[Webmasterfriday] Jetzt Könnt Ihr Mich Aber Mal Kennenlernen

Die­ser Bei­trag ist vom Febru­ar 2014. Ich hat­te ihn für den soge­nann­ten „Web­mas­ter­fri­day“ geschrie­ben. Dar­in habe ich viel von mir erzählt. Des­halb den­ke ich, dass es sich gut als „Über mich“-Seite eignet. 🙂

Jetzt bin ich wie­der mal einen Tag zu spät (Das könn­te übri­gens auch schon so was wie ein Pro­gramm­be­stand­teil sein). Zuerst muss­te ich das The­ma mit der Schwei­zer Volks­ab­stim­mung behan­deln. Aber jetzt, am Sams­tag Mor­gen, und zwar noch vor dem Früh­stück(!) möch­te ich mich doch ger­ne noch am Web­mas­ter­fri­day beteiligen.

Mar­tin hät­te ger­ne unse­ren Steck­brief. Das bedeu­tet ja wohl, dass in die­sem Inter­netz doch noch nicht alles über uns zu fin­den ist. Irgend­wie ist das auch beruhigend. 🙂

Wer bist Du und was von deinem Privaten ist für den Blog relevant?

Ich bin Horst Schul­te, 61 Jah­re alt. Mei­ne Frau und ich sind seit 1976 ver­hei­ra­tet. Mei­ne beruf­li­chen Sta­tio­nen sind an einer Hand abzu­zäh­len. Des­halb kann man mich auch als treue See­le betrach­ten. Seit ins­ge­samt 17 Jah­ren arbei­te ich für den deut­schen Leif­heit-Kon­zern. Die offi­zi­el­le Job-Bezeich­nung ist „Sales Analyst“.

Klingt span­nend, ist es aber eigent­lich über­haupt nicht. Ich zer­le­ge den Ver­trieb rein zah­len­tech­nisch in sei­ne Ein­zel­tei­le. Ich schaue mir die Geschäfts­fel­der des inter­na­tio­nal täti­gen Unter­neh­mens an und gebe unse­rem Manage­ment durch ent­spre­chend auf­be­rei­te­te Daten Ent­schei­dungs­hil­fen. Ich erstel­le die Umsatz­bud­gets sowie die Forecasts.

Das alles natür­lich in enger Zusam­men­ar­beit mit unse­ren Ver­triebs­ver­ant­wort­li­chen. In einer Pro­jekt­ar­beit habe ich 2010 als Teil­pro­jekt­lei­ter dabei gehol­fen, das SD-Modul von SAP ein­zu­füh­ren. Im Moment sind wir dabei die Ange­bots­ab­wick­lung in SAP zu imple­men­tie­ren. Ich bin Pro­jekt­lei­ter. In die­sem Fall wird nicht der SAP-Stan­dard ver­wen­det, son­dern die­ser wird mit einem PIM/­MAM-Daten­bank – Sys­tem kombiniert.

Rele­vant für den Blog ist eigent­lich alles. Aller­dings schrei­be ich nicht über mei­ne Arbeit. Aber über alles ande­re. Prak­tisch ist das Netz­ex­il ein Universalblog. 😉

Wie lange bloggst Du schon?

Mit dem Blog­gen habe ich 2004 begon­nen. Den ers­ten Blog hat­te ich bei der Com­mu­ni­ty „Myblog.de“. Schon wäh­rend die­ser Zeit habe ich die Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten, die das Sys­tem her­gab, stark in Anspruch genom­men 🙂 (klei­ne Remi­nis­zenz an die vie­len The­me-Wech­sel). 2005 habe ich den ers­ten Wor­d­Press-Blog eröff­net. Wäh­rend der „Pio­nier­zeit“ habe ich mit mei­nem „Finger.zeig.net“ kei­ne gro­ße Leser­schaft erschlos­sen. 600 Besu­cher am Tag waren die Grö­ßen­ord­nun­gen, die ich damals maxi­mal errei­chen konn­te. Heu­te ist die Zahl viel klei­ner. Trotz­dem bin ich, trotz kur­zer Pau­sen, immer dabei geblie­ben. Wie man die­sen Virus nennt habe ich immer noch nicht her­aus­ge­fun­den. Viel­leicht ist es kein Virus son­dern eine Art Sucht?

