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Knoppix Version 8 für neue Aufgaben

  • Lesezeit: 3 Minuten
Knoppix

Warum sollte ich mich nicht endlich mit Linux anfreunden, wo ich vor Jahren doch so positive Erfahrungen mit der Rettung meiner Windows-Daten via Live-CD Knoppix gemacht hatte.

Ein Artikel bei Golem über die ganz neue Version dieses Linux Derivates erinnerte mich an die sehr guten Erfahrungen mit »Knoppix« oder sagen wir besser, an eine ganz spezielle gute Erfahrung.

Damals, es war 2007, hätte ich fast einen dieser Systemabstürze hingelegt, von denen sich das damals aktive Windows schwer erholte. Jedenfalls steckte mir diese »Krise« noch eine Weile in den Knochen.

***

Hier die Geschichte:

Kurz vor meinem Urlaub, genauer gesagt 1 Tag vor unserem Abflug, hatte mein PC ein ziemliches Problem. Manchem wird das angesichts des bevorstehenden Urlaubs unverständlich sein: Das Ding musste wieder laufen und zwar noch vor dem Urlaub. Das gehört so. Also packte ich die Kiste zusammen und fuhr zu einem Freund. Wir fanden nach Stunden heraus, dass zwei Dinge unglücklicherweise zusammen kamen. Zum einen war die Grafikkarte hin, weshalb kein Systemstart mehr möglich war. Nicht mal das Bios wurde nach dem Einschalten hochgefahren.

Grafikkarte und Systempartition waren im Eimer

Das war noch relativ easy, obwohl man auch natürlich erst einmal herausfinden muss. Die Ersatzgrafikkarte brachte Licht ins Dunkel.

Leider wars damit nicht getan. Die Systempartition meines Rechners war beschädigt. Alle Reparaturversuche, u.a. mit der Windows-Wiederherstellungskonsole, blieben erfolglos. Keine guten Aussichten. Aber es war ja noch Zeit…

Die Datensicherung musste her. Die hatte ich. Nicht ganz aktuell aber immerhin nur ungefähr 2 Wochen alt. Hätte ich diese mit dem Programm »Drive Backup« von Paragon gemacht, hätte ich jetzt nicht dieses Problem. Aber ich musste ja mal wieder etwas Neues ausprobieren.

Tipp:  Menschliche und 😱 technische Limits

Backup – Datensicherung

Paragon Drive Copy 2007 hieß die Alternative. Leider hatte ich mich nicht eingelesen. So hatte ich auf meinem USB-Laufwerk eine komplette Kopie meiner Festplatten, also u.a. auch die der defekten C-Partition, wusste aber (noch) nicht, wie ich die Daten auf die neu formatierte Festplatte kriegen sollte.

Also habe ich die Live-CD mit Knoppix eingelegt und über die sofort funktionierende Internet-Verbindung die neueste Version des Programms downzuloaden. Mit dieser, das wusste ich, konnte man auch NTFS-Partitionen beschreiben. Alles funktionierte reibungslos!

Das Iso-File habe ich dann auf eine CD gebrannt und mit dem neuen Knoppix gebootet. Dann habe ich die Daten einfach 1:1 von der Sicherung auf die neu formatierte C-Partition kopiert. Ich war selbst etwas überrascht, aber es funktionierte ohne Probleme.

System gerettet

So fasst man natürlich auch Vertrauen zu einem System, das einem bisher aufgrund der technischen »Besonderheiten« immer fremd geblieben ist. Natürlich habe ich die Knoppix-Live-CD zu meiner System-Recovery-CD gelegt – für alle Fälle.

Gestern habe ich mir ein immerhin 9,90 Euro teures Spezialheft mit dem Titel: »Linux – Europas großes Magazin für Linux« gekauft. Untertitel:

OpenSuse 10.3

Komplette Distribution (4 GB)

1000 Gratis-Programme

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Installation ohne Risiko!

Testen Sie das beste Linux aller Zeiten

Selbst die Neupartition sollte gefahrlos vonstatten gehen. Ein Bootmanager wird mitgeliefert. Toll! Wieder was für mich. Kein Risiko. Aus der Sicht eines Windows-Nutzers mal was Neues.

Es begann der Start der Installation. Alles ging reibungslos, wie geschmiert. Mein Vertrauen wird nicht enttäuscht.

