Menü
Politik

Präsident Barack Obama geht, das Trump kommt

Ja, Obamas Amtszeit war wohl nicht mit den Erfolgen gesegnet, die viele erwartet und sich gewünscht haben.

Dass zumindest einige dieser Misserfolge auf George W. Bushs schweren Fehlentscheidungen und nicht zuletzt auf die permanent alles blockierenden Republikaner mit ihrer reaktionären Tea-Party zurückzuführen waren, wollen die Trump – Fans ebenso wenig hören wie die, die hier in Deutschland – egal aus welchen Gründen – gegen Obama waren. Übrigens glaube ich, dass die Ablehnung Obamas nicht nur in den USA, sondern auch hier nicht selten schlicht und ergreifend rassistisch begründet ist. Angeblich muss eine Demokratie damit leben. Besorgte und verängstige Bürger und die sie repräsentierenden Politiker haben uns das klarzumachen versucht.

Die manchmal ungezügelten und negativen „Nachrufe“ finde ich schade, weil ich überzeugt davon war, dass wir im 21. Jahrhundert auf die positiven Erfahrungen mit dem ersten schwarzen US-Präsidenten hätten aufbauen können. Die Enttäuschung über meine persönliche Naivität muss ich erst einmal verdauen.

Obamas Versöhnungsversuche mit den Muslimen haben sich im geschichtlichen Kontext vermutlich ins Negative verkehrt. Seine Rede in Kairo repräsentierte einen Leuchtturm, der durch die folgenden Maßnahmen seiner Regierung eingerissen wurde. Er hat selbst eingeräumt, dass die Intervention in Libyen sein schwerster Fehler gewesen ist.

Ich kann zwar verstehen, dass die Amerikaner in Syrien nicht militärisch eingreifen wollten. Aber Obama hätte nicht mehrfach von „roten Linien“ reden dürfen, die zu keinerlei Konsequenzen führten, nachdem sie überschritten wurden.

Irak, Afghanistan, Syrien, Libyen – die Amerikaner – nicht allein Obama – destabilisierten die Region und haben im Rücken der Krisen Putin stark gemacht. Dass dieser kritischen Lage bald ein neuer Konflikt mit Iran an die Seite treten könnte, weil der Neue im Weißen Haus vom Atomdeal überhaupt nichts hält, mindert meine Sorge nicht.

Auf absehbare Zeit heißt das aber auch, dass der Westen damit die Feindschaft zur Bevölkerung arabisch-muslimischer Völker in diesem Raum zementiert hat. Eine sehr schwere Hypothek, unter der selbstverständlich auch Europa zu leiden hat.

Obama macht  – trotz aller Zukunftssorgen, die viele Amerikaner und Europäer mit ihm teilen – in dem Stil weiter, den wir von ihm gewohnt sind. Immer souverän, immer höflich und sympathisch. Das mögen keine Kategorien in der Politik sein. Ich fand allein diesen Unterschied zu anderen sehr bemerkenswert und besonders.

Ich bin sicher, dass ich Barack Obama sehr vermissen werde.

"Dem haben wir es mal richtig besorgt, dem Hensel." Ich glaube, anspruchsvoller geht es in den Köpfen der Leute nicht zu, die mit Zehntausenden von Hasstweets, Kommentaren, Postings oder Mails zur Jagd auf Hensel geblasen haben. Hensel, der es gewagt hatte, Werbekunden darauf hinzuweisen, auf welchen Seiten da für ihre Produkte geworben wird.…
Viele von uns haben schon den Vorwurf an die Muslime gehört, sie engagierten sich zu wenig gegen islamistischen Terror. Dass man es "den Leuten" vermutlich nie Recht machen kann, zeigt ein Beispiel, auf das ich durch einen Tweet aufmerksam wurde, der von Rechten fleißig geteilt wurde. Bitte !!! Teilen - Teilen…

Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Da habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin 63 Jahre alt und lebe in einem kleinen Ort, nicht weit von Köln entfernt. Meine Hauptthemen hier im Blog sind Gesellschaft, Politik und Medien.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Suche