Wenn President-elect sogar am korrekten Wahlergebnis Zweifel äußert, warum sollte es Unterlegene dann nicht erst recht tun?

Zumal es ja durchaus Erfahrungen mit Zweifeln in der jüngeren Vergangenheit gibt. Weder Trump, Stein, noch Clinton können zwar irgendwelche Anhaltspunkt dafür beibringen, dass es Hacker-Angriffe oder Manipulationen gegeben hat, aber – mein Gott – warum nicht noch ein bisschen in der Scheiße rühren und damit demokratische Grundprinzipien aufmischen?

Ich weiß nicht, wie solche Sicherheitsaspekte bei uns gehandhabt werden. Bei den letzten US-Wahlen gab es immer wieder Hinweise darauf, dass »fremde Mächte« sich in den Wahlkampf eingemischt hätten. Soweit ich es mitbekommen habe, ging es dabei stets gegen Hillary Clinton und die Rede war – ohne dafür je Beweise zu haben -, dass die Russen ihre Hände im Spiel gehabt hätten.

Ich empfinde das als schlimm, weil die so geschaffene Unsicherheit den Feinden der Demokratie in die Hände spielt. Vielleicht müsste ich den Begriff Demokratie durch politisches Establishment ersetzen? Geschenkt. Ich empfinde auch die neuen Debatten um die so genannten Recounts als schlimm für die demokratische Kultur.

Schon die gravierenden falschen Umfrageergebnisse haben ihren Anteil daran gehabt, so manche Grundaussage von Journalisten nachhaltig zu diskreditieren. Auch bei uns werden Umfrageergebnisse mehr und mehr infrage gestellt und Statistik und Umfrageergebnisse als solche als Manipulationsinstrument der Etablierten betrachtet. Dabei gibt es verständliche Erklärungen dazu, weshalb die Prognosen in letzter Zeit (Brexit, US-Wahlen) so verheerend daneben gelegen haben.

In Umfragen muss man kein Vertrauen setzen. Die können aufgrund vieler Faktoren fehleranfällig und -behaftet sein.

Aber was Wahlen anlangt, sollten alle Demokraten sich dringend und nachhaltig dafür einsetzen, dass die hierbei benutzten technischen Hilfsmittel soweit als möglich von allen Zweifeln befreit werden. Die Zeiten, in denen man sich über Vereinfachungen durch IT-Technologie freuen konnte, sind lange vorüber. Nun muss die Sicherheit der Systeme strikt in den Fokus gerückt werden.

Wir müssen uns bewusst machen, wie schlimm es für die Demokratie enden kann, wenn zusätzlich zu anderen Faktoren (niedrige Wahlbeteiligung, Vertrauensverlust in demokratische Institutionen) wenn Wahlergebnisse sich als manipulierbar erweisen würden.

In den USA spielte zu den Wahlen ein anderes Thema eine Rolle, dessen Auswirkungen man nicht richtig einschätzen kann. Viele Trump-Fans werden die Veröffentlichungen von Wikileaks wohl gepriesen haben. Wikileaks Dokumente wurden zu einem fragwürdigen Zeitpunkt veröffentlicht. Das hat Clinton geschadet.

War das in Ordnung oder macht dieser Vorgang nicht auch deutlich, wie willkürlich und gleichzeitig sehr gezielt, kleine Gruppen Informationen einsetzen, die nicht unbedingt im Interesse des Ganzen sein müssen?

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