Ruhe behalten

Doch dann: Mitten im beginnenden Partionierungsvorgang erschien eine Fehlermeldung. Leider, wie es nicht anders zu erwarten war, arg krypisch (wie bei Linux und anderen Systemen immer üblich). Dazu in englischer Sprache, obwohl die Installation der deutschen Version gerade ablief. Aber das ist ja auch bei anderen Betriebssystemen oder Programmen keine Ausnahme. Nur ein Abbruch war möglich.

Tipp:  Einige nicht unkritische Gedanken zum technischen 🚕 Fortschritt

Was war nun mit meinem Windows-System? Mir schwante Böses. Und natürlich: Die Linux-CD hatte ich entfernt. Beim Bootvorgang blieb das System hängen – im üblichen Stil von Windows, nämlich ganz ohne einen Hinweis.

Kein Bluescreen, keine Fehlermeldung. Nur ein schwarzer Bildschirm. System aus. System an. Nix. Prima! Immer gut, wenn Vertrauen belohnt wird, dachte ich.

War ich schon wieder urlaubsreif? Nein, ich behielt die Nerven. Ruckzuck war das System wieder hergestellt.

Aus Gründen, die ich nicht verstanden habe, lief der abgesicherte Modus nämlich, den ich als nächstes ausprobiert habe. Das Windows-System war also unbeschädigt – zumindest im Kern. Ich habe dann noch mal gebootet und die letzte funktionierende Konfiguration ausgewählt. Dann war alles wieder ok. Die CD habe ich weggelegt. Das Sonderheft brauch ich vorerst nicht mehr.

***

Ich blieb trotzdem bei Windows und seit einigen Jahren bei Apple – Systemen. Auf Linux greife ich zurück, wenn ich mal wieder ein Problem haben sollte. Eigentlich ungerecht. Aber das Einarbeiten in dieses System fällt mir immer noch zu schwer. Der Mensch (ich jedenfalls) ist ein Gewohnheitstier.


Hier einige Links zum Thema Knoppix 8

  • In eigener Sache: DELUG-DVD » Linux-Magazin | Quelle
  • Knoppix 8 bringt Hybrid-Image fürs einfache Bespielen von USB-Sticks | heise online | Quelle
  • KNOPPIX Linux Live CD | Quelle

zuerst veröffentlicht bei Netzexil.de

Merkel und Trump bei der Pressekonferenz
Aufschlussreich fand ich, dass die Beschreibung des Wechsels in der Führungsetage des Kölner Lebensmittelkonzerns REWE mit…
#trump
Daran, dass Trump lügt und sich selbst dann nicht korrigiert, wenn er dabei erwischt wird, ist…
Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Ja, das Gewohnheitstier in uns… ich nutze seit Herbst 2006 Ubuntu, anfangs noch im Dual-Boot mit Windows XP, seit April 2007 dann ausschließlich Ubuntu. Seitdem hatte ich kein Windows mehr auf meinen Rechnern. Äh, wie ich gerade feststelle, sind das jetzt genau 10 Jahre!

    Ich hatte seitdem auch bei den halbjährlichen Systemupdates (jeweils im April und Oktober) immer mal wieder Probleme mit schwarz bleibenden Bildschirmen und nicht mehr startenden Systemen. Da hilft dann einfach eine komplette Neuinstallation ohne Neupartitionierung, der /home-Zweig bleibt dabei ja unberührt erhalten.

    Wie leicht heute eine Einarbeitung in Linux von Windows ausgehend ist, kann ich gar nicht beurteilen, da ich seit XP mit keinem anderen Windows mehr gearbeitet habe.

  2. Bei mir hatte die lange und fortdauernde Treue zu Windows mit meinem Job zu tun. Die notwendigen Programme gibt es für Linux – Systeme leider nicht. Die Bereitschaft in Unternehmen, verschiedene Plattformen zu nutzen, geht wohl gegen Null. In meiner Firma war die Nutzung von Apple-Systemen verboten, Unix-Systeme ohnehin. Alles MS.

    Wenn man derart an ein System gewöhnt ist, fällt ein Wechsel im Lauf der Zeit umso schwerer. Inzwischen bin ich privat längst bei Win10 (von Beginn an) angelangt. Ich bin damit äußerst zufrieden und sehe auch gar keine Notwendigkeit mehr, einen Systemwechsel ins Auge zu fassen. Es ist einfach so wie du sagst… Gewohnheit.

    Vor einigen Monaten habe ich mir ein neues Notebook zugelegt. Das ist endlich ein Apple MacPro. Ich bin begeistert von dem Teil.

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