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Es war etwa Mit¬≠te der 1990er Jah¬≠re. Ich ging ins B√ľro eines Kol¬≠le¬≠gen und frag¬≠te ihn, wor¬≠an er gera¬≠de arbei¬≠tet. Er war dabei, die Abrech¬≠nung f√ľr das ‚ÄěDua¬≠le Sys¬≠tem‚Äú (Gr√ľ¬≠ner Punkt) zu erstel¬≠len.

Ich wei√ü noch, dass das fr√ľ¬≠her ‚ĄĘ eine arge Rech¬≠ne¬≠rei war. Mir war die¬≠ses Ver¬≠gn√ľ¬≠gen auch schon zuteil gewor¬≠den. Zu die¬≠sem Zweck muss¬≠ten alle m√∂g¬≠li¬≠chen Daten aus dem Betrieb abge¬≠fragt, die Mate¬≠ria¬≠li¬≠en iden¬≠ti¬≠fi¬≠zie¬≠ren und schlie√ü¬≠lich die errech¬≠ne¬≠ten Wer¬≠te in ein Mel¬≠de¬≠blatt √ľber¬≠tra¬≠gen wer¬≠den.

¬ęExcel¬Ľ gab es zu die¬≠sem Zeit¬≠punkt schon eine Wei¬≠le. Aber vie¬≠le Leu¬≠te waren im Umgang mit die¬≠sen Tools noch nicht ge√ľbt. Ich w√ľr¬≠de sogar sagen, sie hat¬≠ten √ľber¬≠haupt kei¬≠ne Ahnung, wozu man Tabel¬≠len¬≠kal¬≠ku¬≠la¬≠tio¬≠nen √ľber¬≠haupt nut¬≠zen konn¬≠te.

Der Kol¬≠le¬≠ge schick¬≠te sich an, die ben√∂¬≠tig¬≠ten Wer¬≠te mit sei¬≠nen Taschen¬≠rech¬≠ner zu ermit¬≠teln. Die Ergeb¬≠nis¬≠se notier¬≠te er sich auf einem Blatt. Im n√§chs¬≠ten Schritt woll¬≠te er das Ergeb¬≠nis in eine Excel- Auf¬≠stel¬≠lung ein¬≠zu¬≠tip¬≠pen, die die Basis f√ľr die Abrech¬≠nung des DSD (Dua¬≠les Sys¬≠tem Deutsch¬≠land) bil¬≠de¬≠te.

Viel¬≠leicht war das ein biss¬≠chen gemein, aber ich muss¬≠te ange¬≠sichts die¬≠ses Ver¬≠fah¬≠rens wirk¬≠lich laut lachen. Dem armen Kerl hat¬≠te kei¬≠ner ver¬≠ra¬≠ten, wie n√ľtz¬≠lich eine Tabel¬≠len¬≠kal¬≠ku¬≠la¬≠ti¬≠ons¬≠pro¬≠gramm in sol¬≠chen F√§l¬≠len sein konn¬≠te.

Mit dem Taschen¬≠rech¬≠ner kam man selbst¬≠ver¬≠st√§nd¬≠lich auch ans Ziel. Aber das dau¬≠er¬≠te wesent¬≠lich l√§n¬≠ger und war deut¬≠lich feh¬≠ler¬≠an¬≠f√§l¬≠li¬≠ger.


Die­ser Tweet hat mich an die Geschich­te erin­nert:


Noch eine Geschichte aus dieser ¬ęPionierzeit der IT¬Ľ

Per¬≠ma¬≠nen¬≠te Ver¬≠bin¬≠dun¬≠gen √ľber Rou¬≠ter gab es damals nicht. Jeden¬≠falls nicht in dem Sin¬≠ne, wie die¬≠se heu¬≠te f√ľr uns l√§ngst selbst¬≠ver¬≠st√§nd¬≠lich gewor¬≠den sind.

Statt¬≠des¬≠sen wur¬≠den Modems benutzt, die im Bedarfs¬≠fall ein¬≠ge¬≠schal¬≠tet wur¬≠den. Wenn man also E-Mail oder Daten ver¬≠schi¬≠cken oder emp¬≠fan¬≠gen woll¬≠te, war man gezwun¬≠gen zun√§chst eine Ver¬≠bin¬≠dung zum ent¬≠spre¬≠chen¬≠den Dienst auf¬≠bau¬≠en. (Sie haben Post‚Ķ)

Ein Kol¬≠le¬≠ge muss¬≠te eine f√ľr dama¬≠li¬≠ge Ver¬≠h√§lt¬≠nis¬≠se enorm gro¬≠√üe Datei an eine Wer¬≠be¬≠agen¬≠tur ver¬≠schi¬≠cken. Sie war ca. 60 Mb schwer. Damals eine rie¬≠si¬≠ge Men¬≠ge.