Mit dem „Finger.Zeig“ habe ich mir 2006 eine Abmah­nung ein­ge­fan­gen, die im Inter­net zu hoher Popu­la­ri­tät gelang­te. Mit dem Begriff „Bröt­chen­ga­te“ kön­nen vie­le Blog­ger etwas anfan­gen. Ich such­te mir einen Anwalt. Die­ser mein­te locker­flo­ckig: „Die­ses Bröt­chen wer­den wir zu Panier­mehl ver­ar­bei­ten“. Klang gut, war aber nur Aus­druck sei­ner umfas­sen­den Unkennt­nis. Ich habe frü­her gewusst, dass ich ver­lo­ren hat­te als die­ser Anwalt.

Die­se Abmah­nung brach­te mich dazu, den Blog auf­zu­ge­ben. Ich habe alle Inhal­te gelöscht (über 3000 Arti­kel!) und mit querblog.de neu ange­fan­gen. Und wie­der han­del­te ich mir eine Abmah­nung ein. Es war der glei­che Rech­te­inha­ber, der glei­che Anwalt. Es ging um ein brief­mar­ken­gro­ßes Foto eines Bier­gla­ses. Dies­mal wur­de ich als „Wie­der­ho­lungs­tä­ter“ bezeich­net, was aus Sicht des Rech­te­inha­bers viel­leicht auch ver­ständ­lich war.

Mei­ne Frau und ich waren damals gera­de aus dem Urlaub zurück. Die Sache wur­de dies­mal (trotz wegen eines Anwalt, den ich hin­zu­ge­zo­gen hat­te) sehr teu­er und ich han­del­te mir über die Abmah­nung hin­aus, eine einst­wei­li­ge Ver­fü­gung ein. Ich war der­art frus­triert und nerv­lich ange­schla­gen, dass ich heu­te gar nicht mehr weiß, war­um ich über­haupt noch wei­ter­geb­loggt habe. Für Feh­ler, die man macht, muss man gera­de ste­hen. Egal, ob man dabei Böses im Schil­de führt oder nicht.

Den Quer­blog habe ich aus einem ande­ren Grund auf­ge­ge­ben. Der Web­ser­ver war mit Mal­wa­re infi­ziert. Es gab eini­ge Infek­tio­nen mit unschö­nen Neben­wir­kun­gen. Es ist nach­voll­zieh­bar, dass sich Besu­cher mei­ner Sei­te nicht gera­de dar­über freu­ten, dass ihr Rech­ner durch mei­nen Blog mit einem Virus infi­ziert wur­den. Damals habe ich alle Domains gekün­digt. Auch Officetipps.net, eine bis dahin im Inter­net ziem­lich gut posi­tio­nier­te Web­site rund um das The­ma MS – Officeanwendungen.

Was ist das Hauptthema Deines Blogs und welches sind Deine „erfolgreichsten / wichtigsten“ Artikel bisher?

Mein Blog im Heute Jornal

Mein Blog im Heu­te Journal

Da ich mei­ne Bröt­chen­ge­schich­te nicht als Maß­stab für den erfolg­reichs­ten Arti­kel machen kann (auch weil ich damals so doof war, fast gar nichts dar­über zu blog­gen), kann ich nur mei­nen Arti­kel über Horst Köh­ler, unse­ren ehe­ma­li­gen Bun­des­prä­si­den­ten, nen­nen. Damit schaff­te es der Quer­blog sogar ins „Heu­te Jour­nal“ und zwar nicht nur ver­bal son­dern auch bildlich.

Wenn ich Erfolg an der Zahl der Kom­men­ta­re zu einem Arti­kel mes­se, dann wäre es die­ser (mit 53 Kom­men­ta­ren). Dort geht es um ein so wich­ti­ges The­ma wie Blog­per­for­mance. Das war damals abso­lut in. Ich per­sön­lich fand inter­es­sant, wie stark sich die­ser Arti­kel inner­halb einer recht kur­zen Zeit ent­wi­ckelt hat. Er ist erst gut 2 Mona­te alt und hat­te schon über 1000 Leser. Sowas macht mich froh.

Hast Du Ziele mit deinem Blog bzw. welche der ursprünglichen Ziele hast Du schon erreicht?

