energiewende-und-gruensprech-40-klimaplan/
    (Ich weiß, wie wenig Sie TE schät­zen, aber Hen­nig ist durch­aus lesens­wert.)
    Das gesam­te The­ma ist poli­tisch, ideo­lo­gisch, nicht mehr wis­sen­schaft­lich, wir wer­den schlicht falsch infor­miert. Des­we­gen sind so vie­le Men­schen so vehe­ment dafür, es klingt ja auch gut.

    Vie­len Dank, Ihr Schwa­ger scheint ein sehr sym­pa­thi­scher Mann zu sein (nicht so sym­pa­thisch wie Sie natür­lich, hehe 😇).

  8. Ich ler­ne oft heu­te noch von älte­ren Men­schen. Mir macht es Spaß, mit mit ihnen zu unter­hal­ten, weil der Erfah­rungs­schatz oft rie­sig ist. Davon kann man pro­fi­tie­ren. Aller­dings fin­de ich, dass wir – die wir inzwi­schen ja auch zu die­sen zäh­len – mit unse­rem Gere­de von frü­her ™ viel­leicht viel ver­der­ben kön­nen. Ich fin­de, die Jun­gen sol­len von den Älte­ren ler­nen und umge­kehrt. Viel­leicht bleibt man so auf­nah­me­fä­hig. Das muss ja nicht in einer unre­flek­tie­ren Über­nah­me der jeweils ande­ren Ansicht enden, hof­fe ich jeden­falls.
    Dan­ke für den Link.
    Wäre es nicht wün­schens­wert oder gebo­ten, dass neue wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se von „der Poli­tik“ auf­ge­nom­men und in Poli­tik umge­setzt wer­den? Klar wür­de ich das kri­tisch sehen, wenn ich mer­ke, dass man mich ver­ar­schen will. Kann man bei so kom­ple­xen The­men da wirk­lich je sicher sein?

  9. @Corinna Fried­rich: Jetzt habe ich end­lich ver­stan­den!

    Laut Abkom­men wer­den alle fünf Jah­re neue, „anspruchs­vol­le­re“ Zie­le fest­ge­legt. Das dürf­te jeg­li­che Groß­in­ves­ti­ti­on in der Indus­trie ver­hin­dern, soll­ten die Staa­ten ihre Selbst­ver­pflich­tun­gen tat­säch­lich ernst neh­men. In Deutsch­land ist dies zu ver­mu­ten.Quel­le: Das ABC von Ener­gie­wen­de und Grün­sprech 40 – Kli­ma­plan | LINK

    Die deut­sche Regie­rung ist noch viel blö­der, als die aller ande­ren Län­der. Und das ver­mut­lich in ers­ter Linie des­halb, weil sie nicht einem Herrn Hen­nig folgt, son­dern irgend­wel­chen ande­ren daher­ge­lau­fe­nen so genann­ten Wis­sen­schaft­lern. Ehr­lich gesagt: ich habe nichts gele­sen, was ich mich über­zeugt hät­te. Im Gegen­teil. Den Grund für die­se „blö­de“ Agen­da hat Herr Hen­nig irgend­wie ver­ges­sen zu erklä­ren. Oder ist es wirk­lich die pure Blöd­heit? Kauf ich nicht!

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