Roland Tichy Soll Morddrohungen Erhalten Haben

Poli­tis­che Geg­n­er­schaft kann erschreck­end weit gehen. Lei­der erleben wir das voraus­sichtlich in diesem Wahl­jahr in noch viel aus­geprägter­er Form als bish­er schon.

Auf eine Unter­stel­lung wie die, die Katha­ri­na Nocun heute getweet­et hat, wäre ich nicht gekom­men:

Man muss von einem Men­schen schon sehr schlecht denken, um so abwegige Gedanken zu entwick­eln. Dabei bin ich auch nicht ger­ade zahm, wenn es um Roland Tichys Blog geht.

Ich mag ihn und seinen Blog nicht!

Ja, vielle­icht kön­nte man meine Hal­tung zu sehr vie­len Artikeln bei “Tichys Ein­blick” fast pathol­o­gisch (á la Fritz) nen­nen.

Nein, jet­zt ger­ade nicht!

Roland Tichys schreibt in seinem heuti­gen Artikel, dass er seine Posi­tion bei XING News aufgegeben und dass er Mord­dro­hun­gen erhal­ten habe.

Wenn das stimmt, ist jet­zt der Zeit­punkt, sich klar von den Leuten zu dis­tanzieren, die das gemacht haben!

Ich dis­tanziere mich von denen, die in der poli­tis­chen Auseinan­der­set­zung soweit gehen, Mord­dro­hun­gen gegen Men­schen auszus­prechen, die ander­er Mei­n­ung sind als man selb­st.


Es tut mir leid, dass die poli­tis­che Auseinan­der­set­zung diese Entwick­lung genom­men hat.

Mit vielem, was bei “Tichys Ein­blick”, auf anderen recht­en, recht­spop­ulis­tis­chen oder recht­sradikalen Blogs geschrieben wird, ste­he ich per­ma­nent auf Kriegs­fuß. Meine Leser wis­sen das.

Ich finde, dass dort das ohne­hin zu starke recht­sna­tionale und recht­sex­treme poli­tis­che Spek­trum nicht nur bedi­ent, son­dern weit­er befeuert wird. Die Art und Weise, in der so ziem­lich alle demokratis­chen Insti­tu­tio­nen herun­tergemacht wer­den, ist für mich oft unerträglich.

Zur Lek­türe: «Demokratisierung» des Has­s­es: Masse, Meute, Mob | Quelle

Was die Autoren als berechtigte Kri­tik an den Regieren­den, der par­la­men­tarischen Oppo­si­tion und an einem Großteil unser­er Medi­en äußern, klingt für mich wie fortwährende Het­ze. Ich sehe den destruk­tiv­en Charak­ter in diesen Artikeln. Und der macht mir Angst. Angst, dass unsere Demokratie, die für viele von Tichys Lesern wohl längst keine mehr ist, langsam aber sich­er zer­stört wird. Ich weiß: vielle­icht bin ich im Unrecht und die im Recht. Aber ich kann nun mal nur eine Posi­tion ein­nehmen. Ich habe mich dafür entsch­ieden, dass ich Deutsch­land — trotz allem — für ein gutes und lebenswertes Land halte. Und ich mag diesen anhal­tenden Defätismus nicht, weil er auch nicht ansatzweise irgen­deinen kon­struk­tiv­en Gedanken offen­baren würde.

Ich weiß — auch Leute, die mir poli­tisch näher ste­hen, sehen in diesen Artikeln nichts anderes als freie Mei­n­ungsäußerun­gen.

Ich war sehr ein­ver­standen mit der starken Kri­tik an Fritz’s Beitrag bei Tichys Ein­blick. Aber — dort hat man schnell reagiert und — ich wieder­hole das heute noch ein­mal — es war eine richtige und sou­veräne Entschei­dung. Punkt.


Angesichts der weitre­ichen­den Fol­gen des Shit­storms gegen Tichys wird sich der Kon­flikt zwis­chen Links/grün und Rechts nun noch weit­er zus­pitzen. Nicht nur durch die Arbeit dieses Medi­ums, son­dern die Reak­tion auf diese Dinge kocht im Netz nicht nur für die Dauer eines Shit­storm auf. Soviel ist sich­er!

Die Öffentlichkeit darf insofern Tichys Aus­sage, er wolle sich nach seinem Auss­chei­den bei XING News nun ver­stärkt seinem Blog “Tichys Ein­blick” wid­men, get­rost als Dro­hung ver­ste­hen. Ich freue mich nicht darauf.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Naja.
    Auch wenn ich solche Shit­storm-Aktio­nen nicht beson­ders schätze (es sei denn, ich bin ger­ade mal sel­ber beteiligt 😉 ), hält sich mein Mitleid in Gren­zen.
    Mord­dro­hun­gen sind natür­lich ganz was anderes, aber ob das stimmt?
    LG Sabi­enes

  2. Inwieweit es stimmt ver­mag ich nicht zu sagen. Mir ist aufge­fall­en, dass Tichys gestern Abend bei Phoenix (Unter den Lin­den) ange­grif­f­en aus­sah. Aber das kann auch andere Gründe gehabt haben.

    Meine Sym­pa­thie hat der Mann noch nie gehabt. Shit­storms hat Tichy auch schon geholfen auszulösen — gegen poli­tisch Ander­s­denk­ende. Der Fall des Ger­ald Hensel war ein Beispiel. Das Ergeb­nis wurde in den Blogs von Tichy und Achgut aus­giebig gefeiert. So ist Hensels State­ment bei Face­book auch nicht über­raschend gewe­sen.

    (https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10154936739913436&set=a.35098278435.58958.610548435&type=3&theater)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.