Eigent­lich habe ich kei­ne Zie­le im enge­ren Sin­ne. Ich bin zufrie­den, wenn ich wei­ter­hin Spaß am Schrei­ben habe und die Sache so wei­ter­läuft wie im Moment. Mei­ne rege Betei­li­gung am Web­mas­ter­fri­day hat in die­ser Hin­sicht viel gebracht. Und dafür dan­ke ich nicht nur Mar­tin, son­dern auch all denen, die dort regel­mä­ßig mit­ma­chen. Ver­net­zung bringt was. Vor allem, wenn sie auf die­se Art stattfindet.

Welchen anderen Blogs liest Du gerne?

Ich lese sehr vie­le Blogs. Mein Kom­men­tar­ver­hal­ten lässt hin­ge­gen doch sehr zu wün­schen übrig. Mei­ne Lieb­lings­blogs sind die­je­ni­gen, die ich in der lin­ken Side­bar unter „Grü­ße von Blog zu Blog“ auf­ge­führt habe. Aber mein Reader ent­hält über 70 Blogs, die ich ver­hält­nis­mä­ßig regel­mä­ßig lese.

Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Es sind nur wenige Jahre vergangen. Trotzdem bin ich in diesem Geschäft ein alter Hase.

Ich schreibe über gesellschaftliche und politische Themen. Hin und wieder gibt es bei 2bier auch was zum Thema Bloggen und Wordpress zu lesen.

Dieser Beitrag hat 16 Kommentare
  1. Hal­lo Horst,
    das klingt ja gru­se­lig mit den gan­zen Abmah­nun­gen, die du dir schon ein­ge­han­delt hast. Respekt, dass du immer noch bloggst. Da kann man dir ganz beson­ders zum Erfolg dei­ner Arti­kel gra­tu­lie­ren. Stur­heit zahlt sich manch­mal halt doch aus 🙂
    Vie­le Grüße
    Ann-Bettina

    1. @Ann-Bet­ti­na: Es war auch gru­se­lig. Mei­ne Frau sieht ohne­hin ein wenig kri­tisch (vor­sich­tig aus­ge­drückt) auf mei­ne Blog­ge­rei. Das kos­tet viel Zeit und davon hat man schließ­lich nicht genug. Als die bei­den Abmah­nun­gen und die einstw. Ver­fü­gung kamen haben wir die Ent­schei­dung getrof­fen, die Sache mit dem Inter­net zu las­sen. So erschro­cken waren wir bei­de. Ins­ge­samt hat es 3.500 Euro gekos­tet. Für zwei Fotos und die Anwalts- und Gerichtskosten.

  2. oje, oje. Das mit den teu­ren Abmah­nun­gen ist wirk­lich eine sehr unglück­lich gelös­te Sache in Deutsch­land. Ich ver­ste­he Rech­te­inha­ber, aber ob man Men­schen solch eine Gele­gen­heit geben soll­te, sich absicht­lich in Rich­tung Abmah­nungs­ge­schäft zu bewe­gen, ist IMHO etwas fraglich.

    Kom­pli­ment, dass Du Dich den­noch nicht hast unter­krie­gen las­sen. Ich den­ke, ich hät­te frus­triert auf­ge­ge­ben und ein Buch dar­aus gemacht.

    Wie fühlt es sich an, im TV zitiert zu werden? 😉

    vg Mäd­chen­pa­pa, der hier sehr oft lei­se mitliest

    1. @Mäd­chen­pa­pa: Ich hät­te auf die­se bild­li­che Erwäh­nung im „Heu­te Jour­nal“ gut ver­zich­ten kön­nen. Dass Köh­ler zurück­tritt war ja über­haupt nicht mei­ne Inten­ti­on. Heu­te macht Gauck übri­gens auch nichts anders. Aber es küm­mert offen­bar kei­nen so richtig. 🙁

      Dan­ke übri­gens für dei­ne Treue.

  3. Du hast ja schon sehr vie­les erlebt – in die­ser Online-World! 

    Sehr schö­ner und inter­es­san­ter Blog-Bei­trag! –> Gefällt mir! 

    Um Dei­ne Abmah­nun­gen benei­de ich Dich wirk­lich nicht … – regel­recht „gru­se­li­ge“ Erfah­run­gen – so wie wei­ter oben bereits erwähnt …! 

    Ich wün­sche Dir auch wei­ter­hin Spaß und Freu­de an die­ser „Blog­ge­rei“!

