Knoppix Version 8 Für Neue Aufgaben

Warum sollte ich mich nicht endlich mit Lin­ux anfre­un­den, wo ich vor Jahren doch so pos­i­tive Erfahrun­gen mit der Ret­tung mein­er Win­dows-Dat­en via Live-CD Knop­pix gemacht hat­te.

Ein Artikel bei Golem über die ganz neue Ver­sion dieses Lin­ux Derivates erin­nerte mich an die sehr guten Erfahrun­gen mit “Knop­pix” oder sagen wir bess­er, an eine ganz spezielle gute Erfahrung.

Damals, es war 2007, hätte ich fast einen dieser Sys­temab­stürze hin­gelegt, von denen sich das damals aktive Win­dows schw­er erholte. Jeden­falls steck­te mir diese “Krise” noch eine Weile in den Knochen.

***

Hier die Geschichte:

Kurz vor meinem Urlaub, genauer gesagt 1 Tag vor unserem Abflug, hat­te mein PC ein ziem­lich­es Prob­lem. Manchem wird das angesichts des bevorste­hen­den Urlaubs unver­ständlich sein: Das Ding musste wieder laufen und zwar noch vor dem Urlaub. Das gehört so. Also pack­te ich die Kiste zusam­men und fuhr zu einem Fre­und. Wir fan­den nach Stun­den her­aus, dass zwei Dinge unglück­licher­weise zusam­men kamen. Zum einen war die Grafikkarte hin, weshalb kein Sys­tem­start mehr möglich war. Nicht mal das Bios wurde nach dem Ein­schal­ten hochge­fahren.

Grafikkarte und Systempartition waren im Eimer

Das war noch rel­a­tiv easy, obwohl man auch natür­lich erst ein­mal her­aus­find­en muss. Die Ersatz­grafikkarte brachte Licht ins Dunkel.

Lei­der wars damit nicht getan. Die Sys­tem­par­ti­tion meines Rech­n­ers war beschädigt. Alle Reparaturver­suche, u.a. mit der Win­dows-Wieder­her­stel­lungskon­sole, blieben erfol­g­los. Keine guten Aus­sicht­en. Aber es war ja noch Zeit…

Die Daten­sicherung musste her. Die hat­te ich. Nicht ganz aktuell aber immer­hin nur unge­fähr 2 Wochen alt. Hätte ich diese mit dem Pro­gramm “Dri­ve Back­up” von Paragon gemacht, hätte ich jet­zt nicht dieses Prob­lem. Aber ich musste ja mal wieder etwas Neues aus­pro­bieren.

Backup — Datensicherung

Paragon Dri­ve Copy 2007 hieß die Alter­na­tive. Lei­der hat­te ich mich nicht ein­ge­le­sen. So hat­te ich auf meinem USB-Laufw­erk eine kom­plette Kopie mein­er Fest­plat­ten, also u.a. auch die der defek­ten C-Par­ti­tion, wusste aber (noch) nicht, wie ich die Dat­en auf die neu for­matierte Fest­plat­te kriegen sollte.

Also habe ich die Live-CD mit Knop­pix ein­gelegt und über die sofort funk­tion­ierende Inter­net-Verbindung die neueste Ver­sion des Pro­gramms downzu­load­en. Mit dieser, das wusste ich, kon­nte man auch NTFS-Par­ti­tio­nen beschreiben. Alles funk­tion­ierte rei­bungs­los!

Das Iso-File habe ich dann auf eine CD gebran­nt und mit dem neuen Knop­pix gebootet. Dann habe ich die Dat­en ein­fach 1:1 von der Sicherung auf die neu for­matierte C-Par­ti­tion kopiert. Ich war selb­st etwas über­rascht, aber es funk­tion­ierte ohne Prob­leme.

System gerettet

So fasst man natür­lich auch Ver­trauen zu einem Sys­tem, das einem bish­er auf­grund der tech­nis­chen “Beson­der­heit­en” immer fremd geblieben ist. Natür­lich habe ich die Knop­pix-Live-CD zu mein­er Sys­tem-Recov­ery-CD gelegt — für alle Fälle.

Gestern habe ich mir ein immer­hin 9,90 Euro teures Spezial­heft mit dem Titel: “Lin­ux — Europas großes Mag­a­zin für Lin­ux” gekauft. Unter­ti­tel:

Open­Suse 10.3

Kom­plette Dis­tri­b­u­tion (4 GB)

1000 Gratis-Pro­gramme

Bril­lante Optik durch neue KDE4

Instal­la­tion ohne Risiko!

Testen Sie das beste Lin­ux aller Zeit­en

Selb­st die Neu­par­ti­tion sollte gefahr­los von­stat­ten gehen. Ein Boot­man­ag­er wird mit­geliefert. Toll! Wieder was für mich. Kein Risiko. Aus der Sicht eines Win­dows-Nutzers mal was Neues.

Es begann der Start der Instal­la­tion. Alles ging rei­bungs­los, wie geschmiert. Mein Ver­trauen wird nicht ent­täuscht.