Er dach¬≠te sich, schreib eine E-Mail und f√ľge die Datei als Anla¬≠ge bei. Dann dr√ľck¬≠te er den Sen¬≠den-Knopf. Er wun¬≠der¬≠te sich, als die zust√§n¬≠di¬≠ge Dame von der Wer¬≠be¬≠agen¬≠tur unge¬≠f√§hr eine Stun¬≠de sp√§¬≠ter die Datei noch immer nicht erhal¬≠ten hat¬≠te.

Also, sag¬≠te er sich, schick die Datei ein¬≠fach noch ein¬≠mal los. Er tat das auch noch ein drit¬≠tes Mal. Kei¬≠ne der so drin¬≠gen¬≠den Nach¬≠rich¬≠ten erreich¬≠te den Emp¬≠f√§n¬≠ger. Die dama¬≠li¬≠gen tech¬≠ni¬≠schen Limi¬≠te sorg¬≠ten daf√ľr.

Schließ­lich muss­te ein Bote los­ge­schickt wer­den.

Die Geschich¬≠te war f√ľr man¬≠che ein Br√ľl¬≠ler. Jeden¬≠falls bei denen, denen die bestehen¬≠den Begren¬≠zun¬≠gen gel√§u¬≠fig waren.

Vie¬≠le von uns haben ver¬≠ges¬≠sen, wel¬≠che wahn¬≠sin¬≠ni¬≠gen Fort¬≠schrit¬≠te wir in vie¬≠ler¬≠lei Hin¬≠sicht gemacht haben. Damals war selbst die all¬≠t√§g¬≠li¬≠che Nut¬≠zung von E-Mails noch abso¬≠lu¬≠tes #Neu¬≠land. Mit¬≠te der 1990er Jah¬≠re, erin¬≠ne¬≠re ich mich, hat¬≠ten vie¬≠le Kol¬≠le¬≠gin¬≠nen und Kol¬≠le¬≠gen in unse¬≠rer Ver¬≠wal¬≠tung noch nicht ein¬≠mal einen PC an ihrem Arbeits¬≠platz. Die¬≠se kamen aller¬≠dings bald. Dann ging es Schlag auf Schlag.

Wahlen
Wel¬≠ches Zeug¬≠nis stel¬≠le ich unse¬≠rer rot/‚Äčgr√ľnen Regie¬≠rung aus? Schlie√ü¬≠lich habe ich die schon zwei¬≠mal gew√§hlt! Was mache‚Ķ 
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Die Regen­schau­er hiel­ten sich heu­te ja Gott sei Dank in Gren­zen. Gut, dass die Wet­ter­frö­sche…

Dan¬≠ke f√ľrs Tei¬≠len

Horst Schulte

Ich bin Horst Schulte und blogge seit 2004. Am liebsten schreibe ich √ľber gesellschaftliche und politische Fragen. Aber ab und an gibt es hier auch etwas zum Thema Bloggen, Wordpress und ein paar Fotos.

Meine ersten Gehversuche als Blogger machte ich mit den Blogs finger.zeig.net, später mit querblog.de und noch etwas später mit netzexil.de

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Schon wit¬≠zig, wenn jemand sich ein lee¬≠res Excels¬≠heet aus¬≠druckt, um es dann aus¬≠zu¬≠f√ľl¬≠len. Die¬≠se fr√ľ¬≠hen Zei¬≠ten mit Word und Excel und Win¬≠dows 1.1 kann sich wohl kaum noch jemand vor¬≠stel¬≠len. Mei¬≠ne Kin¬≠der haben das nicht mehr mit¬≠er¬≠lebt und ich hat¬≠te damals einen sol¬≠chen Hei¬≠den¬≠re¬≠spekt davor, dass ich es nicht ger¬≠ne benutzt habe. Und das, obwohl ich 1987 einen CAD-Kurs besucht habe. Die Bild¬≠schir¬≠me waren damals schwarz mit gr√ľ¬≠ner oder wei¬≠√üer Schrift.
    Toll f√ľr die Augen! ūüėČ
    LG Sabie­nes

  2. Die Bild¬≠schir¬≠me fr√ľ¬≠her waren der Knal¬≠ler. Aber sogar die wei¬≠√üe Schrift, erin¬≠ne¬≠re ich mich, wur¬≠de gg√ľ. dem gr√ľ¬≠nen Exem¬≠plar schon als Fort¬≠schritt betrach¬≠tet. In die¬≠sen ¬ępaar¬Ľ Jah¬≠ren hat sich so viel ge√§n¬≠dert, dass ich es manch¬≠mal kaum glau¬≠ben kann.

    Inzwi¬≠schen nut¬≠ze ich f√ľr die weni¬≠gen Auf¬≠ga¬≠ben kein Excel, kein Word und schon gar kein Access mehr. Obwohl ich die¬≠se Pro¬≠gram¬≠me wirk¬≠lich beherrscht und ¬ędamals¬Ľ auch gern benutzt habe. 

    LG H.

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