Es gibt zwei Blog­ger, die ich in mei­ner akti­ven Blog­ger­zeit seit 2004 gesperrt habe. Stolz bin ich dar­auf nicht. Aber wat mutt, dat mutt. Das Recht des Haus­herrn. Wer Stunk macht, fliegt.

Ich füh­re so in die­sen klei­nen Arti­kel ein, weil ich ihnen die Arbeit abneh­men möch­te, erneut über mich abzu­läs­tern. Das tun sie näm­lich heu­te noch – für mei­nen Geschmack sogar etwas zu regelmäßig.

Es ist einer jener Wider­sprü­che, die man als Blog­ger ertra­gen muss. Zuerst scheint es unpas­send, sich über die Kom­men­ta­re auf­zu­re­gen, die man selbst irgend­wo geschrie­ben hat und die gelöscht wur­den. Schließ­lich hat man es selbst nicht bes­ser gemacht.

Ich muss aber für mich in Anspruch neh­men, mich auch nicht als Hüter der Mei­nungs­frei­heit geriert zu haben.

Die Auto­ren von „Tichys Ein­blick“ haben genau das aber voll drauf. Sehr vie­le Arti­kel wid­me­ten sich in 2016 den Initia­to­ren der Hate-Spech-Kam­pa­gne. Der Gleich­schritt rechts­na­tio­na­lis­ti­scher Blogs mit der „Ach­se des Guten“ und „Tichys Ein­blick“ im „Kampf“ gegen Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Maas und die Che­fin der „Ama­deu Anto­nio Stif­tung“, Anet­ta Kaha­ne, ist unüber­seh­bar. Alle gemein­sam ver­tei­di­gen Deutsch­land gegen den links-grün-ver­siff­ten Main­stream. Nichts Neu­es. Aber die Wirk­mäch­tig­keit der rech­ten Netz­wer­ke nimmt längst Aus­ma­ße an, die nicht nur erklär­te poli­ti­sche Geg­ner zum Nach­den­ken brin­gen könnten.

Aus­ge­rech­net die also, die sich so vehe­ment gegen ver­meint­li­che Ein­schrän­kun­gen der Mei­nungs­frei­heit zur Wehr set­zen, grei­fen dann zu ganz ande­ren Mit­teln, wenn sie selbst betrof­fen sind.

Mas­siv unter­stützt von der eige­nen Anhän­ger­schaft und in einer ganz beson­ders effek­ti­ven Koor­pe­ra­ti­on mit der „Ach­se des Guten“ von Hen­ryk M. Bro­der star­te­ten die bei­den Blogs eine ful­mi­nan­te Ruf­mord­kam­pa­gne gegen Gerald Hen­sel. Der Sieg über ihn, der in mei­nen Augen nichts wei­ter ver­sucht hat, als Wer­be­kun­den dar­auf auf­merk­sam zu machen, wo deren Wer­be­an­zei­gen zur Gel­tung kom­men, wur­de laut gefei­ert. Sehr laut. Angeb­lich ging es um exis­tenz­be­dro­hen­de Ver­lus­te von Wer­be­ein­nah­men. Gerald Hen­sels Akti­on wur­de als Boy­kott­maß­nah­me eines Lin­ken hin­ge­stellt. Das haben vie­le gekauft. Auch Han­feld von der FAZ. Was mich jetzt nicht so sehr über­rascht hat.

Das The­ma ist also durch. Die Sei­te der Unter­stüt­zer Hen­sels war schwach. Die guten Argu­men­te ver­fin­gen nicht, weil ja die Mei­nungs­frei­heit in Gefahr gera­ten war.

Mir hat die Kam­pa­gne von Rechts die Augen geöff­net. Eine Erkennt­nis lau­tet: Mei­nungs­frei­heit gilt nicht für poli­tisch Anders­den­ken­de – nur für sie und ihre fana­ti­schen Unterstützer.


Es gibt eini­ge Web­sites und Blogs auf denen mei­ne Kom­men­ta­re unbe­liebt sind. Welt Online gehört dazu und eben auch „Tichys Einblick.“

An Sil­ves­ter habe ich noch ein­mal ver­sucht, den „net­ten“ Kom­men­tar eines Unter­stüt­zers von „Tichys Ein­blick“ zu kom­men­tie­ren. Ich bin jetzt wohl end­gül­tig raus. Nach­dem mei­ne Kom­men­ta­re schon gelöscht wur­den, bevor „Dis­qus“ als Kom­men­tar­sys­tem ein­ge­setzt wur­de, müss­te ich wohl einen neu­en Account mit neu­er E-Mail-Adres­se anle­gen, um dort wie­der kom­men­tie­ren zu kön­nen. Wenigs­tens vor­über­ge­hend. 🙂 Die Mühe lohnt nicht.

Für „Tichys Ein­blick“, für vie­le der Lese­rIn­nen dort, bin ich ein Troll. Wie sie mir gele­gent­lich klar gemacht haben, ein unwich­ti­ger klei­ner, dafür wich­tig­tue­ri­scher Blogger.

Die dort han­tie­ren­den Edel­fe­dern, die aus mei­ner Sicht dank Roland Tichys Blick für erfolg­rei­che Pro­jek­te,  das Kli­ma in der Repu­blik zu ver­gif­ten hel­fen, möch­ten offen­sicht­lich nicht, dass das eige­ne Publi­kum mit links­grün-ver­siff­tem Gedan­ken­gut kon­fron­tie­ren will.

Schließ­lich soll die Bot­schaft für das geeig­ne­te Publi­kum nicht ver­wäs­sert werden:

Tichys Ein­blick ist das Maga­zin für alle, die die Nase voll haben vom bevor­mun­den­den Main­stream-Jour­na­lis­mus. Roland Tichy Her­aus­ge­ber Tichys Ein­blickQuel­le: Tichys Ein­blick | LINK

Irrele­van­te Mei­nungs­äu­ße­run­gen wie mei­ne stö­ren. Außer­dem:  „Was küm­mert es die stol­ze Eiche, wenn sich eine Wild­sau an ihr reibt?“

Mei­ne Kom­men­ta­re waren nicht sub­stan­zi­ell. Sie ent­spran­gen in der Regel einem Moment des Ärgers über die völ­lig ein­sei­ti­ge, über­trie­be­ne und immer sehr destruk­ti­ve Sicht auf die Vor­gän­ge im Land. Wider­spruch passt – so mei­ne Fest­stel­lung – ein­fach nicht zur dort gepfleg­ten „Dis­kus­si­ons­kul­tur“.

Ich kann mich kaum dar­an erin­nern, je in einem poli­ti­schen Blog weni­ger Wider­spruch zu Bei­trä­gen gele­sen zu haben als bei „Tichys Ein­blick“. Aller­dings gebe ich zu, dass ich mir die ande­ren rech­ten Blogs nur sehr spo­ra­disch „antue“.

Aber man muss wis­sen: „Tichys Ein­blick“ soll eine Mei­nungs­sei­te sein, das steht jeden­falls so im Kopf des Blogs. In Wahr­heit stößt man fast aus­schließ­lich auf Kom­men­ta­re, die die Posi­tio­nen unter­stüt­zen, die die Tichy-Auto­ren vertreten.


Das sind Kom­men­ta­re, die genehm sind bzw., die dem Tenor des Arti­kels entgegenkommen:

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ein paar mei­ner Kom­men­ta­re, die gelöscht wurden:

 

 

Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Ich schreibe über alle möglichen Themen. Politik, Medien und Gesellschaft dominieren dabei.

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