    LG, hein­ka

    1. @hein­ka: Ich fin­de es schön, dass dir der Arti­kel gefal­len hat. Dan­ke! Ja, die­se Erfah­run­gen waren wirk­lich „gru­se­lig“. Aber vie­le vor und nach mir haben (hier in Deutsch­land) eben­falls die­ses Lehr­geld zah­len müs­sen. Scha­de, um das Blog­gen ins­ge­samt. Die Gesetz­ge­bung hinkt dem tech­ni­schen Fort­schritt sehr hin­ter­her. Und dar­an ändern sich ver­mut­lich so schnell auch nichts, weil es gewis­sen Inter­es­sen sehr ent­ge­gen kommt. Das ist, was mich wirk­lich ärgert.

  4. Respekt, du hast wirk­lich Durch­hal­te­ver­mö­gen. Ich kann zwar auch die ver­ste­hen, die die Rech­te an ihren Bil­dern ver­tei­di­gen (ich ärge­re mich ja selbst Grüt­ze, wenn ich eins von mei­nen auf ande­ren Web­sei­ten find), aber irgend­wie geht es ja auch ums Ver­hält­nis. Scha­de, dass dein Anwalt mit dem Panier­mehl nicht recht behal­ten hat.
    Und super Akti­on vom WF, dass man mal die ande­ren Blog­ger etwas bes­ser ken­nen lernt.
    Schö­ne Grüße,
    Bella

    1. @Bel­la: Dan­ke, Bel­la. Es waren har­te Zei­ten. In Deutsch­land kann man schnell Pech haben und ordent­lich Lehr­geld für Dumm­heit bezah­len. Ich habe die 2 Bil­der ja nicht ver­wen­det, um jeman­dem zu scha­den oder um selbst damit Geld zu ver­die­nen. Aber da ken­nen unse­re Geset­ze nichts. Ver­mut­lich gibt es die­sen Quatsch so nur in Deutschland.

  5. Trotz Abmah­nun­gen und Mal­wa­re hast du dir den Spaß am Blog­gen nicht ver­lei­den lassen.
    Ich wün­sche dir wei­ter­hin die Moti­va­ti­on für noch vie­le zukünf­ti­ge Einträge.

    1. @bre­ak­point: Ich glau­be, vie­le Blog­ger, die schon von Abmah­nun­gen betrof­fen waren, haben spä­ter wei­ter­ge­macht. Viel­leicht mit Pau­sen und mit neu­en Blogs (wie ich) aber sie sind dran geblie­ben. Wäre ja auch noch schö­ner, wenn wir uns weg­schi­ka­nie­ren las­sen würden. 🙂

  6. Hal­lo Horst,
    sehr span­nen­de Geschich­te. Mir war gar nicht bewusst, dass Du auch einer der damals Geschä­dig­ten warst (ich übri­gens nicht, nicht dass das falsch rüber­kommt). Scha­de, dass Du damals so viel auf­ge­ge­ben hast, aber ande­rer­seits auch ver­ständ­lich. Es ist aber beein­dru­ckend, dass Du immer wie­der was Neu­es auf die Bei­ne stellst.
    Ich habe Dich übri­gens – ein­fach so von quer­le­sen – für Mit­te 40 gehalten 🙂
    Schön, dass ich Dei­ne Arti­kel nun bes­ser ein­ord­nen kann.

    Dir wei­ter­hin viel Erfolg 😉
    Schö­nen Gruß
    Martin

    1. @Miß­feldt: Hi Mar­tin. Schön, dich hier zu lesen. Im Inter­net gibt es, selbst wenn wir nur das deutsch­spra­chi­ge anschau­en, lei­der eine sol­che Men­ge an ähn­li­chen Geschich­ten (Abmah­nun­gen), dass man dabei ganz leicht den Über­blick ver­liert. Ich glau­be übri­gens, dass Cas­chy auch der der damals Betrof­fe­nen gewe­sen ist. Er hat aus die­ser Mise­re viel gemacht. 

      Mit­te 40 wäre ich ger­ne noch mal. 🙂 Dan­ke für die guten Wünsche.

  7. Lus­tig!

    Ich habe gera­de eines mei­ner Blogs nach toten exter­nen Links durch­sucht. Und dabei bin ich auch auf Quer­blog gestoßen.

    Es gab also schon einen Links, bevor wir uns ken­nen und lie­ben gelernt haben 😉

      1. Ja, kann sein. Ich mache das ca. zwei­mal im Jahr, die 404er von der Sei­ten radieren. 

        Da fal­len dann pro Por­tal mal locker 4–5 Stun­den Arbeit an. Aber dafür sind sie danach wie­der schön clean.

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