Wer Sich Nicht Registrieren Lässt, Muss Ausgewiesen Werden

Vie­le sind einer Mei­nung. Migran­ten müs­sen sich an (unse­re) Regeln und Geset­ze hal­ten. Ohne Wenn und Aber. So lang­sam fra­ge ich mich aller­dings, wann wir end­lich damit begin­nen, die­se Ansa­ge umzu­set­zen? Oder täuscht mich mein Ein­druck, dass dies bis­her kaum pas­siert?

In kon­ser­va­ti­ven und rech­ten Medi­en häu­fi­gen sich die Berich­te von „Augen­zeu­gen“, die den Lese­rIn­nen „ver­deut­li­chen“, dass es nichts wird mit der Inte­gra­ti­on der vie­len neu­en Flücht­lin­ge. Grund­schü­ler mus­li­mi­schen Glau­bens weh­ren sich gegen ihre Inte­gra­ti­on, sie hal­ten sich schon im Kin­des­al­ter nicht an unse­re Regeln. Unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge erwei­sen sich, ihrer Alter­grup­pe ent­spre­chend, noch einen Tacken ableh­nen­der. Frau­en wer­den als Bezugs­per­son schon von Grund­schü­lern abge­lehnt und nach sol­chen Berich­ten von älte­ren Jugend­li­chen als Frei­wild betrach­tet.

Letz­ten Frei­tag las ich in Cice­ro einen „Erfah­rungs­be­richt“ einer Mit­ar­bei­te­rin des BAMF. Ich war ein­mal mehr erschüt­tert über die Zustän­de, unter denen die Mit­ar­bei­te­rin­nen die­ser Behör­de zu lei­den haben und von denen die Öffent­lich­keit in der Regeln kaum etwas erfährt.

Unter­nimmt man als Leser sol­cher Arti­kel mit doku­men­ta­ri­schem Anspruch auch nur den Ver­such, die mit die­sen Ver­öf­fent­li­chun­gen ver­bun­de­nen Absich­ten zu hin­ter­fra­gen, kriegt man Ärger. Viel­leicht zu Recht! Einer­seits sind sol­che Berich­te wahr und was wahr ist soll aus­ge­spro­chen wer­den. Ande­rer­seits schü­ren sie die schon bestehen­den Vor­ur­tei­le mas­siv. Aber mit sol­chen Beden­ken sto­ße ich auf tau­be Ohren. Sie wer­den bei­sei­te gefegt, ich habe kei­ne Chan­ce damit durch­zu­drin­gen.

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Erklä­ren kann ich es nicht. Mich depri­mie­ren die­se pene­trant ein­sei­ti­gen Berich­te. Ich glau­be nicht, dass dies nur daher rührt, dass die Arti­kel all die Skep­ti­ker bestä­tigt gegen die ich ver­su­che mit mei­nen Ein­wän­den, die mehr Appel­le als Argu­men­te sind, anzu­schrei­ben. Ich bin der Gut­mensch, der in sei­ner gera­de­zu kind­li­chen Nai­vi­tät (oder Recht­ha­be­rei) nicht begrei­fen will, was hier Sache ist.

Gibt es kei­ne posi­ti­ven Geschich­ten, son­dern nur sol­che nie­der­schmet­tern­den Tat­sa­chen­be­fun­de? Sieg­fried Kohl­ham­mer hat einen inter­es­san­ten, nur lei­der eben­falls ver­nich­ten­den Ein­blick in die Inte­gra­ti­ons­wil­lig- und fähig­keit von Mus­li­men gege­ben, der mich glei­cher­ma­ßen beein­druckt wie nega­tiv berührt hat. Kohl­ham­mer ist nicht als Freund des Islam bekannt. Sei­nen Aus­füh­run­gen kann ich nichts ent­ge­gen­hal­ten. Außer mei­nem gefüh­li­gen Veto habe ich nichts anzu­bie­ten. Gibt es ande­re, gegen­tei­li­ge Aus­sa­gen, die Sub­stanz haben? Was ist von einer Öffent­lich­keit zu hal­ten, die immer berei­ter zu sein scheint, den Dis­kurs über die­se Fra­gen ein­zu­stel­len?

Wir hören aktu­ell, dass 500.000 Flücht­lin­ge in Deutsch­land unter­wegs sind, die bis­her nicht regis­triert wor­den sind. Als Begrün­dung heißt es, sie hät­ten Angst, ihr Asyl­an­trag habe kei­ne Aus­sicht auf Aner­ken­nung. Ich kann mir vor­stel­len, wie Men­schen sich füh­len, wenn sich ihre Zukunft über Mona­te hin­weg zwi­schen Hof­fen und Ban­gen zu zer­rei­ben scheint. Es gilt: an die Regeln haben sich alle zu hal­ten!

Um also wie­der auf den Aus­gangs­punkt zurück­zu­kom­men. Wol­len wir nicht end­lich damit begin­nen, unse­re Regeln wirk­lich anzu­wen­den?

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Müss­ten die Behör­den nicht schleu­nigst dafür sor­gen, dass die Men­schen, die bis­her kei­nen Asyl­an­trag gestellt haben, über Radio/Fernsehen/Internet erfah­ren, dass sie sofort aus­ge­wie­sen wer­den, wenn sie mit die­sem Sta­tus irgend­wo im Land auf­ge­grif­fen wer­den? Die­se Men­schen sind erreich­bar und sie müs­sen erfah­ren, wel­che Anfor­de­run­gen wir stel­len. Gleich­zei­tig müs­sen wir klar machen, wel­che Kon­se­quen­zen es hat, wenn die Regeln nicht beach­tet wer­den. End­lich.

Horst Schulte

2004 bin ich (63) unter die Blogger gegangen. Ich schreibe über alle möglichen Themen. Politik, Medien und Gesellschaft dominieren dabei.

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