Ruhe behalten

Doch dann: Mit­ten im begin­nen­den Par­tion­ierungsvor­gang erschien eine Fehler­mel­dung. Lei­der, wie es nicht anders zu erwarten war, arg kryp­isch (wie bei Lin­ux und anderen Sys­te­men 🙂 immer üblich). Dazu in englis­ch­er Sprache, obwohl die Instal­la­tion der deutschen Ver­sion ger­ade ablief. Aber das ist ja auch bei anderen Betrieb­ssys­te­men oder Pro­gram­men keine Aus­nahme. Nur ein Abbruch war möglich.

Was war nun mit meinem Win­dows-Sys­tem? Mir schwante Bös­es. Und natür­lich: Die Lin­ux-CD hat­te ich ent­fer­nt. Beim Bootvor­gang blieb das Sys­tem hän­gen — im üblichen Stil von Win­dows, näm­lich ganz ohne einen Hin­weis.

Kein Blue­screen, keine Fehler­mel­dung. Nur ein schwarz­er Bild­schirm. Sys­tem aus. Sys­tem an. Nix. Pri­ma! Immer gut, wenn Ver­trauen belohnt wird, dachte ich.

War ich schon wieder urlaub­sreif? Nein, ich behielt die Ner­ven. Ruck­zuck war das Sys­tem wieder hergestellt.

Aus Grün­den, die ich nicht ver­standen habe, lief der abgesicherte Modus näm­lich, den ich als näch­stes aus­pro­biert habe. Das Win­dows-Sys­tem war also unbeschädigt — zumin­d­est im Kern. Ich habe dann noch mal gebootet und die let­zte funk­tion­ierende Kon­fig­u­ra­tion aus­gewählt. Dann war alles wieder ok. Die CD habe ich weggelegt. Das Son­der­heft brauch ich vor­erst nicht mehr.

***

Ich blieb trotz­dem bei Win­dows und seit eini­gen Jahren bei Apple — Sys­te­men. Auf Lin­ux greife ich zurück, wenn ich mal wieder ein Prob­lem haben sollte. Eigentlich ungerecht. Aber das Einar­beit­en in dieses Sys­tem fällt mir immer noch zu schw­er. Der Men­sch (ich jeden­falls) ist ein Gewohn­heit­sti­er.


Hier einige Links zum The­ma Knop­pix 8

  • In eigen­er Sache: DELUG-DVD » Lin­ux-Mag­a­zin | Quelle
  • Knop­pix 8 bringt Hybrid-Image fürs ein­fache Bespie­len von USB-Sticks | heise online | Quelle
  • KNOPPIX Lin­ux Live CD | Quelle

zuerst veröf­fentlicht bei Netzexil.de

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Ja, das Gewohn­heit­sti­er in uns… ich nutze seit Herb­st 2006 Ubun­tu, anfangs noch im Dual-Boot mit Win­dows XP, seit April 2007 dann auss­chließlich Ubun­tu. Seit­dem hat­te ich kein Win­dows mehr auf meinen Rech­n­ern. Äh, wie ich ger­ade fest­stelle, sind das jet­zt genau 10 Jahre!

    Ich hat­te seit­dem auch bei den hal­b­jährlichen Sys­temup­dates (jew­eils im April und Okto­ber) immer mal wieder Prob­leme mit schwarz bleiben­den Bild­schir­men und nicht mehr star­tenden Sys­te­men. Da hil­ft dann ein­fach eine kom­plette Neuin­stal­la­tion ohne Neu­par­ti­tion­ierung, der /home-Zweig bleibt dabei ja unberührt erhal­ten.

    Wie leicht heute eine Einar­beitung in Lin­ux von Win­dows aus­ge­hend ist, kann ich gar nicht beurteilen, da ich seit XP mit keinem anderen Win­dows mehr gear­beit­et habe.

  2. Bei mir hat­te die lange und fort­dauernde Treue zu Win­dows mit meinem Job zu tun. Die notwendi­gen Pro­gramme gibt es für Lin­ux — Sys­teme lei­der nicht. Die Bere­itschaft in Unternehmen, ver­schiedene Plat­tfor­men zu nutzen, geht wohl gegen Null. In mein­er Fir­ma war die Nutzung von Apple-Sys­te­men ver­boten, Unix-Sys­teme ohne­hin. Alles MS.

    Wenn man der­art an ein Sys­tem gewöh­nt ist, fällt ein Wech­sel im Lauf der Zeit umso schw­er­er. Inzwis­chen bin ich pri­vat längst bei Win10 (von Beginn an) ange­langt. Ich bin damit äußerst zufrieden und sehe auch gar keine Notwendigkeit mehr, einen Sys­temwech­sel ins Auge zu fassen. Es ist ein­fach so wie du sagst… Gewohn­heit.

    Vor eini­gen Monat­en habe ich mir ein neues Note­book zugelegt. Das ist endlich ein Apple MacPro. Ich bin begeis­tert von dem Teil.

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